Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

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Bananenschale 28.11.2016, 10:47
10. Ach nee!

Genau, was Sie beschreiben haben viele, sehr viele Foristen kommen sehen: Nicht hat Trump die Wahl gewonnen, sondern Clinton hat die Wahl verloren.

Woran liegt es bloß, daß die Argumente in den Foren nicht wahrgenommen werden, aber Beiträge, die strafrechtlich in keine Weise zu beanstanden sind, gar lustig über den Haufen zensiert werden? Was ja nur denkbar ist, wenn sie gelesen werden. Und wie kommt es, daß leitende Spiegel-Redakteure zeitgleich immerzu von Diskurs und Dialog brabbeln?

Ja, Ihr werdet zutiefst verachtet! Weil Ihr nicht wirklich berichtet, gar nicht berichten wollt, sondern immerzu versucht zu manipulieren. I.Ü. - die Entwicklung habe ich ja verfolgen können - ist das einer der wesentlichen Gründe für eine zunehmend anti-demokratische Stimmung. Es ist eben nicht mehr bloß eine Politik- oder Poliker-Verdrossenheit oder nur eine Anti-Establishment-Stimmung. Der Bruch geht bereits wesentlich tiefer. Vievele Spiegel-Foristen sind in andere Foren abgewandetert, die z.T. von Rußland kontrolliert werden? Da seht Ihr es! Falls Ihr es immer noch nicht verstanden habt: Es geht auch um fundamentale philosophische Überlegungen oder bloß Einstellungen ( für die schlichteren Gemüter ) und nicht um Denkschablonen aus dem Sozialkunde-Unterricht ( für die Doofen ). Die Grundannahmen der klassischen Aufklärung sind in Frage gestellt. Warum? Weil sie schlicht kontra-faktisch sind. Soweit man über bloße Berichtserstattung hinausgehen wollte, wäre es Euer Job, das dazulegen und aufzuschlüsseln. Aber Ihre verwechselt Analyse mit Wertung.

Und natürlich wird auch dieser Beitrag weg-zensiert. Nur eines sei Euch klar: Denn Kampf um das, was Ihr Demokratie nennt, habt Ihr bereits jetzt verloren. Die "dunkle Seite der Macht" hat nämlich z.Z. einen alles entscheidenden Vorteil: Sie ist ehrlich. Um greifbar zu machen: Warum sind die Guten im "Herr der Ringe" so penetrant und so dumm und die Bösen authentisch und voller Rafinesse?

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observerlbg 28.11.2016, 10:51
11. Also, ich als Leser habe keine Probleme mit den Medien.

Mir wird hier gute Unterhaltung geboten, auch durch die Mitforisten. Die Schellte der Mitbewerber kann dem Spiegel doch am Allerwertesten vorbei gehen. Sind diese doch kein Stück objektiver. Und dass hier oder bei den Mitbewerbern Stimmung gegen Kandidaten einer USA-Wahl gemacht wird, kann den Kandidaten in den USA am Allerw... Nein, lassen wir das. Ich erwarte schon lange nicht mal mehr bei der alterwürdigen Tagesschau objektive Berichterstattung. Es ist doch naiv, anzunehmen, dass in irgend einer Weise abhängige Medien (wirtschaftlich, politisch, finanziell....) völlig unabhängig berichten. Also liest man halt unterschiedliche Nachrichtenmagazine, konsumiert unterschiedliche Medien auf unterschiedlicher Weise und gelangt dann irgendwann zu einem mehr oder weniger umfänglichen, stimmigen Gesamtbild. Selbst in der Prawda stand ja gelegentlich die Wahrheit. Spätestens seit den Hitler-Tagebüchern wissen wir doch, dass Riesenenten zumindest gute Unterhaltung bieten. Und ja, Herr Fleischhauer, Hillary Clinton ist vor allem an Hillary Clinton gescheitert. Manchen hilft Hybris, manchen schadet sie. Das hätte man vorher klären können, nun ist das Kind im Brunnen.

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robin-masters 28.11.2016, 10:53
12. Neutral

"Die "Frankfurter Allgemeine" wird sich niemals für die Anliegen der Linkspartei stark machen, jedenfalls nicht solange Berthold Kohler oder Jasper von Altenbockum dort das Sagen haben. Genau deshalb kaufen die Leute auch die "FAZ". Niemand klaren Verstandes käme auf die Idee, der Zeitung vorzuwerfen, sie habe in ihrer Berichterstattung versagt, weil die "Linke" bei Wahlen überraschend gut abgeschnitten hat."

Sagt doch schon alles - der Spiegel steht jetzt also links und das nicht nur verdeckt sondern ganz offiziell und er berichtet auch tendenziös. Ich vermisse die von Tendenzen und Meinungen befreite Berichterstattung.
Mittlerweile liest sich fast alles im Spiegel (eher SPON) wie ein Kommentar nicht wie ein Bericht!

Assad = böse, syrische Opposition = gut, Trump = böse, Putin = böse, Merkel = gut, Clinton = gut, AfD = böse, SPD\CDU = gut, USA = gut, Russland = böse, China = böse, Flüchtlinge = gut, gegen Flüchtlinge =böse ..... usw. schon wenn man einen "Artikel" aufmacht ist klar was hinten rauskommt. aufjedenfall keine überraschenden neuen Informationen die alles in einem anderen Licht erscheinen lassen und zum Nachdenken anregen.... was guter Journalismus eigentlich sein sollte = unvoreingenommen zu berichten.

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ruhepuls 28.11.2016, 10:54
13. Neutrale Medien?

Zitat von Leser161
"Was die Kritiker sagen wollen, wenn sie die Voreingenommenheit der Medien beklagen, ist, dass sie sich mehr positive Berichterstattung wünschen." Wie kommen Sie darauf, sind Sie einer dieser Kritiker? Wenn ich das alles recht lese wünschen sich die Kritiker eine neutrale sachliche Berichterstattung. Kurz wenn Sie lang und breit die Nachteile der einen Seite auflisten sollten Sie das in gleicher Breite mit der anderen Seite tun. Und auch die Proargumente nicht vergessen. "Die "Frankfurter Allgemeine" wird sich niemals für die Anliegen der Linkspartei stark machen, jedenfalls nicht solange Berthold Kohler oder Jasper von Altenbockum dort das Sagen haben." Da haben Sie recht. Aber sind diese "linken" und "rechten" Zeitungen nicht eine Ausprägung von diesem Filterbubbletum von dem man immer wieder hört? Da liest man nur was man hören will und setzt sich nur mit Leuten seiner Meinung auseinander. Ein gutes Medium ist eines das neutral und sachlich berichtet und versucht Filterbubble-Effekte zu bekämpfen. SPON ist hierbei übrigens auf dem richtigen Weg denke ich.
Auch wenn ich die Erziehungsabsicht vieler Journalisten beklage, glaube ich nicht an neutrale Medien. Medien müssen verkauft werden - und gekauft werden sie nur, wenn sie die Bedürfnisse der Zielgruppe erfüllen. Wie jedes andere Produkt auch, wird gefragt: Was wollen die Leute lesen, die wir für unsere Zielgruppe halten? Neutralität würde bedeuten, auch Dinge zu bringen, die für die Zielgruppe unerwünscht, langweilig oder zu provozierend wären.
Auch Spiegel-Leser sind ja nicht neutral oder gar objektiv. Und die Zielgruppenorientierung merkt man dem Spiegel in den letzten Jahren zunehmend an - wenn man noch anderes liest...

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ronomi47 28.11.2016, 10:58
14. Mündige Bürger

Eine objektive Berichterstattung im Bereich Gesellschaft und Politik ist nicht möglich. Deshalb versuchen sich heute dank weltweiter Vernetzung mündige Bürger in verschiedenen Medien zu orientieren - von links bis rechts, von oben bis unten. Noch besser dran sind diejenigen, welche eine oder mehrere Fremdsprachen beherrschen. So komme ich der vermeintlichen "Objektivität" etwas näher, glaube, mir meine eigene Meinung besser bilden zu können.

Leider fehlt mir bei praktisch allen Medien das kontradiktorische Element. Wenn einem Verleger wirklich am "aufgeklärten Bürger" etwas liegen würde, so liesse er doch mindestens einmal pro Woche zu einem aktuellen Thema eine substantielle Gegenmeinung veröffentlichen. Also vereinfacht gesagt am Beispiel Aleppo: Lawrow schreibt einen Artikel oder man veröffentlicht eine Interview mit ihm in der Zeitung. Anschliessen könnten beliebige Kommentare der eigenen Redaktionsstube dazu anschliessen.

Dies nur als Anregung! Wetten, das würde ein Medium enorm glaubwürdiger machen. Ich fürchte allerdings, dass dies aus ideologischen Gründen nie eintreten wird.

So mögen denn als Folge der abnehmenden Glaubwürdigkeit die Printmedien weiter einem langsamen Tod entgegensiechen...

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Troll-Oberkommando 28.11.2016, 10:59
15.

Ich kann den Medien auf jeden Fall eine inkonsistente Weltsicht bescheinigen. Man muss mal darauf achten, wie schnell mit der Extremismus-Keule geschwungen wird - also wie schnell Leute von den Medien als Rechtsextremisten oder Rechtsradikale bezeichnet werden. Dabei handelt es sich erst um Extremismus, wenn die Absicht besteht, die freiheitlich-demokratische Grundordnung mittels Waffengewalt zu beseitigen. Auf der anderen Seite wird dann jahrelang stur von "moderaten Rebellen" in Syrien berichtet. Der Begriff "moderate Rebellen" ist ein Oxymoron, denn sobald ich eine bestehende Ordnung mittels Waffen beseitigen will, bin ich nicht mehr gemässigt. Dies nennt man inkonsistente Weltsicht - oder auch Leben in einem geschlossenen Informationssystem.

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ackergold 28.11.2016, 11:01
16.

Zitat von paula_f
Amerikaner wollten einfach keine alte Frau die gelogen hat wie eine alte Hexe, der man die Machtgier gerade wegen ihres schlechten Schauspiels sofort angesehen hat.
Deshalb haben sie einen noch älteren Mann gewählt, der immer noch lügt, dass sich die Balken biegen und der das gekaufte Amt jetzt dazu nutzt, seinen Kumpels und seinem Schwiegersohn noch mal so richtig viel Knete zuzuschanzen. Das Schauspiel wird wahrlich nicht besser.

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muellerthomas 28.11.2016, 11:02
17.

Zitat von ulmer_optimist
Mich stört an den Medien mittlerweile ganz grundsätzlich, dass immer weniger objektiv informiert wird und immer mehr die Meinung irgendeines Schreiblings dargestellt wird. Die Qualität von dem, was in Onlinemedien geschrieben wird, sinkt immer weiter. Bezahlen würde für pure (und zum Großteil qualitativ minderwertige) Meinungsmache wohl auch kaum jemand. Ich warte darauf, dass die ersten Medien schlicht pleite gehen.
Es ist allerdings immer wieder amüsant, dass solche Wünsche nach objektiver, neutraler Berichterstattung gerade von Leuten kommen, die sich auf rt, sputnik, geolitico, schall-und-rauch oder compact "informieren".

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claara 28.11.2016, 11:03
18. Als Journalistin

stelle ich fest, dass Leser überwiegend nur noch das lesen wollen, was ihre eigene Meinung bestätigt. Verlage setzen auf Gewinnmaximierung, was neben dem Rückgang der Leserzahlen, weil ja Nachrichten umsonst im Internet zu haben sind, zu Personalknappheit und immer höherem Druck auf die einzelnen Kollegen führt. Die meisten strampeln sich ab, um dennoch eine vernünftige Berichterstattung zu machen und werden dennoch als Lügen- oder Lückenjournalisten bezeichnet. Im deutschen Fernsehen ist es inzwischen Normalität, dass Journalisten in jeder noch so dämlichen Serie entweder als aufdringlich oder schmierig dargestelt werden - finanziert über die öffentlichen Rundfunkgebühren.
Es erfordert viel Engagement des Einzelnen, sich trotz all dem jeden Tag wieder dafür zu entscheiden, ein gutes Blatt zu machen. Denn irgendwie hat man das Gefühl, es will ohnehin keiner - schließlich sind Facebook-Gerüchte und Twitter-Shorties von Donald Trump ja so viel näher an der "Wahrheit".
Für mich hat Journalismus nie bedeutet, Politiker-Statements und andere Velautbarungen ungeprüft zu veröffentlichen. Aber auch nicht, Populismus wider besseren Wissens zu repetieren. Wie etwa in Ostdeutschland, wo die AfD mit dem Schreckgespenst hausieren geht, dass die Ausländer den Menschen die Arbeitsplätze wegnehmen würde. Bei einem Prozent Ausländeranteil ist das kaum anzunehmen. Und Unternehmen suchen händeringend Mitarbeiter. Sollte ich die AfD-Panikmache also nicht reflektieren?
Abgesehen davon entspricht die Berichterstattung zur US-Wahl den korrekten Verhältnissen. Clinton hat mehr Stimmen erhalten als Trump - allerdings weniger Wahlmänner.
Ach ja, übrigens: Auch für Journalisten gilt die Meinungsfreiheit.

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OskarVernon 28.11.2016, 11:03
19.

Zitat von Leser161
Ein gutes Medium ist eines das neutral und sachlich berichtet und versucht Filterbubble-Effekte zu bekämpfen.
Ein einzelnes Medium kommt angesichts der schieren Masse gar nicht umhin, auszuwählen, worüber es berichtet - und genau hier beginnt bereits das Problem:
Was eine Redaktion verwirft oder vereinzelt sogar kürzt, erfährt man aus anderer Quelle: Man merkt die Absicht und ist verstimmt - nicht immer, aber immer öfter!

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