Forum: Politik
Medienschelte nach Trump: Die dunkle Seite der Macht
AP

Was hat der Wahlsieg Donald Trumps mit katholischen Nonnen und Herrenmagazinen zu tun? Sind Medien wirklich blind, weil sie den Wahlsieg des Republikaners nicht vorausgesehen haben?

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mostly_harmless 28.11.2016, 13:25
80.

Zitat von jan07
Wenn es nach der Parteipräferenz deutscher Journalisten ginge, dann wären einer aktuellen Umfrage zufolge die Grünen stärkste Kraft, gefolgt von der SPD. [...]
Wenn es nach der Präferenz der Eigentümer der Verlage ginge (denn DIE, und nicht die Journalisten bestimmen die Linie einer Zeitung), dann bekäme (geschätzt) die Union 70%, die Sozen 25 und die Grünen 4. Womit der Rest Ihrer Behauptungen im Mülleimer liegt.

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sapereaude! 28.11.2016, 13:25
81. Ihr müsst noch viel lernen, junger Skywalker!

Zitat von
Was die Kritiker sagen wollen, wenn sie die Voreingenommenheit der Medien beklagen, ist, dass sie sich mehr positive Berichterstattung über die rechte Sache wünschen. Hier liegt allerdings ein Missverständnis über die Aufgabe der Presse vor. Ich habe selber mehrfach moniert, dass manche Journalisten glauben, es komme im Journalismus vor allem auf die richtige Haltung an. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, von einer Zeitung zu erwarten, dass sie keine deutliche Meinung zu den Dingen hat, über die sie berichtet.
Sie machen da zwar einen richtigen ersten Schritt, Herr Fleischhauer, gehen aber leider nicht weiter. Natürlich reicht "die richtige Haltung" zu haben nicht aus. Und es hat wahrscheinlich auch fast niemand etwas dagegen, dass die Presse eine deutlich Meinung hat und diese auch äußert. Was den Menschen so schwer aufstößt, ist die Vermischung von Bericht und Kommentar. Das Weglassen bestimmter Dinge, wenn sie nicht zur "richtigen Haltung" passen.

Ich lese sehr gerne Kommentar und Kolumnen - und Ihre besonders gerne. Oft bringen sie mir eine Sicht der Dinge nahe, auf die ich selbst nich gekommen wäre. Aber es macht mich richtig wütend, wenn jemand wie Herr Nelles in einem als Bericht getarnten U-Boot doch nur seine Meinung verbreiten will.

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fabian_mangels 28.11.2016, 13:28
82. Medien in Deutschland

Ja also Zusammengefasst bleibt folgendes:

Fernsehen, völlig am Ziel vorbei. Millionen für schlechte Tatorte, nicht mal Geld für Olympia.
Zeitung, Zitat von 1984 "Ghostbusters" - Printmedien sind tot.
Internet: 99% Clickbait. Es geht nur um Werbeeinnahmen.

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lälleskopp 28.11.2016, 13:29
83. Köstlich

Man kommt aus dem Lachen nicht mehr heraus wenn auf der einen Seite sich der Furor der Foristen über der einseitig und tendenziös berichtenden "etablierten" Presse entlädt, und nicht wenige dieser Foristen dann anmerken, sie würden sich stattdessen "neutral, ausgewogen und objektiv" bei RT, Sputnik oder anderswo "im Netz" (Compact ?) informieren.

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brunolafitte 28.11.2016, 13:29
84.

[ZITAT]
Was die "Mainstream-Medien" abliefern würden, allen voran der SPIEGEL, habe mit Journalismus nichts mehr zu tun.
[/ZITAT]
Und damit hat er recht. Damit meine ich nicht mal das der Spiegel eher Links ist und die Meinung dadurch eher Linkslastig.....es hat mit der völligen Kritiklosigkeit zu tun mit der der Spiegel und SPON berichten. Kein Nachhaken im Interview, keine wirklich kritischen Fragen, das völlige unwidersprochene übernehmen der Meinung von anderen. Das sah auch schon mal anders aus. Da wurde auch über Grün und SPD "schlecht" geschrieben, wenn die Argumente einfach schlecht waren. Da wurde die Bundesregierung selbst dann stark kritisiert wenn das neue Gesetz gut klang, aber im Prinzip eigentlich schlecht war. Warum das nicht mehr kommt? Tja, ich gehe davon aus, das inzwischen einfach zu viele Leute von Dingen schreiben/berichten, von denen Sie eigentlich keine Ahnung haben bzw. einfach nur die (meist neutrale) DPA-Meldung kurz mit SPON-DNA (bzw. was man dafür hält) angereichert wird. Ihr müsst eure Interviewpartner auseinander nehmen wenn Ihr merkt das Sie Blödsinn oder Lobbyspeak von sich geben.......das geschieht leider quasi nie.

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ronomi47 28.11.2016, 13:30
85. Philosophisches Problem?

Ich zähle mich selbst zu den Agnostikern. Da wir gerade alle hier krampfhaft auf der Suche nach Ursachen und Lösungen sind - hier ein weiterer Gedanke:

Vor nicht allzu langer Zeit waren die meisten Menschen unseres Kulturkreises religiös, was auch immer das heissen mag. Wesentlich aber scheint mir der Umstand, dass das Paradies in einem "Jenseits" lag Über den Menschen lag stets eine "höhere Macht". Wie auch immer, beliebig von Zen bis Allah...

Nachdem wir in unserem westlichen Kulturkreis diese "höhere Macht" in den Abstellraum gestellt haben, versucht man nun mit viel Energie das Paradies im Diesseits zu verwirklichen. Die ganze Esoterik bis hin zum Genderismus gehören in diese Neudenke.

Und wenn man zudem weiss, dass die meisten zeitgenössischen Medienschaffenden der links/grünen Ersatzreligion zugeordnet werden - wen wundert da noch deren tiefe Überzeugung an die alleinseligmachende Wahrheit?

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Dengar 28.11.2016, 13:31
86. Soso

Zitat von irobot
Sorry, aber da liegen Sie völlig falsch. Sowohl der Kölner Stadtanzeiger als auch der Express haben direkt an Neujahr darüber berichtet. Und zwar ausführlich.
Ihre Behauptung entspricht nicht den Tatsachen.
Dieses ist das Neujahrsresümee des KStA:
http://www.ksta.de/koeln/bilanz-von-polizei-und-feuerwehr-zur-silvesternacht-sote-23371458
und:
http://www.ksta.de/koeln/sote-danke-an-alle--die-an-silvester-und-neujahr-23394514

und dies die erste ausführliche Erwähnung der Vorfälle:
http://www.ksta.de/koeln/polizei-koeln-spricht-von-80-opfern-sote-23474338

Drei ganze Tage liegen dazwischen.

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allufewi 28.11.2016, 13:33
87. Wie schade

"Ich habe selber mehrfach moniert, dass manche Journalisten glauben, es komme im Journalismus vor allem auf die richtige Haltung an. Aber ich würde nie auf die Idee kommen, von einer Zeitung zu erwarten, dass sie keine deutliche Meinung zu den Dingen hat, über die sie berichtet."

Ich nehme mal das als Zitat, weil ich darin das Problem sehe: Fehlende Neutralität und Objektivität. Wie ich dem Herrn Köppel zustimmen möchte hat der überwiegende Teil der Medienlandschaft - und in der Tat der Spiegel ganz besonders - Trump einseitig bekämpft anstatt differenziert zu berichten.

Ich bin immernoch auf der Suche nach einem seriösen Nachrichtenmagazin, dass nicht entweder zur "henkt Merckell!" oder "Das Abendland geht jetzt unter "-Fraktion zählt.

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plessjan 28.11.2016, 13:33
88. Willkommen zurück

Schön, wenn ein kluger Kopf wie sie sich entscheidet doch auf der richtigen Seite zu stehen und sich dort Schulter an Schulter mit Mitstreitern zu finden, die man gestern noch bekämpft hat. Konservativ ist das neue Links, es bedeutet Widerstand zu leisten gegen den Vormarsch der Intoleranz, der Unkultur des Hasses, der schlichten Dummheit, die sich wieder dreist als "gesundes Volksempfinden" aufspielt. Haltung zeigen gegenüber diesem neuen, geifernden "Zeitgeist", das ist das Gebot der Stunde.

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manque_pierda 28.11.2016, 13:35
89. mit

diesem Beitrag liegt Fleischhauer nicht ganz richtig. Natürlich haben FAZ oder TAZ ihre Lesergruppen und politischen Präferenzen, aber bei Trump waren sich eben alle mehr oder wenig einig, so dass man als Nicht-USA-Kenner nur zu dem Schluss kommen konnte, dass der Paradiesvogel Trump chancenlos gegen die Staatsfrau Clinton sein muss bzw. Trumps Wähler tatsächlich nur aus verbitterten alten und rassistisch homophoben weißen Männern bestünden, die keine Ahnung von der Welt hätten bzw. schlimmer noch, deren Interessen so erzkonservativ rückständig sind, dass sie gefälligst nicht zu beachten sind. Hier liegt der Ansatz für berechtigte Kritik, dass Medien keine Demoskopen sind und auch nicht dies zu sein haben wollen, liegt auf einer anderen Ebene.
Die Parallelen liegen eben auch bei der Darstellung bzw. Bekämpfung der AfD und der holzschnittartig diffamierenden Darstellung von deren Wählern, was das böse Erwachen nach den Wahltagen begünstigt.
Und Ja lieber Jan Fleischhauer zuweilen haben die Journalisten nicht mehr den Kontakt zu allen sozialen Milieus, muss man sicher auch nicht in voller Breite, aber sollte doch über die Lebenswelten des eigenen Erfahrungsraums und der gewünschten Welt hinausgehen. Wichtig wäre dabei auch eine Reflektion des eigenen Habitus ihrer Zunft, denn Journalisten sind keine Erzieher, sondern Berichter über die Wirklichkeit, die man ab und an kommentieren kann.

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