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Medikamenten-Debatte: Apotheker fallen über FDP-Minister Bahr her
dapd

Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.

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maizwilling 24.04.2012, 14:34
210. Wofür kämpfen Apotheker?

Zitat von EmKay
Wenn also Internet-Versand-Apotheken und Auslands-Apotheken so einen starken Einfluss auf den Wettbewerb haben, ja warum kämpfen die deutschen Apotheker denn nicht dafür, dass die Medikamente auch nur das kosten, was sie im Ausland kosten? Ich gebe gerne ein WENIG mehr aus .......
Wenn Sie auch andere Presse lesen, wüssten Sie, dass auch viele Apotheker eine Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Arzneimittel fordern und die Politik der Pharmaindustrie, die ihre Produkte außerhalb Deutschlands zu niedrigeren Preisen als auf dem "Referenzmarkt" Deutschland verkaufen, kritisieren. Aber der Staat ist natürlich nicht bereit, auf seine Einnahmen zu verzichten und Konzernen glaubt man ja gerne, dass so etwas viele Arbeitsplätze kosten würde.
Da ist es schon einfacher, sich den Mittelstand als Verursacher der hohen Kosten herauszusuchen.
Zu Ihrem letzten Absatz: Die Zahl der Apotheken in Deutschland sinkt.

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christophfischer 24.04.2012, 14:34
211.

Zitat von 123gutelaune
Die Idee Medikamente bedürftigen Patienten zukommen zu lassen finde ich sehr gut! Allerdings frage ich mich, wie denn nun genau geprüft werden kann, ob diese Altmedikamente auch in JEDEM FALL richtig gelagert wurden und damit noch ihre Wirkung entfalten. Sieht man einer Tablette von außen denn IMMER an, ob der Wirkstoff noch seine Wirkung entfalten kann? [...]
Nein, das kann man nicht. Um das herauszufinden müsste der Apotheker mindestens eine, am besten 6 Tabletten aus der Packung nehmen und diese in einer mehrstündigen Prozedur überprüfen. Die Kosten dafür dürften in 70% der Fälle über dem Preis einer neuen Packung liegen.

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les.fleur.du.mal 24.04.2012, 14:35
212.

Zitat von kein Ideologe
na ja, viele Wirkstoffe werden auch wieder ausgeschieden, da ist die Entsorgung per Sondermüll (!) wohl weniger problematisch. Ansonsten ein interessanter Vorschlag. Wenn Lauterbach ihn nicht gleich zerpflückt, ist es wohl kein reines Hirngespinst. Kosten für Erfassung, Neuverbisterung und Kontrolle prüfen, wenn billiger als neu - machen. Und, gaaanz wichtig! Wenn nicht billiger, nicht machen! Wird bei populären Vorschlägen oft vergessen.
Erstens weiß ich nicht, was Verbisterung ist, man verzeihe mir mein Unwissen. Wikipedia kennt den Begriff nicht, was uns wohl sagt, das sehr wenig Pharmazeuten an Wikipedia mitarbeiten - eigentlich kein Wunder, die Mitarbeit bringt ja kein Geld ein, ist sozusagen ehrenamtlich -und steht somit, wie es scheint, konträr zum Berufsethos von Pharmazeuten.
Unter Google habe ich dann herausgefunden, das Ihre Verbisterung eigentlich Verblisterung ist - was mir beweist, dass Sie ohne Zweifel Fachmann auf dem Gebiet sind.

Sie fordern die, natürlich kostenintensive, Entpackung der Medikamente sowie eine Neuverpackung derselben. Das dies tatsächlich in vielen Fällen teurer ist, als die Produktion neuer verpackter Medikamente in industriellen Produktionsprozessen, ist selbst einem Verblisterungs-Laien wie mir klar - und genau das ist ja auch von Ihnen mit Ihrem Vorschlag genau so gewollt.
Glauben Sie nicht, dass es jemand, der gesundheitliche Probleme hat, aber kein Geld, sich Medikamente zu kaufen, einen Scheiß darauf gibt, ob die Medikamente neu verblistert sind? Wenn Sie ihm helfen? Schließlich dient besagte Verblisterung der hygienischen Konservierung der einzelnen Tabletten zumindest während der gesamten Zeit der Gültigkeit des Medikaments - und keiner hat vorgeschlagen, offen rumfliegende, bereits der Verblisterung entnommene Tabletten auszugeben.

Fleurs

PS.: Wusste gar nicht, das Pharmazeuten bzw. Ihre Lobbyisten "keine Ideologen" sind - sind sie doch, der Gewinnmaximierung. Desweiteren: Sagen Sie Ihren Auftraggebern, die sollen Ihnen die Fachbegriffe richtig angeben - oder falls Sie selber Pharmakologe oder Pharmazeut sind, sehen Sie, bevor Sie schreiben, noch mal in Ihren alten Fachbüchern aus Uni-Zeiten nach. Und kommen Sie mir nicht mit Flüchtigkeits- und Tipp-Fehlern - wenn man einen relativ unbekannten Fachbegriff benutzt, überprüft man ja wohl Richtigkeit der Schreibweise vor dem Absenden.

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cathys 24.04.2012, 14:47
213. Wahnsinn

Zitat von sysop
Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.
Was für eine wahnsinnige Diskussion!
Am besten es werden sämtliche Gesetze abgeschafft. Was hier gerade
gefordert wird, bewegt sich in einem rechtsfreien Raum.
Bin mal gespannt, wenn der erste arme Patient ein falsches
Medikament erhält, weil nicht ordnungsgemäß abgegeben bzw. mit anderen Medikamenten teilweise befüllt. Hallo, hier geht es um Medikamente und nicht um übrig gebliebene Kaugummis. Der Aufwand
der Kontrolle der neu abzugebenden Medikamente wäre ein
hirnrissiges Unterfangen. DA scheinen einige Leute absolut keine Ahnung von der Materie zu haben, insbesondere Herr Bahr. Was das neue
"Verblistern" von Herrn Lauterbach anbelangt ist der gleiche
Populismus, wie der eines Herrn Bahr. Dadurch werden die
Medikamente teurer wie vorher. Cui bono, wem nützt das Ganze?
Ich glaube es wäre besser, wir hätten nur noch wenige Politiker und
somit mehr Geld für unsere arme Bevölkerung!

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earl grey 24.04.2012, 14:47
214. War das jetzt ironisch gemeint?

Zitat von ena
Jeder ist doch dankbar dafür wenn der Weg vom Arzt zur nächsten Apotheke möglichst kurz ist, gerade für ältere Menschen ist das eine Erleichterung.
War das jetzt ironisch gemeint? Dann würde ich es verstehen...
Wenn es in einer normalen Stadt in diesem Lande irgendwo mind. 3 Arztpraxen im Umkreis von 100m gibt, dann gibt es dafür auch mittendrin eine Apotheke. 300m weiter gibt es wieder 3-5 Arztpraxen - und wieder eine Apotheke...usw.

Ich brauche hier nur rund 500m im Kreis laufen und komme auf mind. 10 Apotheken - das gibt der Markt einfach nicht mehr her. Entweder verdienen die alle nur noch sehr wenig oder ein paar schließen, dann geht es den verbleibenden auch wieder besser.

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fahrgast07 24.04.2012, 14:48
215. Endlich Kritik an Apotheken

Zitat von sysop
Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.
Na endlich traut sich einer an die Apotheken ran. Wenn ich mir die Apotheken-Dichte in Deutschland und deren Luxusausstattung anschaue, weiß ich wo zu sparen ist.

Modell Niederlande: Dort sind nicht-verschreibungspflichtige Medikamente frei erhältlich, auch im Supermarkt. Entsprechend sind sie auch deutlich günstiger. Und wer ein Medikament verschrieben bekommt, erhält exakt die verschriebene Menge Pillen.

Genau das will ich in Deutschland sehen.

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Tyconderoga 24.04.2012, 14:49
216. Genau

Zitat von herr_kowalski
unverbrauchte Medikamente ? Man schaue einfach mal über den Tellerrand. In den Niederlanden verordnet der Arzt 11 Pillen oder auch nur 3. Genau die verkauft der Apotheker. Einzeln wenn es sein muss aus einer Großpackung. Nicht 20, 30 oder die Klinik-Großpackung zu 10 Hier heulen die Apotheken-Absahner obwohl sie genau wissen, dass mindestens 30 % aller von ihnen an den Kunden gebrachten Pillen überflüssig sind oder in den Klo wandern. So werden wie Kosten für Krankenversicherungen nie in den Griff zu bekommen sein.
Genau so wird es in Kanada auch gemacht. Es werden nicht mehr Pillen ausgehaendigt als verschrieben.
Ganz anders in Deutschland. War im Winter wieder mal dort. Musste ein Medikament kaufen und der Arzt verordnete eine Pille taeglich fuer 3 Wochen. Also 21 Stueck. Die kleinste Packung enthielt 100 Stueck!. Was soll ich denn mit dem Rest machen? Das ist die groesste Abzocke die mir in letzter Zeit untergekommen ist.
Wenn man wirklich Kosten sparen wollte, muss man da ansetzen. Ich kann jetzt schon das Gejaule der Pharmaindustrie und der Apotheker hoeren.

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maizwilling 24.04.2012, 14:51
217. Apothekereinkommen

Zitat von sneakers
Der Durchschnittgewinn pro Apotheke lag im Jahre 2010 bei 65.000 EUR (Quelle : Bundesverband deutscher Apothekenkooperationen). Meine persoehnliche Erfahrung mit Apotheken bzgl. Beratung ist negativ (und das nicht nur tendenziell). Die Apotheker sollten sie eher darauf konzentrieren, Ihr Angebot zu verbessern, Ihre Beratungsleistung in den Vordergrund zu ruecken, und vielleicht auch einmal schauen, was sie dazu beitragen koennen, dass das Gesundheitssystem von Kosten entlastet wird und das medizinische Versorgung fuer ALLE erschwinglich bleibt, anstatt staendig zu klagen. Eine gut gefuehrte Apotheke mit den entsprechenden Leistungen wird dann auch weit ueber den erwaehnten 65.000 EUR Gewinn landen.
1.) war das 2010 - inzwischen ist es gesunken.
2.) bedeutete das, dass ein Selbständiger mit einer ca. 50 Stunden-Woche als soviel verdiente, wie ein angestellter Mitarbeiter bei einem Bruttogehalt von ca 4.400 € und mit seinem Privatvermögen für alle Verbindlichkeiten haftet.

Mein Systembetreuer berechnet da doch etwas mehr pro Stunde...

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cathys 24.04.2012, 14:52
218. ??

Zitat von Berliner42
Sind Apotheker wirklich so peinlich? Stehen finanziell besser da als die meisten anderen, aber halten sich trotzdem für arm. Und dann pöbeln sie rum, wenn jemand das immer drückender werdende Kostenproblem in Angriff nimmt. Ja, liebe Apotheker, dann müssen auch Sie vielleicht mal etwas "downgraden" und Ihren Lebensstil wieder dem Durchschnitt anpassen.
Das passiert, wenn man nicht mehr richtig recherchiert!
Was soll das Gehetze? Warum klagen Sie denn nicht die wahren
Veruntreuer dieses Systems an? Nämlich die Krankenkassen und ihre Gesellen namens Politiker? Wir haben mittlerweile den höchsten Beitrag in der Krankenkasse und dennoch kommt immer weniger von
diesen Geldern bei den Patienten an. Warum wohl? Weil der Staat immer mehr Einnahmequellen für seine unsägliche
Politik benötigt. Leute wacht endlich auf und seht die wahren Schuldigen?

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maizwilling 24.04.2012, 14:53
219. Handelsspanne

Zitat von hman2
Der Einzelhandel träumt von solchen Handelsspannen. Dinge für 2,95 verkaufen, die 2,65 gekostet haben, das sind über zehn Prozent. Im Einzelhandel knallen schon bei 2 Prozent die Sektkorken...
Vielleicht sollten Sie einmal den Unterschied zwischen Handelsspanne und Rohgewinn 2 (nach Kosten) lernen??

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