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Medikamenten-Debatte: Apotheker fallen über FDP-Minister Bahr her
dapd

Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.

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Thaeve 24.04.2012, 12:01
50.

Kurz gesagt: Da jaulen genau die richtigen. Jahrelang dank massiver Lobbyhilfe der FDP von "Einschnitten" und "Flexibilisierungen" nicht betroffen worden, sich erfolgreich gegen jeden Wettbewerb verteidigt zu haben, zu den drei großen Absahnern am Gesundheitstopf gehören - und dann wegen einer Änderung, die in der Ferne vielleicht ein Monopol bedrohen können laut aufschreien und viel Wind um nichts machen.
Das ist genau die Interessens- und Klientelpolitik, die a) die FDP auf ihre Werte gebracht hat, b) die Menschen von Politik entfremdet und zu den Piraten treibt, c) die Deutschland nicht braucht.

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victoreidelstedt 24.04.2012, 12:01
51. Gesetze lesen, Herr Minister

Zitat von sysop
Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.
Gesetze lesen, Herr Minister!
Nach der geltenden Pharmagesetzgebung ist all der Unsinn nicht statthaft. Es würde sogar jeder bestraft werden, der die unsinnigen Vorschläge des Ministers umsetzt.
- Nach der Mövenpick-Steuerentlastung kommt nun billigster Populismus.
Sehr peinlich.

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Benjowi 24.04.2012, 12:01
52. Absurdistan lässt grüßen!

Die höchsten Preise der Welt erzielt durch gnadenlose Abzocke, eine absurde Dichte von Apotheken, ein einziges Lobbyunternehmen, das mit Gesundheit kaum noch zu tun hat und zig Tonnen von weggeworfenen und die Umwelt verschmutzenden Medikamenten. So stellt sich die deutsche Versorgungslandschaft mit Medikamenten dar. Und dann bei extremen Einkommen auch noch zetern, wenn das System etwas effizienter gestaltet werden soll.

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peteres 24.04.2012, 12:01
53.

Erst die Internetapotheken, die über die Grenzen hinweg verkaufen und jetzt auch noch so was - die Apotheker sehen ihre lang gehütete Lizenz zum Geld Drucken in Gefahr. Da wird gebissen und gekratzt und keine Schublade ist tief genug - echt armseelig dieses Volk !!

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peter234 24.04.2012, 12:02
54.

Ich finde es immer noch schade, dass sich die Apothekerketten in Deutschland nicht durchsetzen konnten.
Diese Marktbeschränkungen sind genau das was wir im Moment Griechenland vorwerfen, ein Privileg für Einzelne auf Kosten der Allgemeinheit.

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endbenutzer 24.04.2012, 12:03
55. Medikamenten-Debatte

Zitat von loeweneule
Ist das so in den Niederlanden? An sich Vernünftig! Aber wie funktioniert das mit dem Beipackzettel? Muß der Apotheker den dann jedesmal kopieren für den jeweiligen Patienten?
Den Beipackzettel zu kopieren ist wohl der geringste Aufwand. Die Idee mit der Verteilung nicht verbrauchter Medikamente ist gut und richtig. Oder aber, man zwingt die Hersteller, endlich kleinere Verpackungseinheiten anzubieten. So oder so: Es wird beides nicht kommen. Dafür sind die Lobbyisten der Pharma-Industrie viel zu gut aufgestellt.

Und wenn alles nichts hilft: Herr Bahr könnte ja auch einen tragischen Autounfall erleiden..

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Frau_von_heute 24.04.2012, 12:03
56.

Zitat von notty
Ein sehr guter, kostensenkender Ansatz, den ich auch in Asien erlebe. Wenn ich in China, oder Vietnam etc. eine Klinik aufsuche, dann dispensiert die Klinik die benoetigten Medikamente und zwar auch so, wie Sie es beschrieben haben. Das ist kostensenkend und beugt der Medikamentenverschwendung und auch dem Missbrauch vor. Wahrscheinlich im Lobby-Land Deutschland undenkbar.
Dagegen haben wir Apotheker ja auch nichts, solange die korrekte Lagerung gewährleistet ist. Wenn ich ein Medikament abgebe, muß ich garantieren, daß die vom Hersteller bestimmten Lagerbedingungen eingehalten werden, und daß das Medikament auf keine Art und Weise manipuliert worden ist. Das kann ich nur, wenn das Medikament in meiner Apotheke gelagert worden ist, nicht, wenn sie in Griffweite des Patienten auf der Heizung lag, oder wenn die Salbe, weil es dann so schön kühlt, im Kühlschrank aufbewahrt worden ist und sich dabei zersetzt hat.

Herr Bahr hätte ja gerne, daß ein Apotheker die Verantwortung für die Medikamente und deren unbeeinträchtigte Qualität übernimmt, um diesbezüglich die Praxis ohne Grenzen zu entlasten, aber was, wenn die Qualität, die mit apothekenüblichen Mitteln gar nicht ausreichend kontrolliert werden kann, nicht mehr stimmt?

Neiddebatte: Die Apotheker jammerten lange auf hohem Niveau, bis die Wirklichkeit sie eingeholt hat. Ein Drittel der Apotheker verdienen in ihrer eigenen Apotheke weniger, als sie als Angestellter verdienen würden. Jeden Tag schließt im Schnitt eine Apotheke, und nicht nur die in den guten Innenstadtlagen. In den guten Innenstadtlagen schließen Apotheker, denen die Räume gehören, ihre Apotheke und vermieten lieber, weil sie damit mehr verdienen, als mit dem Betrieb einer Apotheke. Im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung hat die Apotheke nurmehr einen Aufschlag, der nicht einmal mehr die Kosten deckt, kann sich aber vom Gesetz her nicht weigern, zu beliefern, schließlich hat sie ja ein Arzneimittelmonopol, das sie sich "nur" mit Internetversendern, Auslandsapotheken teilen muß, und in dem sie einem zunehmenden Preiswettbewerb ausgesetzt ist - also keine Chance der Querfinanzierung der Krankenkassenbelieferung durch den "Aspirinverkauf" mehr.

2011 haben die Apotheker den Krankenkassen mehr als eine Milliarde Euro erspart, dafür 440 Millionen Euro weniger an Honorar bekommen. Die Ärzte bekamen im selben Zeitraum genau eine Milliarde mehr.

Seit 2003 sinkt das Realeinkommen der Apotheker immer weiter. Darf ein Apotheker noch so viel verdienen wie ein Lehrer? Oder eher im Hausmeisterbereich?

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chagall1985 24.04.2012, 12:03
57. Tolle Idee

Aber wer glaubt den ehrlich das in der FDP um gute Ideen geht?
Wer glaubt ehrlich das sich die FDP mit Ihrer Stammklientel anlegt zum wohle der Allgemeinheit?
Klar ist das ein ganz böser Vorschlag!
Das man ein "verkauftes" Medikament bei nichtgebrauch an Bedürftige abgibt das zerstört so ziemlich das komplette Weltbild unserer gesetzlich Subventionierten Gesundheitsmaden aus dem Apothekenbereich.

Da könnte man ja glatt auf die Idee kommen sinnlos verschriebene Medikamente mit einer Geld zurück Garantie auszustatten.
Was da wohl los wäre??

Oder man könnte auf die Idee kommen Beratungsarme Medikamte über online Apotheken zu vertreiben!
Die Welt geht unter!
Ohne Apothekengesetz wären diese ganzen "Scheinselbstständigen" wahrscheinlich in wenigen Monaten zur Hälfte Pleite!!

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humble_opinion 24.04.2012, 12:03
58. Knicke

Zitat von nurmalso2011
Ihnen wünsche ich einen Rechtschreibduden und einen Knicke, vielleicht klappt es dann mit dem nächsten Eintrag.
Knigge hieß der gute Mann. Kleiner Tipp für Ihren nächsten Eintrag. :)

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denkdochmal 24.04.2012, 12:04
59. Es geht um die Pfründe!

Zitat von sysop
Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.
Liebe Apotheker/innen, lange bevor die Leute so arm gemacht wurden, daß sie in einem reichen Land auf "Tafeln" angewiesen sind, gab es statt "Geiz ist geil" schon Apothekenpreise. Nein, für die die etwas jünger sind, es war kein "Bambi" für Apotheken...

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