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Medikamenten-Debatte: Apotheker fallen über FDP-Minister Bahr her
dapd

Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.

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Kommentarschreiber 24.04.2012, 12:10
70.

"Wo sind denn die Discoundhändler, die sich über die Tafeln aufregen, welche "unverbrauchte, aber nicht mehr ganz frische Lebensmittel" einsammeln und zum Selbstkostenpreis (und darunter!) an Bedürftige verteilen? Haben die etwa panisch aufgeschrieen, dass nun der Einzelhandel in Gefahr gerät, weil ja Lebensmittel günstigst / kostenlos verteilt werden? Nein. Im Gegenteil - manche Discounter machen sogar aktiv mit. Immerhin profitieren sie davon auch, wenn weniger Müll entsorgt werden muss."

Der Vergleich hinkt etwas: Ein Discounter kann die der Tafel zur Verfügung gestellten Lebensmittel als Spende steuerlich absetzen und hat dadurch sogar einen finanziellen Nutzen (Steuerersparnis). Schließlich kann er manche Ware (Packung ist runtergefallen oder leicht geöffnet etc.) einfach eh nicht mehr verkaufen. Wie jemand vor mir schon schrieb, wäre es einfacher, einfacher die verschriebene Tablettenmenge individuell für jeden Patienten zu rationieren, also zuviele Tabletten ausgeben zu müssen, nur um sie hinterher wieder einsammeln zu lassen.

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stfns 24.04.2012, 12:10
71.

..und bei Geld hört die innigste Freundschaft auf. Man kann sich nur selbst beobachten und kontrollieren, dass man nicht auch noch zum Tier wird wenn man soetwas liest.

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nikolaus12345 24.04.2012, 12:10
72.

Ja, die sehen nicht, weil die viel zu hoch auf einem Ross sitzen. Es laesst sich nicht leugnen, wir haben sehr arme Buerger in unserem Land. Also warum soll man die unverbrauchten Pillen mit einem aktuellen Gültigkeitsdatum wegwerfen? Es entlastet doch unser Gesundheitssystem. Die Herren Apotheker sehen es aber nicht gerne, wenn der Umsatz sinkt. Statt dessen sollen wir mehr belastet werden. Was für eine plumpe unkluge Erklärung, "die Pillen sind schon fade", und ich dachte, das sind Hochschulabsolwenten.

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nurmalso2011 24.04.2012, 12:10
73. ....

Zitat von chagall1985
Aber wer glaubt den ehrlich das in der FDP um gute Ideen geht? Wer glaubt ehrlich das sich die FDP mit Ihrer Stammklientel anlegt zum wohle der Allgemeinheit? Klar ist das ein ganz böser Vorschlag! Das man ein "verkauftes" Medikament bei nichtgebrauch an Bedürftige abgibt das zerstört so ziemlich das .....
Ihre Rechtschreibung ist schlimm, die Vorschläge finde ich aber sehr gut !

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Schiebetürverriegler 24.04.2012, 12:10
74. Das kann

Zitat von herr_kowalski
unverbrauchte Medikamente ? Man schaue einfach mal über den Tellerrand. In den Niederlanden verordnet der Arzt 11 Pillen oder auch nur 3. Genau die verkauft der Apotheker. Einzeln wenn es sein muss aus einer Großpackung. Nicht 20, 30 oder die Klinik-Großpackung zu 10 Hier heulen die Apotheken-Absahner obwohl sie genau wissen, dass mindestens 30 % aller von ihnen an den Kunden gebrachten Pillen überflüssig sind oder in den Klo wandern. So werden wie Kosten für Krankenversicherungen nie in den Griff zu bekommen sein.
ich nur bestätigen.
Für meinen behinderten Sohn brauchten wir ein bestimmtes Antikrampfmittel das immer in Dosen von etwa 20 Pillen zu erhalten war. Plötzlich gab es nur noch Klinikpackungen mit 100 Einheiten. Da diese Medikamente im Ablaufzeitraum logischerweise nicht verbraucht werden konnten, mußten wir oft zwei Drittel wegschmeißen.

Weiteres Beispiel:
Da mein Sohn seit Geburt mit einer Ernährungssonde ernährt werden muss, haben wir die billigeren Plastikspritzen (verformen sich nach wenigen Sterilisierungen) schon nach wenigen Jahren durch Glasspritzen ersetzt, die viele Jahre halten, ohne sich zu verformen.
10 neue Spritzen konnte ich im Internet zu einem Preis von 12,90 Euro (Verkaufspreis für mich !) pro Stück finden und ich habe diesen Lieferanten an den Apotheker weitergegeben, da diese momentan keinen Lieferanten für diese Spritzen hatte.
Plötzlich erhalte ich von der Krankenkasse einen Anruf, warum wir für 800 Euro Glasspritzen beantragen. Kurz darauf ruft die Apotheke an und entschuldigt sich dafür, dass sich die KK direkt an uns gewandt habe und dies so nicht vorgesehen war.
Leute ! 10 Spritzen für etwa 150 Euro und die Apotheke versuchte mit der KK 800 Euro abzurechnen !

Die Abzocker von der Pharmaindustrie und Apotheker brauchen das Geld nur aufzusammeln.

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smilesuomi 24.04.2012, 12:13
75. Ahhh...

Zitat von sysop
Mutiger Vorstoß, böse Reaktionen: Ausgerechnet mit der eigenen Stammklientel legt sich FDP-Gesundheitsminister Daniel Bahr an. Er will unverbrauchte Medikamente aus Pflegeheimen notfalls an arme Patienten verteilen. Dafür wird er von Apothekern massiv angepöbelt.
mal wieder Zeit fürs Apotheker-Bashing....
DerSpiegel zieht mal wieder über die Apotheker her und der gebildete Leser stimmt mit ein.

1. Die finanzielle Lage der Apotheken ist weit weniger rosig wie hier dargestellt. Über Einsparungen bei Apotheken berichtet der Spiegel nämlich so gut wie nicht.

2. Die Aussagen wie "pöbeln" gegen Bahr usw... sind mir nicht bekannt.
Bahr: Restmedikamente für Bedürftige | APOTHEKE ADHOC
Dass man einen Vorschlag des Ministers kritisieren darf, sollte doch wohl möglich sein.

3. Wir organisieren in unserer Apotheke eigentlich permanent soziale Projekte, und brauchen dafür keine Partei, die bald unter "sonstige" in den Umfragen erscheint, um uns Arbeit aufbürden zu lassen, die keinerlei Sinn macht. Rechtlich für etwas die Verantwortung übernehmen zu dürfen, aber dies gar nicht zu können (hieße ja, dass die Apotheke die ordnungsgemäße Lagerung in Heimen zu gewährleisten hat; wie soll das gehen?).

4. Wie gesagt: in der Praxis werden solche Projekte von vielen Apotheken längst durchgeführt. Dass der Spiegel den Unmut über Bahr an diesem Thema aufzieht, sollte jedem, der bis drei zählen kann, eher mal zu denken geben. Über AMNOG klagen die Apotheker nämlich (aus meiner subjektiven Sicht zu Recht) nämlich deutlich mehr. Warum also jetzt ein so "groß" plazierter Artikel über die bösen Apotheker vor Ort. Ich fürchte mich eher vor den Interessengruppen, die das in den Spiegel schreiben ließen. Was kommt da noch???

Michael

p.s. ich werde mich auf diesen einen Kommentar beschränken. Dass ich auf Kommentare nicht antworte hat nichts mit kleinlaut zu tun, sondern nur mit der Tatsache, dass ich gelernt habe, dass man mit Argumenten hier nicht sehr weit kommt. Ich bitte aber dennoch jeden mal darüber nachzudenken, warum ein solche Minithema für Apotheken zu solch einem Artikel geführt hat. Da steckt mehr dahinter.

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el_jordi 24.04.2012, 12:13
76.

omg, wenn man keine Ahnung einfach mal...
und dann kommt ein schlauberger auf die Idee wie bei discountern tafeln mit diesem vorschlag zu vergleichen
*captainpicardmeme*

unterirdisch,
nahrungsmittel und medikamente, wenn letztere abgelaufen sind, dürfen sie nicht mehr verkauft werden und bis dahin werden sie verkauft, wenn man sie trotzdem abgibt, wer haftet da wohl?
außerdem: haltbarkein voneinigen lebensmittel? ein paar tage...wo ist da die analogie zu medikamenten?
und der vorschlag ist ja nicht die medikamente bei den apotheken abzuholen, nein, sondern bei pflegeheimen, das wäre wie als wenn die discounter zum käufer ihrer waren gehen und da den rest abholen um das dann zu verteilen, tun sie das? nein! d.h. da soll der apotheker ausrücken um die waren abzuholen, gut er ist vermutlich eh regelmäßig da, aber dann muss er prüfen ob die medikamente noch i.O. sind, haltbarkeit, richtigkeit etc...und dann neu verteilen...und wer bezahlt das? und wer haftet? alles unklar, und wer macht das für lau? die tafel bezahlt auch die leute die das zeugs abholen etc...also muss der extra aufwand auch entlohnt werden...

apotheker bedienen sich bei den Krankenkassen? oh man...
Quizfrage: warum sind seit einigen Jahren Rabatte des Großhandels an die Apotheken untersagt? wer hat das veranlasst? außerdem: wer gibt für medkamente nur noch einen fix preis, unabhängig vom wert?
dann mal los!

wenn man wirklich geld einsparen will, fängt man nicht am ende der verwertungskette an, sondern vorne...

außerdem, wenn sie schlechte beratung haben, dann sollten sie evtl mal die apotheke wechseln! (gibt ja schon genug davo) ist doch so wie überall, wenns nicht gefällt geh ich wo anders hin, obs friseur, doktor oder apotheke ist...
und es gibt definitiv fähige und motivierte da draußen, die sich jeden tag den arsch aufreißen um ihr unternehmen am laufen zu halten...und oft auf kredit
zudem beachte den gesellschaftlichen auftrag den sie haben, wer opfert denn gerne seine nacht um da zu sein falls jemand mal nicht schlafen kann? das muss auch entsprechend entlohnt werden...und nachtdienst ist meist nicht rentabel...

und mal ehrlich...wo kaufen sie ihre medikamente? und wo holen sie sich ihre beratung? meistens läuft es so, dass die damen und herren sich schon lokal beraten lassen und rat holen, bestellt wird dann aber bei der online apotheke...das ist alltag und fakt, auch wenn es nicht jeder macht natürlich...
und die apotheken würden auch gern anders, wenn sie denn könnten

denkt mal drüber nach und lasst mich neuigkeiten wissen

lg

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diefreiheitdermeinung 24.04.2012, 12:13
77. Sie haben gestern wohl um 22 Uhr den Beitrag des NDR nicht gesehen

Zitat von victoreidelstedt
Populismus pur! Man sollte sich lieber zu Dingen äußern, von denen man zumindest ansatzweise etwas verstanden hat.
on dem genau der Gegenbeweis angetreten wurde. Naemlich, dass z.B. bei der Beratung der Apotheken in jenem Fall bei Vitaminpraeparaten - um es diplomatisch auszudruecken - suboptimal wenn ueberhaupt beraten wurde. Im Vordergrund stand da eher das teuerste OTC Praeparat an den Mann zu bringen. Und dann wuerde auch noch falsch beraten. Zur Beratung geh ich ins Internet oder auch zum Arzt aber nicht mehr in die Apotheke.

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thm-1 24.04.2012, 12:13
78.

Es wird Zeit dass über eine Abwicklung des volkswirtschaftlichen Wahnsinns der Apotheken nachgedacht wird. Es gibt keinen Grund, warum Medikamente nicht direkt an Patienten geliefert werden könnten. Die Beratung durch Apotheker ist oberflächlich (ohne Untersuchung?), wenn sie denn überhaupt stattfindet. Der Verkauf von Kosmetika und Vitaminpräparate kann auch durch Drogerien erfolgen. Es gibt keinen vernünftigen Grund diesen parasitären Berufsstand weiter zu alimentieren.

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maizwilling 24.04.2012, 12:15
79.

Dass die meisten Kommentare mal wieder auf die "bösen" Apotheker einschlagen wundert nicht und ist ja auch sicherlich im Sinne von SPON.
Vielleicht sollten die Leser auch einmal hinterfragen, was das Interesse von Herrn Bahr ist. Die FDP ist schon lange keine Partei mehr, die Interessen der Apothekerschaft vertritt; ein Robin Hood - Image könnte ja aber helfen, über 5% zu kommen.
Sachlich muss man bei einem solchen Vorschlag aber auch diverse Fragen stellen:
Wer haftet bei einem eventuellen Arzneimittelzwischenfall?
Wem gehören eigentlich die nicht verbrauchten Arzneimittel in einem Pflegeheim?
Was kostet die eventuelle Überprüfung und Umverteilung?

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