Forum: Politik
Mega-Protest in Kairo: Mubarak spürt die Macht der Masse

Die Demonstrationen gegen Husni Mubarak wachsen zur Volksbewegung. In Scharen kommen die Menschen in Kairo zusammen und machen Front gegen den Alleinherrscher. Der klammert sich an die Macht, doch seine Tage im Amt scheinen gezählt.

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Thomas Kossatz 01.02.2011, 20:49
20. Realitätsverlust

Zitat von Alias_aka_InCognito
diese Bilder aus Kairo. Diese revolutionäre Atmosphäre kann aber auch den bürgerlichen Ordnungssinn unserer Altbevölkerung verletzen und deshalb gibt es auch hier verunglimpfungen. Aber auch unsere Politiker sehen es nicht gerne, wenn ein System umgestürzt wird. Das löst bei ihnen Urängste aus. Die deutsche Demokratie vertraut sowieso dem Volk nicht, da sind eine Menge Sicherungen eingebaut, um den Volkswillen zu filtern. Das kann man schon daran sehen, dass ohne Parteiausweis niemand hier gewählt werden kann, geschweige denn ein höheres Amt bekommt. Leider haben wir keinen wie einen Al-Beradei.
Dank dieser Filter haben wir keine Todesstrafe und Gesetzesverschärfungen werden vom Parlament entschieden, nicht von der BLÖD Zeitung.

Die Gleichsetzung einer repräsentativen Demokratie, in der auch Sie sagen können, was sie wollen, mit einem repressiven System, dass das Internet abklemmt, Gegner verhaftet und foltert ist ein Beispiel für den Realitätsverlust, den man hier immer wieder erlebt.

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friedrichii 01.02.2011, 20:56
21. nein

Zitat von IchUndTom
Es kann kein System wie im Iran in Ägypten entstehen. Die Befürchtung ist völlig absurd und zeugt von absoluter Unkenntnis der Region. Das iranische System baut auf dem Imam Mahdi-Mythos auf, der Quasi-Führer des Iranischen Volkes ist, ohne je gesehen worden zu sein. Dieses schiitische Konzept ist den überwiegend sunnitischen Muslimen in Ägypten völlig fremd. Eine nicht autoritäres System gestützt von einer sunnitischen Mehrheit wäre eine völlig neue Marschrichtung im Nahen Osten. Ägypten, viel Glück!

Das hat es mit Sunniten und Schiiten absolut nichts zu tun.

Auch die Taliban sind Sunniten. Halten Sie deren Gottesstaat für ein Vorbild?

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Paddie 01.02.2011, 20:57
22. kurzlebige Demokratie...

Zitat von truka
Glauben sie doch selber nicht.Es wird so kommen wie der von ihnen kritisierte Beitrag lautet. Die Israelis erkennen die Gefahr. Die Religionsfanatiker wetzen schon die Messer um die Macht zu erlangen und sie träumen den Traum einer kurzlebigen Demokratie. Der Ihran nach dem Schah sollte eine Warnung sein.
Ist das ihr Beitrag zum Wunsch der Ägypter nach mehr politischer Freiheit?
Mich erinnert der Vergleich zwischen Ägypten und dem Iran allenfalls an den Aufstand der iranischen Jugend vor einem Jahr.

Zu Zeiten des Schahs brannten in Teheran amerikansiche Flaggen, während ich mich nicht erinnern kann, ähnliches in Kairo gesehen zu haben.

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Uexkuell 01.02.2011, 20:58
23. Hier ist eine eloquente Frau!

Zitat von Saphir
Ägypten ist immer noch ein muslemisches Land. Sie werden dort keine Frauen auf den Demonstrationen finden. Rechnen sie die Frauen runter.
Bilden Sie sich mal weiter.

Hier ist ein Anfang:
http://www.youtube.com/watch?v=iD1w451feiE

Trauen Sie Sich ruhig. Reden Sie mal mit jungen Ägyptern. Es ist sehr lohnenswert. Ich habe sehr viele Frauen gesehen, unverschleierte, wie verschleierte. Christen und Muslime waren noch nie so vereint, wie bei diesen Demonstrationen.

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jerome_kerviel89 01.02.2011, 20:59
24. Ölpreis

Gefährliche Zeiten sind das im moment wir wissen noch nicht wie sich die politische Lage im Nahen Osten entwickeln wird,viele Staaten stehen auf der Kippe und wenn der Ölpreis erst mal deutlich ansteigt wird hier die panik bei uns noch gross werden.

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KarlNapf 01.02.2011, 21:06
25. Wenn

Zitat von Thomas Kossatz
Dank dieser Filter haben wir keine Todesstrafe und Gesetzesverschärfungen werden vom Parlament entschieden, nicht von der BLÖD Zeitung. Die Gleichsetzung einer repräsentativen Demokratie, in der auch Sie sagen können, was sie wollen, mit einem repressiven System, dass das Internet abklemmt, Gegner verhaftet und foltert ist ein Beispiel für den Realitätsverlust, den man hier immer wieder erlebt.
Ägypten hier wäre könnten wir hier auch nicht mehr so nett plaudern oder denken sie da anders?

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ArnoNuem 01.02.2011, 21:11
26. Nicht nur auf El Baradei fixieren

Zitat von Alias_aka_InCognito
diese Bilder aus Kairo. Diese revolutionäre Atmosphäre kann aber auch den bürgerlichen Ordnungssinn unserer Altbevölkerung verletzen und deshalb gibt es auch hier verunglimpfungen. Aber auch unsere Politiker sehen es nicht gerne, wenn ein System umgestürzt wird. Das löst bei ihnen Urängste aus. Die deutsche Demokratie vertraut sowieso dem Volk nicht, da sind eine Menge Sicherungen eingebaut, um den Volkswillen zu filtern. Das kann man schon daran sehen, dass ohne Parteiausweis niemand hier gewählt werden kann, geschweige denn ein höheres Amt bekommt. Leider haben wir keinen wie einen Al-Beradei.
El Baradei halte ich für eine akzeptable Übergangslösung - nicht mehr und nicht weniger. Vor ein paar Tagen war ich ein klein wenig euphorischer. Ich achte den Mann und halte ihn für einigermaßen integer. Und deshalb eben auch einen Mann für den Übergang. In dieser Übergangszeit muss m.E. etwas völlig Neues unter Beteiligung der Jugend auf die Beine gestellt werden. Dafür wünsche ich der ägyptischen Bevölkerung viel Mut und Phantasie.
Es ist nicht gut, seine Hoffnung auf eine einzige Person zu projezieren. Erinnern Sie sich noch an den Hype um Barak Obama? Der wurde ja beinahe als neuer Massias gefeiert. Und nun stellt asich heraus, dass der auch nur mit nassem Wasser kocht. Die Realpolitik ist eben ganz schön grausam.
Auch das südafrikanische Volk müsste die Erfahrung machen, dass Nelson Mandale mehr als nur seine zwei Hände gebunden sind. Er hat das Land einigermaßen versöhnt - Wunder hat auch er nicht vollbringen können. Und inzwischen wird auch der einst hochgachtete und verdienstviolle ANC in Frage gestellt.
Tatsache ist, dass es hinter den Politikern "finstere Mächte" gibt, die alles daransetzen, damit die weltweit vernetzte Ökonomie schalten und walten kann, wie es ihren Profiten Recht ist.
Karl Marx träumte von der weltweiten Befreiung der Arbeiterklasse vom Joch der Ausbeutung. So lange dieser Traum nicht zu Ende geträumt ist, sind alle anderen Lösungen nur Zwichenlösungen. Und die derzeitige Bewegung in Ägypten ist ein kleiner Schritt in die richtige Rchtung. Weltweit sind aber riesengroße Sprünge notwendig.

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KarlNapf 01.02.2011, 21:11
27. Eben

Zitat von jerome_kerviel89
Gefährliche Zeiten sind das im moment wir wissen noch nicht wie sich die politische Lage im Nahen Osten entwickeln wird,viele Staaten stehen auf der Kippe und wenn der Ölpreis erst mal deutlich ansteigt wird hier die panik bei uns noch gross werden.
das ist es ja was die westlichen Politiker fürchten und was sie bis zum bitteren Ende an den Diktatoren festhalten lässt!
Das würde die Grundfeste unserer westlichen Gesellschaften zum wanken bringen und vielleicht sogar ähnliche Verhältnisse wie jetzt in NO möglich machen!

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ratxi 01.02.2011, 21:14
28. Warum läuft es...

Zitat von mijosch
1)Da werden jetzt auch keine Proteste und demokratische Freiheiten Besserung bringen können – auch wenn das einige hoffen. Das Ganze läuft nach noch enttäuschender demokaratischer Übergangszeit zwangsweise auf islamische harte Religionsdiktatur a la Iran und in Kürze wieder Afganistan hinaus, die die Menschen dann auf noch niedrigstem Lebensstandard auffängt
...zwangsläufig darauf hinaus? Reicht Ihre Phantasie oder Landeskenntnis nicht für andere Optionen?

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Michael Giertz 01.02.2011, 21:16
29. Volkszorn

Zitat von jerome_kerviel89
Gefährliche Zeiten sind das im moment wir wissen noch nicht wie sich die politische Lage im Nahen Osten entwickeln wird,viele Staaten stehen auf der Kippe und wenn der Ölpreis erst mal deutlich ansteigt wird hier die panik bei uns noch gross werden.
Und wenn schon?

Sehen wir es doch ein: mit ein bisschen Glück schwappt die Welle der Protestierer einmal kräftig in den arabischen Ländern bis nach Saudi-Arabien - dann würden einige Despoten gestürzt, was solls? Ich finde es ja immer wieder erstaunlich, wie bigott unsere "aufrechten Demokraten und Verfechter der Menschenrechte" auf internationalem Boden handeln; es werden ja regelrechte "Kuscheldiktatoren" gehalten. Und bis vor kurzem war Mubarak mitnichten ein "Despot" für die europäischen Staaten, sondern ein Aliierter und auch Freund der Israelis ... tja.

Einmal hin & her, dazu eine kräftige Teuerung des Ölpreises und hier kocht auch endlich mal der Volkszorn hoch. Ich hätte wenigstens mal ein paar Tage "Generalstreik" nur um unsere Regierung dran zu erinnern, wem sie verpflichtet ist - und wem nicht.

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