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Meinungsfreiheit: Was genau darf man nicht sagen?
DPA

Ex-Handballer Stefan Kretzschmar redet missverständlich - und wird übers Wochenende zum Testimonial der Rechten. Was meinen die eigentlich wirklich, wenn sie sagen, es gäbe in Deutschland keine Meinungsfreiheit?

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der_durden 14.01.2019, 18:23
140.

Zitat von thorstenu2000
Dem hervorragenden Kommentar Nr. 49 (Meinungsfreiheit wird angegriffen) ist kaum was hinzuzufügen. Gerade von linksgrüner Seite glaubt man, alle, die eine abweichende Meinung haben, mit noch so unverhältnismäßigen Mitteln ausgrenzen, diffamieren, zum Schweigen bringen zu können und erklärt, dass Kritiker dieses Vorgehens einfach Meinungsfreiheit "nicht verstanden" hätten. Das Gegenteil ist der Fall: Meinungsfreiheit bedeutet, dass man seine Meinung sagen darf, ohne unverhältnismäßige (!!!) Folgen dafür tragen zu müssen. Die Ansicht "Du darfst deine Meinung doch sagen, musst halt nur damit rechnen, anschließend fertigt gemacht zu werden" zeigt, dass dieser Grundsatz nicht verstanden wird. Die letztere letztere falsche Ansicht auf die Spitze getrieben, gibt es auch in Nordkorea Meinungsfreiheit - denn öffentlich "KIm Jong Un ist doof" rufen kann ich ja schließlich; dass ich hinterher angeblich irgendwelchen Löwen zum Fraß vorgeworfen werde, tja, damit muss man halt rechnen, sonst habe man Meinungsfreiheit halt nicht verstanden. Nein, liebe Linksgrüne, IHR habt Meinungsfreiheit nicht verstanden.
Ist schon interessant. Meine Erfahrung ist, dass die Rechte jede Kommentarspalte von unliebsamen, anderen Meinungen freihält. Das ist auch keine subjektive Wahrnehmung, sondern Fakt.

Sie können ja mal auf Facebook schauen: Eher linksliberale Gruppen, lassen jeden rechten Erguss in ihren Kommentaren zu. Hingegen auf nahezu allen rechten Seiten, wird man sofort geblockt und gelöscht. Egal, wie sachlich und differenziert man argumentiert.

Dieses Geschwätz, man dürfe hier keine Meinung sagen, ist ein rechter Opfermythos. Der wird an einer Tour erzählt und das während man ständig seine Meinung sagt. Die Rechte verwechselt nur etwas. Sie denkt, Meinungsfreiheit sei, dass jeder etwas unwidersprochen sagen darf.

Und dass nur von Linken unsachliche Repliken ausgehen kann wohl nicht von Ihnen gemeint sein. Der Hass, der einem entgegenschlägt, je nachdem was man sagt, kommt aus jeder politischen Ecke. Das sind für mich nichts als Idioten. Nur hören Sie doch auf, vollkommen an jeder Realität vorbei, das alles nur den progressiven Menschen anzuheften. Das ist absurd. Schauen Sie sich doch einfach mal um. OK, dazu muss man sich aus seiner Blase herauswagen und bereit sein, seinen Horizont etwas zu verschieben.

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Watschn 14.01.2019, 18:23
141. Nein, bin völlig gegen Ihre Meinung...

Zitat von Zaphod
Gehört es nicht auch zur Meinungsfreiheit, aus den Aussagen von jemanden den Schlussfolgerung zu ziehen, er sei ein Nazi oder eben einer Person, die sehr rechte, rechtsradikale oder rechtspopulistische Meinungen äußert? Durch die Bewertung einer Person als "Nazi" wird doch nicht deren Meinungsfreiheit eingeschränkt. Sie kann jederzeit weiterhin ihre Ansichten zu Flüchtlingen, zum Islam oder zum Euro vertreten und veröffentlichen. Aber es ist erfreulicherweise noch erlaubt, seine Meinung über diese Person ebenfalls zu vertreten ode zu veröffentlichen. Die Möglichkeit, bestimmte Personen als Nazi bezeichnen zu dürfen, ist doch der besten Beweis, dass Meinungsfreiheit existiert. Und diejenigen, die nun beleidigt sind, dass sie Nazi genannt werden, dürfen mal erläutert, ob man sie noch Nazi nennen dürfte, wenn sie an der Macht wären!
Mein Vorpost war nur eine ironische Replik, mit dem sonst überwiegend sachunangemessenen 4-Buchstabenwort aus den bekannten 12 Jahren verheerendster deutscher Geschichte.

Und mit diesem tiefabgründigen Unwort hat man sehr spärlich umzugehen, u. der leider stattfindenden, unappetitlichen inflationären Anwendung in Deutschland -von links bis rechts- sehr bewusst durch eben spärlicher u. angemessenem Einsatz entgegenzuhalten, und so mehr polit. Hygiene zu etablieren.

Man entwertet damit allgemein Zuviel auf zu gedankenloser Weise.
'Nazi' sollte immer einen Zusammenhang mit der damaligen Historie u. deren schweren Verbrechen (KZ, Holocaust, Vergasungen, Erschiessungen, Progrome, Reichskristallnacht, Gestapo usw.) bilden.
Aber nicht als Beschimpfung o. Herabwürdigung. So etwa könnte man sich dies merken o. einbrennen.

Schwammige u. falsche Begriffe wie: rechte 'Nazis', AfD-'Nazis', 'Nazi'-Sarrazin, 'Nazis' im Parlament, 'Nazi'-Schlampe (Weidel) usw. sollte man tunlichst unterlassen; nicht zuletzt auch im ÖR.

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t-alex 14.01.2019, 18:23
142. Es gibt in Deutschland keine Meinungsfreiheit mehr!

es ist schon sehr niedlich, wenn gerade dies von der gesammelten Journaille angezweifelt wird. Nur ein Beispiel:
Welches Blatt in Deutschland hat nach Charly Hebdo die Courage besessen, die Karikaturen zu bringen, die seinerzeit zur bestialischen Ermodung der französichen Journalisten-Kollegen (und anderer) geführt hat ?
Der Spiegel nicht, SZ nicht, FAZ nicht, ZEIT nicht....
Ich kann sehr gut verstehen, daß hier das große Muffensausen in den Redaktionen umging - wäre bei mir wohl nicht anders gewesen.
Aber was soll dann das Gefasel von der Meinungsfreiheit??
Die ist - mangels Mut der Zivilgesellschaft - eines unwürdigen Todes gestorben.
Das ist die Tatsache über ein Land, in dem wir längst nicht mehr gut und auch nicht mehr so gerne leben.

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Elrond 14.01.2019, 18:23
143. Es gibt sie, die Meinungsfreiheit in Deutschland

sie zu pflegen und hochzuhalten ist aus meiner Sicht aber die Schwäche aller Foren. 1) Man sieht die sich äußernde Person nicht, keine Mimik, kein ironisches Minenspiel, kein Lachen, keine Ernsthaftigkeit, 2) Foren bilden "vermeintlich" immer nur Extrempositionen ab, selten die Entwicklung von Kompromissen und ein Aufeinanderzugehen in der Diskussion. Wo hat man es schon einmal erlebt, dass sich jemand von der Meinung eines anderen überzeugen läßt und dies auch schreibt, selten. In Foren kann man kaum differenziert diskutieren, weil jede Aussage als extrem gewertet wird. Ich als jemand, der sich kaum politisch einer Partei zugehörig fühlt und deshalb sehr diffenziert auf Parteien schaut, käme damit in den Foren überhaupt nicht durch, weil politisch gesehen jemand sofort in eine "Ecke gestellt" werden muss, damit er für den anderen Foristen positioniert und einschätzbar ist. Mit einem Wechselwähler oder mit jemand, der sich immer nur das Beste aus den verschiedenen Parteiprogrammen heraussucht, kann der Forist nichts anfangen, weil die Verortung fehlt. Deshalb ist es so schwierig zu sagen, dass man für eine konsequente Abschiebung von Schwerstkriminellen ist, jedoch gleichzeitg für eine offene Gesellschaftskultur, für Zuwanderung und für Vielfältigkeit eintritt. Die wenigsten wollen das so differenziert diskutieren, weil es ihnen immer um das Absetzen einer Extremposition geht. So liebt es die AfD. So, und da fängt die große Aufgabe an, Diffenzierungen auszuhalten und DIffenzierungen zu erkennen. Wie gesagt, in Foren ist das sehr schwer, weil man sein Gegenüber nicht sieht und nicht wirklich weiß, wie er / sie es gemeint haben könnte. Was bleibt, ist das Vorurteil. Wer für die kosequente Abschiebung ist, muss AfDler sein, wer für eine offene Gesellschaft ist, muss links sein. Diese extremen Sichtweisen müssen sich wieder ändern, dann kann man auch wieder differenziert miteinander diskutieren.

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Bondurant 14.01.2019, 18:24
144. So ist es vielleicht

Zitat von phg2
von der Meinungsfreiheit ist es z.B. durchaus gedeckt zu sagen "Meiner Meinung nach sind zu viele Ausländer in diesem Land" aber eben nicht "Alle Ausländer sind kriminell, faul etc."
aber Sie müssen zunehmen damit rechnen, dass jemandem, der das eine sagt unterstellt wird, er habe eigentlich das andere gemeint. Das führt dann zum Ausschluss aus dem Kreis der Wohlgesinnten.

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vera gehlkiel 14.01.2019, 18:26
145. @testuser2

Zitat von testuser2
Stefan Kretzschmar spricht das aus, was viele Menschen in Deutschland denken - auch jede Menge Nicht-AfD-Wähler. Einn beachtliches Maß an Ausgrenzung, Diskriminierung und Unterdrückung geht von den Leuten aus, die die sogenannte bunte Gesellschaft proklamieren. Auch Nicht-AfD-Wähler sehen, dass es zu Arbeitsplatzverlusten, zu Rausschmissen aus Kinos und Restaurants, zu körperlichen Angriffen auf AfD-Politiker kommt und unter Beifall denen eine Opferinszenierung unterstellt wird. Die "Bunten" sind längst selbst Täter geworden - und Stefan Kretzschmar hat Recht mit seiner Beobachtung znd Aussage, Spon hat Unrecht.
Kretschmar hat sich von ihrer Deutung ganz dezidiert distanziert, es wäre ganz nützlich für den Diskurs, wenn sie sein Statement dazu einfach nur mal anerkennen. Kapieren sie nicht, dass sie jemand zum Zeugen aufrufen, der immer wieder erklärt hat, dass er ihre Haltung ablehnt, und zwar komplett und vorbehaltlos? Gerade gab es Streit bei uns im Haus, wegen nicht gemachter Hausaufgaben. Eine kleine Siebenjährige bestand darauf, sie habe nichts auf, obzwar man ihr das Hausaufgabenheft zeigte, mit dem entsprechenden Eintrag. Ihre Beharrlichkeit war anrührend und grossartig tapfer, wir Erwachsenen mussten richtig schmunzeln und es fiel uns äusserst schwer, einen gebotenen Ernst an den Tag zu legen. Bei Kindern sehr charmant, aber wie vieles, was bei Kindern toll ist, bei Erwachsenen dann nur noch peinlich und überflüssig. Warum müssen Diskurse denn stets so melodramatisch vor die Wand gefahren werden?! Welche Panik erzeugt das bei Ihnen, wenn sie ernst genommen werden könnten? Es ist leicht, ich versuche sie mal mit einem Bild zu überzeugen, das ich mal irgendwo bei so einem ollen Engländer so ähnlich gelesen habe: wenn man sein Fenster aufstösst, weil das Zimmer überhitzt ist, die Gedanken schwermütig sind und sich verwirren, ist die kalte Luft zuerst furchterregend kühl. Nach dem Frösteln aber erfrischt und belebt sich der Geist, kommt der Antrieb zurück, man fühlt sich frei und stark, und geht mit neuem Mut an die Arbeit. Also: reissen sie mal alle Luken auf, ziehen sich ihr Wolljäckchen über, und atmen tief durch, ohne sogleich zurückzuschrecken. Es lohnt sich wirklich!

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Sharoun 14.01.2019, 18:26
146.

Zitat von mostly_harmless
Ihr Beitrag dokumentiert das typische Verständnis von Meinungsfreiheit des rechten Randes. Der rechte Rand darf (wenn es nach dem rechten Rand geht) jeden noch so extremistischen Mumpitz frei heraus sagen, aber die Demokraten dürfen sich dazu nicht nur nicht äussern, sie müssen nach deren "Outing" weiter in Extremisten investieren, mit ihnen zusammenarbeiten, sie anstellen, etc. pp. Und wenn sie das nicht wollen, dann ist das "Diktatur". So belegt man vor allem eines (und das gilt für Kretsche UND für Sie): Das viele 30 Jahre nach der Einheit immer noch nicht mal ansatzweise kapiert haben, was Demokratie und Meinungsfreiheit ist.
Für mich ein klassisches 'U-Boot' - eine vermeintlich konträre Wortmeldung, die aufgrund des zur Schau gestellten Schubladendenkens allerdings mehr diskreditiert und spaltet als konstruktiv zur Diskussion beizutragen.
Interessant, wie die Rechten hier so 'arbeiten'...

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femdoc 14.01.2019, 18:27
147. ist das nicht offensichtlich?

ist den Medienleuten nicht klar, dass wir eine ziemlich üble Unterdrückung der Meinungsfreiheit seit 2015 haben?
alles, was im Zusammenhang mit Merkels Entscheidung von 2015 steht, durfte und darf nicht kritisiert werden und das ist zum großen Teil immer noch so.
wer gegen die unkontrollierte Grenzöffnung ist, steht für nicht-humanitäre, rechtspopulistische und damit nazi-nahe Haltung.
wer gegen die Abschiebeung und Alimentierung von Migranten ist, die eigentlich kein Asylrecht haben und daher nach Hause sollten, ist per se schon einmal ein Nazi. etc. etc. ich könnte noch viele andere Beispiele nennen.
diese Unterdrückung der Meinungsfreiheit ist nicht nur höchst undemokratisch, sondern verhindert auch sinnvolle Sachdiskussionen und Lösungen, da andere Meinungen stets moralisch-denunziatorisch abgeschmettert werden.
die Medien spielen dabei eine wesentliche Rolle in diesem Vorgang und haben sich dadurch verdächtig gemacht, nicht objektiv zu berichten und Merkel und co nach dem Mund zu reden.
es hilft gar nichts, wenn die AfD dämonisiert wird, diese Partei ist Ausdruck des Versagens der Merkel-Politik und der medialen Unterdrückung der Meinung und Stimmungen in der Bevölkerung.
wer das nicht einsieht, wird einen weiteren Zerfall der etablierten Parteien fördern und in dem Fall ist das auch gut so.

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k.irslinger 14.01.2019, 18:27
148. Es gibt schon...

... ein Demokratiedefizit in Deutschland. Jeder, der nicht in diesem
bunten uneingeschränkten Multikulti Lebensmodell leben möchte ,
und mehr kontrollierte Einwanderung möchte, wird mittler weise als Nazi abgestempelt. Und wer nicht grün wählt, ist sowieso ein Nazi, wie kürzlich eine ZDF Korrespondentin verlauten ließ.

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willibaldus 14.01.2019, 18:27
149.

Interessanter Artikel. Recht provokativ. Können wir darauf hoffen, zu erfahren, was man in Deutschland nicht sagen darf?

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