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Meinungsfreiheit: Was genau darf man nicht sagen?
DPA

Ex-Handballer Stefan Kretzschmar redet missverständlich - und wird übers Wochenende zum Testimonial der Rechten. Was meinen die eigentlich wirklich, wenn sie sagen, es gäbe in Deutschland keine Meinungsfreiheit?

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fpa 15.01.2019, 04:18
350. nun ...

Zitat von seinedurchlaucht
Ganz einfach, Herr Kuzmany: Möchte man eine andere Flüchtlingspolitik als CDU/SPD/Grüne/Linke, eine andere oder gar keine EU, bekommt den Stempel: Nazi. Das ist dann Meinunsfreiheit in Deutschland. Es ist das Totschlagargument, wenn man sonst keine Argumente hat. Trotzdem möchte ich eine andere Flüchtlingspolitk, keinen Euro mehr und keine EU.
ich möchte aber:

- die EU, denn der europäische Zusammenschluss hat zu 74 Jahren Frieden in unserem Land geführt. Und ich bin Pazifist. Wie war es in den 200 Jahren davor? Allein für Deutschland/Österreich: 1939-1945 (2.Weltkrieg); 1914-1918 (1.Weltkrieg); 1870-1871(deutsch-Französischer Krieg); 1866 (Deutscher Krieg); 1864 (Deutsch-Dänischer Krieg); 1860-1870 (Italienische Unabhängigkeitskriege); 1848-1851 (Preußisch-Dänischer Krieg); 1848/1849 (Ungarische Revolution, Badische Revolution, Sardinisch-Österreichischer Krieg); 1792-1815 (Napoleonische Kriege). Und auch in den 2000 Jahren davore war es keineswegs besser.

- den Euro, denn er macht Handel und Reisen um so vieles einfacher

- und ich möchte in einem Land leben, in dem es auf Grund seines Reichtums leicht fällt, Hilfsbedürftigen zu helfen. Insbesondere auch jenen, die vor Krieg, Verfolguing (z.B. wegen Kriegesdiensverweigerung) oder auch vor dem Hungertode zu uns fliehen.

Und nun? Jetzt kommen Sie: "Gutmenschen", "Phantasten", usw. Und so einige Ihrer Mitstreiter "Volksverräter", ja mitunter sogar mit echtem Nazisprech. Und was soll ich jetzt Ihrer Meinung nach tun? Mich etwa in eine Opfer- und Schmoll-Ecke verziehen und über Ihr Totschlagsargument jammern: "Äh wie ungerecht, ich bin doch auf Grund meiner Meinung kein Volksverräter"? Wobei ... wenn ich unsere Geschichte anschaue ... da bekommt man bei dem Wort "Totschlag" in der eigentlich nötigen argumentativen Auseinandersetzung noch ganz andere Assoziationen. ich hoffe Sie verstehen das.

Also: Wenn Sie sich glaubwürdig von Nazis distanzieren, wird man Sie nicht Nazi nennen - trotzt Ihrer politiachen Forderungen, die auch ganz oben auf der Agenda von Nazis stehen. Wenn Sie diese Distanzierung von sich aus aber unterbleiben lassen, dann wundern Sie sich bitte nicht, wenn sie mit denen in einen Topf geworfen werden.

Gewissensfrage: Wenn einen Anwältin heute Drohschreiben erhält, die mit "NSU 2.0" unterschrieben sind, was ist das für Sie?

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Roximoxi 15.01.2019, 04:39
351. Linke Schwätzer

...raus. Meinungsfreiheit im öffentlichen Dienst zB. ??? Man kann nicht rausgeworfen werden wenn man was politisch unkorrektes sagt. Rein rechtlich. Aber man kann geschnitten werden, dikriminiert, gebrandmarkt, nicht mehr befördert etc. Unter dem Motto: Kauft nicht bei Rechten, was auch immer das sein mag.

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trpaul65 15.01.2019, 05:24
352. Ja ich bin toll ....

Zitat von herr_ausragend
Sowas habe ich hier noch nie erlebt. Ich bin ernsthaft beeindruckt. Aber ich bin auch noch keine 50, habe viele Kollegen oder Menschen meines Beruflichen Umfeldes, die hier mitlesen und darum ehrlich gesagt zu feige meiben Namen zu nennen. Nicht weil ich meine Meinung nicht sagen darf. Sondern weil sie nicht unproblematisch und unkompliziert in den durch die etablierten Medien bestimmten Rahmen passen. So siehts aus.
.... jemand hat mal gesagt:
Freiheit ist, wenn man nichts mehr zu verlieren hat.
Ich hab das sehr lange nicht verstanden.
Mittlerweile schon, ich hab sozusagen nichts mehr zu verlieren, außer mein Leben, wär jetzt nicht so tragisch, also für die Welt schon, aber für mich nicht .... grins, oder meine Gesundheit, was viel schlimmer wäre.
Alles andere ist bis auf weiteres durch das System, das ich nicht gut finde und, in gewisser Weise, bekämpfe, finanziert. Mehr oder weniger freiwillig.
Das ist schon verdammt viel Freiheit.
Man muss sie halt nutzen.
Das ich dafür nicht verlangen kann das mich jeder liebt und mir Lachs zum 2ten Frühstück serviert wird ist klar und ich bin eigentlich sehr zufrieden damit wie unser sogenanntes demokratisches sozialmarktwirtschaftliches System das geregelt hat. Aber das heißt halt nicht das das wirklich gut ist und vor allem heißt es nicht das es gut bleiben muss. Ich sehe da schon seit ich 14 bin sehr große Probleme, das muss besser lösbar sein, aber das besser lösbar das ich mir da vorstellen kann kollidiert mit mindestens einem der Grundsätze des Kapitalismus.
Naja, dieser, also der böse Kapitalismus, ist aber sowas wie ein Eckpfeiler unser Gesellschaft.
Und die Gesellschaft findet das logischerweise nicht nett von mir und das hat Konsequenzen. Für mein Leben sogar ziemlich krasse (also nix was wirklich essentiell ist)
Wenn man eine Gesellschaft ändern will, sollte das schon was kosten, weil das ist ein ziemlich hoher Anspruch und sehr vermessen eigentlich. Da sollte man sich schon sehr, sehr sicher sein.
Und es sollte Mut dazu gehören es zu versuchen, sonst regieren die ohne Rückrat auf Dauer die Welt ... bis sie für uns alle zu kaputt ist.
Wär auch nicht so schlimm, sie wird sich erholen, aber schade wär es schon.

Naja, wollte keine Moralpredigt halten.
Es könnte besser sein, als es bei uns aktuell ist, aber .... es ist das Beste was es bisher gab denke ich in unseren Breitengraden, insofern haben wir nicht alles falsch gemacht.
Und nicht drüber reden ist auch keine Lösung.
Aber es ist halt immer leichter raus zu finden was nicht funktioniert, wie raus zu finden was funktioniert. Vor allem auf lange Sicht ....

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Kommentator123456 15.01.2019, 05:46
353. Meinungsfreiheit hat eine entscheidende Rolle in der Demokratie

In einer Demokratie ist Meinungsfreiheit wesentlich, damit die besten politischen Entscheidungen durch Diskurs und Austausch von Argumenten entwickelt werden können. Dazu ist es ganz entscheidend, dass unterschiedliche Meinungen nicht nur geäussert, sondern auch mit Respekt betrachtet werden und ausschliesslich argumentativ angegriffen werden. Dies ist in vielen Fällen aber nicht der Fall. Da werden nur pauschal Meinungen als unmoralisch und schlicht nicht diskutierbar tabuisiert.
Siehe Reaktionen auch auf Herrn Palmers Äusserung, dass man auch mit der AfD reden müsse.
Auch der Autor, Herr Kuzmany, scheint das in Ordnung zu finden.
Dies ist aber KEINE demokratische Haltung.
Ich spreche hier nicht über Gesetze, sondern über das tatsächliche Verhalten vieler Sprecher, egal auf welcher Seite des politischen Spektrums. Bullying auf dem Schulhof finden wir schlimm, aber wenn es zu politischen Meinungen kommt, finden es viele Leute heutzutage völlig in Ordnung, sich als Erwachsene genau so zu benehmen. Das ist es aber nicht!! Es ist die Vorstufe zum Totalitarismus.
In meinem Erfahrungsbereich war das vor 30 Jahren noch völlig anders. Da wurden gegensätzliche Meinungen mit Respekt betrachtet.

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fördeanwohner 15.01.2019, 05:54
354. -

Zitat von yadi
Kretzschmar hat doch sowas von ins Schwarze getroffen. Und genau diese Kolumne hier ist das beste Beispiel dafür. Alles Nazis, wer nicht unserer Meinung ist? Ziemlich schlicht, diese "Haltung". Außer weiterer Spaltung kommt dabei leider nichts heraus. Wer auf Konfrontation aus ist, wird diese sicher auch bekommen...
Ganz lustig ist dabei, dass es ja die "Nazis" waren, die ihn als solchen für sich beanspruchen.
Stefan Kretschmar hat etwas gesagt, das nur verkürzt und somit vermeintlich allgemein gültig wirkend von rechten Medien wiedergegeben wurde.
Hier waren es ja nicht die "pöhsen Mainstream-Medien", die Kretsche unterstellt haben, plötzlich rechts zu sein, sondern Rechte, die ... Ach egal. Jedenfalls geht es doch wohl darum, dass man für viel Geld wohl immer eine gewisse Zensur ertragen muss.
Und wenn wir schon dabei sind, hier ein weiterer Bereich: Wer z.B. für die katholische Kirche arbeitet, kann diese zwar offen kritisieren, aber sollte eben nicht laut propagieren, dass er/sie so gar nicht an einen Gott glaubt und den ganzen Glauben als "Teufelszeug" ansieht.

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hippie.jonny 15.01.2019, 07:05
355. Naja...

Zitat von Jan74
Natürlich gibt es in Deutschland eine Meinungsfreiheit. Allerdings sollte der Autor bedenken, dass z.B. Herr Sarrazin weil er eine ganz einfach Wahrheit aussprach, nämlich, dass es mit der Integration von Muslimen in Deutschland Probleme gibt, zur Unperson erklärt wurde. Er verlor seinen Job und steht bis heute unter Polizeischutz. Das Gleiche gilt für eine ganze Reihe von anderen Islamkritikern. Hamed z.B. muss von 13 Polzisten geschützt werden, andere moderate Muslime werden ebenfalls geschützt. Natürlich kann man seine Meinung sagen, wenn man bestimmte Einschränkungen in Kauf nimmt. Der dänische Karikaturist, der damals den Karikaturenstreit auslöste steht bis heute unter Polizeischutz. Herr Özdemir ebenfalls. Wer will das aber? Diejenigen, die das nicht wollen (die Mehrheit), die setzen dann Theaterstücke wie das von Lessing ab oder benennen Weihnachten um oder nehmen Produkte aus dem Sortiment, weil z.B. eine Playmobilburg wie eine Moschee aussieht. Wer hat die Kraft und den Mut diese Kämpfe ständig auszufechten?
Sarrazin hat ne Hetzschrift veröffentlicht, in der er ganz einseitig bestimmte Studien zitiert und interpretiert, der Grad zum Rasistums war halt überschritten.

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hippie.jonny 15.01.2019, 07:08
356. Neee...

Zitat von track42
...das man seit 2015 ganz schnell als Nazi oder "Rechter" gebrandmarkt wird, wenn man z.B. die mehrheitlich begrüßende Meinung der Asyl-/Flüchtlingspolitik kritisiert oder gar in Frage stellt. Das lässt sich auch in andere Themenbereiche übertragen und hier ist die Meinungsfreiheit sehr wohl beschränkt - durch gesellschaftliche Ächtung bis hin zum z.B. Anschwärzen beim Arbeitgeber. "Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben" (Noam Chomsky). Und genau da sind wir (wieder).
....das offensichtliche Problem ist, dass Flüchtlinge häufig als Kriminelle hingestellt werden, obwohl Statistiken lediglich soztiodemographische Korrelationen zulassen. das versteht leider nicht jeder und will schnell zum rassistischen Hetzer...

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hippie.jonny 15.01.2019, 07:15
357. Ja...

Zitat von Rage-Guy
Ich glaube, dass die Menschen verschiedener Kulturen sehr unterschiedliche Auffassungen, Interessen und Begabungen haben. Nicht alle Eigenschaften sind miteinander vereinbar oder kompatibel. Und deshalb mag man im Mittel Menschen, die so ähnlich aussehen, denken und handeln wie man selbst. Eine Form von "Sippschaft", angeboren. Ich halte das auch für legitim und schützenswert. Es gibt Dinge, die tief in uns verankert sind. Ablehnung von Fremdheit gehört dazu. Eine ungesteuerte Vermengung verschiedener Kulturen birgt Konfliktpotenzial und sollte daher nur in einem geringen Maße erfolgen. Eine Vermischung mit Kulturen, die z.B. eine besonders geringe Ausprägung für Friedfertigkeit, Gleichheit der Geschlechter etc. zeigen, sollte sogar aktiv unterbunden werden. Die ungesteuerte Zuwanderung aus arabischen bzw. muslimischen Staaten halte ich für die größte mittel- bis langfristige Gefahr bzgl. Krieg und Freiheit. Das Verhalten von Frau Merkel habe ich als Angriff auf mich und mein Land, in dem ich geboren wurde empfunden. Das ist meine Meinung, die ich selbst als fundiert empfinde und kein Verbrechen ist. Dennoch würde ich diese niemals unter meinem Klarnamen sagen, da ich Sorge vor körperlichen Übergriffen habe.
Glauben ist eben das neue Wissen...

"Ablehnung von Fremdheit", tja, ich bin froh, dass ich sie nicht kenne, sie sind sehr befremdlich.
Gleichheit der Geschlechter, oder sind die Geschlechter sich auch fremd?
Inwieweit ist Ihre Meinunng denn fundiert? Bitte, zitieren Sie jetzt nicht Sarrazin (der ist auch fremd).

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stefan7777 15.01.2019, 07:18
358. Was bedeutet Meinungsfreiheit?

Ich habe manchmal den Eindruck, die Rechten wollen alles brüllen dürfen, ohne für ihre Worte zur Rede gestellt zu werden! Da Worte aber eine Wirkung haben, wird ihr Klang nicht ohne Reaktion verhallen. Also ihr Rechts außen, wenn Ihr wieder brüllt, seid Euch gewahr, wir hören was Ihr brüllt und werden widersprechen - natürlich! Und bitte, zwengt Euch nicht künstlich in die Opferrolle, nur weil Eure Argumente einfach sehr oft nicht bis zu Ende gedacht und schnell widerlegt sind. Oder in diesem Fall, das Interview von Euch nicht zu Ende gelesen wurde.

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realist1964 15.01.2019, 07:24
359. Widerspruch ja

Zitat von Pless1
Es gilt in Deutschland die Meinungsfreiheit und darüber hinaus auch noch das Recht, diese Meinung öffentlich zu äußern. Was es aber nicht gibt: Das Recht auf widerspruchslose (!!!)Meinungsäußerung. Das gab es auch nie und das ist tauch gut so, denn der Widerspruch ist ja ebenfalls ein Ausdruck freier Meinungsäußerung. Dank der neuen Medien hat jeder die Möglichkeit, seine Meinung viel weiter zu verbieten als das früher der Fall war. Es ist eben viel effektiver, etwas bei Twitter oder Facebook zu posten als an der Theke der Stammkneipe oder in einem Leserbrief des Lokalblattes. Aber auch das gilt eben auch für den Widerspruch. Hinzu kommt dann noch die Möglichkeit der Anonymität, die es früher so nicht gab und die jede Hemmschwelle fallen lässt.
Angriffe auf Politiker, Bombenanschläge auf Parteibüros und Angriffe auf Gaststätten, die bestimmte Stammtische zulassen, eher nicht.
Und schon mal keine Nachteile im öffentlichen Leben oder im Beruf.
Komischerweise sagen Linke dann immer noch, du darfst deine Meinung sagen, musst aber auch mit den Konsequenzen leben.
So ähnlich hat sich das Regime vor 80 Jahren auch ausgedrückt.

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