Forum: Politik
Meinungsfreiheit: Was genau darf man nicht sagen?
DPA

Ex-Handballer Stefan Kretzschmar redet missverständlich - und wird übers Wochenende zum Testimonial der Rechten. Was meinen die eigentlich wirklich, wenn sie sagen, es gäbe in Deutschland keine Meinungsfreiheit?

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herr_ausragend 14.01.2019, 17:33
60. Und nichts anderes

Zitat von mostly_harmless
Kretzschmars Interview zeigt, dass er - wie viele andere Menschen, die in der DDR aufgewachsen sind - bis heute nicht verstanden hat, was Meinungsfreiheit und Demokratie sind. Was Kretzschmar in dem Interview sagt, beweist ganz schlicht, dass es Meinungsfreiheit nicht von Folgenlosigkeit unterscheiden kann. Wenn jemand sich in der Öffentlichkeit äussert, dann steht es anderen frei, auf diese Äusserungen zu reagieren. Wenn Vereine ihren Ruf durch Äusserungen eines Spielers in Interviews gefährdet sehen, wenn Sponsoren danach abspringen, dann ist das ganz schlicht AUCH ein Ausdruck der Freiheit hierzulande. Und das ist KEINE Einschränkung der Meinungsfreiheit, das IST FREIHEIT. Denn selbstverständlich haben Vereine und Sponsoren die Freiheit, bei ihrem Personal frei zu wählen. Freiheit ist nämlich NICHT, dass einer alles sagen darf und es den anderen verboten ist, zu reagieren Dieses Unverständnis für Demokratie und Freiheit findet man IMHO am rechten Rand und in den NBL gehäuft.
hat er gesagt. Gründlich lesen hilft oft. Auch wenn man dadurch nicht den tausendsten Beitrag im Forum generieren kann

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From7000islands 14.01.2019, 17:34
61.

Zitat von track42
...das man seit 2015 ganz schnell als Nazi oder "Rechter" gebrandmarkt wird, wenn man z.B. die mehrheitlich begrüßende Meinung der Asyl-/Flüchtlingspolitik kritisiert oder gar in Frage stellt. Das lässt sich auch in andere Themenbereiche übertragen und hier ist die Meinungsfreiheit sehr wohl beschränkt - durch gesellschaftliche Ächtung bis hin zum z.B. Anschwärzen beim Arbeitgeber. "Der schlaueste Weg, Menschen passiv und folgsam zu halten, ist, das Spektrum akzeptierter Meinungen strikt zu limitieren, aber innerhalb dieses Spektrums sehr lebhafte Debatten zu erlauben" (Noam Chomsky). Und genau da sind wir (wieder).
Da hab ich ja Glück gehabt, dass mein Arbeitgeber die Flüchtlingspolitik massiv kritisiert...dann dürfen wir Angestellte n das auch ungestraft tun. Was ist aber mit all den armen Bürgern der Republik, die Merkels Freunde sind? Also doch ein Problem mit der Meinungsfreiheit in D.

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miggelbauer 14.01.2019, 17:34
62.

Zitat von rolforolfo
Leute, die Demokratie nicht verstanden haben, unterminieren sehr wohl die Meinungsfreiheit hier im Land. Wer Demokratie nicht verstanden hat, muss den politischen Konkurrenten niederschlagen, Demos blockieren, Parteitage belagern, Bewirtung versagen, aus Fußballvereinen herausbitten, Plakatierer mit der Waffe bedrohen, Sprengsätze zünden, sich über Instrumentalisierung beschweren, den Verfassungsschutz zweckentfremden, den Verfassungsschutzchef entfernen, die Bundestagsvizepräsidentenstelle verweigern, das Wort entziehen, diffamieren, verachten, laut lachen, nicht zu Diskussionen einladen, als Nazis oder Rassisten bezeichnen, Politiker-Adressen veröffentlichen, in Ämter FcK AfD aufkleben, Wahlstimmen falsch auszählen, als Populisten bezeichnen und immer wieder körperlich angreifen, Farbanschläge aufs Haus, Brandanschläge aufs Auto - die Täter allesamt kleine "von Stauffenbergs", zu ehren für ihr Werk der vorauseilenden Entnazifizierung.
Sehr schöner Beitrag! Leider findet sich die Einstellung nur in den Foren, selten in den Qualitätsmedien. Die ich nach wie vor sehr schätze, aber auf dem Auge sind blind.

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ruhepuls 14.01.2019, 17:35
63. Andere Zeiten...

Zitat von berndscherdel
Es herrscht natürlich Meinungsfreiheit bei uns - da sehe ich prinzipiell keine Gefahr - auch mit den obigen Einschränkungen, die auch für Grundrechte gelten. Die Frage ist jedoch, ob derjenige auch mit den Konsequenzen leben kann und will? Der Staat (auch Arbeitgeber, Vermieter, etc.) muss zwar hier neutral sein, die Gesellschaft und v.a. die virtuelle (teils-anonyme) Welt ist es jedoch nicht. Also mit einer Meinung oder einer Aussage (Veganer, Jäger, Elektrofahrer, Gleichberechtigung, etc.) kann man sich schon eine "blutige" Nase im Shit-Storm holen. Ob man sich dann noch traut, seine Meinung (die ja erst mal nicht falsch ist) zu sagen, bleibt jedem selber überlassen. Jedenfalls ist schon zu sehen, dass die Akzeptanz anderer Meinungen in den letzten Jahren stark abgenommen hat (oder vielleicht kommt es einem nur so vor, weil jetzt "jeder" seine Meinung sagen kann?)
Die modernen Medien haben es mit sich gebracht, dass man ständig über die Meinungen der anderen stolpert - auch über solche, die man früher nie gehört hätte, weil sie nur im jeweiligen Milieu geäußert wurde.
Früher gab es auch "Alt-Nazis" die am Stammtisch davon redeten, dass der Adolf so schlecht ja nicht war und dass damals noch Ordnung herrschte. Oder "Alt-Linke", die fanden, dass man mal wieder eine Revolution bräuchte, damit einige Köpfe rollen. Aber die redeten ihren Stuss eben an ihrem Stammtisch - und das war es dann auch. Heute posten die Ihre Meinung überall oder setzen ein Video in YouTube. Und plötzlich sind es eben nicht nur die Stammtischbrüder, die über diese Meinung stolpern - und ggf. einen dicken Hals bekommen.
Hinzu kommt die immer geringere Bereitschaft andere Lebensweisen noch zu akzeptieren, weil die Welt doch so viel besser wäre und man selbst viel glücklicher, wenn es den anderen (den Jäger, den Veganer, den Fleischesser, den Rechten, den Linken, den Fremden, den Alten, den Jungen, den Radfahrer, den SUV-Fahrer...) nicht gäbe.
Die Anderen sind die Störfaktoren auf unserem Weg ins - uns zustehende - Glück.

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herr_ausragend 14.01.2019, 17:35
64. Und Sie

Zitat von mostly_harmless
Ihr Beitrag dokumentiert das typische Verständnis von Meinungsfreiheit des rechten Randes. Der rechte Rand darf (wenn es nach dem rechten Rand geht) jeden noch so extremistischen Mumpitz frei heraus sagen, aber die Demokraten dürfen sich dazu nicht nur nicht äussern, sie müssen nach deren "Outing" weiter in Extremisten investieren, mit ihnen zusammenarbeiten, sie anstellen, etc. pp. Und wenn sie das nicht wollen, dann ist das "Diktatur". So belegt man vor allem eines (und das gilt für Kretsche UND für Sie): Das viele 30 Jahre nach der Einheit immer noch nicht mal ansatzweise kapiert haben, was Demokratie und Meinungsfreiheit ist.
sind offensichtlich ein Osthasser und Troll.

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Proletheus 14.01.2019, 17:35
65. Qed

Zitat von Rage-Guy
Ich glaube, dass die Menschen verschiedener Kulturen sehr unterschiedliche Auffassungen, Interessen und Begabungen haben. Nicht alle Eigenschaften sind miteinander vereinbar oder kompatibel. Und deshalb mag man im Mittel Menschen, die so ähnlich aussehen, denken und handeln wie man selbst. Eine Form von "Sippschaft", angeboren. Ich halte das auch für legitim und schützenswert. Es gibt Dinge, die tief in uns verankert sind. Ablehnung von Fremdheit gehört dazu. Eine ungesteuerte Vermengung verschiedener Kulturen birgt Konfliktpotenzial und sollte daher nur in einem geringen Maße erfolgen. Eine Vermischung mit Kulturen, die z.B. eine besonders geringe Ausprägung für Friedfertigkeit, Gleichheit der Geschlechter etc. zeigen, sollte sogar aktiv unterbunden werden. Die ungesteuerte Zuwanderung aus arabischen bzw. muslimischen Staaten halte ich für die größte mittel- bis langfristige Gefahr bzgl. Krieg und Freiheit. Das Verhalten von Frau Merkel habe ich als Angriff auf mich und mein Land, in dem ich geboren wurde empfunden. Das ist meine Meinung, die ich selbst als fundiert empfinde und kein Verbrechen ist. Dennoch würde ich diese niemals unter meinem Klarnamen sagen, da ich Sorge vor körperlichen Übergriffen habe.
Und sehen Sie mal, der Staat hat die Veröffentlichung des wahnwitzigen Mülls, den Sie hier fabriziert haben, nicht unterbunden. Die Meinungsfreiheit besteht also.

Dass einige Ihrer Mitbürger mit dem völkischen Rassismus, den Sie hier zeigen, nicht einverstanden sind, hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, sondern mit einer funktionierenden Gesellschaft.

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interessierter10 14.01.2019, 17:35
66. Wenn Menschen sich rassistisch und

menschenverachtend äußern, darf man sie auch Nazis nennen. Denn genau dieses sind zwei wesentliche Merkmale der Nazis.

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Watschn 14.01.2019, 17:36
67. Man könnte eigentlich zurecht.....

Kuzmany, Taz, Tagesspiegel, und weiteren PC-Affinen &. Co. genauso u. eher noch vehementer entgegenhalten:

'Gesinnungs-Nazis.., ...raus!'

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Phil2302 14.01.2019, 17:36
68. Vergleich mit früher

Ich denke, es geht einfach um Folgendes: Wenn ich heute sage, was Frau Merkel vor 15 Jahren oder Helmut Schmidt ihr Leben lang gesagt haben, dann sagen andere (natürlich vor allem im Internet): Ich sei ein Nazi, mit mir braucht man nicht diskutieren. Und dieses "mit den Rechten braucht man nicht reden" und die Darstellung von Leuten als Nazi (hat z.B. Xavier Naidoo nicht einmal ein Projekt gegen Rechts in Leben gerufen?) zeigt mir, dass man gewisse Sachen nicht sagen darf.

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Fuxx81 14.01.2019, 17:36
69. Weit vorgewagt

Zitat von Rage-Guy
Ich glaube, dass die Menschen verschiedener Kulturen sehr unterschiedliche Auffassungen, Interessen und Begabungen haben. Nicht alle Eigenschaften sind miteinander vereinbar oder kompatibel.
Schon ab hier wären sie für manche auf der nach oben offenen Nazi-Skala irgendwo zwischen Goebbels und Hitler. Wie können Sie das Dogma anzweifeln, dass alle Menschen in jeder Hinsicht gleich sind und dann sogar noch praktische Konsequenzen daraus fordern?

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