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Menschenrechtsbericht: Indiens vergessene Kindersoldaten
REUTERS

Kindersoldaten? Nicht bei uns. Das ist die offizielle Stellungnahme der indischen Regierung. Doch laut einem neuen Bericht sind 3000 Jungen und Mädchen von Rebellengruppen rekrutiert, als Spitzel, Kuriere, Kämpfer. Und eine Provinzregierung setzt Kinderpolizisten ein - ganz offiziell.

Kudi 21.05.2013, 08:50
1. Wer regiert Indien?

Bereits vor zwei Jahren erschien im "Economist" ein sehr ausführlicher Artikel über den Verlust der Regierungsgewalt in Indien. Demnach werden etwa 57% aller Wahlkreise in Indien nicht mehr von der Regierung kontrolliert - Tendenz steigend. Leider lassen sich viele von der gebetsmühlenmässig vorgetragenen Aussage der indischen Regierung, dass Indien "die grösste Demokratie der Welt" sei, hinters Licht führen. In Indien werden Parlamentssitze durch Stimmenkauf ergattert.

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rrippler 21.05.2013, 09:04
2. Welche politischen Gruppen ..

.. sind das ? "Kindersoldaten werden auch in religiösen Konflikten, hauptsächlich zwischen Hindus und Muslimen, in ganz Indien eingesetzt." Nähers dazu hier:
http://www.humanrights.asia/news/alrc-news/human-rights-council/hrc6/AL-024-2007-DE

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timorieth 21.05.2013, 09:34
3. wann

kommen sie denn, die Relativierer und Leugner?
Die Zahlen kommen ja von HRW... Also alles Propagandakampagne der USA
:D:D

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sysiphus-neu 21.05.2013, 09:49
4. Unterschied

Kämpfe in 197 von 640 Provinzen, also auf 30% des Landes, dazu Kindersoldaten und wenig Friedensperspektiven. Das klingt für mich nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der "größten Demokratie der Welt".
Im Westen wird Indien gern als die bessere Alternative zum autoritären China angepriesen. Mir scheint aber, dass das indische Modell schlecht bis gar nicht funktioniert, sieht man mal von einigen urbanen Boomregionen ab. Für die nördlichen und östlichen Randgebiete hat der indische Staat jedenfalls keinerlei Entwicklungskonzepte, deshalb auch die schwelenden Dauerkonflikte. Rechnet man dann noch die demographische Zeitbombe hinzu, dann ist nicht absehbar, dass Indien mittelfristig zu China aufschließen könnte. Die spielen inzwischen in unterschiedlichen Ligen.

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JDR 21.05.2013, 12:04
5. ...

Zitat von sysop
Kindersoldaten? Nicht bei uns. Das ist die offizielle Stellungnahme der indischen Regierung. Doch laut einem neuen Bericht sind 3000 Jungen und Mädchen von Rebellengruppen rekrutiert, als Spitzel, Kuriere, Kämpfer. Und eine Provinzregierung setzt Kinderpolizisten ein - ganz offiziell.
Hmm, zu so einem emotionalen Thema hätte ich mir präzisere Beschreibungen gewünscht. Man wird der indischen Regierung ja wohl kaum vorwerfen wollen, dass deren Feinde Kindersoldaten einsetzen. Das wäre ja in etwa so, als verurteilte man die pakistanische Regierung dafür, dass die Taliban jugendliche Selbstmordattentäter ausbilden.

Ohne Zweifel ist der Einsatz von Kindern in einem bewaffneten Konflikt verwerflich, aber was genau ist mit dem Vorwurf bezüglich der Kinderpolizisten gemeint? In Deutschland ist das Mindestalter für die Ausbildung im Polizeidienst 16 Jahre. Sind das ebenfalls "illegale" Kinderpolizisten ? In dem Bericht steht, dass die Regierung Kindersoldaten leugnet, aber offiziell ni einer Region von 300 Kinderpolizisten spricht. Sind dies Polizisten, welche bewaffnete Einsätze durchführen, oder werden sie speziellen Einheiten zugeteilt, welche die indische Regierung geschaffen hat, um bei Kriminalität gegen Frauen und Jugendliche eine bessere Versorgung zu gewährleisten?

Um e sklar zu sagen: ich bin mir ziemlich sicher, dass in der Frage des Kinderschutzes in Indien einiges im Argen liegt. Aber gerade, weil es so ein wichtiges Thema ist, denke ich, es ist notwendig, präzise zu beschreiben.

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Holledauer 21.05.2013, 12:09
6. Ich kenne sowohl Indien als auch die VR China etwas.

Zitat von sysiphus-neu
Kämpfe in 197 von 640 Provinzen, also auf 30% des Landes, dazu Kindersoldaten und wenig Friedensperspektiven. Das klingt für mich nach bürgerkriegsähnlichen Zuständen in der "größten Demokratie der Welt". Im Westen wird Indien gern als die bessere Alternative zum autoritären China angepriesen. Mir scheint aber, dass das indische Modell schlecht bis gar nicht funktioniert, sieht man mal von einigen urbanen Boomregionen ab. Für die nördlichen und östlichen Randgebiete hat der indische Staat jedenfalls keinerlei Entwicklungskonzepte, deshalb auch die schwelenden Dauerkonflikte. Rechnet man dann noch die demographische Zeitbombe hinzu, dann ist nicht absehbar, dass Indien mittelfristig zu China aufschließen könnte. Die spielen inzwischen in unterschiedlichen Ligen.
Wenn ich vor die Wahl gestellt werden würde, wo ich leben möchte, dann in jedem Falle in der VR China.
Indien ist eine Land, erträglich für Wohlhabende. Ansonsten: Grenzenlose Armut, grenzenlose Ausbeutung insbesondere von Frauen und Kindern und - was aus den Urlaubsfotos meist nicht hervorgeht - von grenzenlosem Dreck und Lärm.
Ich habe Situationen erlebt, da musste Frauen wirklich schwere Lasten schleppen und die gut genährten Männer sahen zu und rauchten ihr Zigarettchen. Neben der Kaste der Unberührbaren gibt es noch eine weiter unter angesiedelte Kaste: Die Kaste der armen Frauen und Kinder.
Sicher ist die VR China keine Beispiel für Umweltschutz, aber zumindest in den größeren Städten lässt es sich einigermaßen leben, wenn nicht gerade wieder Smog herrscht.

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