Forum: Politik
Menschenrechtsverstöße deutscher Konzerne: Zu Hause hui, im Ausland pfui
DPA

Weil deutsche Firmen in ihren Handelsbeziehungen Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen, entwickelte das Auswärtige Amt einen Aktionsplan - den das Finanzministerium blockiert. Dagegen protestiert nun die SPD.

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joG 06.10.2016, 06:05
1. Am besten wir lassen....

....die Anderen machen. Die haben eher Sorgen überhaupt Arbeitsplätze zu schaffen. Bei uns arbeiteten nach dem Krieg auch due Kinder im Betrieb oder auf den Feldern und war froh. Da draussen verhungern die Kinder. Die glücklichen sind unterernährt oder finden gar Arbeit oder einen guten Mann. Wir haben keine Ahnung von deren Lebensbedingungen und -Erfordernissen. Wir sollten uns nicht aublasen wie hässliche Frösche und unseren Bürgern erlauben ohne hinterhältige Handelshemmnisse gekleidet in Menschenwürgerechtfertigungen kaufen lassen, wie die Amis das bei uns tat nach dem Krieg. Oder hätten die den Import deutscher Produkte verbieten sollen, weil die deutsche Industrie auch Kinder einstellte für weniger als ein heutiges Taschengeld?

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petra.stein 06.10.2016, 06:11
2.

Das war schon immer so, ist so , und wird es immer bleiben, dass den Konzernen die Menschenrechte sowas von egal sind. Hauptsache, ihr Gewinn stimmt. Warum verlagern denn soviele Firmen ins Ausland ? Auch, weil dort die Löhne niedriger sind...aber auch die Umweltauflagen kaum ins Budget greifen. Da muss ich immer an die Sportklamottenfirma denken...recht bekannt...lassen sich Trikots für 10 Euro Waren-und Personalkosten schneidern und verkaufen die hier für über 150 Euro. Sowas unterstütze ich nicht ! Ich würde gern ein paar Euro mehr hinlegen, wenn die Leute,die daran arbeiten, auch vernünftig verdienen würden. Aber solange sie zu hunderten in den Hallen arbeiten müssen, bei schlechtem Licht und schlechter Luft, zig Stunden am Tag und sechs Tage die Woche...Die Firmen sollen es erst mal beweisen, dass es NICHT so ist, wie in den Medien immer aufgedeckt, DANN vielleicht kauf ich mir so ein überteuertes Teil.

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peter-k 06.10.2016, 06:14
3. Ich bin seit 21 Jahren in Asien taetig

Deutschland könnte mit mit einem sinnvollen Regelkatalog der Menschenrechte in den Handelsbeziehungen durchaus eine sehr positiv zu bewertende Vorreiterrolle spielen. Ich denke das ist auf lange Sicht auch wirtschaftlich absolut sinnvoll. Aber ohne die Teilnahme von anderen Ländern und am Ende auch die aktive Mitwirkung der jeweilen Landesregierungen werden solche Regeln stets ins Nichts verpuffen.

Der Großteil der Menschenrechtsverletzungen werden nämlich von den einheimischen Unternehmern an den eigenen Landsleuten begangen. Es ist für ein deutsches Unternehmen beinahe aussichtslos daran etwas zu ändern. Mit Arbeitsregeln ist es genauso wie mit Hygieneregeln und sonstigen positiv gemeinten Regulierungen: Sobald man aus der Türe raus ist machen die wieder was die wollen.

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fördeanwohner 06.10.2016, 06:26
4. -

Natürlich sollte endlich mal etwas gegen diese Verstöße gegen Menschenrechte getan werden, jedoch darf man sich nicht wundern, dass die Formulierungen verändert wurden.
Zwar kenne ich mich mit der Rechtssprechung nicht so gut aus, weiß aber doch, dass es im Härtefall auf jede Formulierung in Dokumenten ankommt, wenn man verklagt wird. Je schwammiger die Formulierungen, desto geringer ist die Gefahr, haftbar gemacht zu werden.
Damit will ich das BMF nicht in Schutz nehmen, aber die Veränderungen lassen sich nicht nur mit Hartherzigkeit usw. erklären, sondern eben auch mit Pragmatismus.

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neeno 06.10.2016, 06:44
5. Lobbyismus vergessen

Endlich greift der Spiegel das Thema auf! Ich hoffe, der Artikel bleibt lange oben.

Es ist eine schande, was Deutschland hier macht. Ständig wird von der Überwindung von Fluchtursachen und "mehr Investitionen für Afrika" geredet. Aber wenn es darum geht, diese Politik umzusetzen, stehen die Interessen der deutschen Wirtschaft im Vordergrund.

Der Artikel geht auch leider nicht darauf ein, dass der BDI und BDA gehörig Druck ausgeübt haben, um den Aktionsplan zu verwässern. Das wird in folgendem Artikel deutlich: https://zebralogs.wordpress.com/2016/09/10/video-lobbyismus-auf-regierungsebene-profit-statt-menschenrechte/

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waechstwiebloed 06.10.2016, 06:54
6.

Da sieht man doch mal wieder schön, dass wenn es ums Geld geht, Menschenrechte hintenan zu stehen haben.
Gäbe es in Deutschland keine Arbeitsgesetze und Sozialstandards, sowie Gewerkschaften die diese durchsetzten, würde man sich ebenso einen Dreck um Menschenrechte im eigenen Land scheren.

Jeder der solche Billigprodukte kauft, oder Aktien dieser Firmen besitzt, macht sich mitschuldig!

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pelayo1 06.10.2016, 07:29
7.

Warum lassen denn die Regierungen der betroffenen Länder diese Menschenrechtsverletzungen gegen ihre eigenen Bürger zu?

Deren Vernatwortung wird wie üblich nicht angesprochen.

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roughneckgermany 06.10.2016, 07:42
8. Überschrift

Ich kann gar nicht beschreiben, wie mies ich das finde. Es geht ja nur um Profitmaximierung. Es wäre ja ein herber Verlust, wenn 1 Dollar für zb Sicherheitsbekleidung ausgegeben werden müsste. Oder wenn vernünftige Unterkünfte und vernünftige Arbeitszeiten für diese Menschen eingefordert werden. Wenn nicht mehr 100+ Stunden in der Woche für einen Hungerlohn geleistet werden, schmälert das deutlich den Gewinn. Widerlich sage ich nur! Wenn ich auch an die gesamte Elektroschrottproblematik in Afrika (spez. Ghana) durch uns denke und wie vergiftet diese Menschen sind, geht mir die Hutschnur hoch. Alles nur, weil man in Deutschland kein Unternehmen zum geordneten, nachgewiesenem Recycling zwingen will.

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fatherted98 06.10.2016, 07:50
9. Ich stimme...

Zitat von waechstwiebloed
Da sieht man doch mal wieder schön, dass wenn es ums Geld geht, Menschenrechte hintenan zu stehen haben. Gäbe es in Deutschland keine Arbeitsgesetze und Sozialstandards, sowie Gewerkschaften die diese durchsetzten, würde man sich ebenso einen Dreck um Menschenrechte im eigenen Land scheren. Jeder der solche Billigprodukte kauft, oder Aktien dieser Firmen besitzt, macht sich mitschuldig!
...dem ersten Teil Ihres Beitrags zu. Der zweite hinkt allerdings...denn nicht nur "Billig-Produkte" werden unter diesen Umständen hergestellt sondern auch hochpreisige Ware (dadurch wird der Gewinn noch höher). Es ist also keine Lösung die teuren T-Shirts der Marken-Hersteller zu kaufen...die werden in der Gleichen Fabrik gefertigt wie die Discounter-Ware.

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