Forum: Politik
Menschenrechtsverstöße deutscher Konzerne: Zu Hause hui, im Ausland pfui
DPA

Weil deutsche Firmen in ihren Handelsbeziehungen Menschenrechtsverletzungen in Kauf nehmen, entwickelte das Auswärtige Amt einen Aktionsplan - den das Finanzministerium blockiert. Dagegen protestiert nun die SPD.

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danielc. 06.10.2016, 07:51
10. Regeln hin oder her

Gute Regeln sind eine Sache, die Umsetzung eine andere. Wie wäre es mit einem positiven Anreiz für die Wirtschaft?
Transparente und überprüfbare Umwelt- und Arbeitsstandards gegen Handelserleichterungen?
Die Überprüf- und Nachvollziehbarkeit sollten dabei Voraussetzung sein, um zB Einfuhrzölle zu senken. Damit würde die Wirtschaft nicht gegängelt, hätte jedoch einen Anreiz, mehr darauf zu achten. Unangekündigte Kontrollen könnte die Entwicklungshilfe durchführen. Das wäre sinnvoller als Großprojekte und sicher auch billiger. Andererseits wäre das eigentlich ein EU-Thema und sollte bei den Verhandlungen über ceta und ttip nicht ausgespart werden. Die Wirtschaft muss dem Menschen dienen und ist kein Selbstzweck!

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lino.m.ventura 06.10.2016, 08:01
11. @1

Und sie glauben menschenunwürdige Arbeit würde diesen Zustand beenden? Ein 2 Dollar Lohn für einen Monat führt niemanden aus der Armut. Im Gegenteil

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oidahund 06.10.2016, 08:04
12.

Der mmoeralische Zeigefinger ist ja schön und racht - nur es sind in erster Linie wir Verbraucher, die auch eine Mitverantwortung tragen. Daneben haben die jeweiligen souveränen Staaten in denen produziert wird für die Umsetzung von Schutzrichtlinien zu sorgen. So lange dort Korruption und eine gewisse Wurstigkeit herrscht, werden weder Umeltstandards noch Menschenrechte dort geachtet. Ein deutsches Unternehmen kann zwar entsprechende Erklärungen von einem Lieferanten verlangen oder sich staatliche Bescheinigungen vorlegen lassen, aber wenn die noch nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben sind, kann das Unternehmen relativ wenig machen. Ein Textillieferant kann schnell seine Produktion auf Subunternehmen mit 490 MA umstellen, was dort geschieht kann ein Einkäufer kaum kontrollieren.
Bevor wir uns aufregen sollten wir auf Apple & Co verzichtenn und nur auf Mobiles und Computer aus kontrolliert menschenrchtlich einwandfreier Produktion umstellen. Bspw. Apple ist ein US-amerikansches Unternehmen - inwiefern würden diese Regeln auch hier zu treffen?

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maxi.koch99 06.10.2016, 08:08
13. Wünschenswert

Das wäre doch ne Schlagzeile: Deutsche Konzerne sind ethisch und moralisch vertretbar als EINZIGSTE der Welt. Das wäre Made in Germany!

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nebucadus 06.10.2016, 08:08
14. Der Kunde ist gefragt!

Wie bereits im Artikel angeschnitten, ist davon der Bereich der Textilwirtschaft betroffen.
Ich selbst bin Eigentümer einiger familiengeführter Einzelhandel im Modebereich.
Um mit den vielen Filialisten konkurrieren zu können, müssen wir auch unsere Ware aus China beziehen.
Den grossen Ketten ist China inzwischen wegen den staatlichen Auflagen hinsichtlich der Arbeitsbedingungen zu "teuer" geworden, weshalb die Produktion nach Vietnam, Bangladesch usw. verlagert wurde.
Wenn z.B. Primark Kleidungsstücke für 5-10€ anbietet, dann haben die eine Marge von mindestens 500% dran. D.h. Inklusive Transport hat das Stück maximal 1€ gekostet! Irgendwer musste dafür bezahlen... leider die armen Arbeiter in den Produktionsstaaten!

Mir stellen sich die Nackenhaare auf, wenn ich mitbekomme, dass Leute 200-300km fahren, um begeistert die Ausbeuterprodukte von Primark zu kaufen. Lieber lassen sie mind. 50€ Sprit auf der Straße statt einen fairen Preis für die Produkte zu bezahlen.

Wir haben die Relation einen Wert für etwas einzuschätzen inzwischen verloren. Wenn ein Schal 1€ bei uns kostet, dann sollte man nicht begeistert sein, sondern überlegen, wie es dazu kommen kann!

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philosophus 06.10.2016, 08:09
15. Es war, ist und wird sein...

"Arbeiter leben von Herren Brot,
Herren aber von Arbeiter Not."
Deutsches Sprichwort

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haresu 06.10.2016, 08:12
16. Wieso braucht es eigentlich staatliche Mittel um Unternehmen auf Menschenrechts- Standards zu verpflichten?

Und wie sollen Verstöße gegen diese Standards sanktioniert werden? Will man die entsprechenden Produkte etwa vom deutschen Markt verbannen? Aber es gibt es überhaupt noch einen deutschen Markt? Sollte so etwas nicht EU- weit geregelt werden? Soll die deutsche Regelung vielleicht nur härtere europäische Vorgaben abblocken? Irgendetwas stimmt hier überhaupt nicht.

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crazy_swayze 06.10.2016, 08:12
17.

Ganz ehrlich was soll der Eiertanz.
Wenn der deutsche Staat nicht will dass aus Kambodscha eingekauft wird, dann soll er ein Embargo verhängen und es verbieten.

Für Unternehmen ist, je nach Größe, eine Kontrolle von Fremdfirmen im Ausland schlicht nicht zu stemmen. Unternehmen sind auch nicht der Ethikrat sondern wollen einfach nur günstig Waren einkaufen und weitervertreiben. Für die Arbeitsbedingungen muss das jeweilige Land sorgen, zur Not mit Druck der dt. Regierung.
Aber hier macht man die Unternehmen zu den Hauptverantwortlichen in dieser Sache - das ist falsch.

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schmusi 06.10.2016, 08:23
18. Ein struktureller Fehler

Der gleiche strukturelle Fehler unseres Systems wie immer. Vernünftige politische Entscheidungen sind nicht möglich, weil die Wirtschaft strukturell bedingt zu große Macht hat und in Ministerien, Parteispitzen, Medien, also schlicht an jeder entscheidenden Position, ihre bezahlten Agenten unterbringt.
Erst wenn wir diese Struktur durchbrechen, indem die Macht der Konzerne in die öffentliche Hand gelegt wird, kann es besser werden.
Nicht die Politik, sondern die Konzerne gestalten derzeit die Welt. Die Gestaltung der Welt gehört aber unter demokratisch legitimierte Führung und Konzerne entsprechend zerschlagen!

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peter-k 06.10.2016, 08:35
19.

Zitat von waechstwiebloed
Da sieht man doch mal wieder schön, dass wenn es ums Geld geht, Menschenrechte hintenan zu stehen haben. Gäbe es in Deutschland keine Arbeitsgesetze und Sozialstandards, sowie Gewerkschaften die diese durchsetzten, würde man sich ebenso einen Dreck um Menschenrechte im eigenen Land scheren. Jeder der solche Billigprodukte kauft, oder Aktien dieser Firmen besitzt, macht sich mitschuldig!
Ich nehme an da verstehen Sie und andere hier etwas falsch.

Es geht hier nicht um die Arbeitsbedingungen in deutschen Unternehmen in Asien oder Afrika. Wir haben 2016 und bis auf wenige die noch in 1940 leben glaube ich, dass die allermeisten deutschen Unternehmer durchaus positiven Willens sind menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Ausnahmen erscheinen immer gross in den Medien aber das ist nicht die Mehrheit.

Es geht hier um die Arbeitsbedingungen in den Firmen, die in einer Wirtschaftskette beteiligt sind. Man will deutsche (und europäische) Unternehmen im Hinblick auf die teilweise erschreckenden Standards bei Zulieferern etc. in Drittländern in die Verantwortung einbinden. Jede ehrliche deutsche Unternehmer wird ihnen jedoch sagen, dass sein Einfluss dort mikroskopisch ist. Ein entsprechendes Regelwerk führte lediglich dazu, dass dort einige Showmassnahmen installiert werden, die dann entsprechend den kontrollierenden Besuchern vorgeführt werden. Nachdem die Türe hinter denen zu ist machen die so weiter wie bisher.

Aendern kann man ohne die Mitwirkung der hiesigen Verantwortlichen NICHTS.

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