Forum: Politik
Merkel-Besuch in London: Deutschlands Dominanz, Britanniens Angst

Der Auftakt zu Merkels London-Besuch verläuft denkbar schlecht: Volker Kauders Spruch, in Europa werde nun Deutsch gesprochen, sorgt für Protest in Großbritannien. Die Regierung von David Cameron fürchtet eine Zwei-Klassen-EU. Nun muss die Kanzlerin die Wogen glätten - sie braucht die Briten noch.

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mm01 16.11.2011, 19:16
1. Wir....

haben bereits eine Zwei-Klassen-EU. Die einen bezahlen, die anderen möchten bestimmen, wo es lang geht.
Wenn ich eine Feier finanziere, durfte ich, bisher, immer noch bestimmen, wen ich einlade, was das kosten darf und was serviert wird. In der EU ist das leider anders. Da wackelt der Schwanz mit dem Hund,

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burgundy 16.11.2011, 19:18
2. Klipp und klar,

kommt es zu keiner politischen Einigung Europas, zumindest seiner wichtigsten Staaten, dann ist das gleichbedeutend mit seinem politischen und auch wirtschaftlichen Ende, und Grossbritannien wird sein Totengräber sein und die USA sein Erbe.

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systembolaget 16.11.2011, 19:20
3. Großbritannien könnte doch versuchen, aus der EU auszutreten?

Margaret "there is no such thing as society" Thatcher hat sich in den frühen 80gern durchgesetzt; die anderen Nationen haben das geschluckt. Wenn das britische Establishment der EU überdrüssig ist, und das Wahlvolk auch, dann sollten Cameron und sein Kabinett konsequent sein, und zügig den Austritt vorantreiben.

Dann kann sich Großbritannien wieder auf seine Stärken, wie z.B. die Schwerindustrie, Schiffbau, Landwirtschaft, Chemie, Maschinenbau, Medizintechnik, usw. besinnen - und allen wäre geholfen ;)

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Klaschfr 16.11.2011, 19:25
4. Ganz neu

Auch wenn man sich die Augen reibt, da hat der Kauder doch endlich einmal etwas Richtiges gesagt! Und Cameron kann ja mit England selbst entscheiden, welchen Weg das Land gehen will. Er kann auf die Transaktionssteuer verzichten, sollte dann auch definitiv auf den Euro und das weitere Mitwirken in der Europäischen Gemeinschaft ebenso verzichten. Vorschlag: England bewirbt sich um den Beitritt zu den USA und alle haben ihre Ruhe.

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friedenspfeife 16.11.2011, 19:25
5. Volle Zustimmung.

Zitat von mm01
haben bereits eine Zwei-Klassen-EU. Die einen bezahlen, die anderen möchten bestimmen, wo es lang geht. Wenn ich eine Feier finanziere, durfte ich, bisher, immer noch bestimmen, wen ich einlade, was das kosten darf und was serviert wird. In der EU ist das leider anders. Da wackelt der Schwanz mit dem Hund,
Stellt den Briten vor die Alternative. Drinbleiben, konkrete EU-Mitarbeit leisten, oder Rausschmiss. Es geht den meisten Europaeern doch sowieso auf den Senkel, das GB fuer sich in jedr Beziehung "Extrawuerste" beansprucht. Was des Deutschen der "geschichtliche Komplex" ist, ist den Briten der "Hochmut der ehemaligen Grossmacht". Jedem sollte bewusst sein, das sowohl der eine noch der andere Komplex einer EU zugute kommt.

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weltbetrachter 16.11.2011, 19:26
6. immer ein Sonderweg für Großbritannien ???

Wie lange wollen sich die EU-Länder von Großbritannien eigentlich noch am Nasenring durch die Manege ziehen lassen.

Der Sonderrabatt gehört abgeschafft genauso wie die vielen Sonderregelungen mit denen Zustimmungen teuer erkauft worden sind.

Anders läßt sich auch nicht erklären, wie andere Staaten es in der EU mittlerweile auch versuchen ihre eigenen innenpolitischen Wünsche über die EU durchzusetzen. Regierungswechsel oder Pfand für Hilfen sind da nur einige Beispiele aus jüngster Vergangenheit.

Entweder die EU steht zusammen - ohne wenn und aber - oder es verabschieden sich einige vom Karussell.

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geilundgemein 16.11.2011, 19:34
7. @Friedenspfeife

Wohl gesprochen. Entweder Großbritannien will Teil der EU sein. Dann soll es aufhören sich Extrawürste braten zu lassen. Oder es ist Ihnen wichtiger, Ihr eigenes Ding durchzuziehen. Dann müssen sie aber auch konsequent sein, und aus der EU austreten.

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dingodog 16.11.2011, 19:34
8. End Of Europe Error

In dieser Diskussion zwischen Großbritannien und Deutschland zeigt sich langsam das Gesicht des neuen Europa - ein Kerneuropa (D, F, BeNeLux) mit starkem Durchgriff auf ausgewählte schwächere Länder, und daneben ein paar lose assoziierte Staaten. Das wird aber auf Dauer nicht nur den Briten nicht schmecken, sondern auch den von oben beherrschten Südländern, und irgendwann auch nicht mehr Frankreich.

Lepold Kohr hat in "Breakdown of Nations" als erster bemerkt, dass Staatenbünde / Bundesstaaten nur dann Bestand haben, wenn sie aus kleinen und ungefähr gleichstarken bzw. gleichwertigen Teilstaaten bestehen, die einzeln deutlich kleiner (10%?) als der Gesamtstaat sind. Seine positiven Beispiele sind die USA und die Schweiz (es ist ja nicht selbstverständlich, dass die Schweiz nicht nur aus 4 sprachlich geordneten Kantonen besteht). Negative Beispiele gibt es genug, auch nach dem Erscheinen seines Buches 1957 sind welche dazugekommen, z.B. UdSSR, Jugoslawien, beinahe Kanada, Tschechoslowakei, demnächst UK und Belgien.

Für Europa heisst das: Stabilität ist nur dann erreichbar, wenn die großen Staaten sich freiwillig zerlegen, bzw. zumindest die jeweiligen Bundesländer oder Provinzen eine eigenständige starke Rolle in der EU bekommen. Für Deutschland und UK ist das durchaus vorstellbar, ebenfalls für Spanien und Italien, nur leider kaum für Frankreich.

Und natürlich würde eine neue EU auch mindestens das Recht haben müssen, eigene Steuern einzufordern, dafür aber auch die Garantie für die Bundesstaaten übernehmen.

Da sich für solche Forderungen aber sicher keine demokratische Mehrheit finden lässt (freue mich schon auf die gehässigen Spiegelforum-Kommentare), sehe ich für Europa mittelfristig ziemlich schwarz.

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Der Bruddler 16.11.2011, 19:35
9. Überschrift

Zitat von mm01
haben bereits eine Zwei-Klassen-EU. Die einen bezahlen, die anderen möchten bestimmen, wo es lang geht. Wenn ich eine Feier finanziere, durfte ich, bisher, immer noch bestimmen, wen ich einlade, was das kosten darf und was serviert wird. In der EU ist das leider anders. Da wackelt der Schwanz mit dem Hund,
Das ist Unsinn.

Es geht hier nicht um eine Privatveranstaltung.

Soll ansonsten derjenige der den Richter am besten bezahlt Urteile bestimmen, oder derjenige der die Politiker am besten bezahlt Gesetze?

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