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Merkel-Besuch in London: Deutschlands Dominanz, Britanniens Angst

Der Auftakt zu Merkels London-Besuch verläuft denkbar schlecht: Volker Kauders Spruch, in Europa werde nun Deutsch gesprochen, sorgt für Protest in Großbritannien. Die Regierung von David Cameron fürchtet eine Zwei-Klassen-EU. Nun muss die Kanzlerin die Wogen glätten - sie braucht die Briten noch.

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Fprester 16.11.2011, 20:03
40. Schwarz-weiss-Malerei

Zitat von Tubus
Tatsächlich war das Gepolter von Kauder nicht sehr klug und gegen den diplomatischen Grundsatz, hart in der Sache aber freundlich im Ton. Darüberhinaus ist noch gar nicht sicher, ob das deutsche Beispiel wirklich ankommt. Die Briten hassen Europa haben aber ein Problem. Europa kann ohne sie gut leben,wahrscheinlich sogar besser, Britannien aber nicht ohne Europa.
Wenn GB (oder irgend eine anderes Land) die EU verlässt, so ändert sich, zumindest was den Handel anbelangt, kein Deut. Oder glauben Sie wirklich, dass nun alle Importe und Exporte mit diesem Land zum Erliegen kommen? Einerseits würden die WTO-Abkommen weiter gelten und zweitens würde Deutschland seine Waren auch weiterhin gerne an GB liefern und müsste Gegenrecht halten.

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neutrina 16.11.2011, 20:07
41.

Zitat von peterhausdoerfer
Das wird nie was werden mit England und Kontinentaleuropa. Für England steht EU für "Evil Union" ist es doch der Nachfolger fast aller seiner ehemaligen politischen und militärischen Gegner auf dem Kontinent. Natürlich brauchen wir das Europa der zwei Geschwindigkeiten, sonst geht es nicht mehr vorwärts. Und die Politiker auf dem Kontinent sollten den Realitäten ins Auge sehen und keine unnötige Zeit mehr mit England verschwenden.
Stimmt: GB war der amerikanische "Fluzeugträger" im 2. WK und hat den USA sein Überleben zu verdanken. Daher werden sich die Briten auch weiterhin eher den USA verpflichtet fühlen als der EU, die in britischen Augen eh nur aus Ex-Feinden (hauptsächlich F und D), Neonazis, Nudelessern und alten Wikingern besteht.

Die politische und finanzielle Sonderrolle GB's muss endlich, zusammen mit den EU-Finanzen, auf den Seziertisch.

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Kartenhaus 16.11.2011, 20:07
42. Der Beweis

Zitat von Pinin
"Jetzt auf einmal wird in Europa Deutsch gesprochen", hatte Unionsfraktionschef Volker Kauder auf dem CDU-Parteitag in Leipzig gesagt." - Und dann auch noch Steinbrücks dämliches Kavallerie-Zitat im Gedächtnis. Was wir Bürger wollen sind dagegen Politiker die "deutsches understatement" zeigen, aber hinter den Kulissen sehr deutlich und hart unsere Interessen vertreten. Bei dieser Nieten-Elite ist das Gegenteil der Fall: Nach außen große Klappe, aber wenns darauf ankommt klein beigeben.
Volker Kauder ist der lebende Beweise, dass man in der deutschen Politik Karriere machen kann, ohne wirklich nachdenken zu können/müssen.

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Stammzelle 16.11.2011, 20:08
43. wollen sie aber nicht

Zitat von geilundgemein
Wohl gesprochen. Entweder Großbritannien will Teil der EU sein. Dann soll es aufhören sich Extrawürste braten zu lassen. Oder es ist Ihnen wichtiger, Ihr eigenes Ding durchzuziehen. Dann müssen sie aber auch konsequent sein, und aus der EU austreten.
in den letzten Monaten hat Cameron im Parlament immer wieder anti-europäische Sprüche vom Stapel gelassen, aber um den Nebensatz, den sein Koalitionspartner von ihm fordert auch immer schön gesagt: "aber, weil die Hälfte unseres Handels mit der EU getätigt wird, müssen wir im Interesse von Great Britain natürlich Teil der EU bleiben."
Schizophren, diese Tory-Versager!

Einige Politikwissenschaftler auf der Insel malen übrigens ein ganz düsteres Bild für den Fall, daß Großbritannien die EU verlassen sollte.
Dann scheint es sehr wahrscheinlich, daß die Schotten eine Volksabstimmung mit dem Ziel des Austrittes aus dem United Kingdom abhalten werden, um danach als eigenständiger Nationalstaat Schottland wieder in die EU einzutreten.
Dann wäre das auch den Schotten verhasste England auf einmal ziemlich klein und bedeutungslos!

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zephyroz 16.11.2011, 20:09
44. GB muß endlich wissen, was es will

Es ist notwendig, daß GB sich endgültig entscheidet, ob es in der EU verbleiben will oder nicht. Aus der Vergangenheit gesehen drängt sich der Verdacht auf, daß es besser wäre, wenn es austritt. Immer wieder neue Extrawürste geht nicht. Man muß den ganzen Kuchen essen und nicht nur die Rosinen picken.
Es ist bezeichnend, daß GB auch immer noch nicht kapiert hat, daß der Abbau der Realwirtschaft die wahre Ursache des britischen Wirtschaftsdilemmas ist. Nur mit irrealer Geldwirtschaft kann man nicht als Staat überleben.

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turnus 16.11.2011, 20:11
45. Die Leute von der Insel...

...haben kühlen Kopf bewahrt und die Aktualität gibt ihnen Recht. Was soll auch bei einem staatenbündnis rauskommen, das nicht auf der Realität, sondern aus weltfremdem und tränenrührseligen Geschichtspathos basiert. Das von Nichtkönnern wie Kohl und Fischer vorangetrieben wurde. Da lobt man sich doch eher den angelsächsischen Pragmatismus, da weiß man, was man hat!

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shoopser 16.11.2011, 20:11
46. "Begierig" ist noch untertrieben...

Ich befinde mich derzeit für 3 Monate in GB, und das was einem heute aus dem Radio um die Ohren geflogen ist war bei weitem nicht mehr schön. Da wird dann mal lieber nicht aufs Thema eingegangen, sondern brav in der "Geschichtsbox" rumgekramt - es dauerte keine fünf Minuten bis der 2. Weltkrieg angesprochen wurde, bis Marschmusik vor sich hinklimperte, bis die Briten aufgeklärt wurden woran man einen deutschen schon auf weite Entfernung erkennt (neben dem Test "Bist du mehr deutsch als britisch") usw. Die Debatte um den Euro wurde dann mehr oder weniger links liegen gelassen, was auch verständlich ist, da sich die Anrufer mit ihren - teils schon sehr heftigen - Kommentaren auslassen mussten. Witzig an der ganzen Geschichte: Die Briten sind größtenteils der Meinung die Deutschen verachten sie, da sie nicht den Euro haben....

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Kartenhaus 16.11.2011, 20:11
47. Hmmm

Zitat von Triple_AAA
auch für D. nicht schlecht, denn wenn die Bürgschaften, für die Merkel die Bürger in Beugehaft genommen hat, fällig werden ist D. eh pleite.
Bitte informieren, was 'Beugehaft' ist.

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glücklicher südtiroler 16.11.2011, 20:15
48. Sprüche und Realität...

Zitat von Fprester
Die Bemerkung von Volker Kauder war sicher nicht sehr glücklich gewählt und reiht sich leider schlank in die Linie anderer "markanter" Sprüche (etwa von Steinbrück gegen die Schweiz) ein, die im Ausland eine verheerende Wirkung entfalten und eben ungute Erinnerngen entfalten Im oben genannten Artikel ist folgender Passus zu lesen: "In der Euro-Krise befindet sich das Microsoft-Modell aber im Moment in der Defensive. Daher klingen die Warnungen aus London gelegentlich so schrill. Alarmiert sehen die Briten, wie die Integration der Euro-Zone sich vor ihren Augen vollzieht, ohne dass sie es verhindern können". Diese Ansicht dürfte formal falsch sein. Meines Wissens müssen Beschlüsse zur grösseren Integration der Euro-Zone (z.B. ein EU-Finanzminister mit weit reichenden Eingriffsmöglichketen in die nationalen Budgets) auch auf EU-Ebene einstimmig abgesegnet werden. Damit könnten die Briten indirekt jederzeit ihr Veto einlegen.
Ich persönlich halte die Angst der Briten für unbegründet, zumal sich Deutschland, teilweise mitschuldig durch die eigene exportorientierte Wirtschaftspolitik, durch das too connected to fail, durch manch verpasstes Zeitfenster die Krise entschlossen und schnell zu lösen, selbst in eine Lage gebracht hat, daß weitreichende Entscheidungen unvermeidlich werden. Zitat von glücklicher südtiroler
Es ist soweit... Der Druck wird weiter erhöht und es geht nicht um Italien selbst, Italien ist der Katalysator, der die weiteren Entscheidungen erzwingen soll. Bei einem kleineren Land ist die "Feuerkraft" des EFSF ausreichend. Italien ist zu groß für den EFSF neu und erzwingt neue Entscheidungen. Gleichzeitig ist bei einem default Italiens das Ende des € in der heutigen Form so gut wie sicher. Lesen wir mal aus einem Land wo die wirklich maßgeblichen Entscheidungen fallen. "For the euro to survive, Italy must succeed. For Italy to succeed, its squabbling politicians must find unaccustomed reserves of unity and courage. That depends on ordinary Italians being willing to make sacrifices, the ECB backing Italy, and France and Germany standing resolutely behind the euro. It is a dauntingly long list of things to go right." Dort wo die ganz langen Hebel sind weis man wie man die entsprechenden Länder zum marschieren zwingt.
Zitat von glücklicher südtiroler
"Der eigentlich sinnvolle Vorschlag der Franzosen, den EFSF wie eine staatliche Bank zu behandeln und ihm Zugang zu Krediten der Europäischen Zentralbank zu gewähren, ist von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auf dem Euro-Gipfel abgeschossen worden. Am Ende gibt es damit nur einen Ausweg: Die Europäische Zentralbank muss garantieren, dass die Zinsen für die Krisenländer nicht über ein gewisses Niveau steigen, etwa fünf oder sechs Prozent. Dazu muss sie bereit sein, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen, um dieses Zinsniveau durchzusetzen." „Und wenn es hart auf hart kommt“, ist sich die Expertin genauso wie Nobelpreisträger Krugman sicher, „wird die EZB alles tun, um Italien und damit den Euro zu retten. Egal was es kostet.“ ... Viele Grüße aus Südtirol...
Manch Einer in Deutschland mag dem Größenwahn verfallen, die Realität ist eine andere...

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seine-et-marnais 16.11.2011, 20:15
49. Ganz einfach

Zitat von wohlmein
"Deutsch sprechen" ist zu allererst Umgangssprache, vgl.: "Jetzt müssen wir mal DEUTSCH miteinander reden!" ist gleichbedeutend wie: "Jetzt reden wir mal tacheles!", "Deutsch und deutlich!" soll heißen: "Offen und grad von der Leber weg" (wobei sich hier schon wieder der nächste umgangssprachlich Ausdruck findet). Ganz sicher gibt es für "deutsch & deutlich" auch mehrere Redewendungen im Englischen. SO müßte Mutti argumentieren.
SO müßte Mutti argumentieren:
Das war Tacheles und er hat damit gemeint dass am Samstag Schabbes ist.

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