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Merkel-Besuch in London: Deutschlands Dominanz, Britanniens Angst

Der Auftakt zu Merkels London-Besuch verläuft denkbar schlecht: Volker Kauders Spruch, in Europa werde nun Deutsch gesprochen, sorgt für Protest in Großbritannien. Die Regierung von David Cameron fürchtet eine Zwei-Klassen-EU. Nun muss die Kanzlerin die Wogen glätten - sie braucht die Briten noch.

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bauagent 16.11.2011, 21:16
80. Kriegserklärung?

Zitat von brux
Cameron ist ein kleingeistiger englischer Nationalist ohne Vision. Auf solche Leute muss man keine Ruecksicht nehmen. Und im Grunde hat sich die britische Haltung nie geaendert: Der Kontinent ist Absatzmarkt in Friedenszeiten und Schlachtfeld in Kriegszeiten. Die Europaer haben etwas besseres verdient als diesen anachronistischen Zynismus einer Nation, die ihre besten Zeiten schon lange hinter sich hat.
War das jetzt eine Kriegserklärung aus der Sicht der Euro-Jünger? Gehören Sie auch zu den Religionsstiftern, die bis zum " Endsieg " dabei sind?

Dass die Briten diesen Moloch in Brüssel seit Euroeinführung für ihre Zwecke nutzen, kann ihnen ernsthaft niemand vorwerfen.

Und das sie schlechtem Geld gutes hinterwerfen, dürfen Sie
auch nicht erwarten. Schließlich ist Cameron seinem Land in erster Linie verpflichtet und das ist ordentlich verschuldet, was man von unserer ehemaligen FDJlerin kaum behaupten kann. Sie geht in ihrer Rolle als Internationalisiererin voll auf, was ihre Auftraggeber freuen dürfte.

Ob es nach dem " Endsieg " auf ihrem sauer verdienten Sparbuch noch so aussieht wie heute?

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wwwwebman 16.11.2011, 21:16
81. Sorry Deutschland...

"Sorry Deutschland. Die Geschichte hat sich wieder einmal gegen euch verschworen. Ihr müsst zwei Billionen Euro rüberschieben, eure Zentralbank korrumpieren und 5% Inflation akzeptieren, oder ihr werdet für die Götterdämmerung verantwortlich gemacht. Das ist nicht fair, aber das ist, was Währungsunion immer bedeutet hat. Haben sie euch das nicht gesagt?"

(Ambrose Evans Pritchard, der Kolumnist des Daily Telegraph, 27.09.11)

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systemfeind 16.11.2011, 21:22
82. 1914 / 2014 geht das wieder los ....

Zitat von sysop
Der Auftakt zu Merkels London-Besuch verläuft denkbar schlecht: Volker Kauders Spruch, in Europa werde nun Deutsch gesprochen, sorgt für Protest in Großbritannien. Die Regierung von David Cameron fürchtet eine Zwei-Klassen-EU. Nun muss die Kanzlerin die Wogen glätten - sie braucht die Briten noch.
ruf` doch mal jemand in England an : es gibt keine bolschewistische Revolution im Jahre 2017 , es wird keinen Stalin geben und auch keine Ostfront - ergo : Klappe halten und hoffen , daß wir bis 2033 gute Laune haben .

Das empire ist weg , die Industrie ist weg , bleiben den Engländern noch Multikulti und undichte Häuser .

Putin regiert noch 12 Jahre . Nicht vergessen

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National-Oekonom 16.11.2011, 21:23
83. Stalin regiert in Berlin

und die Deutschen haben es noch nicht gemerkt.

Camerons Bedenklichkeiten kann ich gut nachvollziehen.

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Siloy 16.11.2011, 21:24
84. Natürlich

Zitat von Zereus
Europa droht sich in eine Richtung zu entwickeln, die einen wirklichen Einfluß Großbritanniens auf die Kontinentalstaaten unmöglich macht. Und davor haben die Briten Angst.
Da sie nicht Mitglieder im Euro sind, ist das doch nur natürlich. Aber Angst? Eher Sorge.

Es stellt sich doch gelegentlich die Frage, wozu dieser Einfluß eigentlich dient.

Als Innovatoren und Ideengeber sind die Briten jedenfalls noch nicht aufgefallen. Als Bremser dagegen schon oft.

*

Die Ratschläge von Obama und Cameron, von Geithner und Osborne Richtung Eurozone waren übrigens auch eine Frechheit für sich.
Allerdings ohne Dummsprüche. Kein Wunder, daß Sarkozy der Kragen geplatzt ist.

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systembolaget 16.11.2011, 21:32
85. Unilever

stellt seit '31 Persil in Großbritannien her, sogar legal ;)

Zitat von emschneider
Spitze, Ihr Spruch mit dem "da weiß man, was man hat!" Darum waschen alle Engländer ihre missratenen Söhne und Töchter, ihre Wirtschaftsführer und die sich zum Clown machenden Politiker mit "Persil" Scheiße, schon wieder ein deutsches Produkt. Liebe Engländer, ist wie im Fußball... die Vorlagen kommen von euch.

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Der Bruddler 16.11.2011, 21:32
86. Überschrift

Zitat von emschneider
Ich gebe es zu, so richtig kann ich Ihrer Argumentation nicht folgen. Meinten Sie dass die Musik in England gemacht wird ? Warum sind Sie nicht in der Lage Ihre Aussage so zu gestalten dass man versteht was Sie wollen. Wischiwaschi, mal hier genippt, mal dort angedeutet... wie war das noch mal ? Butter bei die Fische. Lt. Aussage Björn Engholm.
Ich weiß nicht was daran kompliziert ist.

Wer fordert dass er Entscheidungen mit Geld beinflussen kann, der fordert Korruption und genau das wird gefordert wenn es heißt Deutschland soll stärkeren Einfluss in der Eurozone bzw. in der EU haben, da Deutschland hier der Hauptzahler ist.

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Benjowi 16.11.2011, 21:33
87. Interessen sind nun einmal stärker!

Wenn man davon ausgeht, dass ein zersplittertes Europa in der jetzigen Zeit keinerlei Chancen mehr hat, international auch nur gehört geschweige denn ernstgenommen zu werden, sind die Interessen der meisten europäischen Länder eigentlich schon fest definiert. Es ist wohl keine Frage des ob sie durchgesetzt werden, sondern eher des wie sie durchgesetzt werden. Das Gleiche gilt für das Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland. Es ist sicher kein Zufall, dass französiche Präsidenten und deutsche Kanzler egal welcher Couleur und mit welcher Ausgangsposition und mit oder ohne gegenseitige persönliche Sympathien immer wieder am Ende zusammengerückt sind - sie hatten halt die gleichen Interessen und die sind im Allgemeinen im guten Sinne weitgehend auch Europas Interessen. Ein sehr weiser Staatsmann hat sinngemäß einmal gesagt, Staaten hätten keine Freunde sondern nur Interessen. Diese Ausgangslage wird nun einmal trotz aller Turbulenzen die europäische Politik bestimmen-egal ob Britannien es wahrhaben will oder nicht. Es hat nur die Wahl mitzumachen oder marginalisiert außen vor zu bleiben und damit funktioniert das Spiel mit der Balance of Power nun einmal zu ihrem Mißvergnügen nicht mehr. Die Krise beschleunigt diese Entwicklung jetzt höchstens noch und macht tatsächlich die Tür zum Europa der zwei Geschindigkeiten auf-mit sinkender Rücksichtnahme auf britische Befindlichkeiten und die Finanzspielchen der City of London. Es ist anzunehmen, dass die deutsche Kanzlerin das auch im Namen Frankreichs so gegenüber dem Premierminister vertreten wird.

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richard-kendel 16.11.2011, 21:34
88. Kauders und Merkels Deutsch-Tugenden

Zitat von sysop
Der Auftakt zu Merkels London-Besuch verläuft denkbar schlecht: Volker Kauders Spruch, in Europa werde nun Deutsch gesprochen, sorgt für Protest in Großbritannien. Die Regierung von David Cameron fürchtet eine Zwei-Klassen-EU. Nun muss die Kanzlerin die Wogen glätten - sie braucht die Briten noch.
"sie braucht die Briten noch" . . .
Eine Wilhelminische Überheblichkeit. Aus dieser heraus entwickelte sich Europa zu einem Moloch.
Die Finanzhaie hat es nicht nur in der London City und in gewissen Schichten dahinter.

Man kann diese kritisieren, aber zugleich auch die eigenen.
Und selbst dann: man wird sie nicht los.

Denn - wahrscheinlich - es existiert da ein Zusammenhang. Die Dominanz des Finanzsektors hat sich über Jahrhunderte herausentwickelt. Und man könnte da bei den Venezianern beginnen oder im alten Jerusalem. Vielleicht mit dem Alten Testament.

Als gesichert kann gelten: der alte Kontinent hat die auf der Insel drüben reichlich im Regen stehen lassen.
Daraus enstand ein gewisses Kompensationsbedürfnis.

r.k.

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Capture_1 16.11.2011, 21:35
89. Gut gesagt.

Zitat von wwwwebman
"Sorry Deutschland. Die Geschichte hat sich wieder einmal gegen euch verschworen. Ihr müsst zwei Billionen Euro rüberschieben, eure Zentralbank korrumpieren und 5% Inflation akzeptieren, oder ihr werdet für die Götterdämmerung verantwortlich gemacht. Das ist nicht fair, aber das ist, was Währungsunion immer bedeutet hat. Haben sie euch das nicht gesagt?" (Ambrose Evans Pritchard, der Kolumnist des Daily Telegraph, 27.09.11)
Tja! Die Briten waren schon immer etwas schlauer als die Parteisoldaten in Deutschland. Die Götterdämmerung, von der nicht nur die Briten reden, kommt bedrohlich näher. Nur die Masse der Deutschen hat noch nicht geschnallt, was das bedeutet!

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