Forum: Politik
Merkel und die Deutschen: Nation im Tiefschlaf

Die Kanzlerin: eine Machtmaschine. Das Volk: selbstgefällig. Die Journalisten: handzahm. Der New Yorker Journalist George Packer hat ein niederschmetterndes Porträt über Angela Merkel und die Deutschen geschrieben.

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sport5410 04.12.2014, 16:18
10. Na endlich merkelt man es auch im Ausland!

Unsere Kanzlerin eine Machtmaschine: Wer die Dame länger beobachtet und ihr zuhört, kann das nur bestätigen. Nichts da mit "Deutschand dienen", der eigene Machterhalt steht ausschließlich auf der Agenda eines jeden Tages. Beim Volk möchte ich hinzufügen: politische Lordose mit Tendez zur (anerzogenen) Prinzipienlosigkeit. Zu den Journalisten kann ich mich nicht äußern, da zu wenig bekannt. Aber eines ist sicher: Noch weitere Merkeljahre und wir sind reduziert auf die Maslowsche Bedürfnispyramide. Hauptsache uns geht es gut und - ach ja - betroffen im Sinne der Grünen müssen wir noch sein. Dann passt alles.

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MeikF 04.12.2014, 16:19
11. Und in diesem Tiefschlaf...

...werden die Deutschen genau von diesen Journalisten gehalten, die Merkel laut Packer "alle wählen".
Es ist eine Traurigkeit, tatsächlich weiß der Großteil der Deutschen gar nicht was da überhaupt passiert. Aber eines Tages werden diese SPD/CDU Merkel-Wähler aus ihrem Schlaf gerissen werden, und dann gibt es ein böses Erwachen. Aber dann ist es zu spät... für unsere Kinder und Kindeskinder eh....

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garfield 04.12.2014, 16:19
12.

Ich habe mich komplett durch den Artikel im New Yorker durchgearbeitet.
http://www.newyorker.com/magazine/2014/12/01/quiet-german
In der Tat ist Packer ganz erstaunt über die Vorliebe der Deutschen, immer schön eingelullt zu werden. Allerdings gibt er auch der Bewunderung für Merkel breiten Raum, wie sie es mit ihrer Strategie geschafft hat, überhaupt aufzusteigen und all die Alphatiere aufs Abstellgleis zu schieben. Fans von Merkel dürften bei der Lektüre ebenfalls auf ihre Kosten kommen.

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lemmy 04.12.2014, 16:22
13.

Auf den Punkt, Herr Augstein. Schon lange keinen so zutreffenden Artikel über das politische Phlegma in diesem Land gelesen. Merkel spiegelt die Seele des "deutschen Bürgers" wider: ach, bloß keine Veränderungen, am besten alles so lassen wie es ist, weil Veränderung könnte vielleicht Verschlechterung bedeuten: bloß nicht. So war es schon zu Kohls Zeiten. Ich kann mich aber auch an bewegtere politische Zeiten erinnern, so zum Beispiel in der Ära Helmut Schmidt. Da gab es diesen "Stillstand" und dieses Phlegma nicht. Charisma und Profil sucht man heute vergebens. Alles verschwindet in einem grauen Brei von Einerlei und Beliebigkeit. Seit der GroKo ist es noch schlimmer geworden. Visionen oder charismatische Köpfe sucht man vergebens. Die einzigen Politiker, die für mich etwas herausragen aus diesem "Brei" sind z.B. Wolfgang Kubiki, Sarah Wagenknecht und Gregor Gysi. Sie haben Charisma, Intelligenz, Profil und sind zudem auch noch rhetorisch gut aufgestellt.

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Tunix 04.12.2014, 16:23
14. Politischer Mehltau

... liegt auf diesem Land, mehrheitlich Resignation und Desinteresse (vglch. Wahlbeteiligung), wer doch aufmuckt wird vom Mainstream mit diversen PC-Keulen aus der Kiste der Phobien und Ismen eingedeckt. Die herrschenden Politiker lassen es sich gutgehen und schauen lieber weg, füttern mal diese, mal jene NGO. Es herrscht ein Zustand von Ruhe, der keine Belebung duldet. Man empfindet es so und erwartet den großen Knall. Nicht gut.

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geando 04.12.2014, 16:26
15. Am amerikanischen Wesen sollen wir genesen?

Ich halte einen grossen Teil der Kritik an Merkel in diesem Kommentar für durchaus gerechtfertigt. Etwas erstaunlich finde ich, das wir die deutsche Politik nun also aus den Augen (ausgerechnet) eines US-Amerikaners sehen dürfen. Was bei dieser Sicht allerdings weniger erstaunt, sind die Maßstäbe in denen Mr. Packer den Polit-Betrieb misst: die Norm ist, was in den USA passiert. Alles andere ist irgendwie komisch. Seltsam, wenn sich die Politiker nicht mit grossen Gesten ständig verkaufen. Warum wird da keine Show abgespult im Bundestag? Wo ist die grosse "Hausmacht" hinter den Politikern? Wieder einmal zeigt sich nur, das es US-Amerikanern unglaublich schwer fällt, sich mit anderen Regionen der Welt auseinanderzusetzen, diese wirklich zu verstehen. Auch wenn die deutsche Politik manchmal wie sediert erscheint, so wünscht sich hier hoffentlich keiner einen lobby-Finanzierten Polit-Zirkus made in USA.

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neo-one 04.12.2014, 16:27
16. die

Amis sollten vor ihrer eigenen Haustür kehren. diese Auflistung entbehrt jeder Logik und darüber wurde ein Artikel des US Journalisten geschrieben, der uns Deutsche gar nicht kennt. Wahrscheinlich war er noch nicht mal hier gewesen. ich lege auf keinen Wert aus so einen Artikel.

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Kurt2.1 04.12.2014, 16:27
17. .

Nachdem Herr Naumann sich schon im August über Herrn Packer und dessen Abgesang auf die USA eingelassen hat, ist nun Deutschland an der Reihe. Wieder versucht sich ein Amerikaner, Deutschland zu erklären. Leider gelingt es ihm dabei nicht, wie auch seinen Vorgängern, seinem amerikanischen Anzug zu entsteigen. Das spielt für Augstein keine Rolle, Hauptsache es kommt jemand, der D anpinkelt und er Augstein, kann den Faden aufnehmen und in den Chor einstimmen. Nur, dem Amerikaner kann man es nachsehen. Er blickt von außen auf dieses Land. Augstein steht mittendrin und sieht nichts.
Resultat: Nichtssagende Kolumne.

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pimpflegionaer 04.12.2014, 16:28
18. Sehr guter Artikel

Genauso werden Deutsche im Ausland gesehen und leider entsprechen diese Erkenntnisse der Wahrheit (eine sehr träge Masse mit neutralem PH-Wert). Zum Glück gibt es wenigstens einen Journalisten bei diesem "Nachrichten"-Magazin. Solche, endlich mal kritischen Artikel sind leider selten.

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reggi 04.12.2014, 16:33
19.

Zitat von Namibdesert
ich bin ein zufriedener Deutscher! Ich mag meine Kanzlerin, ich bin beizeiten sogar stolz auf mein Land, bin froh, hier geboren zu sein und schätze die deutschen Tugenden. Daran kann auch ein wohlhabender und zutiefst frustrierter Journalist nichts ändern, der Woche für Woche erkennen muss, dass er immer tiefer in der Gülle steht, die er doch so gerne über sein Land vergießen möchte.
Genauso hat sie doch George Parker beschrieben. Selbsgefällig. Was zu beweisen war.

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