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Merkel und Hollande reisen zu Putin: "Kämpfen um jeden Quadratmeter nutzt keinem"
REUTERS

Es ist wohl die vorerst letzte Chance, Frieden in der Ostukraine zu erreichen: Bundeskanzlerin Merkel und Frankreichs Präsident Hollande verhandeln heute mit Wladimir Putin. Beobachter mahnen: Die beiden dürfen nicht mit leeren Händen zurückkommen.

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Spiegelkritikus 06.02.2015, 10:56
50. Der Donbass braucht weitgehende Autonomie

Einen Frieden in der Ukraine wird es nur geben, wenn der Donbass sehr weitgehende Autonomie erhält. Das war von vornherein klar und daran ändert sich auch nichts. Die betreffende Bevölkerung im Osten will nichts mit dem russophoben Kiew zu tun haben und umgekehrt die Kiewer nichts mit dem Osten.
Das geht vor ökonomische und geostrategeische Interessen Kiews bzw. der USA und muß respektiert werden.

Die entscheidende Frage ist, ob Washington sich dazu durchringen kann, von der Konfrontation mit Russland Abstand zu nehmen. Sie müßten also die ganze bisherige Strategie seit ihrer Initiierung des Konflikts aufgeben und das ist sehr fraglich, selbst angesichts der Gefahr einer unkontrollierten Eskalation des Krieges.
Putin weiß natürlich genau, was in Wirklichkeit gespielt wird. Er wird nochmals weitgehende Autonomie für den Osten fordern und auf die Gefahr der Eskalation hinweisen, wenn die USA wie beabsichtigt Waffen im großen Stil liefern.

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ka117 06.02.2015, 11:03
51.

Zitat von t3fahrer
ich gebe zu von weltpolitik nicht allzu sehr viel zu verstehen. aber ich kann mich daran erinnern, dass es mal hiess zu zeiten der rückgabe der ddr, dass es dafür keine nato osterweiterung geben darf.
Ja, das stimmt: von der Weltpolitik wissen Sie anscheinend tatsächlich "nicht allzu sehr viel". Derartige Zusagen gab es nicht und es konnte sie auch nicht mal geben. Oder wie stellen Sie sich das vor? Die Deutschen machen einen Super-Deal mit den Russen und lassen dafür andere - ohne sie zu fragen! - Jahrzehnte lang "blechen"? Wie würde es Ihnen schmecken, wenn z.B. Polen einen Super-Deau mit den Amis ausgehandelt hätte mit der Gegenleistung: Deutschland darf nicht in eine Organisation aufgenommen werden, der Deutschland aber unbedingt angehören möchte?

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hazerlee 06.02.2015, 11:03
52. Die letzte Chance...

...um einen kalten Krieg abzuwenden. Sollten sich die "Separatisten" nicht mit weiteren Gebieten und mehr Autonomie zufrieden stellen, dann ist der ganzen Welt klar das es nicht um mehr Rechte für die russisch-sprachige Bevölkerung geht, sondern die Schaffung eines Staates Neurussland. Dies wäre dann wohl der Wendepunkt in der zurückhaltenden Politik des Westens, Waffenlieferungen und neue Sanktionen wären unabdingbar.

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carahyba 06.02.2015, 11:03
53. wer sagt, dass sie hingeschickt wurden um Erfolg zu haben ...

Zitat von mchunter
sind nicht das Problem. Beide versuchen sich - aus meiner Sicht Ernsthaft - Frieden zu schaffen! Das Problem ist, das der Ukraine-Konflikt ein Stellvertreterkonflikt ist zwischen Russland und USA. Ich bin skeptisch, das die beiden Erfolg haben werden....
Alles sieht danach aus, dass die beiden ein Ultimatum der USA überbringen sollen. Der Erfolg stellt sich dann ein wenn dieses Ultimatum zurückgewiesen wird, wie vom Mandanten und Überbringer erhofft.

Merkel fährt ganz spontan nach Moskau, nachdem sie monatelang Sanktionen gegen Putin betrieben hat und die deutschen Massenmedien ununterbrochen Putin angegriffen haben.

Was will Fr. Merkel dort?
Für mich ist die Antwort klar, unter dem Deckmantel eines nicht annehmbaren Friedensangebotes (Ultimatums) wird der US-Krieg in Europa erklärt. Die stringente Sequenz der US-Aussenpolitik der letzten drei Jahre ist mehr als deutlich erkennbar.
Morgen auf der "Sicherheitskonferenz" kommt der Paukenschlag, die verdeckte, rethorisch gut verpackte Kriegserklärung.

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naknak 06.02.2015, 11:07
54. Letzter Versuch

Lieber Journalist, die Überschrift "letzter Versuch", ist das eine Feststellung oder eine Drohung?

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vandenplas 06.02.2015, 11:07
55. Welche Verhandlungsbasis?

Merkel und Holland reisen nach Moskau um mit Putin einen Frieden für die Ukraine auszuhandeln.
Wenn man die Propaganda auf beiden Seiten für einmal weglässt, was hat sich geändert, dass nun plötzlich Hoffnung für Frieden besteht?
Ist es nicht so, dass es grundsätzlich um die "Balance of Power" zwischen zwei Supermächten - den USA mit der NATO auf der einen und Russland auf der andere Seite geht?

Ist nicht eine der zentralen Forderungen Russlands (egal wer dort gerade an der Macht ist), dass die NATO nicht an deren Grenzen reichen darf?
Was ist mit dem NATO- Radar und -Raketenschirm mit dem seit etwa 10 Jahren die Russische Föderation eingekreist wird um deren Atompotenzial zu neutralisieren und gleichzeitig das "First-Strike" Potenzial der USA zu sichern?

Last, but not least: wie will man einen ganzen Teil der ukrainischen Bevölkerung "überreden" plötzlich ein verhasstes Regime in Kiev zu akzeptieren? Sind Kiev's Drohungen, die russisch sprechende Minderheit "auszulöschen", plötzlich alle vergessen?
Leider geht aus dem SPON Artikel nicht hervor, was Merkel und Holland im Gepäck mitführen um überhaupt eine Erfolg versprechende Verhandlungsbasis zu haben.
Man wünschte sich etwas mehr konkrete Information.

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Spiegelkritikus 06.02.2015, 11:09
56. Die USA haben nichts zu suchen in der Ukraine

Zitat von jws1
US-Waffenlieferung bedeutet Krieg, alternativlos. Die USA werden ihr zweites Vietnam erleben. Sie haben den Putsch in der Ukraine verursacht. Jeder wusste es und nun hat es Obama zugegeben. Die EU sollte sich da raushalten.
Das interessiert die Scharfmacher und Russland- bzw. Putinhasser hier nicht. Sie blenden die Fakten schlicht aus. Putin = böse, Washington/Nato = gut, das ist aufgrund von Desinformation und ideologischen Vorurteilen quasi ins Hirn eingebrannt.

Wie oft hat Washington in der Nachkriegszeit das Völkerrecht gebrochen und die Souveränität von Staaten verletzt, auch in der Ukraine? Eben. Da ist es mehr als heuchlerisch, wenn man die friedliche Sezession der russisch geprägten Krim als Bruch der Nachkriegsordnung bezeichnet und Russland mit harten Sanktionen belegt.

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ClausWunderlich 06.02.2015, 11:10
57.

Ich meine man darf herrn Putin bzw. Russland gegenüber nicht nachgeben. Das wird diesen bestärken und dann wird er mehr fordern und immer mehr.

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rainerb 06.02.2015, 11:11
58. Reden ist besser als schiessen

Jeder Tote ist einer zuviel! Die Frage ist nur ob die USA den Frieden wirklich wollen oder ob sie nicht doch wieder Krieg bevorzugen. Wenn Kiew aufhört Märchen zu erzählen, wenn die Ostregion autonom wird und Kiew und die Aufständischen ihre Waffen zurückziehen, könnte es funktionieren. Wenn Kiew aber mit Hilfe der USA weiter mobil macht und aufrüstet, kann es böse enden. Das Ganze ist jetzt schon unbezahlbar. Kiew bankrott, Ostgebiete in Trümmern, Tschernobyl, kaputte Westukraine, keine funktionierende Industrie. Griechenland ist dagegen ein Paradies...

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Anton Waldheimer 06.02.2015, 11:11
59. Verkennung der Lage durch Herrn Ischinger

Wenn die USA Waffen liefern werden die Separatisten große Teile von Ostukraine in Besitz nehmen, Poro ist so schwer geschlagen, dass die Waffen nicht mehr rechtzeitig kommen werden.

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