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Merkels DDR-Vergangenheit: Steinbrück wehrt sich gegen Diffamierungsvorwürfe
DPA

Der SPD-Kanzlerkandidat kann die Aufregung um seine Äußerungen über Angela Merkel nicht nachvollziehen. Peer Steinbrück hatte am Wochenende gesagt, es fehle der Kanzlerin wegen ihrer Vergangenheit an Leidenschaft für Europa. Nun wirft er der CDU vor, sich künstlich über seine Worte zu erregen.

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pecos 07.08.2013, 17:00
140.

Zitat von Berliner42
Das hat nichts mit Sozialisation zu tun, sondern mit Sentimentalität. ... Wenn da was dran wäre, wäre auch der Schluß zulässig, daß Westdeutsche diese Rechte nicht schätzen. Schließlich würden sie nach Ihrer Meinung deren Abwesenheit ja auch nicht groß beklagen, wie Sie an den DDR-Bürgern erkannt haben wollen.
Ich habe nicht den Eindruck, dass Sie Argumenten zugänglich sind. Ich glaube in der Tat, dass viele Westdeutsche die Rechte nicht schätzen, sie nehmen sie als Selbstverständlich hin; genauso wie viele Ossis ihr System hingenommen haben und sich darin eingerichtet haben. Die meisten Menschen wollen ihr gutes Leben im Hier und Jetzt und ihre Ruhe - hier wie dort. Wenn diese Selbstverständlichkeiten ins Wanken geraten, etwa durch einen Umbruch wie gegenwärtig in den arabischen Ländern, sieht die Sache natürlich anders aus. Trotzdem ist Kultur eine mächtige und prägende Kraft, und Werte und Haltungen überdauern lange. Die repressiven Werte der Nazizeit haben den Westen wie den Osten ja auch lange nachgeprägt, warum sollte es da mit den BRD- bzw. DDR-Sozialisationen anders sein?

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Bondurant 07.08.2013, 17:05
141. So richtig Sinn

Zitat von pecos
Diejenigen, die unter den Selbstverständlichkeiten der jeweiligen Systeme leiden (wie die kleine DDR-Opposition), hnterfragen diese stärker und schätzen natürlich die Alternativen höher und kämpfen leidenschaftlich.
ergibt das nicht. An den "Selbstverständlichkeiten des Systems" dürften ja wohl alle leiden, das liegt irgendwie in der Natur der Sache, soweit diese Selbstverständlichkeiten als solche geeignet sind, Leid auszulösen. Wollen Sie vielleicht etwas anderes sagen, nämlich, dass die meisten an den Grundzügen des Systems, an denen sie eigentlich leiden müssten, eben nicht leiden, weil sie sich anpassen? Oder was?

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Bondurant 07.08.2013, 17:48
142. das

Zitat von pecos
Ich glaube in der Tat, dass viele Westdeutsche die Rechte nicht schätzen, sie nehmen sie als Selbstverständlich hin; genauso wie viele Ossis ihr System hingenommen haben und sich darin eingerichtet haben.
ist nun wirklich nicht das Gleiche. Wenn jemand für selbstverständlich hinnimmt, dass er jeden Tag genug zu essen hat, ist das etwas ganz anderes, als wenn jemand sich damit abfindet, dass er jeden Tag hungrig ins Bett geht.

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lupenrein 07.08.2013, 17:56
143. ..............

Erstaunlich ist jedenfalls, dass im Gegensatz zu vielen Menschen in der DDR, die vielleicht kleine Angestellte beim Staat waren, ausgerechnet über Merkel heute so gut wie nichts bekannt oder dokumentiert ist, oder von Zeitzeugen berichtet werden kann und auch dass keinerlei Unterlagen über sie im Stasi-Archiv vorhanden
Demnach muss Merkels Position in der FDJ wohl eher die einer Putzfrau gewesen sein, die sich plötzlich aus dem Nichts wie ein Adler in die Höhe
erhebt.
Man wird sich doch so etwas fragen dürfen, oder nicht ?
(fragen schon, aber Antworten darf man nicht erwarten)

War sie vielleicht sogar ein Agent der CIA ?
( das wäre doch plausibler als alles andere)

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Berliner42 07.08.2013, 20:02
144. k.T.

Zitat von lupenrein
Erstaunlich ist jedenfalls, dass im Gegensatz zu vielen Menschen in der DDR, die vielleicht kleine Angestellte beim Staat waren, ausgerechnet über Merkel heute so gut wie nichts bekannt oder dokumentiert ist, oder von Zeitzeugen berichtet werden kann und auch dass keinerlei Unterlagen über sie im Stasi-Archiv vorhanden
Die "Logik" hinkt. Erstens ist auch über viele andere "kleine Staatsnagestellte" wenig in den Aktien. Warum sollte das bei Frau Merkel anders sein? Und zweitens stimmt das vielleicht nicht mal.

Zitat von
Demnach muss Merkels Position in der FDJ wohl eher die einer Putzfrau gewesen sein, die sich plötzlich aus dem Nichts wie ein Adler in die Höhe erhebt.
Was soll sie denn gewesen sein? Und was hat das mit der FDJ zu tun? Glauben Sie, daß FDJ-Funktioniere bevorzugte Stasi-Ziele waren? manch einer hier malt sich wirklich Seltsames aus.

Zitat von
Man wird sich doch so etwas fragen dürfen, oder nicht ? (fragen schon, aber Antworten darf man nicht erwarten) War sie vielleicht sogar ein Agent der CIA ? ( das wäre doch plausibler als alles andere)
Na, das klingt ja schon viel plausibler. Da hätte man ja gleich drauf kommen können. Man lernt nie aus.

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pecos 07.08.2013, 21:35
145.

Zitat von Bondurant
ergibt das nicht. An den "Selbstverständlichkeiten des Systems" dürften ja wohl leiden, das liegt irgendwie in der Natur der Sache, soweit diese Selbstverständlichkeiten als solche geeignet sind, Leid auszulösen. Wollen Sie vielleicht etwas anderes sagen, nämlich, dass die meisten an den Grundzügen des Systems, an denen sie eigentlich leiden müssten, eben nicht leiden, weil sie sich anpassen? Oder was?
Das ist doch Unsinn. Natürlich leiden nicht alle in so einem System. In jedem System gibt es Überzeugte, Profiteure, Mitläufer, Apolitische, Gegner, und eben auch Leidende. Glauben Sie etwa, meine Nazi-Grosseltern hätten unter der Nazizeit gelitten? Die waren überzeugt bis zum Schluss (zu ihrem Tod in den 90er Jahren). Andere Verwandte sind abgetaucht und haben sich angepasst, und ein Grossonkel war in der Bekennenden Kirche, weil er gelitten hat. Das ganze Spektrum eben. Aber alle waren diesen Werten ausgesetzt und mussten sich irgendwie damit arrangieren: mit Begeisterung, aus Faulheit oder unter Zwang, also aus Leid. So ist es doch mit allen Systemen. Nur weil die DDR eine Diktatur war, darf man doch nicht glauben, alle hätten drunter gelitten.

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pecos 07.08.2013, 21:49
146.

Zitat von Bondurant
ergibt das nicht. An den "Selbstverständlichkeiten des Systems" dürften ja wohl leiden, das liegt irgendwie in der Natur der Sache, soweit diese Selbstverständlichkeiten als solche geeignet sind, Leid auszulösen. Wollen Sie vielleicht etwas anderes sagen, nämlich, dass die meisten an den Grundzügen des Systems, an denen sie eigentlich leiden müssten, eben nicht leiden, weil sie sich anpassen? Oder was?
Wenn ein System eine Diktatur ist, muss man doch immer fragen: Diktatur für wen? Viele wollten dieses System, für die war es eben keine Diktatur, sondern ein Segen. Das ist die eine Seite des Spektrums. Und wieder andere haben darunter gelitten und gingen in die Opposition. Das ist das andere extrem. Aber dazwischen gibt es doch das ganze Bestiarium menschlicher Schattierungen: Opportunisten, Angepasste, Gleichgültige, diejenigen im inneren Exil und die kleine Helden des Alltages mit ihren Subversionen. Dass aber alle sich nach an den Werten des Systems abarbeiten mussten und ihnen nicht entkommen konnten, das nennt man die Prägekraft der Kultur. Nichts anderes habe ich hier bislang dargelegt,

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tomlei 08.08.2013, 07:34
147. Fakten?

@fleurdesel
Scheinbar hört Europa bei Ihnen kurz hinterm Rhein auf.
Was die Polen, Tschechen, Esten, Litauer und Ungarn zu Ihrer Länderverortung sagen ist Ihnen als Europaspezialist offensichtlich nicht so wichtig. Sie sehen sich in der Lage, die Europabegeisterung der Hessen, Bayern und Hamburger gegen die Begeisterung der Sachsen, Brandenburger und Anhalter aufzurechnen. Hut ab!
Selbstüberschätzung ist keine Tugend - die Hybris offenbart regelmäßig Hochmut. Und die kommt bekanntlich wovor...?

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Bondurant 08.08.2013, 10:27
148. 2. Versuch

Zitat von pecos
Wenn ein System eine Diktatur ist, muss man doch immer fragen: Diktatur für wen?
Vielen Dank für diese Darlegung. Jetzt gehen Sie auch den nächsten Schritt und sagen, dass eigentlich nur eine kleine Minderheit in der DDR mit der Diktatur unzufrieden war. Die, die immer und überall unzufrieden sind. Das wollen Sie doch sagen, oder?

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