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Merkels Regierungserklärung: Brexit on the Rocks
AFP

No-Drama-Kanzlerin: Im Bundestag geht Angela Merkel Punkt für Punkt ihre Haltung zum britischen EU-Austritt durch. Alles korrekt - und trotzdem fehlt etwas.

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enzio 28.06.2016, 15:16
100. Emotionen für diese E?

Der Brexitt ist die Antwort auf die gesichtslosen und inkompetente EU, die z.B. in der Griechenlandkrise, der Flüchtlingskrise und der globalen Finanzkrise jämmerlich versagt hat. Denen noch mehr Kompetenzen zu geben ist genauso absurd, wie noch positive Emotionen zu erwarten.

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peter_wild 28.06.2016, 15:17
101. Eu weiter wenig aufregend

Es läuft doch alles nach Plan: Die Wirtschaft war vor 40 Jahren daran interessiert, GB in der EU zu haben, um die aus ihrer Sicht unangenehme Entwicklung zu einem demokratischen Superstaat zu stoppen. Nicht der Superstaat, den GB auch nicht wollte, war das Unangenehme, sondern ihre möglicherweise demokratische Verfasstheit. GB spielte hier seine Rolle sehr erfolgreich.
Nachdem sich das undemokratisches Gebilde so sehr verfestigt hat, dass es hin zur Demokratie nicht mehr reformierbar erscheint, kann die Entwicklung zum Überstaat bedenkenlos auch ohne GB weiter verfolgt werden. Ja, jetzt stört GB geradezu. Man nahm daher die Volksabstimmung sehr gelassen.
Nachdem der Brexit beschlossen wurde, muss die Ernte so schnell wie möglich eingefahren werden, um sie nicht doch noch zu verlieren. Sicher, offiziell bedauert man die Austritt außerordentlich, doch zugleich drängt man auf sofortigen Vollzug. Das Weiter-so ist dabei Ziel und Programm: Die EU soll keinesfalls auf demokratische Grundlagen gestellt werden, dafür aber mehr Kompetenzen erhalten. Mehr als eine klassische Regierungserklärung war daher kaum zu erwarten.

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Medienkritiker 28.06.2016, 15:17
102. Nun ja...

Zitat von scareheart
Da fehlt was...nämlich das Eingeständnis,dass sie mit ihrer Flüchtlingspolitik eine große Mitverantwortung für den Brexit trägt.Große Teile der europäischen Bevölkerung möchten schlicht keine unkontrollierte Einwanderung unter dem Deckmäntelchen der Bereicherung.Da können wohlgesonnene Medien,die EU-Phantasten und die verirrte Parteienlandschaft in Deutschland erzählen,was sie wollen.Das Ende der EU ist längst eingeleitet.
Ein Eingeständnis ist sicher zuviel verlangt. Aber große Teile der europäischen Bevölkerung sehen das genauso...Wenn Frankreich Sarko wählen sollte, dann wird sich wieder ein starker Partner an der Seite der deutschen Ideologen finden - ein Ende der Vernichtung nationaler Identität ist daher wohl eher nicht in Sicht.

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thequickeningishappening 28.06.2016, 15:17
103. No Drama?

Etwas spaet! Das Drama fing ja nicht erst letzte Woche statt!

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w.a.mozart 28.06.2016, 15:18
104. Glaubwürdigkeit

... entsteht dann, wenn leicht erkennbar ist, wozu diese EU dienen soll. Erkennbar sind nur die Resultate:
Desaströse Krisenbewältigung, ein Moloch an Beamten, Steuerverschwendung historischen Außmasses zum Unterhalt des Apparates.

Ohne eine radikale Verschlankung und Entschlackung des Systems Europa wird niemand diesem Koloss noch irgendwelche Sympathien entgegenbringen.

Wenn Junker oder Schultz das eigentlich schöne Wort in den Mund nehmen, das ist das so als ob sich einem ein fauliger Atem nähert. Habt endlich den Mut den Rest Knopf zu drücken - solange es noch geht.

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roland.krueger 28.06.2016, 15:19
105.

Jüngere Leute scheinen ja heutzutage recht leicht eine „Gänsehaut“ zu bekommen, jedes mittelmäßige Event ist dafür ausreichend. Trotzdem halte ich es für ausgeschlossen, dass Merkel je in diese Richtung punkten könnte. Und Emotionen für ein geographisches und politisches Gebilde beinhalten immer auch eine nationalistische Komponente und sind derzeit leider verpönt, das gilt sicher auch für die nationale Summierung zu einem europäischen Nationalismus. Und welche Emotionen erwartet denn der Autor für „Deutschland in der Flüchtlingskrise“ – Mitleid? Man sollte also eigentlich froh sein, wenn der EU die Funktionalität eines Vollwaschmittels zuerkannt würde, leider ist nicht mal das der Fall.

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enlasnubes 28.06.2016, 15:19
106.

Zitat von Chefredakteur
Was die Briten Bachschmerzen macht ist die Situation der Arbeitsmarkt! Die Firmen suchen billige Arbeitskräfte die wenig verstehen, mit allem zufrieden sind und schnell gehen wenn man sie nicht braucht. Wenn sich an diese Situation nicht ändert, dann werden wir überall in Europa Probleme haben! Eine der größte Probleme war Agenda 2010, welche die Verhältnisse der Arbeitsmark und politische Kalkül ......
Zitat aus wikipedia: "Großbritannien, Irland und Schweden waren die einzigen EU-15 Staaten, die vom 1. Mai 2004 an ihre Arbeitsmärkte komplett öffneten."

Die EU-Osterweiterung 2004 hat doch allen alten EU Staaten die Möglichkeit gelassen, den Zuzug aus den Beitrittsstaaten zu begrenzen. Wenn GB eines der ganz wenigen Mitglieder war, die das nicht gemacht haben, dann braucht man sich nicht zu wundern, wenn man die "Hauptlast" der Einwanderung zu tragen hat.

Es ist davon auszugehen, dass es genau das Ziel der GB-Regierung war, durch dieses Vorgehen Druck auf den eigenen Arbeitsmarkt zu machen um Löhne zu drücken. Die Rechung hat man jetzt 12 Jahre später bekommen.

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kladderadatsch 28.06.2016, 15:20
107. Neustart der EU-Führunsriege fehlt auch noch

Der Brexit wurde auch bewusst als Option gegen Merkels Flüchtlingspolitik beworben. Merkel sollte sich ein Beispiel an Cameron nehmen und zurücktreten. Wir brauchen wieder ein dezentraleres Europa der Bürger und sollten Fehler wie Schengen und die Aushöhlung des Stabilitätspaktes korrigieren. Auch Juncker ist hierfür de Falsche.

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troy-mc-lure 28.06.2016, 15:21
108.

Tippe darauf, dass die Kanzlerin wie so oft in gespielte Handlungsstarre verfällt. Wenn die Probleme dann ausreichend eskaliert sind, kann sie wieder alternativlose Entscheidungen durchdrücken, für die der Otto-Normalbürger den Geldbeutel auf machen darf. Das funktioniert todsicher, ihre Ruhe und Gelassenheit ist daher verständlich.
Persönlich habe ich nicht den Hauch einer Hoffnung, dass die Probleme der EU substantiell angegangen werden. Mit Juncker am Ruder, der jahrelange ungehindert nationale Interessen zu Lasten der EU verfolgen konnte, sicherlich nicht.
Mein Vorschlag: FIFA, UEFA, Olympisches Komitee und EU verschmelzen. Die Synergieeffekte wären gigantisch.

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it--fachmann 28.06.2016, 15:22
109. Sehe ich auch so

Wir brauchen mehr Engagement für Europa, wenn wir den Laden noch retten wollen. Die SPD hat da gute Vorschläge gemacht. Aber Merkel? Hat ihren Zenith schon längst überschritten und sitzt nur noch aus, bis sie abgewählt wird.

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