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Merkels Syrien-Plan: Warum wir nicht mit Assad reden dürfen
AFP PHOTO/ HO/ THE OFFICIAL FACEBOOK PAGE OF THE SYRIAN PRESIDENCY

Kanzlerin Merkel will mit Syriens Diktator Assad reden. Ernsthaft? Mit dem Mann, der Zehntausende Tote auf dem Gewissen hat? Der deutschen Außenpolitik ist augenscheinlich ihr moralischer Kompass abhanden gekommen.

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kneumi 24.09.2015, 15:24
70. Man muss mit den Mächtigen reden, nicht mit den Sympathischen

und dazu gehört eben auch Assad. Die "demokratischen Kräfte" in der Region sind so schwach, dass sie weder den IS noch Assad besiegen und schon gar keinen Frieden erzwingen können. Der Westen wiederum ist ganz offensichtlich zu schwach, um den IS zu besiegen UND Assad zu stürzen. Fazit: Ohne eine Einbindung Assads wird es keinen Frieden geben.

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ad2 24.09.2015, 15:24
71. REDEN – selbstverständlich! Erst kommt das Überleben, dann die Moral!

Hier geht es nicht um ein "darf man mit Assad reden" sondern um die Rettung der Bevölkerung eines ganzen Landes. Wie heißt es so schön, "erst kommt das fressen, dann die moral" – Ich würde sagen: "Erst kommt das Überleben, und dann die Moral". Der Autor sitzt im Trockenen und hat gut reden, andere sterben für solchen Idealismus zwischen den Fronten. Niemals sollte man den Dialog verweigern, schon gar nicht unsere Demokratie, die grad frisch amerikanische Atomwaffen stationieren will.

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eternalchii 24.09.2015, 15:24
72.

Zitat von circul
ist der letzte stabilisierende Faktor in Syrien. Die Syrer fliehen nicht wegen ihm, sondern wegen IS und den sog. "Rebellen". Und wer Kommunikation grundsätzlich ablehnt, wie der Auto) hat sicherlich ein ganz besonderes Demokratieproblem.
Blödsinn. Die Syrier fliehen vor Assad, der in Syrien für den Großteil der Zivilen Toten verantwortlich ist. Assad und ISIS haben viel gemeinsam, beide gewinnenen ihre Macht hauptsächlich mit den Methoden Massenmord, Folter und Terror.

Und warum genau hat man ein "besonderes Demokratieproblem", wenn man sich weigert, einen gestörten Diktator, der als Massenmörder und Massenfolterer agiert, zu legitimieren? Das sollten Sie vielleicht doch erklären, anstatt ein solch bizarre These in den Raum zu werfen und zu hoffen, dass die Leute das irgendwie nicht bezweifeln.

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freespeech1 24.09.2015, 15:25
73.

Assad ist ein Diktator. Aber welcher islamische Staat ist keine Diktatur?
Wer finsteren Regimen wie in Saudi-Arabien Waffen liefert, der hat kein Recht, sich über Assad aufzuregen. Immerhin ist Syrien unter Assad ein vergleichsweise säkularer Staat, der mehreren hunderttausend christlichen Flüchtlingen als Folge des Natokrieges im Irak Asyl gewährt hat. Wo in einem islamischen Staaten genießen Christen ähnliche Religionsfreiheit? Da muss man suchen.

Auch wenn Assad alles andere als ein lupenreiner Demokrat ist, in Syrien gibt es als Alternative nur einen islamistischen Staat. Warum wir das unterstützen sollen (oder müssen!), weiß ich nicht. Unser großer Bruder könnte es verraten.

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t.h.wolff 24.09.2015, 15:25
74.

Gab es denn vor dem US-Stellvertreterkrieg gegen Syrien Flüchtlingsströme gen Europa?

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sean100 24.09.2015, 15:25
75. Wieso nicht?

Mit Saudi Arabien und Katar wird ja auch hervorragend geredet und vor allem gehandelt. Unter Assad herrschte wenigstens so etwas wie Glaubensfreiheit. Sollen sich doch mal ein paar westliche nicht so bekannte Politiker, mit einen großen erkennbaren Kreuz um den Hals und der Bibel in der Hand mitten in Riad oder Doha hinstellen. Mal sehen was passiert. Die Wahhabiten kennen da keinen Spaß! Selbst andersgläubige Muslime sind für sie Ungläubige. Es ist witzig das Saudi Arabien hier in Deutschland Moscheen bauen möchte und bereits finanziell bestimmte Gruppen unterstützt! Und niemand sollte glauben, das diese Muslime andere Religionen mit Toleranz begegnen. Das dürfen Wahhabiten gar nicht.
Aber zu diesen Ländern führen wir ganz tolle Beziehungen. Solange die Geschäfte prima laufen, kann man über den Rest hinweg sehen.
Also wieso nicht mit Assad reden? Weil Syrien von Russland gestützt wird und die USA diese Beziehung unbedingt beenden wollen um Syrien unter ihren Einfluss zu bekommen? Und wenn es so kommen sollte, wird es egal sein was für eine Regierung in Syrien sitzen wird.

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cwernecke 24.09.2015, 15:26
76. Moral

Wenn man die Moral-Latte so hoch hängt, geht aber bald nicht mehr viel. Russland, China, selbst in Saudi-Arabien könnte man sich dann abmelden. Ich weiß nicht, wie klug das ist, die Arme zu verschränken und zu sagen: Mit all diesen Leuten reden wir nicht mehr.

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wernerwenzel 24.09.2015, 15:26
77. Kein Wunder,

der moralische Kompass steht ja auch exklusiv nur bei SPON.
Wohin zeigt der übrigens, wenn z.B. mit dem Iran verhandelt wird?

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StFreitag 24.09.2015, 15:27
78. Es führt

kein Weg an Assad vorbei. Das bedeutet nicht, daß er für ewig dort bleiben sollte. es ist in deutschem Interesse, den Islamismus zu bekämpfen. Ein "moralischer Kompaß" ist völlig unnötig, den gibt es auch nicht. Es gibt Interessen. Wenn es um Moral ginge, müßte noch heute der Angriff auf Saudi-Arabien, Iran und Nordkorea beginnen. Das fordert - völlig zurecht - auch niemand.

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udor46 24.09.2015, 15:27
79. Ausreden

Doppelmoral: Der Westen redet mit China und wir regen uns nicht über Tibet auf. Oder die vielen Diktaturen in Africa wo sogar noch Waffen verkauft werden. Der Spiegel hat gerade Saudi Arabien mit dem IS Staat verglichen. Das beste war Irak des Saddam Hussein der sogar damals den Schlüssel der Stadt Detroit bekommen hatte.

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