Forum: Politik
Merkels USA-Politik: Die Unterwerfung
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Donald Trump ist ein Präsident wie aus einem Bilderbuch der DDR: ein amerikanischer Imperialist. Angela Merkel sollte sich an ihre Schulzeit erinnern - und in den anti-imperialistischen Kampf ziehen. Macht sie aber nicht.

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Neapolitaner 21.05.2018, 19:04
50. In der DDR wurde Rückgrat nicht gelehrt

..die Partei hatte immer recht. Letztlich entscheidet, wie A.;Merkel schon feststellte, der (US-)Präsident. Merkel konzentriert sich darauf, uns das passende Narrativ für eine neuerliche dt.-amerikanische Zusammenarbeit zu geben. Objektiv sind wir auf die USA angewiesen, unsere militärische Schutzmacht - eine andere exisistiert (real) nicht. Wer Deutschland zu mehr Selbstbestimmtheit verhelfen möchte, muss die dt. Politik um 180 Grad drehen.

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helmud 21.05.2018, 19:04
51. Es ist noch schlimmer

Merkel ist mitverantwortlich, weil sie die Politik von Schröder beendet hat.
Sie hat jahrelang die Früchte der Agenda-Politik kassiert und sich aber mit ihrer katastrophalen Ostpolitik komplett in die Hände der Amerikaner begeben. Nur eine Achse Paris, Berlin, Moskau hätte den Imperialismus der Amerikaner im Zaun halten können. Sie ist eine Marionette der Amerikaner und wir baden es nun aus, genau so wie die extrem teure Flüchtlingspolitik, mit Auswirkung auf Europa, wie Brexit, Erstarken der Rechten usw. Merkel ist eine Schande für unser Land, wir stehen als willfährige Deppen der Amerikaner da, dessen riesiger militärischer Komplex auf Krieg getrimmt ist..

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spon_4_me 21.05.2018, 19:08
52. Entschuldigung, Jacob,

aber da geht begrifflich alles durcheinander. Ich finde, gerade Journalisten gerade in diesen Zeiten sollten darauf achten, was sie wie mit welchen Begriffen sagen. Man kann sich nicht über die Rhetorik der AfD & Co beklagen und dann terminologisch so wahlfrei daherkommen. Ad 1: Imperialismus - das ist, wie das lateinische Wort schon sagt - eine expansive Ideologie, die im Kern darauf abzielt, Macht, Rohstoffe und Absatzmärkte durch direkte Unterwerfung zu sichern. Das den USA vorzuwerfen ist absurd. Wenn überhaupt stehen wir am Beginn einer der isolationistischen Phasen, an den die amerikanische Geschichte nicht arm ist. Ad 2: Imperialismus führt zu Faschismus. Das ist Lenin vom feinsten, macht es aber nicht richtiger. Natürlich haben Sie, lieber Jacob, damit das F-Wort gebraucht, bei dem sich - wie beim N-Wort - dem braven Leser die Nackenhaare aufstellen und gruselig-vertraute Bilder aus dem Geschichtsunterricht vor dem inneren Auge aufflackern. Aber meinen Sie das ernst? Faschismus? So wie in den 30ern, mit Fackelzug und Marschmusik? Mit einem Führerkult und einer Überlegenheitsdoktrin? Weil wenn Sie etwas anderes meinen, sollten Sie sich die Mühe machen, dafür Worte zu finden. Ad 3: Ultrarealismus - spannendes neues Wort, kannte ich noch nicht. Soll wohl heißen: Die Deutschen sind nicht nur realistisch, was ihre Chancen angeht, die anerikanische Politik zu beeinflussen, sie sind mehr als das: Sie unterwerfen sich, noch bevor die Peitsche geknallt hat. Aber beschreiben Sie doch mal, wie der von Ihnen erträumte Widerstand aussehen kann. Ich lese immer nur: Europa muss zusammenstehen, zusammen mit China und Russland auf Einhaltung von Verträgen pochen. Zieht das die Wurst vom Teller? Da starb es sich früher auf den Barrikaden malerischer. Ad 4: Französische Revolution usw. Was immer der Imperialismus des Universellen sein soll - meinen Sie damit die Menschenrechte, Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - dass daraus ein Herrschaftsanspruch des Westens hergeleitet wird, ist an sich schon eine verwegene These. Aber wenn DJT jetzt damit bricht, ist das doch eine gute Sache, oder? Ade, Herrschaftsanspruch?

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der.tommy 21.05.2018, 19:12
53. @americanet

Nach ihrer Definition des „wir-nehmen-einfach-alles-hin-wie-es-ist“ als Realpolitik müssen wir demnächst wohl auch hinnehmen, dass viele Kinder und Rentner nun mal in Armut leben. Oder wir müssen achselzuckend hinnehmen, dass Assad massenvernichtungswaffen einsetzt. Politik hat die Aufgabe, zu gestalten, nicht den gegenwärtigen Zustand als gegeben und unveränderbar hinzunehmen. Trump muss entschieden entgegen getreten werden. Denn es ist ganz und gar nicht sicher, dass der Spuk in 2,5 Jahren vorbei ist. Und überdies kann er, wenn andere es nicht verhindern, in dieser Zeit so grossen Schaden anrichten, dass es danach eben kein „weiter so“mehr gibt.

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fflorian 21.05.2018, 19:18
54. Gegen (Mafia-)Boss-Gehabe kann doch eine deutsche Kanzlerin nichts tun

Vielleicht bekommen Sie, Herr Augstein, diesmal so viel Zuspruch, weil Sie Merkel dafür verantwortlich machen, dass sich "der Rest der Welt" nicht gegen den Trumpismus zur Wehr setzt. Da freut sich doch jeder "Merkel-muss-weg-Brüller, auch wenn er Ihre Beiträge sonst nicht schätzt. Ja, die Analyse ist in dem Punkt zutreffend, wenn Sie schreiben "Dort wird die Stärke des Rechts abgelöst vom Recht des Stärkeren. Die Zeiten, in denen Trump als tumber Tor unterschätzt werden konnte, sind endgültig vorbei." Und das ist der entscheidende Punkt: Trump nutzt rechtswidrige Mittel (Vertragskündigung, Verstoß gegen WTO-Regeln), um Macht und wirtschaftliche Ziele zu erreichen. Er geriert sich als "großer Boss" mit Consigliere, der nicht widersprechen darf (sonst wird er gefeuert), und Capitani, die alles widerspruchslos umsetzen, was er anordnet. Mit einem Wort: er verhält sich wie ein Ober-Mafioso. Was soll dem ein(e) deutsche(r) Kanzler(in) entgegensetzen? Ein laut gebrülltes "Pacta sunt servanda!"? Ich glaube, da hilft nichts als Zähneknirschen - und das hilft auch nichts. Und hoffen, dass dieser Donald 2020 nicht wiedergewählt wird und die bis dahin angerichteten Schäden überhaupt noch zu reparieren sind. Und vielleicht - eine schwache Hoffnung - auf Vernunft und Wertebewusstsein im amerikanischen Volk und in seinen Institutionen. Nur die können diesen POTUS in die Wüste schicken, nicht eine deutsche Kanzlerin und auch nicht ihre Nachfolger(innen).

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Leser1000 21.05.2018, 19:19
55. Politik heißt dicke Bretter bohren

..und ich hoffe, dass die Kanzlerin zumindest versucht,so zu verfahren. Es ist (noch) nicht die Zeit, sich mit G e s a m t- USA zu überwerfen, dazu ist der Blondschopf auch in den USA viel zu umstritten. M.E. gilt es die vernünftigen US-Politiker bei der Stange zu halten, Kontakte zu pflegen und Trump dort entgegenzutreten wo es geht. Gerade die EU kann hier sehr hilfreich sein. Es wäre sinnvoll, wenn diese die wirtschaftlichen Optionen für die gesamte EU betreuen würde- dafür ist sie da. So kann Trump nicht einen Europäer gegen den anderen ausspielen. Insofern ist sowieso nicht nur Merkel nun verantwortlich, sondern die EU. Dies könnte sogar eine Chance für die EU sein (Selbstfindung aus konkretem Anlass; denn was braucht es noch um zur Überzeugung zu kommen, dass Europa nur als EU überhaupt eine Chance hat). Und ob am Ende etwas mehr Macron oder etwas mehr Merkel oder sonstwer sich eingebracht hat ist mir ehrlich gesagt dann auch egal.

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mens 21.05.2018, 19:20
56. Werte First

Auf vieles aus Russland kann ich gerne verzichten: verirrter Nationalismus, Chauvinismus und Homophobie. Aber eins muß man diesem totalitär gepeinigten Volk zugestehen, sie haben Rückrad - nach dem Motto: Verzichten um zu bestehen. Dabei ist mir jetzt erst mal egal, ob sie richtig liegen (tun sie in ihrem Verfolgungswahn nicht). Es geht um den Mumm. Etwas davon würde den wohlstandsverwöhnten Deutschen auch mal gut zu Gesichte stehen. Statt dessen kuscht man vor einem amerikanischen Soziopathen und seinem Gruselkabinett weil man Angst hat an sie keine Dreckschleudern mehr verschiffen zu können. Zugegeben, ein Blick in die Gesichter seiner Familie und Berater lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. Darum: Liebe Frau Merkel fragen Sie Emmanuel mal, wie echte internationale Machtpolitik funktioniert. Geld ist nicht alles. Ein paar Kniffe von einem Repräsentanten einer ehemaligen Kolonialmacht. Er sah bei seinem Besuch beim personifizierten Wahlschaden 1000 mal besser aus als Sie (ja, beim Handshake darf gegengequetscht werden). Und das ist wichtig, um in der Heimat die Leute hinter der Verteidigung unserer Werte zu wissen. Dann kann man in Washington auch mal auf den Tisch oder im Gast-Parlament ein paar undiplomatische Dinge raus hauen. Aber vielleicht fühlt sich die brave Raute einfach besser an.

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stepanus34 21.05.2018, 19:22
57. @35 "Einzige wirkliche Chance:"

"Mit den Chinesen und Russen ein Wirtschaftsbündnis zu gründen, die sinnlosen Sanktionen gegen Russland (eh nur aus US Hörigkeit entstanden) über Bord werfen und endlich um das Wohlergehen der eigenen Bevölkerung kümmern." So könnte man sich das fast denken. Leider wird das nicht passieren. Und, sehr geehrter Herr Augstein, es ist nicht die Kanzlerin allein zum Heulen.

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gedu49 21.05.2018, 19:24
58. Was soll Frau Merkel denn tun ?

Zitat von sibbi78
für öffentliche Kritik schon lange nicht mehr empfänglich. Sie zieht sich auf bewährte Weise zurück und überlässt das Feld ihren Bütteln. Ist das Thema flachgeredet worden und die Wogen geglättet, taucht sie wie "Jack-in-the-Box" wieder auf und ignoriert die nächste öffentliche Kritik. Die Frau ohne Rückgrat ist eigentlich nie da, wenn sie wirkich gebraucht wird. Die CDU und auch CSU und SPD wurden im übrigen von allen Wählerschichten gleichermaßen gewählt. Zusammen etwas über 52% der Stimmen. WIR sind unser Dilemma also selber Schuld...
Ihre sonst so beredten Berater aus CDU/CSU und SPD stellen sich auch nicht gegen Trump auf sondern werden Frau Dr. Merkel den schwarzen Peter zuschieben, egal was sie entscheidet.
Zunächst ist es bedauerlich, dass Deutschland sich nicht an die Seite Frankreichs stellt und gemeinsam mit den Ländern der EU eine Front gegen Trumps Erpressung bildet. Der Preis wäre für Deutschland immens hoch. WÜRDEN UNSERE BÜRGER den Verlust von Arbeitsplätzen und einen zeitweilig geringeren Wohlstand hinnehmen ?
Für die Abwehr dieser Erpressung wäre viel mehr Mut und weitgehendere Schritte nötig, die aber nicht getan werden ( können ?)

Die Erpressungsversuche Trumps müssten für die USA so teuer gemacht werden, dass Trump von den Wirtschaftsstrategen der USA selbst ausgebremst wird. (Zölle und Importverbote)

Beispielsweise wäre nur eine gemeinsame Strategie der EU mit Russland und den Chinesen wirksam, aber anscheinend denken nicht einmal die Chinesen an so eine Variante.
Natürlich sollte dann auch das Wirtschaftsembargo mit Russland beendet werden.

Als letztes Druckmittel wäre der gemeinsame Austritt aller EU-Länder aus der Nato zu erwägen, glauben Sie, man hätte in der EU so viel Mut ?

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kraus.roland 21.05.2018, 19:37
59. Trump hat den Bogen überspannt..

..und was jetzt folgt, läuft langfristig selbst amerikanischen Interessen zuwider. Ein sanktionsüberlastete Weltwirtschaft kann nur auf kurze Sicht den Anschein erwecken, als entspräche es den Interessen der USA. Diese haben zugunsten der Volksrepublik Chinas deindustralisiert und stehen dort mächtig in der Kreide. Der Weg dahin ist der r¨cksichtslosen Gewinnmaximierung geschuldet die durch die neoliberale Deregulierung möglich war. Jetzt opfert Trump allen wirtschaftlichen Sachverstand seinen Obsessionen von Weltherrschaft. Das wird nicht gutgehen. Auch wenn Merkel samt deutschen Exporteuren jetzt kuschen. Trumps Holzerei wird weitergehen mit verheerenden Folgen. Die Atlantiker-Gemeinschaft ist de facto ruiniert. Und im pazifischen Raum ist China bereits die Vormacht, mit begründeter Perspektive auf mehr.

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