Forum: Politik
Merkels Wende: Die Umfallerin
AFP

Der Deal mit der Türkei, die kühle Reaktion auf das Elend in Idomeni: Angela Merkels Willkommensrhetorik ist nur noch nettes Gerede, ihre Politik zielt wieder auf Abschottung. Sie sollte das wenigstens zugeben.

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spiegelwelt 12.03.2016, 23:31
1. Wo bleibt die Integration?

Ich bin der Überzeugung, dass nicht (nur) die Flüchtlichszahl das Problem ist, sondern die fehlenden Intergrationsstrategien!

Neulich sah ich im Fernsehen (ARD/ZDF?) eine Dokumentation über die unterschiedlichen Intergrationsbemühungen von Deutschland und Dänemark.

Bei uns werden die ankommenden Menschen nur mit Unterkunft und Lebensmitteln versorgt.

Alles andere ist freiwillig oder wird gar nicht angeboten - je nach Region.

In Dänemark sind Sprachkurse PFLICHT!

Die Menschen müssen zusätzlich in Firmen Praktika absolvieren, um ihre Intergation zu fördern. Davon profitieren die Flüchtinge und das Land.

So etwas vermisse ich bei uns.

Wollen wir 10/20 Jahre warten, bis wir verzweifelt feststellen, dass die Integration gescheitert ist?

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hansriedl 12.03.2016, 23:47
2. Ein paar Ergänzungen

1) Europa ist sich ziemlich einig, nur Deutschland schert noch aus
2) Es liegt nicht allein an Europa, diesen Rucksack dürfen wir uns nicht alleine aufbinden lassen. Es ist zwingend nötig hier auch z.b. die USA und Russland einzubinden. Es sieht wohl keiner hier ein warum wir verpflichtet sein sollten zu helfen während die anderen nur zusehen ...

Fazit: manche sehen Europa in der moralischen Pflicht sich selbst aufzuopfern, wundern das dass den Einheimischen nicht passt sollte man sich aber nicht ...

Ps. Und wo bleiben die Verursacher, beim helfen zeigen
sie Null Interesse. Beim zerstören waren sie sich einig.
Darum sollte sich Angie mal kümmern.

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zapp-zarapp 12.03.2016, 00:00
3. Wieder Schwarz-Weiß-Logik

Was mir im letzten Jahr am meisten Sorge bereitet hat, war weder die hohe Zahl der Flüchtlinge noch das sichtbar werden eines europaweit existenten rechten Randes, der mehr oder minder explizit schon immer da war. Was mir wirklich Sorge bereitet hat, ist diese Polarisierung der Debatte bis hinein in die eigentlich demokratische Mitte und bis hinein in die Qualitätsmedien. Dieses "richtig" vs. "falsch" kannte ich früher eher von Medien und deren Lesern, die unbedingt die Meinung bilden (lassen) wollten. Nun aber ziehen die Wahrheitshüter aller Lager unbeirrt gegeneinander zu Felde. Folglich darf es in der holzschnittartigen Debatte nur die Helden und die Schurken geben. In diesem Sinne scheint mir leider auch dieser Kommentar geschrieben zu sein. Da kann Merkel nur Säulenheilige der Linken/Grünen sein oder Umfallerin (schwach/unmotiviert/beides). Immerhin letztere Differenzierung wird noch angeboten. Wo bleiben da bitte die Grautöne? Wo die Differenzierung und das Zugeständnis an realpolitische Erwägungen, die ich selbst Seehofer, Orban und anderen zugestehen würde? Muss Merkel stoisch einen einmal eingeschlagenen Weg gegen alle Widerstände über Jahre verfolgen, oder muss sie auch nachjustieren dürfen ... egal wie man das Vorher und das Nachher bewertet? Ich bitte gerade auch die meist geschätzten SPON-Mitarbeiter darum, nicht in die Falle zu tappen, in der schon zu viele Foristen festzuhängen scheinen: Wir brauchen Informationen, teils auch Orientierung und klare Meinungen, aber keine schwarz-weiß-Polarisierung. Von der haben wir schon reichlich. Und in der Folge schlägt das gesellschaftliche Pendel immer stärker aus. Wie daraus noch eine Win-Win-Situation bzw. ein demokratischer Konsens/Kompromiss erwachsen soll, ist mir schleierhaft.

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Ruhri1972 12.03.2016, 00:03
4.

Die Frage ist doch, ob es jemals um den Humanistischen Imperativ ging ? Man schaut sich die gestiegenen Waffenexporte in den Nahen Osten an. Die soziale Marktwirtschaft ist in Deutschland faktisch abgeschafft. War das ganze nicht ein großes Taeuschungsmanoever mit transatlantischen Zufluesterungen ? Mittlerweile wird ja ganz offen von geostrategischen Erwägungen gesprochen, die Türkei in die EU einzubinden. Mit einer Wertegemeinschaft hat das dann aber nichts mehr zu tun.

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joG 12.03.2016, 00:03
5. Ja, das war von vornherein .....

.....zu erwarten, irgendwie. Natürlich könnte sie gegen die Vernunft und vor allem nicht gegen die Realität gewinnen. Peinlich war und bleibt allerdings, dass die Medien und große Teile der traditionellen politischen Elite applaudierten oder sagten die willkommenspolitik genüge nicht. Wer dagegen war, wurde rechts extrem oder rechts radikal geschimpft. Nun beugt sich die Willkommenskultur aber die beschimpften Politiker und Parteien werden noch beschimpft.

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g.raymond 12.03.2016, 00:06
6. Merkel selbst fragen statt auf sie zu projizieren

Dass Merkel umgefallen sei, ist eine Behauptung von Stefan Kuzmany. Deshalb wäre ein Interview mit Merkel und die gezielte Frage, ob sie den grand design ihrer Flüchtlingspolitik tatsächlich geändert hätte, allemal überzeugender gewesen. Dass der Vergleich zwischen der ersten Ankunft der Flüchtlinge über die ungarische Grenze und dem jetzigen Stau der Flüchtlinge in Idomeni hinkt, und keineswegs beweist, dass Merkel ihre Prinzipien revidiert hätte, darauf haben Tauber in seinem DLF-Interview oder Steinmaier hingewiesen. In der Tat hält Merkel immer noch die nationale Grenzschliessung für falsch. Zu verführerisch scheint es hingegen für Kuzmany zu sein, die komplexe Situation der Flüchtlingspolitik Merkel zu simplifizieren.

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tommy1983 12.03.2016, 00:14
7. Schöner Artikel

dem ich größtenteils nur zustimmen kann. Aber, war das alles wirklich eine Überraschung? Meiner Meinung nach beweißt sie damit nur noch mal explizit ihre Kurzsichtigkeit und Unfähigkeit eine derartige Situation richtig zu managen. Man hätte schon vor 2 Jahren beginnen müssen, das Thema Flüchtlinge in der EU wirklich zu Debattieren. Dann hätte man versuchen können, eine diplomatische Lösung GEMEINSAM mit den anderen EU Ländern zu finden. Der Alleingang von Merkel und die anschließende Drohung mit einer Zwangsverteilung von Flüchtlingen war völlig kontraproduktiv und wird Europa auf lange Sicht weiter spalten.

Eine Bitte trotzdem noch an den Author: Sparen Sie sich doch bei Ihrem nächsten Artikel diese ständige Verniedlichung von den "Problemen", welche die Flüchtlinge nun mal "auch" im Gepäck haben. Wäre man von Anfang an politisch, wie auch von Seiten der Presse einfach offenen mit Themen wie Kriminalität und möglichen kulturellen Differenzen, wie z.B. Frauenbildern umgegangen, wäre die öffentliche Diskussion niemals so hochgekocht. Aber differenzierte Betrachtung ist unserem Land ja leider nur begrenzt möglich...

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Québec 12.03.2016, 00:19
8. Cool bleiben!

In Ihrem Kommentar übertreiben Sie maßlos, genauso wie in den vergangenen Monaten maßlos in die andere Richtung übertrieben wurde! Kann man die Politik nicht mit mehr Ausgeglichenheit kommentieren? Merkel hat weder die Grenzen aufgemacht, noch zu! Sie muss die richtige Balance finden und gleichzeitig den Laden Europa zusammenhalten, in dem sich die meisten Regierungschefs wie Kleinkinder benehmen. Deutschland ist in Europa nun mal die Führungsnation und muss sich auch entsprechend verhalten, dass dies nicht immer Beifall bringt ist doch klar. Cool bleiben!

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Alfred +1 12.03.2016, 00:21
9. Kuzmanys Welt...

...blendet die Entwicklung bezüglich der Flüchtlinge seit dem Spätsommer 2015 komplett aus. Es gibt keine Anmerkung zur außerhalb Deutschlands weit verbreiteten Ablehnungshaltung innerhalb der EU-Staaten. Dann folgt noch bitterböse Polemik durch Zitierung Goethes. Ich werde das Gefühl nicht los, dass einige SPON-Autoren nicht in der Lage sind, die aktuellen Realtäten zur Kenntniss zu nehmen, und sich statt dessen in ihrem Redaktionselfenbeinturm einigeln. So langsam bin ich an dem Punkt, von diesen ewigen Spiegel-Nörglern auch einmal Lösungsvorschläge einzufordern, statt permanent zu äußern, wie es überhaupt und gar nicht geht! Bitte legen Sie los, Herr Kuzmany...

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