Forum: Politik
Messerangriffe: Hessen will Waffengesetz verschärfen
imago/ Eckhard Stengel

In Hessen ist die Zahl der Messerangriffe zuletzt kontinuierlich gestiegen. Landesinnenminister Beuth fordert nun die Ausweitung von Zonen, in denen keine Waffen getragen werden dürfen.

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spon_2999637 06.06.2018, 07:37
20. Blinder Aktionismus

"Rund um einen Kindergarten hat aber jemand mit einem Messer oder gar einer Pistole nichts zu suchen", sagte Beuth dem SPIEGEL. "Dass wir hier nicht erst auf eine Tat warten dürfen, bevor wir diese Orte besonders schützen können, leuchtet Eltern sofort ein."

Was genau wird damit nun verboten? Das Führen einer ohnehin illegalen Waffe (Pistole, Springmesser...) oder auch das Führen einer außerhalb der Zone legalen Waffe (also mit Waffenschein)? Ersteres ist ohnehin verboten (Zone daher unsinnig), letzteres extrem selten (nicht zu verwechseln mit Waffenbesitzkarte) und wie fiele Gewalttaten wurden bisher überhaupt mit legal geführten (nicht nur legal besessenen) Waffen begangen?

Dann - ein Verbot ist nur sinnvoll mit Kontrollen. So wie beim Einlass ins Fußballstadion oder auf das Münchner Oktoberfest Besucher kontrolliert werden, müssten nun tausende Schulen, Kindergärten täglich kontrolliert werden. Und zwar nicht nur unbekannte Besucher, Eltern etc. sondern auch Schüler (gerade an Schulen wurden die meisten Taten nun einmal durch Schüler verübt....). Nächste Meldung also: Hessen schafft 20.000 neue Stellen bei der Polizei. Hurra!

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Pela1961 06.06.2018, 07:38
21. Wo bitteschön

gibt es denn solche Schilder überhaupt? Und was sind "gefährliche Gegenstände"? Ist ein Taschenmesser eine Waffe, die unter diese Regelung fällt? Und warum ist das Tragen von solchen Waffen überhaupt irgendwo erlaubt?

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n - n 06.06.2018, 07:44
22. In Bayern ...

...im Bayrischen Wald auf dem größten Volksmusikfestival Drumherum in Regen war die Hälfte der jungen Männer in Tracht - Lederhose mit Messer an der Seite. Es wurde viel getrunken aus großen Gäsern und meine Frage (als Norddeutscher) war, ob das mit den Messern bei Streitereien zu einem Problem werden könnte. Ja - wurde gesagt manchmal gibt`s heftig was auf die "Nuß" , aber niemals mit dem Messer ! Das sei allein für die Brotzeit !!! Keine schlechte Tradition - so scheint mir.

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reichsvernunft 06.06.2018, 07:51
23. Nicht schon wieder...

... was soll man da noch verschärfen. Mir wurde kürzlich ein (in einem Laden eines bekannten Outdoor-Ausstatters) offen gekauftes Taschenmesser abgenommen mit einer Verwarnung und einem Hinweis auf bis zu 800€ Ordnungsgeld, einem älteren Familienmitglied ebenfalls, der musste dann auch ~250€ löhnen. Wann fühlt sich unsere Schlagstock-gegen-Gummitiere-Polizei denn endlich sicher vor dem bösen Bürger? Wenn wir alle die Handfesseln anlegen sobald wir die Haustür hinter uns lassen und der Chef sie dann zum buckeln im Betrieb wieder abnimmt? Messer-Epedemie, na klar. Rentner dürfen Autos führen ohne Überprüfung, die Suizidstatistik ist verheerend, Drogenseuche im Mittelstand nach U.S.-Vorbild, aber klar, Taschenmesser sind eine Gefahr und da müssen natürlich schärfere Gesetze her, nicht etwa eine Polizei die mit genug Personal ausgestattet ist, das vernünftig ausgebildet und ausgerüstet wird, um tatsächlichen Übeltätern auch in Form von Ermittlungen zu folgen...

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fabsel123 06.06.2018, 07:54
24.

Messer sind doch schon recht weitgehend reguliert alles weitere ist nur Augenwischerei. Jemand der ein Messer mitführt aus den Verbotsgründen wird sich doch nicht wegen dem Verbot abhalten lassen und sonst nimmt so jemand einfach ein anderen Gegenstand mit. Da gab es doch mal von SpiegelTV ein Bericht, wo Jugendlich neben Messer und Schlagringe diverse mehr oder minder Alltagsgegenstände zeigten. Bsp. einer führt ein Karabiner als Schlagring vor, und das war vor vielleicht etwa 10-15 Jahren.

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Max Super-Powers 06.06.2018, 07:56
25.

Komisch. Auf jeden, der sich nur ein wenig mit dem deutschen Waffenrecht auskennt, wirkt das wie der blanke Populismus...

Fassen wir mal kurz zusammen. Bereits jetzt ist es verboten: a) feststehende Messer mit einer Klingenlänge über 12cm b) Klappmesser mit arretierbarer Klinge, welche sich einhändig öffnen lassen zu führen - bis auf wenige Ausnahmen, die einem "anerkannten Zweck" dienen, etwa Berufsausübung oder Brauchtumspflege. Ferner gibt es bereits jetzt umfangreiche Anlässe, zu denen auch ansonsten legal zu führende Messer verboten sind - etwa Volksfeste.

Dass Kriminelle sich nicht an solche Gesetze (oder irgendwelche Gesetze) halten, sollte klar sein. Und insofern erscheint mir der Vorschlag, die Gesetzesschraube in Hessen noch weiter anzuziehen, bestenfalls als verlorene Liebesmüh. Klar, klingt fürs Volk und die Presse schön aktionistisch. Bloß derjenige, der schon jetzt auf die bestehenden Gesetze pfeift, wird auch durch noch schärfere nicht abgehalten werden.

In Großbritannien, wo man mit solcherart Schein-Logik noch weiter ist, als in Hessen, diskutiert man derzeit allen Ernstes bereits, dass es eine Längenbeschränkung von Küchenmessern geben solle - mit dem Argument, dass ja nur ausgebildete Köche Klingen über einer bestimmten Länge benötigen würden. Dass im gleichen Atemzug auch gefordert wurde, Küchenmesser nur noch mit abgerundeter Spitze zu verkaufen, schlägt in die gleiche Kerbe - viel Gesetz, sehr wenig echter Nutzen.

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Max Super-Powers 06.06.2018, 08:01
26.

Zitat von mirage122
Kann mir mal jemand erläutern, warum man überhaupt Waffen mit sich herumtragen muss? Ich sehe absolut keine Notwendigkeit. Ist das der amerikanische Einfluss? Reicht nicht auch zur Abwehr Pfeffer-Spray oder dergleichen? Wenn die Statistik hier steigende Zahlen z.B. in Hessen angibt, kann das daran liegen, dass man dadurch verschärft sensibilisiert worden ist. Keine Waffen rund um Kindergärten: Ja, was soll denn das? Das bringt vielleicht einige Menschen erst auf eine Idee. Verteidigen Eltern ihre Kinder vor Lehrern oder Mitschülern mit Waffen?Wie weit soll das in diesem, unserem Lande denn noch kommen?
Ich glaube, Sie missverstehen hier den Sinn. Zunächst: Ein Messer ist, zumindest wenn es von Otto Normalverbraucher geführt wird, keine sonderlich taugliche Waffe, um sich zu verteidigen - man muss nah an den Gegner heran und mit etwas Pech verletzt man sich eher selbst. Da gebe ich Ihnen mit dem Hinweis auf Pfefferspray vollkommen Recht.

Tatsächlich sind die überwiegenden Zahlen aller Messer nichts weiter als ein Werkzeug - ob das nun das kleine rote Schweizer Taschenmesser ist oder ein etwas größeres Klappmesser. Ich für meinen Teil habe allerdings noch nie jemanden gesehen, der selbst mit einer legal-langen feststehenden Klinge am Gürtel herumlief. Ja, in meiner Hosentasche steckt tagtäglich ein "Klapper" von A.G. Russel aus den USA - sieht martialisch aus, ist aber gesetzeskonform. Und jetzt raten Sie mal, was ich damit mache? Amazon-Pakete, Briefe, Wurst schneiden, manchmal, wenn nix anderes greifbar ist, die Fingernägel sauber.

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Anton Ernst 06.06.2018, 08:06
27. Nichts als Populismus

Gerade das „einleuchtende“ Beispiel „Kindergarten“ beweist den Populismus, schließlich kann sich niemand ohne Emotionen mit dem Thema Kinder und Waffen befassen.
Mir fehlt die Fantasie, wer diese Verbotszone überwachen soll, muss man sich dann Checkpoints mit Röntgengeräten und Leibesvisiten für jeden Passanten vorstellen?
Brauchen Köche und Handwerker in diesen Zonen eine Waffenerlaubnis?

Einmal mehr versucht die Politik, Probleme mit rein symbolischen Lösungsansätzen anzugehen.

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wiesenflitzer 06.06.2018, 08:12
28. Jeder, der sich mit dem Waffenrecht auskennt weiß,

dass dieses Gesetz ein einziger schlechter Witz ist. Hier wird ausschließlich nur den Herstellern von Waffen, Messern und Spielzeug gehuldigt. Spielzeugpistolen dürfen nahezu zu hundert Prozent exakt so aussehen wie echte Schusswaffen, jeder der 18 Jahre alt ist, darf Messer fast jedweder Art mit sich herumschleppen; es gibt so viele Ausnahmen und Anlagen zur Anlage des Waffengesetzes, dass es einem schwindlig wird. Das Gesetz ist so kompliziert, dass selbst die meisten Polizisten, außer ausgewiesene Fachkräfte, damit nicht klarkommen. Dabei wäre es so einfach. Verbot der Herstellung, des Vertriebes, der Einfuhr, Verkaufes, Erwerb, etc. von Schusswaffen aller Art, außer für besonders ausgewiesene Personen. Das gleiche Verbot für Messer, die ihrer Art nach ausschließlich zum Verletzen benutzt werden, wie Butterfly-Messer, Faustmesser, Batman-Messer und dergleichen mehr. Dazu das Verbot zum Führen (nicht ab 18, sondern generell!) von Messern aller Art. Wozu sollte es gut oder geeignet sein, dass ich beim Spazieren gehen, Einkaufen, Sport, Party, auf der Straße ein Messer, oder einen Baseballschläger mitführe? In den Großstädten hat mittlerweile jeder zweite Jugendliche (ja, maßgeblich die mit Migrationshintergrund) ein Messer dabei. Diese werden bei Streitigkeiten denn auch zuhauf eingesetzt. Das wird dann, wenn es eingesetzt wird, fast immer als gefährliche Körperverletzung eingestuft und seitens der Justiz, (wen wundert es) fast schon als Kavaliersdelikt geahndet. Dumm nur, dass wir auch immer mehr Tote, auch Jugendliche, deshalb zu verzeichnen haben. Warum also nicht einfach das Führen von Messern verbieten und, bei Verstoß knallhart bestrafen? Niemand braucht auf der Straße ein Messer. Jetzt werden andere sagen, man kann nicht alles verbieten. Ja, das kann man nicht, aber vieles muss man, weil der Mensch einfach nicht auf die Vernunft hört. Es ist einfach so! Und Jugendliche würden nicht, sagen wir mal mit Muttis Küchenmesser draußen herumlaufen; Ironie des Schicksals: Genau in diesem Moment bekomme ich einen neuen Fall auf den Tisch; einem Jogger wurde, unter Vorhalt von Messern sein iPhone 10 von zwei marokkanisch aussehenden Jugendlichen geraubt. Leider ist es wie in fast allen anderen Bereichen auch. Man hat fast den Eindruck, dass sich Politiker um rein gar nichts mehr kümmern.

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berba 06.06.2018, 08:18
29. Seht her, wir tun was!

Wieder mal kann ich über unsere Politiker nur lachen. Solche Gesetze, Verbote und Auflagen bringen genau was?? Genau. GARNICHTS!

Hier geht es nur mal wieder darum, der Öffentlichkeit zu zeigen: Seht her, wir tun was.
Das erinnert mich an die Amokläufe an Schulen. Auch hier musste immer ein Opferlamm gefunden werden, dass man der Öffentlichkeit präsentieren konnte. Im Fall der Amokläufe, waren es gewalttätige Videospiele. Auch totaler Schwachsinn. Diese Spiele werden von Millionen Menschen gespielt. Das wären dann ja alle potentielle Amokläufer. Absolut an den Haaren herbeigezogen. Aber wie gesagt, der Öffentlichkeit muss ja irgendwas präsentiert werden.

Jetzt zum Messerverbot.
Ebenfalls totaler Schwachsinn.
Ich selbst trage schon seit Jahren immer ein Taschenmessser mit mir rumm. Meist ein Schweizer Taschenmesser, oder auch ein anderes Klappmesser. Für mich keine Waffe, sondern ein Schneidwerkzeug.
Also ist es dank der neuen Gesetze dann bald so, dass ich ein Krimineller bin, nur weil ich ein Schweizer Taschenmesser bei mir trage. Sorry, aber da kann ich nur mit dem Kopf schütteln.
Fakt ist: Die Leute die wirklich andere Menschen mit einem Messer verletzen wollen, halten sich sowiso nicht an das Trageverbot. Oder glauben unsere Politiker wirklich das der echte Messerstecher morgens die Zeitung aufschlägt und dann denkt: ” Oh mist, Messer bei sich zu tragen wurde verboten, also muss ich es wohl Zuhause lassen! ” Definitiv nicht!

Wieder also mal eine ehr merkwürdige Entscheidung unserer Politiker, die einen echten Täter kaum beeindrucken wird.

Aber das kennen wir von unserer Politik ja schon.

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