Forum: Politik
Messerattacke in Hamburg: Bundesbehörde verschlief Abschiebefrist für Attentäter
DPA

Ahmad A., der Messerangreifer von Hamburg, hätte schon 2015 nach Norwegen zurückgeschickt werden können. Nach SPIEGEL-Informationen verpasste das Flüchtlingsamt aber die Frist - um einen Tag.

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klausbacker 01.08.2017, 13:08
10. Ist das überraschend?

Natürlich nicht. Alle Behörden sind doch total überfordert mit den hohen Fallzahlen. Es fehlt an Personal an allen Ecken und irgendwann verliert auch der gutwilligste Mitarbeiter den Elan und resigniert. Das erinnert mich an die Situation der Berliner Polizei, die so schön im neuesten Spiegel beschrieben worden ist.

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flaps25 01.08.2017, 13:09
11. Das ist nach dem Fall Amri...

... das 2. Mal, dass die deutschen Behörden nicht in der Lage waren, einen Attentäter wenigstens durch korrekte Anwendung der Rechtslage zu verhindern. Wieviele tausende Fälle, in denen die Behörden es ebenfalls nicht im Griff haben, befinden sich noch im Land. "Wir schaffen das" wird jeden Tag konterkariert weil wir überhaupt nichts schaffen, aber Politiker und Syszemmedien versuchen uns nach wie vorbei erzählen, dass wir nur bedauerliche Einzelfälle sehen und die statistische Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Terrorangriffs sei ja sehr klein. Dass jeder spürt, wie sich diese Gesellschaft und das Sicherheitsgefühl der Menschen dramatisch verschlechtert, wird geflissentlich verschwiegen. Und dann fallen alle aus den Wolken, dass die Menschen bei Wahlen die Quittung präsentieren...

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Mister Stone 01.08.2017, 13:14
12.

Demnach sollte A. bereits kurz nach seiner Einreise nach Deutschland im Frühjahr 2015 nach Norwegen abgeschoben werden. Dort hatte der Palästinenser erfolglos einen Asylantrag gestellt. Nach den Regeln des sogenannten Dublin-Systems hätte er deshalb unmittelbar zurückgeschickt werden können.

Na und dann? Ab nach Norwegen und dann wäre es wieder zu einer "Einreise nach Deutschland" gekommen. Ausweis "verloren", neuer Antrag. Wer hätte das verhindert? Genau: Niemand. Dann wäre nach seiner erneuten "Einreise" vielleicht irgendwann einmal festgestellt worden, dass er unter anderem Namen schon einmal hier war. Rückschiebung und Abschiebung sind völlig ungeeignete Maßnahmen, um illegale "Einreisen" zu verhindern. Strenge Einreisekontrollen zum Zwecke der Inneren Sicherheit sind nötig. Aber solange unsere Durchwinkerin mit dem freundlichen Gesicht sicherheitsrelevante Prüfungen als "Abschottung" abtut, wird es damit wohl nichts werden.

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eiffe 01.08.2017, 13:15
13.

Wie soll man auch die totale Überwachung realisieren, wenn man alle Straftäter abschiebt? Man beißt sich doch nicht ins eigene Bein!

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citizen01 01.08.2017, 13:18
14. Weitab von HH und einer solchen Behörde wohnend behaupte ich

mal, daß die Behörde schlichtweg überlastet wahr. Mit mehr Personal und einer besseren Ausstattung wäre das nicht passiert. "Wir" haben es eben mal wieder nicht geschafft. Die Behörde ist nur das letzte Glied in einer Kette tragischer Versäumnisse, die sie nicht zu verantworten hat.

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t.starke 01.08.2017, 13:20
15. Behördenversagen

Für mich ist fraglich, ob man die Schuld nur bei den zuständigen Behörden abladen kann. Immerhin kämpfen diese immer noch mit dem Zustrom an Flüchtlingen aus dem Jahre 2015/Anfang 2016. Das muss nicht wirklich eine Entschuldigung sein, aber der Druck auf die Behörden und damit vor allem die Mitarbeiter muss enorm sein. Wenn ich dann allein sehe, wie kompliziert eine einzige Abschiebung sein kann, wenn seitens des Abzuschiebenden alle Rechtsmittel ausgeschöpft werden (gerade gut zu sehen in Bremen), ahnt man, dass den Behörden noch schwere Zeiten bevorstehen. Hier ist die Politik unbedingt gefordert. Ich unterstütze den Vorstoß der Kanzlerin aus dem Jahre 2015, den hilflosen Flüchtlingen durch die Öffnung der Grenzen zu helfen, aber seitdem scheinen nicht genügend Maßnahmen getroffen und umgesetzt worden zu sein, um mit dem Zustrom der Flüchtlinge in allen Konsequenzen umgehen zu können.

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jimbofeider 01.08.2017, 13:20
16. Post

Wie bei einem Postpaket, Annahme wegen einem Tag zu spät, verweigert. Das schärft den Blick auf ein streng genommen zu tiefst bürokratisches System. Wie es dem Attentäter dabei ging Frust, Wut und Hass auch auf sich selbst ist anzunehmen und nachzu vollziehen, wenn man bedenkt woher er kommt. Schärfere Gesetze, sofort abschieben oder erst garnicht reinlassen werden das Problem jedenfalls nicht lösen. Die Politiker wissen das und schauen im Kreis herum und bleiben stumm.

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lancerfoto 01.08.2017, 13:23
17. Genau meine Meinung

Zitat von klausbacker
Alle Behörden sind doch total überfordert mit den hohen Fallzahlen. Es fehlt an Personal an allen Ecken und irgendwann verliert auch der gutwilligste Mitarbeiter den Elan und resigniert. Das erinnert mich an die Situation der Berliner Polizei, die so schön im neuesten Spiegel beschrieben worden ist.
Als Außenstehender auf die vermutlich vor allem mengenmäßig überschütteten Beamten rumhacken, ist ein besonders feiner Zug.
Keine Ahnung von der täglich zu bewältigenden Arbeitsmenge, aber fleißig ein Klischee bedienen.
Für mich ist es kein Wunder, dass gelegentlich auch folgenschwere Fehler auftreten. Leider getraut sich niemand an die wirklich Verantwortlichen ran.
Mir tut jedenfalls der Beamte leid, dem jetzt die Schuld zugewiesen wird.

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spontanistin 01.08.2017, 13:23
18. Radikalisierung durch enttäuschte Erwartungen!

Immigranten sind willkommen, wenn sie die Gesellschaft bereichern. Bei Allen, die nicht nach Polen oder Ungarn oder Frankreich emigriert sind, sondern nach Schweden, Norwegen oder D, kann man davon ausgehen, dass sie hohe Erwartungen an ihre Zukunft im Zielland hatten. Jeder halbwegs lebenserfahrene Zeitgenosse weiß, welche Extremreaktionen enttäuschte Erwartungen, wie unrealistisch diese auch gewesen sein mögen, auslösen können. Logisch, dass dann in diesem Fall Märtyrer als einzige Perspektive erscheint. Es werden noch viele unrealistische Erwartungen nicht bedient we den können.

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offonline 01.08.2017, 13:23
19. Das Versagen des Staates und der Verlust des Vertrauens

in diesen selben, wird durch diesen selbst auf allerhöchstem Niveau betrieben.
Wie ist es möglich, daß dann "durch irgendeinen "Prüfenden"" festgestellt wird, das etwas schiefgelaufen ist, wenn es bereits schiefgelaufen ist.
Ich glaube, hier muss mal "das System" neu gestartet werden?

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