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Messerattacke in London: Ermittler nehmen Mann nach BBC-Interview fest
DPA

Der britische Inlandsgeheimdienst soll versucht haben, einen der mutmaßlichen Attentäter von London anzuwerben. Das sagte ein angeblicher Freund des Täters in einem BBC-Interview. Noch auf dem Sendergelände wurde er anschließend festgenommen.

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spon-xxx 25.05.2013, 11:19
10.

Zitat von vogelsteller
Es ist doch immer wieder das gleiche Erscheinungsbild. Wenn Attentäter plötzlich auftauchen und Verderben anrichten, dann ist auch stets im Vorfeld der Ereignisse der jeweilige Geheimdienst da und hat seine dreckigen Finger im Spiel. In diesem Fall kam der Geheimdienst einen Tick zu spät. Er hätte mit seinem schnelleren Erscheinen, diese Offenbarung des Festgenommenen vereiteln können - Pech gehabt. Nun zeigt sich, was eigentlich hinter diesem Ereignis abgelaufen ist und lässt einen tieferen Einblick zu.
..."Der Geheimdienst hatte seine dreckigen Finger im Spiel" ? Anscheinend ja nicht! Anscheinend ist die Islamistenszene nicht so ohne weiteres zu unterwandern und zu durchleuchten! Im Artikel steht, dass einer behauptet hat, der Geheimdienst habe versucht Michael anzuwerben, dieser habe aber abgelehnt. Der Geheimdienst hat diese Aussage nicht bestätigt.

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Thomas Kossatz 25.05.2013, 11:35
11.

Zitat von vogelsteller
Es ist doch immer wieder das gleiche Erscheinungsbild. Wenn Attentäter plötzlich auftauchen und Verderben anrichten, dann ist auch stets im Vorfeld der Ereignisse der jeweilige Geheimdienst da und hat seine dreckigen Finger im Spiel. In diesem Fall kam der Geheimdienst einen Tick zu spät. Er hätte mit seinem schnelleren Erscheinen, diese Offenbarung des Festgenommenen vereiteln können - Pech gehabt. Nun zeigt sich, was eigentlich hinter diesem Ereignis abgelaufen ist und lässt einen tieferen Einblick zu.
Weil genau das ihre Aufgabe ist. Man kann es übrigens auch anders sehen: Die Mörder haben sich genau da herumgetrieben, wo der Geheimdienst auf sie gewartet hat: bei Hasspredigern, in der Extremistenszene.

Ich weiss, dass ich Verschwörungstheoretiker nicht überzeugen werde, für alle anderen, die noch klar denken können antworte ich trotzdem.

Im übrigen gibt der BBC-Bericht auch eine ganz andere Deutung her: Hier wirft ein Täter mit Nebeltöpfen und legt eine falsche Spur, weil er weiß, was Leute wie sie zu gern glauben.

Gehen Sie viel skeptischer mit solchen Meldungen um, es ist nicht eben unüblich, dass Täter Falschaussagen machen. Und selbst wenn: Wenn MI5 den Täter unterschätzt hat - was ja keine Neuigkeit ist - dann ist es auch nicht verwerflich oder überraschend, dass er als V-Mann in Betracht kam.

Wenn Sie sich anschauen, wieviele Taten in England bereits aufgedeckt und verhindert wurden, dann ist ihr Beitrag mit Verlaub - ziemlich Naiv.

Und falls sie es nicht gemerkt haben: Es war nicht MI5, die mit blutigen Händen herumgelaufen sind.

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Thomas Kossatz 25.05.2013, 11:37
12.

Zitat von rhodensteiner
Ja, die Beteiligung von Geheimdiensten an praktisch jedem Terroranschlag der letzten Jahrzehnte gibt schon zu denken. Gäbe es überhaupt Terror, ohne die Geheimdienste?
Weder ist MI5 beteiligt gewesen, noch gibt es für die Behauptung eines Beschuldigten vom Hörensagen (!) bisher eine Bestätigung.

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spmc-135322777912941 25.05.2013, 11:38
13. Geheimdienstbashing

Was mir auffällt (Deutschland, USA, GB) ist die Tatsache dass die Schlapphüte wohl durchaus die richtigen Leute im Visier haben, diese dann auch jahrelang beobachten und es immer erst zu einem oder mehreren Anschlägen kommen muss bevor dies bekannt wird. Trotz aller Beobachtungen wird selten oder nie gehandelt.

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Thomas Kossatz 25.05.2013, 11:41
14.

Zitat von spon-xxx
..."Der Geheimdienst hatte seine dreckigen Finger im Spiel" ? Anscheinend ja nicht! Anscheinend ist die Islamistenszene nicht so ohne weiteres zu unterwandern und zu durchleuchten! Im Artikel steht, dass einer behauptet hat, der Geheimdienst habe versucht Michael anzuwerben, dieser habe aber abgelehnt. Der Geheimdienst hat diese Aussage nicht bestätigt.
Sie haben ja recht, aber das Interessiert die linken Verschwörungstheoretiker nicht. Geheimdienst=böse. Beweise? Brauchen die nicht. Das ist eine Sekte, die hier ihr Wesen trewibt.

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Jan Do 25.05.2013, 11:43
15. Die andere Seite

Es ist schwer zu beurteilen ob hinter dem Anschlag eine Terroristengruppe oder der Geheimdienst steht. Zuverlässige Informationen dürften schwer zu bekommen sein. Aber nehme man einmal an, eine echte Terrorgruppe stünde dahinter und man stelle sich folgendes Szenario vor: ausländische Großmächte geben nun dieser Terrorgruppe Milliardenbeträge, damit sie weitere Anschläge ausführen können; schleusen zehntausende bezahlte Söldner zu deren Unterstützung ein; erkennen die Terroristen als einzige legitime Vertretung von Großbritannien an; all das, weil ihnen die Regierung Großbritanniens nicht passt. Dann hätten wir genau die Situation, welche westliche Länder in Syrien herbeigeführt haben.

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Dirk Ahlbrecht 25.05.2013, 11:44
16. ...

Zitat von GGArtikel5
Die Konsequenz dürfte hoffentlich endlich die konsequente Anwendung von Paragraph 111 StGb sein und Abschiebung verbunden mit Einreiseverbot, sofern diese Straftat von Ausländern begangen wird. (sog. Hassprediger), aber ich befürchte, dass man mehr mutzlose Videokameras zur Beobachtung der normalen Bevölkerung (wozu ich auch den bei weitem friedlichen Anteil der muslimischen Mitbürger zähle) führen wird. (...) (2) Bleibt die Aufforderung ohne Erfolg, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe. Die Strafe darf nicht schwerer sein als die, die für den Fall angedroht ist, daß die Aufforderung Erfolg hat (Absatz 1); § 49 Abs. 1 Nr. 2 ist anzuwenden.
Ihr Hinweis, GGArtikel5, auf die entsprechenden Paragraphen in allen Ehren. Dies würde jedoch voraussetzen, daß beispielsweise unsere Politik überhaupt irgendeinen Bezug zu dem hat, was beispielsweise mit Artikel 5 gemeint ist. Dies ist jedoch nicht der Fall.

Nehmen wir die aktuelle Situation in GB: Vor dem Hintergrund dieser Tat, und dem was die Attentäter unmittelbar nach diesem Mord in die Kameras gesprochen haben, stellen sich David Cameron oder auch Boris Johnson hin und behaupten, dieser Mord habe absolut nichts mit dem Islam zu tun. Und niemand lacht.

Schlimmer noch: Nirgendwo in den britischen Medien wird der Bevölkerung (beispielsweise in Form von Forenkommentaren) die Möglichkeit geben zu diesem Unsinn, den die beiden Herren dort zum Besten geben, irgendeine Stellungnahme abzugeben. Der Grund, warum dies so ist, ist wohl jedermann bekannt.

Was dort gerade in GB passiert, ist das Gegenteil von Meinungsfreiheit. Und, mit Bezug auf die beiden Herren, eine Form von Appeasement, die der Selbstaufgabe gleichkommt.

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si-ar 25.05.2013, 11:48
17.

Zitat von Thomas Kossatz
Weil genau das ihre Aufgabe ist. Man kann es übrigens auch anders sehen: Die Mörder haben sich genau da herumgetrieben, wo der Geheimdienst auf sie gewartet hat: bei Hasspredigern, in der Extremistenszene. Ich weiss, dass ich Verschwörungstheoretiker nicht überzeugen werde, für alle anderen, die noch klar denken können antworte ich trotzdem. Im übrigen gibt der BBC-Bericht auch eine ganz andere Deutung her: Hier wirft ein Täter mit Nebeltöpfen und legt eine falsche Spur, weil er weiß, was Leute wie sie zu gern glauben. Gehen Sie viel skeptischer mit solchen Meldungen um, es ist nicht eben unüblich, dass Täter Falschaussagen machen. Und selbst wenn: Wenn MI5 den Täter unterschätzt hat - was ja keine Neuigkeit ist - dann ist es auch nicht verwerflich oder überraschend, dass er als V-Mann in Betracht kam. Wenn Sie sich anschauen, wieviele Taten in England bereits aufgedeckt und verhindert wurden, dann ist ihr Beitrag mit Verlaub - ziemlich Naiv. Und falls sie es nicht gemerkt haben: Es war nicht MI5, die mit blutigen Händen herumgelaufen sind.
Sie werfen anderen Gutgläubigkeit vor, doch selbst glauben Sie eher den Staatsorganen, außer natürlich, wenn es um die NSU geht, nehme ich mal einfach an.

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poltergeist-dreitausend 25.05.2013, 11:56
18.

Zitat von TICKundTOOF
Ja, da sieht man mal wieder wie effizient unsere Geheimdienste sind. [...] und wenn es drauf ankommt, werden aufgrund des Versagens maximal noch die Akten geschreddert.

Bei Geheimdiensten ist das immer so eine Sache.

Verlaufen die Operationen erfolgreich, wird nur selten bis gar nicht darüber berichtet; weil geheim.
Geht hingegen etwas schief, stürzen sich die Reporter sofort darauf.
Darum herrscht in vielen Köpfen auch das Bild von, am laufenden Band versagender Geheimdienste vor, die ständig alles falsch machen.
Das ist aber bei Weitem nicht so, denn das wirklich Wichtige, erfolgreich Verlaufene und Geheime bleibt auch geheim - bis dann wieder etwas schief geht.

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Plan9FromOuterSpace 25.05.2013, 11:59
19. vernünftige Vorgehensweise der britischen Sicherheitsdienste

Es wirklich ziemlich erschreckend, wie in diesem Forum aus einer völlig vernünftigen und sinnvollen Vorgehensweise der britischen Sicherheitsdienste Verschwörungstheorien konstruiert werden, welche eine Verwickelung der Sicherheitsdienste in den Terroranschlag unterstellen. Denn es ist doch offensichtlich völlig vernünftig und sinnvoll, dass die britischen Sicherheitsdienste versuchen mit den Anhänger radikaler und gewaltbereiter Gruppen Kontakt aufzunehmen, um diesen erstens klar zu machen dass man sie "auf dem Schirm" hat und um zweitens herauszufinden, ob eventuell eine Bereitschaft zum Ausstieg oder zur Kooperation mit den Sicherheitsdiensten vorhanden ist. Dass solche Versuche natürlich oftmals erfolglos sein werden ist aber kein Grund es nicht zu Versuchen, denn es ist nun mal das beste was Sicherheitsbehörden in einem Rechtstaat machen können.

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