Forum: Politik
#MeToo-Fälle: Wie naiv darf man sein?
DPA

Ein Moderator schreibt der Praktikantin nachts eine SMS: "Dritte Etage, Zimmer 312". Sie wundert sich, dass er nicht Stift und Zettel in der Hand hat, als sie bei ihm klopft. Wie viel Weltfremdheit muss man Feministinnen zugestehen?

Seite 24 von 24
pittiken 13.04.2018, 11:15
230.

Zitat von hausfeen
Hätte sie das verweigert, hätte das ihre Karriere kosten können. Denn vorher hatte sie ja noch keinen Schimmer, was auf sie zukommt. Oder hätte sie den Einlader schon mal profilaktisch als übergriffig einstufen sollen und mit Anwalt anmarschieren? Da ist Herr Fleischhauer aber mal deutlich naiver als .....
Auch wenn man als Journalist auch nachts arbeiten muss, aber doch nicht im Hotelzimmer.

Beitrag melden
neurobi 13.04.2018, 11:15
231.

Zitat von tiefenrausch1968
Nach Angaben des Bundesamtes für Justiz können wir sagen, dass jährlich ca. 8000 Vergewaltigungen angezeigt werden. Unterschiedliche Studien kommen zu dem Ergebnis, dass der Anteil der Frauen, die eine erlebte Vergewaltigung NICHT anzeigen sich zwischen 95% und 84,5% bewegt.[1] Das heißt, zwischen 5% und 15% werden angezeigt. Die Verurteilungsquote für .....
Ist zwar schon etwas älter (2012), aber in Bezug auf den Fall Kachelmann wurde die Zahl von nachgewiesenen Falschanschuldigungen mit 7,4% angegeben und in weiteren 58,4% der Fälle konnte eine Vergewaltigung nicht nachgewiesen werden.

Und der Anteil der Falschbeschuldigungen soll sogar stark ansteigend sein.
Und schon 2005 ging man von über 30% aus.
Das Schlimme an der Sache, selbst wenn eine falsche Beschuldigung nahe liegt oder sogar eindeutig nachgewiesen ist, ist der betroffene Mann in der Regel selbst bei einem Freispruch gesellschaftlich und oft auch finanziell ruiniert.

Beitrag melden
zac.m 13.04.2018, 11:18
232. Sie unterstellen ...

Zitat von hannibalanteportas
Ich stelle mal die Hypothese auf, dass wenn diese Dame dieselbe SMS von einem "normalen" Kollegen oder Bekannten bekommen hätte, sie durchaus nicht auf das "Angebot" eingegangen wäre. Je abhängiger sich Menschen fühlen (nicht zwingenderweise auch sind!!!), desto leichter ist es sie zu manipulieren und auszunutzen. Und dieses Verhältnis ist in vielen Beispielen der metoo Debatte ja leider gegeben.
... dass die Frau in vorauseilendem Gehorsam gedacht haben müsste, wenn sie nicht darauf eingeht, wäre ihr Job in Gefahr. Ein unabhängig denkender Mensch lässt es darauf ankommen, denn erst dann bekommt die imaginäre Angst davor, was kommen könnte, auch reale Bezüge. Eine Aufforderung oder ein Angebot mitten in der Nacht alleine ist noch keine Ausnutzung von Abhängigkeit, erst die Konsequenz oder die Androhung von Konsequenzen, dass man bei einem Nein beruflich darunter leidet ist in meinen Augen der Machtmissbrauch und kann dann auch bei Anzeige gesetzlich geahndet werden. Daher kann jeder Mensch, egal ob Mann oder Frau, jung oder alt, erstmal Nein sagen und schauen, was passiert. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Und für ein Gefühl ist nicht immer das Gegenüber verantwortlich. Was kann die Spinne dafür, dass viele Menschen Angst vor ihr haben. Ich stehe voll hinter der #metoo-Kampagne, wenn es um realen Machtmissbrauch geht. Jedoch müssen Grenzen gesetzt werden und die Eigenverantwortung darf nicht komplett ausgelagert werden.

Beitrag melden
ohjeee 13.04.2018, 11:21
233. 1

Zitat von florafauna
Ich lese aus Ihrem Beitrag genau das heraus, was sexuelle Übergriffe möglich macht. Sie suchen die Schuld beim Opfer. Aber der Täter, hier dazu noch ein Vorgesetzer, hat sich falsch verhalten. Und weil "Männer" (natürlich wirklich nicht alle und ich weiß auch nicht .......
Das was Sie schildern ist ganz klar sexuelle Belästigung und wahrscheinlich auch strafbar. Für die Situation, in die Sie dort geraten sind, können Sie nichts.
Die Situation, in die die Praktikantin gerutscht ist, war sie selbst mit verantwortlich. Eindeutige Einladungen oder Anspielungen sind eine Frage des Anstands. Der angeblich gezeigte Porno geht aber klar zu weit (ein Forist hat einen Link mit den genauer geschilderten Verlauf gepostet). Wer aber ernsthaft nachts auf ein Hotelzimmer geht, noch nicht einmal mit einer Nachricht, die klar Arbeit als Thema vorgibt, ein Gläschen Sekt dankend annimmt und immer noch glaubt, es gehe um Arbeit und dann überrascht ist, dass es doch um etwas anderes gehen sollte... ok. Weiß echt nicht, was man dazu noch sagen soll.

Beitrag melden
medium07 13.04.2018, 11:22
234. Ich nicht!

Zitat von Pless1
Die naive Praktikantin oder Herr Fleischhauer? Natürlich kann man eine nächtliche SMS ignorieren. Aber wenn der Chef Kameraeinstellungen besprechen will muss man wohl kaum mit sexuellen Avancen rechnen, weil er eben ein Mann ist. Ein solches Männerbild als Ergebnis von Lebenserfahrung vorauszusetzen verbitte ich als Mann mir ganz entschieden!
Früher war nicht von Kameraeinstellungen die Rede, man wollte seine Briefmarkensammlung zeigen. Sie vergessen in Ihrer Aufwallung, dass zuvor schon gesprächsweise sexuelle Vorlieben ausgetauscht wurden.

Beitrag melden
ohjeee 13.04.2018, 11:27
235. 1

Zitat von Pless1
Die naive Praktikantin oder Herr Fleischhauer? Natürlich kann man eine nächtliche SMS ignorieren. Aber wenn der Chef Kameraeinstellungen besprechen will muss man wohl kaum mit sexuellen Avancen rechnen, weil er eben ein Mann ist. Ein solches Männerbild als Ergebnis von Lebenserfahrung vorauszusetzen verbitte ich als Mann mir ganz entschieden!
Davon steht nirgends was geschrieben, dass der Chef nachts Kameraeinstellungen besprechen wollte. Das hat allenfalls die Praktikantin in eine SMS mitten in der Nacht mit dem Inhalt "3. Stock, Zimmer 312" hinein interpretiert. Ist klar. Für andere Vermutungen fehlen die Quellen.
Hätte der Chef das explizit geschrieben, "kommen Sie ins Zimmer 312, wir müssen die Kameraeinstellungen für morgen besprechen", würde man der Praktikantin auch nicht Naivität vorwerfen.

Beitrag melden
Fuxx81 13.04.2018, 11:30
236. Nix genaues weiß man nicht.

Zitat von
Nimmt sie im Ernst an, dass man sich über die Kameraeinstellungen am nächsten Drehtag austauschen wird?
Wenn man mitten in der Nacht aus dem Schlaf geklingelt wird, denkt man vielleicht nicht so genau nach...
Dvon abgesehen habe ich den Eindruck, dass viele Frauen es durchaus genießen, wenn ihnen der Hof gemacht wird. Ist ja auch bequemer mit dem Benz zu fahren, als mit dem Bus. Bloß wenn sie dann liefern sollen, kriegen sie kalte Füße und spielen die Ahnungslose.

Beitrag melden
zac.m 13.04.2018, 11:31
237. In der Nacht

Zitat von Pless1
Die naive Praktikantin oder Herr Fleischhauer? Natürlich kann man eine nächtliche SMS ignorieren. Aber wenn der Chef Kameraeinstellungen besprechen will muss man wohl kaum mit sexuellen Avancen rechnen, weil er eben ein Mann ist. Ein solches Männerbild als Ergebnis von Lebenserfahrung vorauszusetzen verbitte ich als Mann mir ganz entschieden!
wird geschlafen und es werden keine Kameraeinstellungen besprochen. Ein normal denkender Mensch weiß das. Alleine schon aus gesundheitlicher Sicht ist es notwendig, in der Nacht zu schlafen. Da hat man keine SMS an wen auch immer zu schicken, da reicht der gesunde Menschenverstand aus, um das zu wissen. Selbst wenn keine sexuellen Avancen entstanden wären, ist es aus beruflicher Sicht ein No-Go, auch im Journalismus. Außer, wenn in der Nacht eine Tragödie passiert ist, dann müsste man raus, um live zu übertragen. Alles andere, Nein - nicht notwendig.

Beitrag melden
rambazambah 13.04.2018, 11:34
238. Richtige Signale senden

Im Laufe der #metoo-Debatte bekomme ich (Frau) immer mehr den Eindruck, dass meine weiblichen Geschlechtsgenossinnen anscheinend keine richtigen Signale mehr senden können. Man kann flirten, man kann sich auch sexy kleiden ohne den Eindruck zu erwecken, Freiwild zu sein. Man kann einem Kollegen oder Vorgesetzen ganz deutlich machen, wo die Grenzen sind. Als ich als Schülerin in einer Fabrik gejobt hatte, wurde ich auch von Männern angebaggert. Ein Lächeln und ein "Träum weiter!" wirken und wenn einer auch das nicht verstand hat man ihn laut und deutlich zu verstehen gegeben, dass eine Grenze überschritten wurde. Auch ich wurde schon angetatscht. Zwar nicht im beruflichen, sondern einmal mitten in der Stadt und einmal auf einer Veranstaltung. Beide Male habe ich Ohrfeigen verteilt und die Situtation war somit geklärt.
Zum Glück wurde mir bisher schlimmeres erspart und ich sehe mich weder wegen dem Gegrabsche noch wegen der Beleidigungen später am Arbeitsplatz (als Sekretärin) als Opfer. Mir fällt auf, dass anscheinend viele Frauen einfach nicht wissen, wann sie die Reißleine ziehen müssen, wann es noch Spaß ist und wann er aufhört. Angst um den Arbeitsplatz darf niemals ein Hinderniss sein. Aber wenn etwas vorfällt, muss man sofort reagieren, sich wehren. Warum warten die Frauen immer so lange (hier 4 Jahre) bis eine anfängt auszupacken und schließen sich dann an. Diese Praktikantin hat es einfach geschehen lassen, der Mann blieb in seiner Position und konnte weiterhin jahrelang so weitermachen. Hätte sie damals den Mund aufgemacht (oder andere) wäre das wohl einigen nachfolgenden Praktikantinnen erspart geblieben. Dasselbe gilt auch für Weinstein und Co. Der konnte sich über Jahrzehnte hinweg bedienen. Hätte eine der jetzigen Hollywoodstars in an den Pranger gestellt, hätte sie vielleicht "diese" Rolle, um die es damals ging, nicht bekommen, aber der gute Harvey wäre wohl schon vor 20/30 Jahren seine Schranken gewiesen worden. Aber schweigen, die Rolle und den Ruhm einstreichen und dann viele viele Jahre später mit einer sexuellen Belästigung um die Ecke kommen im Wissen, dass es nach einem etlichen Frauen genauso ergangen sein musste, finde ich doch irgendwie schäbig.

Beitrag melden
Seite 24 von 24
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!