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#MeTwo-Debatte: Hauptsache, ihr favt meine Tweets
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Die #MeTwo-Debatte ist deshalb so interessant, weil sie so reich an Paradoxien ist. Eine davon: Die Stärke der Bewegung ist gleichzeitig ihre Schwäche - die radikale Subjektivität.

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bronck 02.08.2018, 14:56
10. "Wo kommst Du her?"

Wenn ich meine Mitmenschen das frage, dann aus ehrlichem Interesse an der Person und weil ich sie besser kennenlernen möchte.
Und natürlich weil ich Nationalitäten "sammele". Das Ziel ist einmal mit einem Menschen aus jedem Land der Erde gesprochen zu haben. Zugegeben eine nerdige Idee, aber ich mag sie. (Und es ist bedrückend wie wenige Menschen aus Tonga man hierzulande trifft. Die Liste wird wohl ewig lückenhaft bleiben.)
Was daran jetzt "rassistisch" sein solle erschließt sich mir nicht. Was es nicht eher abwertend sich nicht für den Hintergrund seines Gegenübers zu interessieren?!?

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DougStamper 02.08.2018, 14:57
11. Derb

Wenn man deutet wie sie, ja, dann ist das selbstbezogen. Es geht bei #metwo darum zu zeigen das alltagsrassismus existiert. Nicht mehr und nicht weniger. Ich kann mir auch nicht wirklich vorstellen, dass weiße alte Männer von der Debatte ausgeschlossen werden. Unter uns, ich gehöre außer dem altersaspekt ebenfalls zu dieser Gruppe, mich schließt niemand aus. Ich kenne auch keine Diskriminierung. Und das ewige Gejammer, dass neuerdings weißer alter Mann zu sein etwas schlechtes wäre geht mir gehörig auf den ... . Aber sei’s drum. Wo ihre Kolumne primitiv wird ist der Anfang. Rassismus sollte eher als Oberbegriff für rassismus, antisemitismus, islamhass und ähnliches stehen, und wird zumindest in meiner etwas lernfähigeren Generation (sorry) auch so verstanden. Und hier zu antworten, dass es rassismus ja nicht gibt weil gibt ja keine rassen ist perfektes dumm stellen. Ja rassenlehre ist bullshit, trotzdem existiert rassismus.

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purevernunft.de 02.08.2018, 14:58
12. Danke...

...empfinde ich so, wie beschrieben.

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Hirschbrunft 02.08.2018, 14:58
13. Metwo...

Sehr gut gebrüllt Löwe Fleischhauer,viele Kommentare werden den schwarzen Kanal noch Schwärzer sehen,Analyse stimmt leider?? Gott
sei Dank ???

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Jochen2002 02.08.2018, 14:59
14. Nagel auf den Kopf

Du meine Güte. Das ist ein erfrischender Kommentar.
So ist das eben mit dem Ruf nach Gerechtigkeit - er bleibt oftmals unerhört (!), da es sich um eine sehr subjektive Kategorie handelt. Das ist vielen natürlich zu unbequem und wenn man (sorry, damit meine ich auch alle weltweit vorhandenen Geschlechter und Nicht-Geschlechter) sich wegen einer "guten Sache" empört, dann fühlt man (s.o.) sich eben "im Recht". Die Verwechslung mit tumben Wutbürgern braucht man ja auch schon wegen der eigenen philantropischen Weltanschauung nicht fürchten.
Hach, was ist es schön, ein guter Mensch zu sein.

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-Jack- 02.08.2018, 15:05
15. Hmm.

Alle Menschen sind gleich, nur manche haben zwei Herzen in der Brust, während bei den anderen nur ein Herz schlägt.
Also doch nicht komplett gleich!
Ist denn ein Mensch mit zwei Herzen ein guter Mensch, weil er doppelt so viel Liebe geben kann, oder liebt er mit einem Herzen etwas weniger und sieht andere Menschen, die nur ein Herz tragen als minderwertig an und begegnet Ihnen mit doppelter Arroganz?
Dann lieber bitte für alle nur ein Herz, dann wären wir alle gleich.

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jeby 02.08.2018, 15:05
16.

Ja, auf der einen Seite bezeichnen sich viele in Deutschland geborene Menschen als Türken, Albaner, Polen, Russen, Italiener, Marokkaner, Tunesier, etc. und auf der anderen Seite wollen sie als ganz normale Deutsche akzeptiert werden. Gut, dass mal jemand diesen Widerspruch aufzeigt. Wieso erwarten Leute, die ständig vom Land ihrer Vorfahren schwärmen und erzählen, dass ihr Herz für ein fremdes Land schlägt, dass ein Durchschnittsdeutscher sie auch als Durchschnittsdeutsche ansieht? Wenn jemand sich schon selbst nicht vollkommen als Deutscher indentifiziert, dann wird es auch kein anderer machen.

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munich1952 02.08.2018, 15:06
17. Ich bin nicht gerade ein Fan von H. Fleischhauer und seinen Kolumnen

diesmal hebt er sich aber wohltuend von den anderen "Kolumnist" zu diesem Thema ab!

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io_gbg 02.08.2018, 15:07
18. Schlecht bzw. gar nicht recherchiert

"Jakob Augstein hat jetzt den "Rassismus ohne Rasse" eingeführt"
ist in jeder Hinsicht grundfalsch. Der Begriff "Rassismus ohne Rasse" um 1990 in der Sozialwissenschaft eingeführt.
Schon eine einfache Websuche führt dahin.

Und was ist nicht daran zu erstehen, dass es Rassismus gibt, auch wenn der Begriff biologisch falsch ist. Menschen verhalten sich ja trotzdem weiterhin rassistisch, denn sie erkennen anderen Menschen vermeintliche Merkmale von Rassen zu.
Man vergleiche mit einer Lüge: Die Lüge muss noch lange nicht aus der Welt geschafft sein, wenn gezeigt werden kann, dass sie nicht stimmt. Solange die Lüge behauptet wird existiert sie.
Solange behauptet wird es gäbe Rassen bzw. solange Menschen aufgrund vermeintlicher Rassen diskriminieren und hassen, gibt es auch Rassismus.

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Emma Fairfax 02.08.2018, 15:09
19.

«Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.»

Gleich im ersten Satz entlarvt sich Herr Fleischhauer als Spalter, wenn er explizit zwischen 'wir' und 'uns' auf der einen Seite (wohl 'Biodeutsche' gemeint) und 'Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern' auf der anderen Seite differenziert. Außerdem deutet er durch seine Wortwahl an, dass 'wir' uns nolens volens mit dem Thema befassen 'sollen'.

Und wenn ich auch #metwo nicht sonderlich originell finde, so ist es die peinliche sprachliche Verirrung zu 'favt' ganz bestimmt auch nicht.

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