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#MeTwo-Debatte: Hauptsache, ihr favt meine Tweets
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Die #MeTwo-Debatte ist deshalb so interessant, weil sie so reich an Paradoxien ist. Eine davon: Die Stärke der Bewegung ist gleichzeitig ihre Schwäche - die radikale Subjektivität.

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fuffel 04.08.2018, 09:52
200.

wie schwer wir uns immer noch tun...

Eigentlich ginge es doch nur um Relevanz.

Es ging noch nie um die Wahrheit - in den Geschichten, die wir uns erzählen, nur um das Exemplarische.
Eine semantische oder gar semiotische Analyse darf und sollte die Diskussionen begleiten. Logik und Stringenz sind kaum die Triebfedern für das menschliche Miteinander - eher so etwas wie die Leitplanken.

Özil ist da ein prima Beispiel. Rational KANN gar keine Diskriminierung vorliegen, wenn man in seinem Bereich zu den 11 wichtigsten Personen berufen wird. Aber die Geschichte dahinter kann sehr gut geteilt werden. Eigentlich perfekt, denn auch seine Handlungsoptionen lassen sich relativ "simpel" darlegen.

Auch die Wissenschaften sind nur Geschichten, die wir uns erzählen. Angereichert durch Empirie, einem neutralen Standpunkt und der Möglichkeit zur Falsifikation (wenns gut läuft). Also auch nicht die Wahrheit, sondern immer nur der Wettstreit um das beste Modell.

Schlimm ist eigentlich, das wir so schlecht in Heuristik sind und unsere Urteile darüber treffen als wären wir noch in der Steppe :)

Prädatoren mit dem Instrumentarium eines Fluchttieres

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Juro vom Koselbruch 04.08.2018, 11:59
201. Selbstverständlich ...

Zitat von Emma Fairfax
«Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.» Gleich im ersten Satz entlarvt sich Herr Fleischhauer als Spalter, wenn er explizit zwischen 'wir' und 'uns' auf der einen Seite (wohl 'Biodeutsche' gemeint) und 'Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern' auf der anderen Seite differenziert. Außerdem deutet er durch seine Wortwahl an, dass 'wir' uns nolens volens mit dem Thema befassen 'sollen'.
... wäre es gut, wenn wir uns damit befassen.

Denn das "wir" hier und das "ihr" ist eine nicht zu leugnende und wegzuwertende Realität. Und muss noch lange nix Böses bedeuten.

Ja, Fleischhauer sagt: «Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.»

Er entlarvt sich in keiner Weise. Er demonstriert im Gegenteil Weltoffenheit udn Toleranz. Und damit trifft er voll den Wert unsrer Verfassung, den Wert des Sozialen und, christlich formuliert, auch den Wert der Menschen- und Nächstenliebe, wobei niemand von uns die ganze Welt retten muss oder kann.

Ja, wir haben unser Sozialsystem und unsere Werte. Und es gibt Menschen, die haben das nicht, treten unsere Werte mit den Füßen. Kennen Sie den Schlachtruf der Islamisten?

Er heißt: "Ihr liebt das Leben. Wir lieben den Tod!" So rechtfertigen und glorifizieren sie den Mord an anderen. Als Otto Schilly als damaliger Innenminsiter dann mal launig meinte: "Wenn sie den Tod so sehr lieben, dann sollen sie ihn doch haben!", da gab es einen Aufschrei, obwohl es ihm nur um legitime Abwehr terroristischer Gefahren ging, auch unter Nutzung des Rechts auf den finalen Rettungschuss.

Ich vermute, wenn Ihnen einen Islamist mit einer Granate in der Hand besagten Spruch entgegegenschreien würde, würden Sie alle Instanzen bitten, vom Recht des finalen Rettungsschusses Gebrauch zu machen.

Und natürlich sollen wir aufmarksam sein und anderen, sofern sie friedfertig sind, gerne zuhören, was sie bewegt, was wir emotional, ideell und materiel mit ihnen teilen oder ergänzen können.

Ich schätze in meinen Augen Ihre Kritik an Fleischhauer als ausgesprochen künstlich und an den Haaren herbeigezogen ein.

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krause.bettina 04.08.2018, 13:31
202.

Zitat von Juro vom Koselbruch
... Ja, Fleischhauer sagt: «Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.» Er entlarvt sich in keiner Weise. Er demonstriert im Gegenteil Weltoffenheit udn Toleranz. Und damit trifft er voll den Wert unsrer Verfassung, den Wert des Sozialen und, christlich formuliert, auch den Wert der Menschen- und Nächstenliebe, wobei niemand von uns die ganze Welt retten muss oder kann. ...
Ihr erfrischend kindlicher Glaube an Herrn Fleischhauers ehrliche, aufrichtige Gesinnung als Friedensbringer in allen Ehren. Jedoch bedient er sich seiner stramm rechten Ansichten gemäß populistischer rhetorischer Stilmittel, die seine Worte ins Gegenteil verkehren. Man könnte auch sagen: pure Ironie. Der eigentliche Sinn von Kolumnen ist eben das Polarisieren.

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Emma Fairfax 04.08.2018, 16:42
203.

Zitat von Juro vom Koselbruch
...Ja, Fleischhauer sagt: «Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.» Er entlarvt sich in keiner Weise. Er demonstriert im Gegenteil Weltoffenheit udn Toleranz. Und damit trifft er voll den Wert unsrer Verfassung, den Wert des Sozialen und, christlich formuliert, auch den Wert der Menschen- und Nächstenliebe, wobei niemand von uns die ganze Welt retten muss oder kann. Ja, wir haben unser Sozialsystem und unsere Werte. Und es gibt Menschen, die haben das nicht, treten unsere Werte mit den Füßen. Kennen Sie den Schlachtruf der Islamisten? Er heißt: "Ihr liebt das Leben. Wir lieben den Tod!" So rechtfertigen und glorifizieren sie den Mord an anderen. Als Otto Schilly als damaliger Innenminsiter dann mal launig meinte: "Wenn sie den Tod so sehr lieben, dann sollen sie ihn doch haben!", da gab es einen Aufschrei, obwohl es ihm nur um legitime Abwehr terroristischer Gefahren ging, auch unter Nutzung des Rechts auf den finalen Rettungschuss. Ich vermute, wenn Ihnen einen Islamist mit einer Granate in der Hand besagten Spruch entgegegenschreien würde, würden Sie alle Instanzen bitten, vom Recht des finalen Rettungsschusses ...
Hui - da holen Sie aber ganz weit aus mit der Muslim- Bashing-Keule! Warum derart aggressiv und polemisch?

Aber auch Danke für Ihren wieder sehr emotionalen Beitrag, denn ich habe selten so gelacht: Auf der einen Seite J. F., der gutherzige und alles verstehende Vermittler, auf der anderen der böse Islamist 'mit einer Granate in der Hand'. Glauben Sie selbst an dieses eindimensionale Geschwurbel? Und was Otto Schily und seine 'launigen' Sprüche hier zu suchen haben, wird wohl (glücklicherweise) Ihr Geheimnis bleiben.

Erlauben Sie bitte, dass ich trotz Ihres lobenswerten (aber überflüssigen) missionarischen Eifers bei meiner Meinung bleibe. Vielen Dank.

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Bondurant 04.08.2018, 18:17
204. Und was

Zitat von Margaretefan
Ich z..B. liebe die Vielfalt und regionale Eigenheiten.
gefällt Ihnen dann an der Uniformierung zwecks öffentlichen Bekenntnisses, einer "anderen" Gruppe anzugehören?

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fmschertes 04.08.2018, 20:19
205. Vormals Gruppen, heute Communities

Die Bildung von Gruppen erzwingt ein >Wir< und >Ihr< und impliziert nicht nur, sondern erfordert damit sogar die Ausgrenzung. Dieser Vorgang ist völlig natürlich und absolut. Schon die nationalen Sozialisten kannten diesen Zusammenhang. Deswegen ja auch ganze Familien und / oder Gruppen auf Nimmerwiedersehen in Rauch aufgingen. Und aus demselben Grund werdet ihr Links- oder Rechtsradikale auch immer wieder scheitern. Der Mensch will nicht >gleich< gemacht werden, egal welche Form und Farbe die Uniform auch haben mag. Der Mensch fühlt sich als Individualist. Das ist zwar ein Trugschluss, aber so isser nu mal, der Mensch.
Wo war ich stehen geblieben...?
Ach so, genau.
Ein mittlerweile neunundzwanzigjähriger, der, gesegnet mit einem Wahnsinnstalent, im Ruhrpott sozialisiert, und mit 25 Multimillionär in Deutschland geworden ist, fühlt sich als Opfer. Ja,nee- is kla Effendi Mesut. Datte beleidicht biss, kann ich nachvollziehen. Die anderen waren auch nicht >bessa

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fmschertes 04.08.2018, 20:49
206. Optionen und Variationen..

Die Bildung von Gruppen erzwingt ein >Wir< und >Ihr< und impliziert nicht nur, sondern erfordert damit sogar die Ausgrenzung. Dieser Vorgang ist völlig natürlich und absolut. Schon die nationalen Sozialisten kannten diesen Zusammenhang. Deswegen ja auch ganze Familien und / oder Gruppen auf Nimmerwiedersehen in Rauch aufgingen. Und aus demselben Grund werdet ihr Links- oder Rechtsradikale auch immer wieder scheitern. Der Mensch will nicht >gleich< gemacht werden, egal welche Form und Farbe die Uniform auch haben mag. Der Mensch fühlt sich als Individualist. Das ist zwar ein Trugschluss, aber so isser nu mal, der Mensch.
Wo war ich stehen geblieben...?
Ach so, genau.
Ein mittlerweile neunundzwanzigjähriger, der, gesegnet mit einem Wahnsinnstalent, im Ruhrpott sozialisiert, und mit 25 Multimillionär in Deutschland geworden ist, fühlt sich als Opfer. Ja,nee- is kla Effendi Mesut. Datte beleidicht biss, kann ich nachvollziehen. Die anderen waren auch nicht >bessa

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