Forum: Politik
#MeTwo-Debatte: Hauptsache, ihr favt meine Tweets
Getty Images

Die #MeTwo-Debatte ist deshalb so interessant, weil sie so reich an Paradoxien ist. Eine davon: Die Stärke der Bewegung ist gleichzeitig ihre Schwäche - die radikale Subjektivität.

Seite 8 von 21
Hanz Gruber 02.08.2018, 16:57
70. Begrenzte Wahrnehmung

"Aber das interessiert die Teilnehmer nicht. Sehr her, sagen sie: Die Masse der Beiträge beweist doch, wie sehr wir recht haben."
Aussagen wie diese zeigt sehr deutlich wie begrenzt der Horizont von #MeTwo Aktivisten ist. Zuerst einmal ist nicht die Masse an Beiträgen wichtig, sondern die Menge an Personen hinter den Beiträgen. Nur weil einige wenige ganz fleißig Beiträge verfassen, wird das allgemeine Interesse daran nicht größer. Auch der Begriff Masse wird scheinbar sehr sehr relativ gesehen, bei 80+ Mio Einwohnern sind ein paar Tausend (

Beitrag melden
LLue 02.08.2018, 16:57
71. Angst vor einem Wort!!!

Sehr geehrter Herr Fleischhauer,

ihre Kolumne ist ein wirklich wunderbares und gelungenes Beispiel wie ein weißer deutscher Mann Angst vor dem Wort Rassismus hat.
Sie sagen: -Zitat- Sinnvoller wäre es, von Abwertung aufgrund der Herkunft oder des Aussehens zu sprechen, aber das ist den Aktivisten offenbar zu schwach. -Zitat Ende-.
Das entscheidende ist, wenn sie sich eine Definition von Rassismus angucken würde, dann würden sie herausfinden, dass genau das Rassismus ist!!!
Rassismus = Diskriminierung auf Grund von Hautfarbe, Herkunft oder Religion
Sie haben einfach Angst vor einer Rassismus Debatte, deshalb versuchen sie das Wort durch etwas zu ersetzen, dass sie als harmloser betrachten.
Schämen sie sich!!!

Beitrag melden
**Kiki** 02.08.2018, 17:00
72. Gespaltene Haare.

Zitat von
Als ich zum ersten mal auf Twitter von "#MeTwo" las, dachte ich, jemand wolle einen Scherz machen. "Mich zwei?", fragte ich mich. Will hier jemand Migranten verhöhnen, dass sie nicht nur gebrochen Deutsch, sondern auch nur gebrochen Englisch können? Erst als das Hashtag wieder und wieder auftauchte, begriff ich, dass es sich um das Zeichen einer neuen Sammlungsbewegung handeln muss. Die Zahl Zwei bedeute, dass zwei Herzen in seiner Brust schlügen, hat der Erfinder des Hashtags, der Autor Ali Can, erklärt. Aber das rettet die Sache nicht.
Spätestens, seit es üblich geworden ist, anläßlich von sportlichen oder anderen Großereignissen zur (wörtlich übersetzt) "öffentlichen Aufbahrung" zu laden, sollte auch Herrn Fleischhauer bekannt sein, daß es heutzutage nicht mehr wichtig ist, ob ein von Deutschen erfundener englischer Begriff einen Sinn ergibt oder nicht. Dabei braucht man kaum zwischen von Deutschen reinrassiger Abstammung oder von Deutschen mit Migrationshintergrund/deutschsprachigen Migranten erfundenen Begriffen zu unterscheiden.

Haben mit Herr Fleischhauer als Nachhut nun eigentlich endlich alle in der Redaktion ihr Bein an diesem Baum gehoben?

Beitrag melden
fmschertes 02.08.2018, 17:02
73. facts or fakes?

Zitat von Emma Fairfax
«Wir sollen hinhören, was uns Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern zu sagen haben. Also hören wir hin.» Gleich im ersten Satz entlarvt sich Herr Fleischhauer als Spalter, wenn er explizit zwischen 'wir' und 'uns' auf der einen Seite (wohl 'Biodeutsche' gemeint) und 'Menschen mit Wurzeln in anderen Ländern' auf der anderen Seite differenziert. Außerdem deutet er durch seine Wortwahl an, dass 'wir' uns nolens volens mit dem Thema befassen 'sollen'. [...]
Also -, da Sie schon das Wort Spalter in die Diskussion werfen, bleibt anzumerken, dass die Initiatoren des hashtags von *uns* und *ihr* gesprochen hatten. "Hört uns endlich zu!" kam ja nicht von Herrn Fleischhauer.

Beitrag melden
desertking 02.08.2018, 17:02
74. Nicht zu Ende gelesen

Weil - wozu? Erst macht man sich über einen Hashtag lustig und dann wirft der weiße, alte Mann, der gerne alle Eigenschaften besagter alter weißer Männer stolz in sich vereint, irgendwem wieder irgendwas vor, von dem er der Meinung ist, dass er es (natürlich) besser weiß. Dass es eventuell mit dem Rassismus in diesem Land zu tun hat, dass es eben schwer ist, sich zu diesem Land zu bekennen, wenn man nicht so weiß und deutsch ist, wie besagter alte Mann es gerne hätte - so weit reicht's dann beim alten, weißen Mann wieder mal nicht und schuld sind die dummen Ausländer, die das Maul halten sollen und sich freuen, dass man sie überhaupt mitspielen lässt. Genau das ist das Problem, das dieses Land hat und diese Verweigerung und Verächtlichmachung derer, die sich äußern ist das, woran dieses Land krankt. Bloß nicht drüber reden und die Fremden mit an den Tisch lassen, denn hier reden alte, weiße Männer und die haben immer Recht und wissen alles zu allen Themen und immer, auch wenn es sie gar nicht betrifft, wissen die, wie sich wer zu fühlen hat. Wie großartig. Und jetzt bitte wieder fragen, was man denn gegen alte, weiße Männer haben könnte.

Beitrag melden
io_gbg 02.08.2018, 17:04
75.

Zitat von Mittelalter
: Macht das alles so schwierig und wirkt spaltend. Wenn Sie nicht von menschlichen Rassen reden wollen, dann reden Sie meinetwegen von genetischen Variationen. (Soviel zum PC und wie anstrengend die ist). Die gibt es. Das zu leugnen, ist wissenschaftlich tolldreist.
Vielleicht formuliere ich schwammig, aber was Sie als "wissenschaftlich tolldreist" einfach ablehnen, ist offenbar Stand der Wissenschaft.

Dementsprechend formulieren allgemeine Enzyklopädien heute auch entsprechend:

Rassentheorien (zusammenfassend auch als Rassenkunde oder Rassenlehre bezeichnet) sind Theorien, die die Menschheit in verschiedene Rassen einteilen. Sie waren vor allem im 19. und im frühen 20. Jahrhundert sehr einflussreich, gelten aber heute als überholt und wissenschaftlich nicht mehr haltbar.
[...]
In der Biologie wird die Art Homo sapiens heute weder in Rassen noch in Unterarten unterteilt. Molekularbiologische und populationsgenetische Forschungen seit den 1970er Jahren haben gezeigt, dass eine systematische Unterteilung der Menschen in Unterarten ihrer enormen Vielfalt und den fließenden Übergängen zwischen geographischen Populationen nicht gerecht wird. Zudem wurde herausgefunden, dass die augenfälligen phänotypischen Unterscheidungsmerkmale der Rassentheorien nur von sehr wenigen Genen verursacht werden, der größte Teil genetischer Unterschiede beim Menschen stattdessen innerhalb einer sogenannten „Rasse“ zu finden ist. Überdies ist etwa die Hautfarbe evolutionär ein sehr labiles Merkmal, das heißt, sie hat sich bei Wanderungsbewegungen menschlicher Populationen über verschiedene Breitengrade hinweg in relativ kurzer Zeit verändert. Dies liegt daran, dass die Hautfarbe unter starkem Selektionsdruck steht. So gehen Anthropologen heute davon aus, dass die ersten Europäer (Cro-Magnon-Mensch) dunkelhäutig waren.

Die Einteilung des Menschen in biologische Rassen entspricht damit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. Dennoch wird der Begriff bisweilen in der biomedizinischen Forschung und im üblichen Sprachgebrauch in manchen Ländern (etwa in Lateinamerika) nach wie vor verwendet.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rassentheorie

Oder

Laut dem amerikanischen Biochemiker und Unternehmer Craig Venter z. B., dessen Fa. Celera Corporation erstmals ein gesamtes menschliches Genom (DNA) sequenzierte und das Ergebnis im September 2007 veröffentlichte,

„... bestimmt der [menschliche] genetische Code keine Rasse, die ist ein rein gesellschaftliches Konstrukt ... Es gibt mehr Unterschiede zwischen Menschen schwarzer Hautfarbe [selbst] als zwischen Menschen schwarzer und heller Hautfarbe und es gibt mehr Unterschiede zwischen den sogenannten Kaukasiern als zwischen Kaukasiern und Nicht-Kaukasiern.“

Entsprechende Unterschiede der Erscheinung von Menschen haben ihre Ursache vor allem in Migrationsbewegungen, Selektion infolge Evolution, Umwelteinflüssen sowie soziokulturell unterschiedlichen Entwicklungen.

Beitrag melden
Emma Fairfax 02.08.2018, 17:05
76.

Zitat von sinnmacher
Genau diese hysterische und künstliche Art, bereits das Wort "Wir" für diskriminierend oder gar rassistisch zu halten, macht diese Kampagne so schwer vermittelbar und für die meisten Menschen unverständlich. Weil SIE sich nicht gemeint fühlen ist das Wort "Wir" noch lange nicht abwertend.
Schließen Sie bitte nicht von sich auf andere, was 'Unverständlichkeit' angeht. Die Geistesgaben sind eben nicht gleich verteilt.

Beitrag melden
DougStamper 02.08.2018, 17:26
77. Das Hauptproblem

zeigt sich auch hier im Forum. Es wird abgestritten, dass es rassismus überhaupt existiert. Kein Mensch sagt man darf einen Türken oder türkischstämmigen nicht kritisieren. Macht doch. Aber kritisiert ihn nicht weil ihr irgendwelche Erwartungen an ihn habt, die er nur erfüllen muss weil er Türke ist. Mich regen aufgepumpte machodödel ebenso auf, für mich spielt es aber keine Rolle ob das Türken oder deutsche sind. Hier liegt das Problem. Rassismus findet statt, wenn ich eine Verurteilung damit begründe, dass jemand eine andere Herkunft, Religion oder sexualität hat. Und wenn die lieben relativierer wie Jan F. sich vielleicht mal hinterfragen würden ob sie den farbigen oder den moslem auf der Straße länger oder genauer beobachten als den sepp aus Bayern, dann wäre schon viel gewonnen.

Beitrag melden
olliver_123 02.08.2018, 17:26
78. Nicht Rassismus sondern auch Unsicherteit

In meinem Umfeld (Uni, Arbeit, Mitfahrgelegenheiten, Party etc.) fällt mir vor allem immer wieder auf, das keiner tiefere Gespräche mit den Menschen mit Migrationshintergrund führt, weil einfach die Unsicherheit zu groß ist, etwas Falsches zu sagen oder zu fragen. Da wird teilweise ganz vorsichtig Kommuniziert und im Zweifel bleibt's beim Wetter...Das ist natürlich anstrengend und man wendet sich dann doch eher denen ohne (erkennbaren) Migrationshintergrund zu. Solche Barrieren werden mit Aktionen wie metwo sicher nicht überwunden.

Beitrag melden
kopi4 02.08.2018, 17:27
79.

Fleischhauers Kolumnen sind wie schlimme Unfälle auf der Autobahn. Man will nicht hinsehen aber dann siegt halt immer das Gaffer-Gen. Bei Jan F. ist es genauso. Man weiß, es erwarten einen Thesen von ganz rechts, alles wird so verdreht das es seinen Feindbildern Grüne/ Linke, Merkel, Gutmenschen, Imigranten zum Schaden ausgelegt werden kann. Und dennoch, auch bei Fleischi siegt bei mir immer der Wunsch zu wissen,welchen Blödsinn er denn nu wieder verzapft, wieviel Leser hat er wieder auf den rechten Weg gebracht,wieviele Foristen diesmal die ihm danken weil er sich was traut, die ihre Beiträge mit normal mag ich Ihre Kolumne nie aber diesmal... beginnen. Und am Ende immer,wirklich immer das schöne Gefühl: es war richtig das Spiegelabo wegen ihm zu kündigen. Seine Kolumnen lesen kostet zumindest nix.....

Beitrag melden
Seite 8 von 21
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!