Forum: Politik
#MeTwo-Debatte: Hauptsache, ihr favt meine Tweets
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Die #MeTwo-Debatte ist deshalb so interessant, weil sie so reich an Paradoxien ist. Eine davon: Die Stärke der Bewegung ist gleichzeitig ihre Schwäche - die radikale Subjektivität.

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corn5 02.08.2018, 17:30
80. Verharmlosend

Fleischhauer muss sich mal wieder zwingen Flach und wenig selbstkritisch zu "argumentieren" um sein Publikum zu bedienen. Er ist gebildeter als das. Das ist schade. Über in social media geführte Debatten darf man streiten weil sie immer etwas narzisstisches haben. Aber wirklich wenig subtile und ekelhafte Diskriminierung wegen haarspalterischen Begrifflichkeiten einfach abzutun ist mindestens arrogant. Deutschland HAT ein rassismusproblem. Daran ändert auch nichts dass es vielleicht eher Diskriminierung wegen Herkunft" ist noch dass es Rassismus auch woanders gibt.

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Bondurant 02.08.2018, 17:32
81. Narrative und Konstrukte

Zitat von io_gbg
Die Einteilung des Menschen in biologische Rassen entspricht damit nicht mehr dem Stand der Wissenschaft. ... Laut dem amerikanischen Biochemiker und Unternehmer Craig Venter z. B., dessen Fa. Celera Corporation erstmals ein gesamtes menschliches Genom (DNA) sequenzierte und das Ergebnis im September 2007 veröffentlichte,
Schön und gut, aber wieso wird dann z.B. (mit Freuden) drüber berichtet, dass ab 2040 in den USA die "Nichtweißen" die Bevölkerungsmehrheit darstellen würden? Also zumindest "die Weißen" scheinen ja in der allgemeinen Wahrnehmung etwas Abgrenzbares zu sein.

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DadaSiggi 02.08.2018, 17:32
82. Wikipedia?

Zitat von geist2018
Sie können sich ja mal bei Wikipedia schlau machen, was Rassismus heißt. Und es dann noch mal versuchen. Hier der Link für Sie: https://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus
Wikipedia taugt um etwas über eine Stadt oder Seerobbe zu erfahren. Alles andere ist leider Ideologisch formuliert.

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UlrikeBliefert 02.08.2018, 17:51
83. @giespel

@giespel. Ich möchte Sie korrigieren. Ich bin beileibe kein Fleischhauer-Fan und in den allermeisten Fällen anderer Meinung als er, aber als - Zitat - "ausgemachten Blödsinn" hat er die #MeTwo-Debatte definitiv nicht bezeichnet. Im Gegenteil: Er hat für meine Wahrnehmung sehr gut nachvollziehbar die Schwächen und Nachteile dieser Kampagne aufgezeigt. Das ist in meinen Augen ein dankenswerter Beitrag dazu, endlich nach all den Özileien zu einem sachlicheren und somit effizienteren Diskurs zurückzukehren. Die unterschiedslose Einordnung von simplen Vorurteilen, Xenophobie, Islamkritik und der Benennung fraglos vorhandener kultureller Unterschiede und ihrer Konsequenzen unter dem Überbegriff "Rassisimus" zu einer einseitigen Täter-Opfer-Thematik hochzustilisieren ist nicht dazu angetan, die entsprechenden Probleme sachlich - und somit zukunftsfähig - zu verhandeln und ihre Lösung in Angriff zu nehmen.

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unitedwestand 02.08.2018, 18:13
84. It takes two - it is me and you

Sorry, Jan Fleischhauer, ich muss Ihnen eine Lektion erteilen. Natürlich ist das me in #metwo hier vollkommen richtig, da es sich hier nicht um ein indirektes Objekt handelt, also „mir“, auch nicht um ein direktes Objekt, nämlich „mich“, sondern das umgangssprachliche Pronomen aus dem BE , also „ich“ bedeutet. Dies haben Sie leider in Ihrer atemberaubenden Arroganz nicht bedacht. Außerdem lässt sich hier hinzufügen, dass es sich in diesem Fall um ein sogenanntes me-too -Produkt handelt. Daneben hat das Wortspiel einen gewissen Charme. Und nein, #metwo muss ganz und gar nicht als harmlose Initiative enden. Denn allein die Tatsache, dass es so viele Beiträge sind, zeigt uns, dass wir nicht allein sind und uns diesen Alltagsrassismus nicht einbilden. Fragen Sie mal meinen in dritter Generation hier lebenden und in zweiter Generation hier geborenen Sohn, wie es sich anfühlt, sich fremd im eigenen Land zu fühlen. Ich kann Ihnen versichern, dass der Rassismus nicht weniger wird, je höher man die soziale Leiter hinaufklettert. Er ist überall und flächendeckend da. Dafür müssen Sie schon gar keinen kleinasiatischen oder anatolischen Hintergrund haben. Ich glaube, dass wir am Beginn einer längst überfälligen Debatte sind. Es sind grundlegende Fragen zu klären, wie wir hier zusammen leben wollen. Die aller wichtigste Tatsache ist es jedoch, den Biodeutschen klarzumachen, dass es ohne Migration in Deutschland einfach nicht geht. Das ging es noch nie. Wenn sie diese Kröte ohne wenn und aber geschluckt haben, sollten wir darüber nachdenken, wie wir uns auf Augenhöhe begegnen und unsere gemeinsame Heimat gestalten wollen. Denn: it takes two, it always takes two.

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Zahn der Zeit 02.08.2018, 18:17
85.

„Glückwunsch“ Herr Fleischhauer für den Beifall derjenigen aus diesem Forum, die nicht wahrhaben wollen und sich nicht vorstellen können, wie es sich anfühlt, aufgrund der Hautfarbe oder des Namens diskriminiert zu werden. Dazu gibt es übrigens unzählige sozialwissenschaftliche Studien. So werden etwa Bewerbungen für Arbeitsstellen zufällig versendet, die bis auf den Namen identisch sind. Die mit den „deutschklingenden Namen“ werden signifikant häufiger zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, selbst bei so unästhetischen Namen wie Fleischhauer ;-)

Da aber die wenigsten sozialwissenschaftliche Studien lesen, ist anekdotische Evidenz sehr hilfreich für Menschen, die sich Diskriminierung rational nicht vorstellen können oder wollen. So wie jeder Journalist gerne allgemeingültige Sachverhalte mit einer Anekdote zu Beginn eines Artikels illustriert. Das ist wichtig und hilfreich. Wenn ein Journalist wie Herr Fleischhauer, der oftmals recht kurzgreifend und wissenschaftlich selbst nicht haltbar argumentiert (dazu kann man auch Populismus sagen), das nicht begreift, dann ist er auch kein guter Journalist.

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radioactiveman80 02.08.2018, 18:53
86. Immer mal langsam...

Zitat von Zahn der Zeit
„Glückwunsch“ Herr Fleischhauer für den Beifall derjenigen aus diesem Forum, die nicht wahrhaben wollen und sich nicht vorstellen können, wie es sich anfühlt, aufgrund der Hautfarbe oder des Namens diskriminiert zu werden. Dazu gibt es übrigens unzählige sozialwissenschaftliche Studien. So werden etwa Bewerbungen für Arbeitsstellen zufällig versendet, die bis auf den Namen identisch sind. Die mit den „deutschklingenden Namen“ werden signifikant häufiger zu Bewerbungsgesprächen eingeladen, selbst bei so unästhetischen Namen wie Fleischhauer ;-) Da aber die wenigsten sozialwissenschaftliche Studien lesen, ist anekdotische Evidenz sehr hilfreich für Menschen, die sich Diskriminierung rational nicht vorstellen können oder wollen. So wie jeder Journalist gerne allgemeingültige Sachverhalte mit einer Anekdote zu Beginn eines Artikels illustriert. Das ist wichtig und hilfreich. Wenn ein Journalist wie Herr Fleischhauer, der oftmals recht kurzgreifend und wissenschaftlich selbst nicht haltbar argumentiert (dazu kann man auch Populismus sagen), das nicht begreift, dann ist er auch kein guter Journalist.
Ein paar Punkte kann man m.E. so nicht stehen lassen. Selbstverständlich gibt es Diskriminierung & Rassismus, jeden Tag. Aber die Frage die Fleischhauer stellt, ist eine andere: ist alles, was in #meetwo berichtet wird, denn wirklich immer Rassismus? Wer dort postet dass er eine Stelle nicht bekommt, kann er denn beweisen dass es aufgrund seiner Hautfarbe/Abstammung war? Wer gefragt wird, wo denn die Wurzeln seiner Familie liegen - ist das Rassismus? Für mich ist Rassismus eine klare Äusserung dass man Menschen bestimmter Ethnien für weniger wert hält. Die Frage nach Familären Hintergründen nerven vielleicht irgendwan, aber Rassismus ist das nicht. Fleischhauer beleuchtet - wie bei #meetoo ebenfalls - das Potential, sich als Opfer von Rassismus darzustellen, obwohl die Motive im EINZELFALL möglicherweise gänzlich andere waren. Und dass das Hashtag somit leicht zu kapern ist. Daraus kann man viele weitere - unangenehme - Fragen ableiten. Hätte ein Hashtag für die Missbrauchsopfer der Kölner Domplatte überhaupt eine Chance auf gesellschaftliche oder mediale Akzeptanz? Özil nennt einen grundsätzlichen Rassismus als Hauptgrund für seinen Rücktritt, ist aber nicht im Ansatz bereit, Fehler einzugestehen, würde sie sogar wiederholen - ist Rassismus jetzt Ursache oder Mittel zum Zweck? Wieso berichtet SPON über ein Rettungsschiff das Migranten erstmals nach Lybien zurückbrachte, nur um sofort die Rechtmässigkeit anzuzweifeln - obwohl das monatelange Verschiffen nach Europa ebenso illegal ist? --- Rassismus, Diskriminierung, Nazi - das sind harte Worte. Das sollte man nie vergessen, und einen entsprechenden Respekt gegenüber diesen harten Begriffe haben - und sie sorgsam einsetzen. Der Trend geht dazu, diese Begriffe inflationär häufig als Modewort zu nutzen und ihnen so ihre Sprengkraft Stück für Stück zu nehmen. Das ist auch eine Form der Verharmlosung. Ob das wirklich im Interesse von #meetwo und seinen Nutzern ist?

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NietzscheNatsche 02.08.2018, 19:07
87. Demagogie ala Fleischauer

Mal wieder ein demagogischer Artikel von Herrn Fleischauer. Schon die Prämisse ist unglaubwürdig und dient nur dem Zweck eine öffentliche Debatte ins Lächerliche zu ziehen um ebd. aus dem Weg zu gehen. Die „Argumentation“ wiederum ist geradezu hanebüchen und unterschlägt vorsätzliche Dinge die auch Herr Fleischauer wissen muss. Ja, anekdotische Evidenz ist ein äußerst unzuverlässiger Gradmesser. Nur, es gibt eine Fülle von Studien die systematische und auch institutionelle Benachteiligung von Mitbürgern nicht-Deutscher Herkunft belegen, und dieser Diskriminierung eine rassistische Komponente abzusprechen ist, nun ja, sehr gewagt. Aber da ist vermutlich der Wunsch Vater des Gedankens. Geradezu pervers ist es aber, denjenigen, die ein Problem versuchen anzusprechen, vorzuwerfen genau damit das Problem nur zu befeuern. Und nein, bei der Bewertung eines gesellschaftlichen Problems ist weder die (fürchterliche) Geschichte (Was soll das eigentlich heißen? Im Vergleich zum Holocaust ist selbst die schlimmste Diskriminierung erträglich?) noch andere Länder (im Vergleich schneidet da D nicht wirklich gut ab), sondern nur der eigene Anspruch. Besonders belustigend fand ich aber ausgerechnet von Herrn Fleischauer den Vorwurf des Selbstbezugs. Ausgerechnet von Spiegels selbst ernannten Kämpfer gegen die Benachteiligung des armen unterdrückten konservativen weißen Mannes. Ich lach mich schief.

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spon_4_me 02.08.2018, 19:25
88. @ erdal.ahlatci & atila: Wenn

ich Sie recht verstehe, ist diese Kampagne aus Ihrer Sicht vor allem dazu da, eine Solidarisierung und gegenseitige Stärkung der Betroffenen zu erreichen und die übrigen mehr oder minder stark Beteiligten zum Zuhören und Reflektieren zu bringen. Nicht mehr, nicht weniger. Wenn das so ist, muss man Ihnen das persönliche Erleben uneingeschränkt zubilligen, und Herrn Fleischhauers Kommentar geht ebenso wie meine Zustimmung zu ihm ins Leere. Sollte die Kampagne aber das Ziel haben, unsere Gesellschaft zu verändern - und den Eindruck, dass sie dieses Ziel haben könnte, ist mir aus einigen Kommentaren entstanden - dann müsste man in meinen Augen deutlich strengere Maßstäbe anlegen. Da wäre für meine Begriffe auch eine wissenschaftlichere Ursachenforschung angemessen. Darf ich Ihnen ein möglicherweise albernes Beispiel geben? Nehmen Sie an, es gäbe eine Twittergruppe "Sch...Ferien in Mecklenburg-Vorpommern" mit x Beiträgen; Sie sind der Tourismusbeauftragte des Bundeslandes. Würden Sie nicht aus eigenstem Interesse in die Tiefe gehen wollen, untersuchen wollen, was Pech, was ein Missverständnis, was ein strukturelles Problem ist? Würden Sie nicht überlegen, wie Sie welche Stellgrösse beeinflussen könnten? Und bei einem so viel umfangreicheren und zukunftsrelevanten Thema reichen uns ein bisschen Trending und ein paar Likes, um bereits genau genug Bescheid zu wissen? Da hat Fleischhauer doch irgendwie nicht ganz Unrecht.

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io_gbg 02.08.2018, 20:33
89.

Zitat von DadaSiggi
Wikipedia taugt um etwas über eine Stadt oder Seerobbe zu erfahren. Alles andere ist leider Ideologisch formuliert.
Das ist einfach nicht wahr! Insbesondere in Bezug auf Neutralität wird, wenigstens bei der deutschen Wikipedia sehr darauf geachtet, dass ein neutraler Standpunkt eingenommen wird (NPOV = neutral point of view).

Hier gibt es Information https://de.wikibooks.org/wiki/Wikipedia-Lehrbuch:_Seiten_bearbeiten#Neutralität

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