Forum: Politik
Mexikos Präsident López Obrador: Der linke Trump
JOSE MENDEZ/EPA-EFE/REX

Der neue mexikanische Präsident López Obrador steht links, ist aber ein Populist wie Donald Trump. Selbst in der Flüchtlingsfrage könnten sich die beiden einig werden.

Timothy Martin 02.12.2018, 11:39
1. Zwwi sind sich einig

..'gegen den freien Welthandel'.
Ist das so? Nein, ist es nicht!
Sie sind gegen Zollfreien Welthandel!
Wären sie gegen ersteres, könnten sie ihre Waren ja nicht mehr ins Ausland verkaufen.
Liebe Berufsschreiber, achtet auf die Worte, stellt die richtigen Fragen (wer, wie, was? Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt bleibt...). Und verwechselt nicht Verlautbarungen mit Information, Information nicht mit Fakten und Fakten mit Glaubensdogmen.
Der Mensch denkt in Worten, und wenn die Worte falsch konontiert sind, dann ist das denken zwangsläufig Falsch.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Chilango 02.12.2018, 11:44
2. Populistischer Artikel

Anscheinend sind alle neuen demokratisch gewählten Präsidenten Populisten wenn sie trotz des Widerstandes der aktuellen Machtelite gewählt wurden. Schon bei den letzten beiden Wahlen war seine Niederlage zweifelhaft. Sehe sie sich die Berichterstattung vor 6 und vor 12 Jahren an.
Die Mexikaner haben einfach die Erfahrung gemacht das egal wen sie wählen der gleiche Mist einfach weitergeht. Viele Präsidenten nehmen Millionen Dollar bei ihrem Abtritt ins Ausland mit. Salinas ist das beste Beispiel. Trotzdem reisen diese wieder ganz normal ein und aus ohne das sie in Haft genommen werden bis das geraubte vermögen wieder eingezogen wird.
Letztes bestes Beispiel war Calderon (Vorgänger von Pena Niete) wo in einem Haus ein Raum mit 1m hoch gestapelten Geldscheinen gefunden wurde, der Eigentümer "el Chino" aber in den USA verhaftet wurde. Dort reiste dann der Generalstaatsanwalt persönlich (Cabeza de la Vaca) an um ihn zu verhören. Warum wohl wenn nicht den Deal auszumachen "halt die Klappe und wir holen dich hier raus".
Das wäre doch mal Journalismus. Was ist mit diesem Mann geschehen der Milliarden in seinem Privathaus bunkerte und am Anfang sagte das ist nicht mein Geld sondern von Calderon.
AMLO ist genauso Populist wie Obama es war. Ok Obama hat noch mehr Talent. "Yes we Can" wurde vorher in Mexiko benutzt "Si se puede" als die Masse die Neuauszählung forderte bis Calderon einen Schlussstrich zog "Ich bin der neu gewählte Präsident und damit Basta"
Beschäftigen sie sich bitte mit der Situation vor Ort. Und bitte nich mit den Mächtigen und etablierten sondern suchen sie NGOs. Selbst die Menschrechtskommission in Mexiko ist eine staatliche Behörde und somit abhängig.
Ob AMLO ein Populist ist wird sich erst zeigen. Populisten sind alle Politiker vor der Wahl. Selbst bei uns

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Sem Levi 02.12.2018, 12:37
3. Links blinken und ...?

Es scheint bei manchem ausländischen Journalisten noch nicht angekommen sein, dass außer den populistischen Verlautbarungen des neu eingeführten Präsidenten sonst nichts "links" ist. López Obrador ist ungefähr so "links" wie die europäische Sozialdemokratie. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist Bestandteil der neoliberalen Agenda und was an der Militarisierung der Innenpolitik "links" sein soll, muss man mir erst noch erklären. Wenn man sich das Personal der Regierung anschaut, dann wird ein Kenner schnell erkennen, dass die neoliberale Elite in Mexiko beachtliche Erfolge verhandelt hat. In der Regierung sitzt niemand, der das neoliberale Projekt infrage stellt. Die Entscheidung, die Standortfrage des neuen Flughafen in Mexiko-Stadt erneut zu stellen, wurde von den Eliten entspannt aufgenommen. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren sehen, was sie dafür bekommen haben. Die Korruption wird auch nur insofern bekämpft werden, um internationale Standards zu erfüllen, um dann wiederum an internationale Zuschüsse zu kommen oder das Investitionsklima zu verbessern. Kurz: es geht auch in dieser Regierung nicht um die Armen, auch wenn das immer behauptet wird. Es geht vor allem darum, die Oligarchen bei Laune zu halten. Zu den Oligarchen gehören auch die Drogenkartelle. Der Rest ist linke Symbolpolitik.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
gertner27 02.12.2018, 14:27
4.

Es ist egal, ob ein sogenannter Populist links oder rechts steht. Hauptsache er macht gute Wirtschaftspolitik und entmachtet das verkommene Establishment. Mal sehen, was Obrador da leisten wird.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
walligundlach 02.12.2018, 17:38
5. Beide sind Protektionisten, aus unterschiedlichen Motiven.

Ist man wirklich "Protektionist", weil man die Hungerlöhne der Konzerne anprangert?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Leticia 04.12.2018, 14:52
6. Linken Trump ?

Das geht so nicht! "Linken Trump" und "Populist" nennen Sie López Obrador.
López Obrador ist demokratisch gewählt worden von mehr als 30 Millionen Mexikanern. Die Intelektuellen, Künstler, Journalisten und die Mittelsicht haben voll López Obrador unterstützt, er ist kein Populist!
Vielleicht haben wir ihn unterstützt, weil wir die Nase voll haben von Korruption, Straflosigkeit und Gewalt! Als er Bürgermeister in Mexico City war, er war einer der besten in der Welt.
Natürlich wird er in den Staatsmedien verleumdet, er wolle aus Mexiko ein Regime wie Venezuela machen. Und der Spiegel schreibt die Staatspropaganda unreflektiert einfach ab. Haben Sie keine Journalisten mehr, die sich auch mal im Land umsehen ?!
Dass die letzten Präsidenten, insbesondere Peña Nieto, einen totalen Ausverkauf von staatseigenen Firmen machten und sich daran masslos bereicherten, schreiben Sie jedenfalls nicht.
Ebenso nicht, dass Obrador bereits die letzten zwei Präsidentschaftswahlen gewonnen hatte und ihm dies beide Male mit Wahlbetrug genommen wurde ! Bei der vorletzten Wahl verschwanden erst vielerorts die Wahlzettel und tauchten dann wieder auf, und welch Wunder, alle nur für Calderon. In manchen Orten so viele, dass selbst die Toten für die Anzahl nicht gereicht hätten. Und bei der letzten Wahl fiel am Wahltag der Zentralcomputer stundenlang aus. Danach hatte Nieto eine leichte Mehrheit, obwohl vor dem "Ausfall" Obrador die ganze Zeit mit Abstand führte.
Vielleicht sollten Sie sich mal etwas informieren:
https://www.forbes.com.mx/computo-final-amlo-se-lleva-30-11-millones-de-votos-53-19/
http://monde-diplomatique.de/artikel/!806645

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Chilango 08.12.2018, 18:26
7. Danke Leti

BIs Anfang der 2000er glaubte ich noch sehr viel was ich las.
2001 berichtete dann der Spiegel über den Kampf des venezolanischen Volkes gegen Chavez. Der Spiegel brauchte Wochen um mitzubekommen das hier die Elite des Landes gegen den gewählten Präsidenten kämpfte. Der in den Armenvierteln endlich Entwicklung brachte (ja das war so am Anfang von Chavez Präsidentschaft).
Nicht zuletzt deshalb hat die etablierte Presse ein Glaubwürdigkeitsproblem. Wenn mittlerweile der Korrespondent aus dem 7500 km entfernten Sao Paulo darüber berichtet spricht schon Bände. Anscheinend muss er ganz Lateinamerika abdecken. Das ist nun einmal unmöglich. Also schreibt man ab.

Dem Journalisten empfehle ich den mex. Film "La Dictadura Perfecta"
Der wird sehr schön beschrieben wie das System Mexiko funktioniert. In Abstrichen wird die Politik in anderen Ländern nicht viel anders manipuliert werden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren