Forum: Politik
Mietprotest in Berlin: Nackte Subjekte in begehrten Objekten

Münchner Preise für Berliner Apartments - das wollen sich empörte Hauptstädter nicht gefallen lassen. Polit-Aktivisten haben die Form des Wohnungs-Flashmobs bis auf ihren Kern entblößt. Sie*tanzen nackt durch teure Mietobjekte, um Makler und Eigentümer zu erschrecken.

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Pnin 19.10.2010, 21:47
120. .

Zitat von Koltschak
Als ich nach vier Jahren mal wieder in Berlin war - bei Geert Wilders -
Hat der da jetzt ein überteuertes Loft gemietet?

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lezel 19.10.2010, 23:16
121. Denker oder reicher Anpasser?

Zitat von fkrone
Richtig, leider beherrscht den Markt der reiche bzw. angepasste und nicht der Denker ...
Lustig, daß Sie da einen Widerspruch sehen. Dabei ist die Fähigkeit, zu denken, überhaupt erst durch Anpassung entstanden. Die größten Denker sind das konsequente Ergebnis vieler Millionen Jahre von Anpassung und Auslese. Es sind, sozusagen, die erfolgreichsten Anpasser.

Und der Erfolg zeigt sich sehr oft auch finanziell: Viele Denker verstehen es, ihre Fähigkeiten auch finanziell zu nutzen. Und umgekehrt gibt es jede Menge bedauernswert beschränkte Menschen, die niemals nennenswert Geld verdienen.

Wer sich da auf der weniger glücklichen Seite sieht, wer weder angepaßt ist noch reich und auch im Denken nicht ganz so flüssig, der kann sich immerhin mit der absurden Idee trösten, Anpassung sei prinzipiell von Übel. Vielleicht fühlt er sich dann ja wohler. So hat er dan immerhin seine Weltsicht seinen eigenen Fähigkeiten angepaßt.

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mmueller60 20.10.2010, 09:23
122. x

Zitat von langsamfahrstelle
Ich will jetzt gar nicht darauf hinaus, dass die von Ihnen genannten Stadtteile schlichtweg eine miserable Anbindung haben, was hier mehrfaches Umsteigen bedeutet.
Das muß es nicht. Es gibt genug Gegenbeispiele, z.B. wenn Sie vom Bahnhof Wandsbeker Chaussee bis Dammtor fahren. 11 Minuten (reine Fahrtzeit). Da brauchen Sie das Buch tatsächlich nicht aufzuschlagen. Wie jeder andere Wohnungssuchende muß auch ein Student diesen Faktor überlegen, wenn er eine Wohnung sucht.

Und, ich kann nicht umhin, immer wieder darauf hinzuweisen: Gerade einmal ein paar hunderttausend Menschen mögen in den von Ihnen geforderten Stadtteilen wohnen. Der Rest der 1,7 Mio Einwohner wohnen dann logischerweise nicht in diesen Stadtteilen - arbeiten aber auch im Zentrum oder in völlig anderen Stadttteilen. Oder glauben Sie in Ihrem jugendlichen Wahn, daß ein Wandsbeker unbedingt in Wandsbek wohnt, weil er auch dort arbeitet?
Mit welchem Recht fordern Sie diese Stadtteile für die Studenten? Haben andere Leute weniger Recht darauf?

Zitat von
Interessant ist doch eher: wie oft fährt der normale Student diese Strecke? Städtisches studentisches Leben findet in Jenfeld & Co. nicht statt. Sie müssen für jeden Furz in die Stadt fahren. Genausogut kann ein Student nach Buxtehude ziehen.
Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Nicht um die Entfernung zur Uni zum Studieren geht es Ihnen, sondern um ein nicht näher definiertes Bündel von Maßnahmen des Bequemen Lebens, wenn ich das mal so nennen darf ;) Kneipen, Copyshops und Partys gleich unter der Wohnung.
Tja, raten Sie mal: Hätte ich auch gerne. Aber offenbar brauche ich nur Student zu werden, dann kann ich es einfach fordern? Weil es "irgendwie dazugehört"?
Anspruchshaltung sondergleichen. "Städtisches studentisches Leben", ich lach gleich.

Zitat von
Erzählen Sie doch keinen Quatsch. Die letzte Ecke Altonas ist keine 5 Straßenkilometer vom Campus Von-Melle-Park entfernt. Wollen Sie mir erzählen, dass ein Student auf dem Fahrrad für diese Entfernung "locker 30 Minuten" braucht? Den müssen Sie mir zeigen!
*hüstel* Wollen Sie mir erzählen, daß jeder Student immer, an jedem Tag und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad fährt?
Dies ist nicht der Fall. Auch die lieben Kommilitonen aus Uni-nahen Gegenden fahren gerne mit Bus und Bahn. Entweder hat man kein Bock auf Fahrradfahren, oder es ist gerade kaputt, oder es regnet, oder es könnte regnen, oder es liegt Eis, etc pp.
Es ist normal und zumutbar, den HVV (das Semesterticket ist eh bezahlt) zu nutzen, wie es auch der Rest der Bevölkerung tut. Solange wir keine Zustände bekommen, in denen wir von 1,5 oder 2 Stunden einfachem Weg zur Uni sprechen, sehe ich keinen Grund zur Beschwerde. Und davon sind wir noch sehr weit entfernt.

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langsamfahrstelle 20.10.2010, 14:35
123. -

Zitat von
Das muß es nicht. Es gibt genug Gegenbeispiele, z.B. wenn Sie vom Bahnhof Wandsbeker Chaussee bis Dammtor fahren. 11 Minuten (reine Fahrtzeit). Da brauchen Sie das Buch tatsächlich nicht aufzuschlagen. Wie jeder andere Wohnungssuchende muß auch ein Student diesen Faktor überlegen, wenn er eine Wohnung sucht.
Es gibt Harburg, Dulsberg, Ohlsdorf, die eine einigermaßen gute Anbindung haben und noch einigermaßen erschwinglich sind. Manche Kommilitonen ziehen mittlerweile raus nach Eidelstedt oder Pinneberg. Auch da brauchen Sie aber nur mal in den Mietspiegel zu schauen, dass die Mieten nur eine Richtung kennen und zwar steil nach oben.

Das ist aber letztlich wurscht. In diesen Gegenden ist tote Hose und man kann auch nicht am spontanen öffentlichen Leben teilnehmen, weil es schlicht und einfach zu weit weg ist.
Zitat von
Jetzt kommen wir der Sache schon näher. Nicht um die Entfernung zur Uni zum Studieren geht es Ihnen, sondern um ein nicht näher definiertes Bündel von Maßnahmen des Bequemen Lebens, wenn ich das mal so nennen darf ;) Kneipen, Copyshops und Partys gleich unter der Wohnung.
Was heißt "unter der Wohnung"? Das ist für mich städtisches und studentisches Leben und daran will ich teilhaben. Dann kommen Leute wie Sie und raten mir, ich solle irgendwo in Hinterposemuckl was suchen, weil ich mir mit 600 € Gesamtbudget im Monat leider kein WG-Zimmer von wenigen Quadratmetern für ~ 350 € leisten kann. (In Wandsbek & Co. werden Sie mittlerweile übrigens auch 300+ € für entsprechendes los, wenn Sie nicht gerade unendliches Glück haben. Schauen Sie mal bei wg-gesucht.de) Wenn Studenten sind studentisches Leben nicht mehr leisten können, weil Besserverdiener das so gut finden, dass sie dort um jeden Preis hinziehen, wodurch das studentische Leben mittelfristig ohne Studenten stattfindet oder die als eine Art Attraktion aus dem Vororten mit der Bahn herangekarrt werden, läuft etwas falsch.

"Anspruchshaltung sondergleichen."

Ist ja schon gut. Ich danke allen Grundeigentümern und dem Markt hiermit schon ausgiebig dafür, dass ich überhaupt in Hamburg leben darf. (Bis zur nächsten Mieterhöhung jedenfalls, irgendwas lässt sich immer modernisieren.)

"*hüstel* Wollen Sie mir erzählen, daß jeder Student immer, an jedem Tag und bei jedem Wetter mit dem Fahrrad fährt? "

Haben Sie das irgendwo gelesen?

"Dies ist nicht der Fall."

Richtig. Es wohnt ja auch längst nicht mehr auch nur die Mehrheit der Studenten in Uninähe.

"Auch die lieben Kommilitonen aus Uni-nahen Gegenden fahren gerne mit Bus und Bahn. "

Wenn Sie viele Leute kennen, die aus Bequemlichkeit lieber ~ 12-15 Minuten zur S-Bahn laufen, 8 Minuten mit der S-Bahn zum Dammtor fahren und dann 7 Minuten zum Campus wieder zu Fuß gehen, um auf die von Ihnen genannten insgesamt "locker" 30 Minuten zu kommen - gut. Sagen Sie denen doch bei Gelegenheit, dass man statt über 20 Minuten durch den Regen laufen auch 20 Minuten mit lockeren 15 km/h durch den Regen fahren kann und sich sogar noch 10 Minuten spart. Wenn es vereist ist, sagen Sie Ihren Bekannten, dass man in den Außenbezirken nun froh sein kann, überhaupt anzukommen, denn bei der S-Bahn ist die Weichenheizung öfter kaputt als die Fahrräder Ihrer Bekannten, obschon das ja sehr oft vorkommt, wo Sie es hier separat erwähnen. Bei Defekten hilft übrigens das Stadtrad, das es in der inneren Stadt bekanntlich an jeder zweiten Ecke gibt.

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JonRon 18.05.2011, 12:03
124. Wohnungspreise immer noch zu hoch...

Ich bin heute auch auf Wohnungssuche gegangen und musste feststellen, dass die Preise teilweise echt lächerlich hoch geworden sind.

Das hat mich gut an die Aktion erinnert, über die hier berichtet wurde. Ich werde wohl gleich mal ein paar Freunde anrufen, ob die auch mal ein wenig durch die Gegend tanzen wollen. ^^

Ich hoffe, dass der Song auch wieder auf den ganzen Festivals dieses Jahr gespielt wird, ähnlich wie letztes Jahr. Da hat sogar jemand ein Video von gemacht: http://www.youtube.com/watch?v=Ryd3nDmURhM

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