Forum: Politik
Mietprotest in Berlin: Nackte Subjekte in begehrten Objekten

Münchner Preise für Berliner Apartments - das wollen sich empörte Hauptstädter nicht gefallen lassen. Polit-Aktivisten haben die Form des Wohnungs-Flashmobs bis auf ihren Kern entblößt. Sie*tanzen nackt durch teure Mietobjekte, um Makler und Eigentümer zu erschrecken.

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alexander_münchen 18.10.2010, 18:46
40. Selber schuld?

Zitat von Rabban
Selber schuld.
Von Schuld würde ich nicht sprechen. Es obliegt der freien Enscheidung, ob man 15 €/m² zu zahlen bereit ist.
Die Wohnung dürfte zur Oberklasse zählen.

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alexander_münchen 18.10.2010, 18:51
41. Die 5 - 10 Euro Spanne

Zitat von Foul Breitner
Allerdings muß man sagen, daß 5 Euro für Wohnung veermutlich die absolute Grenze für den Betrieb sind. 10 Euro sind allerdings reine Geldgeilheit.

Welche Aussage!
Hängt es nicht in erster Linie von der Lage, dem ökonomischen Umfeld und letztlich auch vom Kaufpreis und der Ausstattung ab, zu welchem Preis eine Wohnung vermietet wird?

10 € können ein angemessener oder gar günstiger Preis sein - selbst im günstigen Berlin.

AS

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PinkyMcBrain 18.10.2010, 18:55
42. -

Zitat von SPON-Artikel
Der Mietspiegel "gilt nur bei bereits bestehenden Mietverhältnissen", sagt Stefan Brenner vom Berliner Mieterschutzbund. Wer neu einziehe, für den sei der Preis frei verhandelbar. Das heißt: Je beliebter der Bezirk, desto teurer die Wohnung. Brenner teilt deshalb die Befürchtung, dass sich normale Mieter bestimmte Gegenden bald nicht mehr leisten können.
Bitte teilen Sie Herrn Brenner mit, dass ich mir leider bestimmte Autos leider nicht mehr leisten kann! Der böse Kapitalismus zwingt mich Kleinwagen zu fahren! Er möge bitte etwas tun.

PS: Nackt vorm Mercedes-Autohaus tanzen hilft nicht. Hab ich probiert.

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stephan1507 18.10.2010, 18:56
43. Berliner Sicht

Zitat von semper fi
Aber was will man als anständiger Aktionist machen, wenn's denn unbedingt der Stadtteil mit den höchsten verlangten Mieten sein muss?
man muss die Entwicklung dieser Stadtteile sehen:
die sogenannten "Aktionisten" waren zuerst da--> dann erst wurde der Stadtteil interessant-->jetzt wird er für manchen Normalverdiener zu teuer...
Ich selber kenne Fälle da wurden solche (Altbau-) Wohnungen als Geldanlage gekauft und Jahr für Jahr steigt die Miete und dass ohne Grund.
Von den Preissteigerungen bei Neuvermietung wollen wir lieber nicht reden.

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alexander_münchen 18.10.2010, 18:57
44. Vermietung und/oder Verzinsung

Zitat von semper fi
Mit "Betrieb" meinen Sie sicherlich den Unterhalt und die Betriebskosten. Vielleicht auch noch die anderen Nebenkosten? Vergessen Sie dabei nicht, dass Häuser auch richtig Geld kosten, in der Anschaffung/im Bau - meine ich. Und dass sich das dabei eingesetzte Kapital auch verzinsen muss. Wenn's keine Verzinsung gäbe, dann könnte der Vermieter das Geld auch auf's Konto legen; dort gibt es Zinsen. Aber es gäbe kaum noch (bewohnungsfähige) Häuser. Und die Mieten würden explodieren.
Sie sprechen mir (Wohnungseigentümer) aus der Seele.
Mit dem Kaufpreis plus ca. 10 % Erwerbsnebenkosten ist es längst nicht getan:

Renovierungsarbeiten, Kosten für die Hausverwaltung etc. sind eine erhebliche Belastung, die man nicht einfach schultern kann - die Mieter MÜSSEN angemessen beteiligt werden.
Die neidvolle Stimmung - nicht nur in diesem Forum - ist unerträglich.
Es gibt kein Menschenrecht auf quersubventionierten Billigwohnraum!!!

AS

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lake 18.10.2010, 19:07
45. ....

falls alle "waschechte berliner" umziehen nach hamburg oder muechen, bin ich bereit 20/m2 in berlin zu bezahlen.

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Foul Breitner 18.10.2010, 19:09
46. Sie haben

Zitat von semper fi
Naja, für den Erwerb und gfls. die Sanierung (siehe Ihr Absatz unten) werden auch Hypotheken benötigt. Die Zinslast dafür ist alles andere als "kalkulatorisch". Die Baukosten möglicherweise nicht. Aber die Unterschiede bei den Grundstückpreisen sind teilweise schon gewaltig. Und das muss auch irgendjemand bezahlen.
Mit Ihren Punkten komplett recht. Es ist aber häufig so, daß Grundstücke schon abgeschrieben sind. Man muß einfach fallweise gucken.
Diese ganzen Dummschwätzer hier müßten mal aufs Land fahren. Wenn man mit Immo überall so einen Reibach fahren könnte, wären die Häuser alle topsaniert, sind sie aber nicht. Das ist alles dummes Zeug.

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Foul Breitner 18.10.2010, 19:12
47. 10

Zitat von medley63
Und wenn die Gewerkschaften demnächst eine xx% Loherhöhung fordern, ist das keine "Geldgeilheit"? Also daher bitte nicht Wassersaufen von Vermietern fordern, wenn alle anderen, auch Mieter, viel lieber Wein schlürfen. Die 10 Euro/m² werden zudem allermeist nur für Wohnungen in komplett kernsanierten Alt- oder auch in Neubauten gefordert.
10 Euro reichen in Teilen von Altona nicht mal für ein WG-Zimmer in einem normalen Haus.

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Zazzel 18.10.2010, 19:13
48. Und sonst?

Zitat von gerdpwerner
ein Blich auf das Thema Grund und Boden als Ware: wir sind es gewohnt, Grundstücke dem freien Spiel der Kräfte von Angebot und Nachfrage zu überlassen, wie bei anderen Waren im Wirtschaftskreislauf, etwa Stahlblech, Kartoffeln, Erdöl. Es fällt uns normalerweise gar nicht auf, dass ein Grundstück ja gar kein Produkt ist, noch nie hat jemand ein Grundstück hergestellt. In einer wohnungspolitischen Debatte zur Neuen Heimat im Bundestag am 14.3.1986 habe ich ganz vorsichtig formuliert: „Wohnen ist ein Grundbedürfnis, das aus unserer Sicht eher als Grundrecht gesehen und auch als Grundrecht organisiert Seite 8 werden muss und das daher nicht so wie andere Konsumbedürfnisse einfach dem sogenannten Markt überlassen werden kann.“ Ich erntete für diesen Gedanken Ablehnung bei anderen Mitgliedern meines Ausschusses für Raumordnung, Bauwesen und Städtebau, trotzdem hat dieser Grundgedanke mich seitdem weiter stark bewegt. Der Mensch kommt auf diese Erde und findet sie bereits verteilt vor, jeder Quadratmeter ist im Grundbuch eingetragen als persönlicher Besitz eines Eigentümers. Da kommt mir wieder dieser schöne Satz in den Sinn: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Und ich denke, jeder neue Erdenbürger wird in seiner Würde verletzt, wenn die Erde bei seiner Ankunft schon aufgeteilt ist. Wir wissen zwar, dass nichts einen so hohen Schutz des Grundgesetzes genießt wie das persönliche Eigentum an einem erworbenen oder geerbten Stück Grund und Boden, aber es muss gefragt werden dürfen, ob das denn so richtig ist.
Nach welchen Kriterien hätten Sie es denn lieber organisiert? First come, first serve? Ich kenne doch den Effekt gedeckelter Mieten aus New York: Dann gibt es Untermietverhältnisse, und der glückliche Vertragsmieter streicht pro Monat die lustige Differenz von USD 1600 zwischen dem "rent control"-Preis von $400 und dem Marktwert von $2000 ein. In einer Bude, in die der Vermieter natürlich nichts mehr investiert, Warmwasser wird also optional.

Und wer entscheidet bei Ihrem tollen Konzept, wo ich wohnen darf? Irgendwelche "demokratisch gewählten" Arschlöcher, denen ich in denselben kriechen soll, weil ich mich vielleicht durch zu hohes Einkommen ihres Wohlwollens als unwürdig erweise?

Oder darf ich woanders hinziehen, weil mich die lieben Kreuzberger Kiezgesellen für unwürdig halten, dort zu wohnen? Wie wollen Sie unter solchen Umständen z.B. das Grundrecht auf Freizügigkeit wahren?

Wo bleibt da Ihre tolle unantastbare "Würde", dieser unselige Satz im Grundgesetz, der von jedem Linken gern zu jedem Anlass gegen freie Märkte herangezogen wird?

Ist es jetzt schon ein Verstoß gegen die Menschenwürde, nicht in Berlin-Mitte wohnen zu können, weil die Mietpreise dort explodieren?

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langsamfahrstelle 18.10.2010, 19:15
49. -

Zitat von
Bitte teilen Sie Herrn Brenner mit, dass ich mir leider bestimmte Autos leider nicht mehr leisten kann! Der böse Kapitalismus zwingt mich Kleinwagen zu fahren! Er möge bitte etwas tun. PS: Nackt vorm Mercedes-Autohaus tanzen hilft nicht. Hab ich probiert.
Ein selten lächerlicher Vergleich. Mit einem Kleinwagen können Sie überall hinfahren, wo sie hin wollen. Wenn es im Viertel, in dem Sie jahrelang gelebt haben, zu teuer wird, dann müssen Sie raus. Der Vermieter erhöht Ihnen dann mal eben die Miete um 20 Prozent. Sie werden quasi zwangsumgesiedelt. Das Wort hat seine Berechtigung, denn Sie wollen nicht woanders hin, der nette "Markt" ist aber der Meinung, dass sie einfach nicht mehr würdig sind, in Ihrer Heimat zu leben. Wie lieb vom Markt! Sie können dafür ja ins Umland ziehen, wo Sie keinen kennen und selbst zu Ihrem alten Sportverein ne Stunde mit der S-Bahn fahren. Nicht mit dem Mercedes und auch nicht mit dem Kleinwagen, den können Sie sich nämlich auch im Umland nicht leisten. Auch als Student wird Ihnen dann die Entscheidung gelassen: Draußen vor der Stadt mit mieserabler Verkehrsanbindung dahinvegetieren oder mal eben über die Hälfte des monatlichen Budgets in ein kleines WG-Loch in einem nicht so gefragten, wenigstens einigermaßen zentrumsnahen Stadtteil stecken.

Natürlich sind Grundstücke in der Stadt teurer. Aber wer profitiert bitte davon? Was hat es den Eigentümer mal gekostet, das Grundstück herzustellen? Nichts, irgendwann ist das gute Stück mal aus dem Nichts zu Privateigentum geworden. Seither gibt Investor X an Investor Y den Staffelstab weiter und jeder will davon profitieren, dass das Grundstück weiter an Wert gewinnt. Wer zahlt dafür? Die Mieter. Wo ist der Vorteil dieser Vorgehensweise für die Gesellschaft? Werden die Grundstücke dadurch effizienter genutzt? Würde man sonst keine Häuser in der Stadt bauen? Warum geht nicht wenigstens ein guter Teil der Spekulationsgewinne in die Stadtkasse, um damit Wohnungen für Bedürftige zu finanzieren, die nicht am Arsch der Welt liegen?

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