Forum: Politik
Migration: Das Märchen von der Sogwirkung
Hannah Wallace Bowman/ MSF/ SOS Mediterranee via AP

Deutschland lasse jeden rein - und die können hier dann auf der faulen Haut liegen: Die Annahme, Flüchtlinge würden durch allzu humane Behandlung erst zu ihrer Reise motiviert, ist weit verbreitet. Richtig ist sie nicht.

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Norbert Sixtus 25.08.2019, 20:53
10. Fakten?

Schauen Sie sich doch bitte mal die Zahlen des BAMF zur Migration an - da werden Sie feststellen, dass die Zahl der Migranten, die in Deutschland einen Asylantrag stellen (und davon haben nur ca. 1,5% Erfolg!) weit über der von anderen vergleichbaren Ländern liegt, obwohl Deutschland weder ans Mittelmeer noch sonst an ein Krisenland oder Kriegsgebiet grenzt. Und googeln Sie mal den ARD-Bericht "Lebensretter oder Schlepperkomplizen?" vom Juli, da gehen universitäre Migrationsexperten durchaus von einem mittelfristigen Pullfaktor aus - so eindeutig, wie der Autor das gerne hätte, ist die objektive Lage nicht...

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Niteftef 25.08.2019, 20:54
11. Es bleibt als Fazit

Die Fluchtursachen müssen bekämpft und leicht zu erreichende, sichere und verteidigte Lager vor Ort errichtet werden, in denen die nötige Versorgung gesichert ist. Damit kann der Großteil der Schwierigkeiten der Flucht verhindert werden - sowohl für die Vertriebenen, als auch für uns.
Das wäre auch endlich mal ein Einsatz, mit dem die Bundeswehr wirklich Gutes tun könnte.

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spiegellazer 25.08.2019, 21:02
12.

Also unser Sozialsystem ist kein Anreiz sondern die schon im Land bestehenden Netzwerke von Verwandten. Da stellt sich mir die Frage warum die schon im Zielland lebenden Verwandten sich einst genau für dieses Land entschieden haben, als die Netzwerke noch nicht bestanden.
Und noch kurz zu der Studie von Herrn Villa: Natürlich stechen auch wenn gerade keine Schiffe von Seenotrettern unterwegs sind Flüchtlinge in See. Eben weil sie es ja nicht genau wissen können und einfach hoffen, dass sie gerettet werden. Das ist doch der Kern des ganzen Geschäftsmodelles der Schlepper. Hoffnung!
Auch die anderen genannten Punkte können keiner kritischen Betrachtung stand halten aber so baut sich halt jeder die Realität die er sehen möchte.

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stefan.martens.75 25.08.2019, 21:07
13. Schön wie das alles passt

War also einfach so, hätte man eh nichts machen können.
Dass Deutschland fast 2 Millionen Menschen aufgenommen hat, im Gegensatz zu nahezu allen anderen EU Staaten, ist dann einfach so passiert.....
War halt Pech oder Glück je nachdem.
Das Ungarn einen Zaun gebaut hat und der Strom endete hat bestimmt auch keine Kausalität.

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Tz87 25.08.2019, 21:10
14. @wortgewalt87 (nr. 8)

es ging um Dinge von Akteuren wie Regierungen und Organisationen, die angeblich Pull-Effeke hervorrufen. Das was Sie ansprechen, kann doch nur auf Leute zutreffen, die ohnehin schon auf der Flucht sind oder das vorhaben. Ich kann mir schwer vorstellen, dass der Entschluss zur Flucht kommt, nachdem man sich von Ihnen beschriebene Apps anguckt. Jetzt wird's dann doch etwas albern.

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tsitsinotis 25.08.2019, 21:17
15. Einfach

ein großes Dankeschön an den Autor.

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ericus 25.08.2019, 21:20
16. Die Attraktivität ist da

Ich kann es den Menschen partout nicht verübeln, sich auf den Weg nach Europa zu machen. Warum denn nicht, wenn zu Hause Krieg, Hunger, Elend herrscht. Mir ist keine Fluchtwelle der Geschichte bekannt, die andere Gründe hatte. Zur Sogwirkung: Da glaube ich schon dran: Amerika als Einwanderungsland entfaltete auch eine Sogwirkung, Land, Freiheit, Demokratie, das, was vielen Europäern fehlte. Wenn die bereits in den Ankunftsländern lebenden Verwandten Werbung in die Heimat funken spricht sich das doch rum und entfaltet einen Run - oder Sog, egal wie man es nennt. Und jede noch so kleine Sozialleistung hier ist oft besser als das System -wenn überhaupt vorhanden- in den Heimatländern, und für viele auch ein ausreichender Standard der reicht.

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Klavierbrot 25.08.2019, 21:23
17. Nicht ganz durchdacht

Als Gegenargument zur Position des Autors dient vielleicht die Antwort auf folgende Frage: Warum durchqueren die Migranten Länder wie z. B. Griechenland, Kroatien, Tschechien oder Österreich, um nach Deutschland zu gelangen, wenn es hier keine Pull-Faktoren geben würde? Die Grundversorgung , inklusive kostenloser Gesundheitsversorgung, ist hier einfach europaweit am höchsten. Unfreiwillig komisch ist die Argumentation zu These 1: "Wie sonst kann man erklären, dass Hunderttausende ausländische Bauarbeiter unter teilweise lebensgefährlichen Bedingungen auf Baustellen in den Golfstaaten arbeiten? Ganz sicher nicht wegen der Sozialleistungen, die sie dort nicht erhalten." Punkt 1: Da es dort keine Sozialleistungen gibt, müssen die Migranten arbeiten. In Deutschland gibt es jedoch eben diese Sozialleistungen. Diese sind im Vergleich mit dem Lohn in den Golfstaaten sogar relativ hoch. Punkt 2: Möglicherweise können sich die Personen, die in den Golfstaaten arbeiten, die teure Flucht nach Europa gar nicht leisten? Deshalb fliehen diejenigen, die es sich leisten können, nach Deutschland und die anderen eben nicht.

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m_aurel 25.08.2019, 21:24
18. Sogwirkung

Vielleicht muss zwischen Migration und Flucht unterschieden werden. Flüchtlinge fliehen in der Regel in benachbarte Länder. Migranten versuchen ein bestimmtes Zielland über mehrere Staatsgrenzen hinweg zu erreichen, meistens um ihre Lebensqualität zu verbessern. Eine Sogwirkung gibt es sehr wohl, aber das ist der Lebensstandard im Zielland. Daher ist die der Kongo nicht das typische Ziel eines Migranten. Offene Grenzen, ein schwacher Staat oder bereits vorhandene Verwandte vor Ort erleichtern die Migration, aber der eigentliche Sog erfolgt durch den hohen Lebensstandard. Wohl mit einer der Gründe warum Deutschland kurz nach dem Krieg kein begehrtes Ziel für Migranten war, dafür aber für Flüchtlinge.

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Björn L 25.08.2019, 21:38
19. Zu 3 und 7

Zitat von cobaea
Sie haben aber schon mitbekommen, dass der Autor bestreitet bzw. sagt, dass es keinen wissenschaftlich haltbaren nachweis für die Richtigkeit dieses Satzes gibt? Oder haben Sie sich das lesen des Beitrags erspart, um mal wieder den alten Senf los zu werden? Bevor Sie den nochmal wiederholen, empfehle ich Ihnen, die Leistungen für Asylbewerber nachzuschlagen. Das ist nicht schwierig - keine Angst, Sie "schaffen das". Danach überlegen Sie sich mal, was und wieviel Sie da kürzen wollen (und am Besten auch gleich noch, warum das "dringend überarbeitet" werden sollte) Und die allermeisten Asylbewerber würden nichts lieber tun, als endlich zu arbeiten - aber sie dürfen das ja nicht, bevor ihr Asylgesuch nicht anerkannt ist.
Es ist gut, dass sie anderer Meinung sind, den sonst haben sie keine Verwendung vor alte Teddies und Schokolade.

Analysieren sie doch mal die Auswirkungen anhand der politischen Neuordnung samt Einzug der AFD in den Bundestag sowie in anderen Ländern samt gesellschaftlicher Spaltung. Natürlich ist das alles frevelhaft und in der Situation würde ich genau das Gleiche machen.
Aber seinen sie sich gewiss der Tag wird kommen, wo wir in der Position sind dank Klimwandel, Umweltvergiftung und Co. Da hoffe ich sehr, dass dann die Gesellschaft ihrergleichen ist und mich nicht als Arbeitslosen betitelt auf der Jagd nach Lebensgrundlage

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