Forum: Politik
Migrationspolitik in Portugal: Das Land, das mehr Flüchtlinge aufnehmen will
AFP

Während andere EU-Länder sich zunehmend abschotten, wirbt Portugal um mehr Flüchtlinge. Bisher kommen jedoch nur wenige Menschen ins Land - und viele gehen wieder. Die Hintergründe.

Seite 2 von 9
wmb58 25.07.2018, 22:19
10. Warum gerade Portugal

ich habe einige Jahre in Spanien gelebt. Dort gibt es viele Migranten, viele von ihnen möglicherweise nicht mal angemeldet. Und wie geht es denen? arbeiten für Hungerlöhne auf den Plantagen, zusammen mit Rumänen und weiteren Osteuropäern. Schwarzafrikaner sind in Touristenregionen eher Verkäufer von Schmuggelware, gefälschten Markenartikeln. Sonnenbrillen, Schals, CDs usw. Und was haben die alle gemein? Das sind die ärmsten der Armen, keine Sozialversicherung, Krankenversicherung.... Wenn Spanien ankündigt, ein Boot mit Flüchtlingen aufzunehmen, kann ich mir schon denken, was passiert: Tagelöhner ohne Zukunft. Und Mädchen landen häufig in den unzähligen Clubs (Bordellen) an jeder Ecke.

Wie es in Portugal ist, kann ich nicht sagen. Aber wenn es so zugeht wie in Spanien, dann ist mir klar, warum diese Menschen früher oder später Richtung Mitteleuropa ziehen. Aber vielleicht macht es Portugal ganz anders als Spanien.

Nebenbei: Es dreht sich in dem Artikel um wenige Hundert Menschen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
ditor 25.07.2018, 22:19
11.

Zitat von Bowie
...und genau das richtige Signal, europäische Solidarität zu demonstrieren und mit gutem Beispiel voranzugehen. Das wird die üblichen Verdächtigen, die Abschotter und ängstlichen Fremdenhasser jedoch nicht davon abhalten, Gift und braune Galle zu spucken, höhnisch darauf hinzuweisen, dass Portugal „schon sehen wird, was es davon hat“ und dadurch ihren rückschrittlichen Nationalismus zu entlarven. Denn nichts deutet darauf hin, dass die Ängste der Fremdenfeinde, ihre Katastrophenszenarien vor Überfremdung oder angeblicher Islamisierung in irgendeiner Form Realität werden. Portugal muss sogar dafür kämpfen, dass Zuwanderer bleiben. Daran sieht man, dass die übliche Hetze von rechts, die „Milionen Afrikaner, die sich auf den Weg machen“ pure Angstphantasien ohne Substanz sind.
Das soll ein Zeichen europäischer Solidarität sein wenn sich Portugal Leute fürs Arbeiten aufm Feld sucht? Die nach kurzer Zeit erkennen dass es woanders mehr Geld für weniger Aufwand gibt? Auch in den "besseren" Jobs, wo zuletzt viele Portugiesen das Land verlassen haben. Portugal will sich nicht erneuern, ähnlich D, sondern einfach Leute aus schlechteren Verhältnissen damit man die Verhältnisse nicht nachhaltig verbessern muss.
Zur Islamisierung gibt es genug Zahlen an denen man erkennt dass ein Trend Islamisierung in D vorhanden ist. Ein Beispiel für Gesellschaftlichen Rückschritt den man erntet wenn man statt auf Fortschritt auf vermeindlich einfache Lösungen (Auffüllzuwanderung) setzt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
abrigal 25.07.2018, 22:20
12.

Die wahren Gruende dass viele Fluechtlinge aus Portugal verschwinden werden auch in diesem Artikel nicht genannt. So kann man sich die Welt auch schoen malen, auf Kosten von jenen die mit einem Mindestlohn von 580 Euro oder einem Durchschnitsgehalt unter 700 Euro leben muessen. Ohne Harz 4 Absicherung und einem rueckstaendigen Gesundheitssystem kann Portugal kaum den Mindesansprueche der eigenen Bevoelkerung absichern .

Beitrag melden Antworten / Zitieren
realist85 25.07.2018, 22:20
13. Wozu dient dieser Vergleich?

Wozu soll dieser Vergleich dienen? Wieviele Migranten hat Portugal in absoluten Zahlen aufzunehmen? Deutschland ist um darüber... Reine pro Migrations Stimmungsmache

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Shamgar 25.07.2018, 22:23
14.

Das zeigt doch, dass es sich meistens nur um Wirtschaftsflüchtlinge handelt und nicht um solche die tatsächlich an Leib & Leben bedroht werden, denn dann würden diese auch liebend gerne in Portugal leben. Aber die Politik ist unfähig dass endlich mal klar zu differenzieren!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
morph2k8 25.07.2018, 22:25
15. Kein Vergleich...

Ich finde es gut, das Portugal aktiv in diese Richtung voranschreitet. Aber an alle, die jetzt wieder an dem ach so braunen Deutschland herummeckern. 1000 Flüchtlinge in einem halben Jahr sind wohl kaum mit 500.000 in demselben Zeitraum zu vergleichen, die Deutschland in der heißen Phase aufgenommen hat. Ich denke, selbst über mehrere 10.000e hätte sich hier niemand beschwert... ;)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maxbeck54 25.07.2018, 22:31
16. Nix los in Portugal!

Deswegen wandern die meisten jungen Portugiesen aus nach Brasilien, Australien. Ein Touristenland. Was sollen flüchtlinge dort für eine Zukunft haben, wenn die eigene Leute auswandern?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
basic11 25.07.2018, 22:44
17. Portugal hat wie Griechenland wohl

kaum Chancen auf einem globalisierten Weltmarkt, daher ist es wohl eher eine Verzweiflungstat um irgendwie Impulse ins Land zu bringen. Die Chancen sind nahezu Null (ausser Tourismus) leider, ehrlicher selbstreflektierender Realismus wäre sinnvoller als naive Träumerei.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
W.i.n.t.e.r 25.07.2018, 22:51
18. Portugal verfällt zusehends

Wer Portugal in den letzten Jahren bereist hat, glaubt kaum, daß es in Portugal an Zuwanderung mangelt. Tatsächlich trifft man in der Altstadt Lissabons eigentlich fast ausschließlich auf Zuwanderer. Diese allerdings halten sich eher schlecht als recht mit Tante Emma Läden, Imbissen oder Drogenverkauf über Wasser. Von Staat gibt es dagegen kaum Unterstützung. Wo einige durch harte Arbeit die Hoffnung haben Sozio-Ökonomisch aufzusteigen oder dies bereits aus ihrer Sicht mehr oder weniger Erfolgreich sind, sind die meisten in einer Sackgasse.

Vor 30 Jahren bereiste ich zum ersten mal dieses schöne Land. Dennoch ist Portugal inzwischen und womöglich auf Jahrzehnte hinaus wirtschaftlich tendenziell eher absteigend. In der Altstadt Lissabons stehen noch viele Häuser, die damals, nach der Diktatur und unter Aufbruchstimmung restauriet worden waren. Hinter den altehrwürdigen Fassaden sind sie aber tatsächlich inzwischen zu Ruinen geworden. In Portugal bestehen hunderte Häuser entlang des Rio Duoro nur noch aus mit Farbe und Wellblech zusammengehaltenen Holzpappeatrappen. In den Feriengebieten haben sich einfach zu viele auf den Tourismus verlassen. Als dieser nicht kam, verfielen ganze Ferienhaussiedlungen. Dächer sind eingestürzt. Das Grunsstück verwildert. Daneben wird neu gebaut: Ein neues - echt jetzt? - Ferienhaus.

Man hat nicht dazu gelernt. Und genauso, wie die Portugiesen damals einer Utopie von Wohlstand und Aufschwung durch den EU-Beitritt Glauben schenkten, genauso ist der obige Artikel nichts anderes: Eine Utopie.
Zuwanderung in einem Land, daß vor lauter Armut von der Hoffnung auf den reichen Touristen lebt, das wird zu nichts führen. Auch wenn man das ganze jetzt als Silberstreif am Horizont noch so gerne herbeibeten möge.

Dies Schuld an ihrer Misere sahen die Portugiesen damals mehrheitlich in einem gewissen Herrn Barroso, den man mit Schimpf und Schande (politisch) davon jagte.. gerade zu in den Schoß der EU. Für seine Landsleute in Lissabon damals inkompetenter Scharlatan, für die Hofschranzen in Brüssel erleuchteter Hoffnungsträger (denn nach Herrn Prodi wollte den Job einfach niemand, aber wirklich niemand machen). Was daraus erwuchs, wissen wir. Genau: Auch wieder nichts.

Übrigens , an einer sog. "Überalterung" liegt es nicht: In Portugal ist der Alters-Median 44,4 Jahre.

Sieht man sich z.B. das Jahr 2015 an, ist die Hauptursache am portugisischem (tatsächlich sehr leichten - wir sprechen hiertatsächlich eher von einer Stagnation, als von einem tendenziellen) Bevölkerungsrückgang die Auswanderung: Von einem Minus von 46,770 Menschen waren ganze 28,000 Auswanderer, - also 60% - die in Portugal keine Hoffnung mehr sahen. Aber feilen Sie nur weiter an ihrem Mythos. Es wird sich nichts ändern.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Havel Pavel 25.07.2018, 22:52
19. Ob das so funktioniert?

Zitat von sonnemond
Gemessen an der Einwohnerzahl in Relation zu Deutschland wäre die Anzahl der Flüchtlinge allerdings jetzt bereits bei mindestens 200.000. Die alle bleiben. Warum verlassen eigentlich so viele Portugiesen ihr Land? Wäre für mich die Frage Nr. 1.
Es ist schon bemerkenswert, dass eine Regierung die noch nicht mal in der Lage ist durch vernünftige Wirtschaftspolitik die eigenen jungen Menschen in Land zu halten nun so scharf darauf ist die Zuwanderung drastisch zu forcieren. Haben hier etwa die Regierenden Angst davor künftig ohne Bevölkerung dazustehen? Ist womöglich gar keine so schlechte Idee die Zuwanderung von Flüchtlingen anzukurbeln, Kosten hierfür sind ja kein Thema, wozu ist man denn in der EU. Bleibt nur zu hoffen die Flüchtlinge bleiben auch in Portugal und strömen nicht in andere EU Länder mit deutlich besseren Sozialleistungen. Vielleicht findet man ja auch hier eine gemeinsame Lösung, so könnte man beispielsweise die Leistungen für Flüchtlinge EU weit vereinheitlichen, so dass hier zwischen den EU Ländern Chancengleichheit für die Zuwanderung hergestellt wird und nicht Deutschland hier weiterhin den übrigen die Zuwanderer wegschnappt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 2 von 9