Forum: Politik
Mikrokredite in Kambodscha: Lukratives Geschäft mit der Armut
Adrees Latif/ Reuters

Millionen Menschen in Kambodscha haben Mikrokredite aufgenommen, das Geld kommt auch aus Deutschland. Nun zeigt ein Bericht: Mitunter kommt es infolge der Kreditvergabe zu Menschenrechtsverletzungen.

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Malshandir 07.08.2019, 10:42
1. Mikrokredite nicht das Problem

Die Kredite sind nicht das Problem. Es sind die unternehmerischen Entscheidungen.
Ein Unternehmer hat eben ein Risiko. Risiko hier sind fallende Preise für Maniok.
Eine Bank wird immer Sicherheiten verlangen.

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frenchie3 07.08.2019, 10:43
2. Mikrokredit war für mich

auch immer ein Synonym für kleine Zinsen, anders macht das System doch gar keinen Sinn. Falsch gedacht, ganz offensichtlich. Hier könnten doch NGOs einsetzen die aus Spenden rückzahlbare Zuwendungen machen, auf eine Art die nicht mit Bankgesetzen kollidiert. Vereinfacht gesagt, kurz ausgeholfen vom Nachbarn. Ansonsten allerdings muß man sagen daß man auch bei Mikrokrediten den Marktregeln unterliegt, im Falle der Yuca eben aufs falsche Pferd gesetzt

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schorsch_69 07.08.2019, 10:50
3. Och Joh!

"Armut und "Leiden" war und ist schon seit Jahrzehnten höchst lukrativ! Zwar nicht für die Betroffenen, aber stets für die beteiligten Unternehmen/Personen im "Verteilmechanismus"!
Würden denn die Menschen sich deutlich äussern, die unmittelbar mit den lokal abzockenden Personen zu tun haben, würde vermutlich jede Spendenbereitschaft zu Recht gen Null gehen!

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schnabelnase 07.08.2019, 10:57
4. Willkommen im Kapitalismus

Wo ist da der Unterschied zu den Gepflogenheiten bei der Kreditvergabe in Deutschland? Wenn man hier aufgrund einer Veränderung seiner Lebensumstände oder auch der allgemeinen wirtschaftlichen Umstände seine Kreditraten nicht mehr bedienen kann, verliert man auf Initiative der Gläubigerbanken seine Immobilie im Zwangsversteigerungsverfahren, und zwar meist weit unter Wert. Oft haben die Schuldner zuvor versucht, sich durch weitere Kreditaufnahme zu retten und sich nur noch weiter in die Tiefe gerissen. In der Privatwirtschaft ist es für kleine und mittlere Unternehmen nicht anders. Den Begriff "Menschenrechtsverletzungen" habe ich in diesem Zusammenhang noch nie gehört.

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eisfuchs 07.08.2019, 11:09
5. und nun?

Ist das ein reiner Informationsartikel oder ein Kommentar? Sollte es das erstere sein ist er unausgewogen und mir fehlen wichtige Informationen (warum fielen die Preise, war das warum unerwartet, wieviele Bauern betrifft das, habe andere mit anderen Produkten in Kambodschs mehr Erfolg und wieso, wie hoch sind Raten...). Wenn es ein Kommentar ist fehlt ein vernünftiges Fazit (was sollte sich warum ändern?).

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anders_denker 07.08.2019, 11:12
6. Microkredit > Kleinkredit

Es sei dahingestellt ob über 3000 USD denn noch micro sind. Bei Millionen und Milliardenkredten spricht man ja auch nicht von Mega oder gar oder Giga. Das sich Unternehmer gerne bei Absatzerwartungen und Gewinnen auch hierzulande etwas schön rechnen und dann ebenso dastehen ist scheinbar normal. Haus weg, Auto weg, Existenz weg. Das ganze ist also weniger ein Micro-Kredit Problem sondern eines der Risiken des Unternehmertums.

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Grünwild 07.08.2019, 11:14
7. Es wäre besser,

die Kreditvergabe nicht an Grund und Boden, sondern an den Anbau zu koppeln, im konkreten Fall also an den Anbau von Maniok.
Kann der Kredit nicht bezahlt werden, verliert der Betreffende wenigstens nicht das Land - und damit auf Dauer seine Existenz.
Solche Art Kreditvergabe wird auch bereits gemacht, z. B. bei Waldbauern in Thailand.

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cherrypicker 07.08.2019, 11:39
8. Unfaire Mikrokredite

Mikrokredite sind unfair, denn es sind dem Wesen nach gewerbliche Kredite, die der Anschaffung einer Ladeneinrichtung, eines Fahrzeug oder was auch immer dienen, um damit Geld zu verdienen. Natürlich kann so ein Geschäft floppen, das muss aber der Kreditgeber mit einkalkulieren. 5% Ausfallrate sind in jedem Kreditgeschäft normal. Die Kreditgeber versuchen hier jedoch offenbar, das Ausfallrisiko zu minimieren, indem sie die persönlichen Besitztümer des Kreditnehmers als Sicherheit verlangen, ihn also bei Scheitern seines Geschäfts in den persönlichen Ruin treiben. Jeder Unternehmensgründer in Deutschland wäre mit dem Klammerbeutel gepudert, wenn er sich für einen (immer riskanten) Unternehmenskredit privat bei einer Bank verschuldet. Entweder man holt sich das nötige Startkapital von Freunden und Verwandten (die es im Zweifelsfall nicht zurückfordern, sondern stunden) oder man begrenzt rechtlich die Haftung aufs Firmenvermögen und holt sich das Eigenkapital von Investoren, die bei Floppen des Geschäfts in die Röhre gucken. Natürlich gibt es auch hierzulande Banken, die von Unternehmensgründern persönliche Bürgschaften verlangen. Da darf man sich dann halt nicht wundern, wenn man als Bank ein mieses Image hat. Notabene: Konsumentenkredite (und dazu zählt letztlich auch eine Eigenheimfinanzierung) sind eine ganz andere Sache, weil hier das Einkommen regelmäßig aus einer anderen Quelle kommt, als die, für die der Kredit aufgenommen wurde.

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mlarsen 07.08.2019, 11:42
9.

Zitat von frenchie3
auch immer ein Synonym für kleine Zinsen, anders macht das System doch gar keinen Sinn. Falsch gedacht, ganz offensichtlich. Hier könnten doch NGOs einsetzen die aus Spenden rückzahlbare Zuwendungen machen, auf eine Art die nicht mit Bankgesetzen kollidiert. Vereinfacht gesagt, kurz ausgeholfen vom Nachbarn. Ansonsten allerdings muß man sagen daß man auch bei Mikrokrediten den Marktregeln unterliegt, im Falle der Yuca eben aufs falsche Pferd gesetzt
Eher nicht. Mikrokredite hatten immer sehr hohe Zinsen, da die Kreditnehmer, z.B. Näherinnen aus Indien, somit hoch motiviert waren den Kredit so schnell wie möglich zurückzuzahlen, besonders vor dem Ende der erwarteten Nutzungszeit des erworbenen Investitionsgutes. Das Risiko des Bauern war eben der Preis für Yuca. Diesem Risiko unterliegen ALLE Unternehmer oder Bauern. Es genügt ein Artikel in der Bild, dass die Milch mit irgendeinem Schadstoff belastet ist. Die Kunden kaufen nicht mehr, Milch verdirbt, der Bauer hat Ausfälle.

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