Forum: Politik
Milieu-Studie: Deutsche schieben Öko-Frust

Öko ist nur für Reiche - und Umwelt steht für die Enttäuschung, dass man eh nichts bewegen kann: Das ist das Fazit einer Studie, für die Bürger aller Schichten nach ihrer Einstellung zum Umweltschutz befragt wurden. Nicht wenigen ist es sogar hochnotpeinlich, beim "Bio"-Einkauf ertappt zu werden.

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purawida 13.07.2009, 16:53
40. und wenn man aus mülltrennung einen solchen unsinn macht

wie in deutschland, muss sich nicht wundern, dass die säcke wieder im wald landen und überall flaschen rumliegen.
das traditionelle milieu hat leider auch beharrungsvermögen wie ein elefant, wenn es darum geht, unsinniges wieder abzustellen und ständig verbesserungen einzufordern.

das spülen von glas- und plastikmüll mit frischem wasser etc. kann man sich z.b. längst sparen.
die beiden altparteien (volksparteien sind es längst nicht mehr) haben eine riesige käseglocke über das land gestülpt, drunter stinkt es mittlerweile gewaltig und das ist bestimmt kein ausweg aus der finanzkrise, die alten schläuche einfach wieder aufzufüllen. da muss schon mal frische luft rein...

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supercat 13.07.2009, 16:53
41. Wissen ist Macht,nicht wissen macht auch nichts!!

Zitat von Fritz II
Auch Bio - wie fast jedes Lebensmittel - ist u.a. durch Zuchtwahl genetisch verändert ... diese Anti-Gen-Kampagne ist lächerlich ... jedes Bier was wir trinken basiert auf genmanipulierten Hefepilzen ... regt auch (fast) keinen auf ... Prost!
Lol!! Was ist das? Wissenschaft aus dem Reader's Digest Heft?
Übrigens gibts auch Biere ohne genetisch veränderte Hefen. Kosten sie mal Lammsbräu oder Pinkus Müller.

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natürlich Hamburg 13.07.2009, 16:55
42. Traditionsverwurzelt war gestern

Nehmen wir einfach an, dass der Artikel in typischer Manier etwas - sagen wir - übertreibt.

Wer sich mit der Frage von Nachhaltigkeit und nachhaltigem Handeln vor Ort befasst, kommt schließlich automatisch auf polemisch akzentuierte kleine persönliche Beiträge wie "Wasser aus beim Zähneputzen" oder "Mal mit der Bahn fahren anstelle fliegen".

Das diese selbstverständlichen Handlungen Hohn und Spott von Dritten hervorrufen ist - zumindest mir - noch nicht passiert. Das traditionsverwurzelte kann ich darin auch nicht entdecken, eher das normale Überlegen eines normal Handelnden.

Pöbeleien, dass "Bio" = "Abzocke" weil teuer sei habe ich auch schon gehört, gerne auch von traditionsverwurzelten Milieu-Senioren. Das es Ökofrust geben soll, merkt man an den Entwicklungszahlen der Branche ebenso wenig. Umfragen sagen eher, dass auch bei schlechterer finanzieller Ausstattung / Sparzwang Biokäufer ihrem Einkaufsverhalten treu bleiben und anderweitig sparen.

Von daher eigentlich ein unspannender Arikel

natürlich Hamburg - gibt´s auch in München, Köln, Düsseldorf

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Schelm-77 13.07.2009, 16:55
43. Abkehr vom Konsum

Zitat von Zeugma
"Der Begriff "Nachhaltigkeit" kommt in der Rhetorik der Traditionsverwurzelten nicht vor. Doch sie leben in der täglichen Praxis nachhaltiger als andere sonst. Mit Wasser geht man behutsam um. Der Komposthaufen im Garten ist selbstverständlich. Das Obst und Gemüse wird nicht gespritzt. Das Haus ist oft gedämmt, die Heizung sparsam eingestellt. Die Flugreise - auf die weder ergraute Postmaterielle noch neuliberale Performer verzichten wollen - ist ihnen gut entbehrlich..." Der bescheidenere Lebensstil der Traditionalisten schadet der Umwelt weniger als der modernistischerer Gruppen. Auf das das jeder kapiert. Traditionalistischer Lebensstil gepaart mit dem Umweltbewusstsein für die Lebensmittelproduktion und den Alltagsverkehr - dann hätten wir echte Ökos im besten Sinne des Wortes.
Die Traditionsverwurzelten haben meist das Rentenalter bereits erreicht und verfügen somit über mehr Zeit um sich um Obst und Gemüse aus dem eigenene Garten kümmern zu können.

Das generelle Problem habe sie allerdings sehr gut beschrieben.

ZU viel Umweltbewußtsein würde allerdings die Industrie zusammenbrechen lassen weil...

- niemand mehr Fernreisen per Flugzeug unternimmt

- Kleider, Schuhe usw. mehrmals repariert und geflickt werden vor der Ausmusterung

- Neuanschaffungen bei Elektrogeräten oder Autos nur getätigt werden wenn das alte Produkt sich nicht mehr reparieren läßt nach 10-30 Jahren, je nach Produkt.

- niemand mehr überflüssige Gimmicks wie Überraschungseier oder "neumodische" Fertiggerichte kaufen würde

und so weiter!

Abkehr von der Konsumgesellschaft und der Umwelt ist geholfen...

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esmitleeremkopfzutun 13.07.2009, 16:57
44. Möhren vom Mond

Zitat von Schelm-77
Das gerade die ältere Generatuion sich vorbildlich verhält kann auch mit der reichlich vorhandenen Freizeit zusammenhängen. Wer sich in allen Punkten umweltgerecht verhalten möchte, seine Bio Ware vom persönlich bekannten Landwirt bezieht und frisch zubereitet, kann keiner gereglten Arbeit mehr nachgehen. Dazu ist das Leben zu komplex geworden, die Anforderung an den Arbeitnehmer zu hoch und der Tag mit 24 Stunden zu kurz.
Die ältere Generation musste früher sechs Tage die Woche arbeiten, hatte Früh- und Spätschicht und war nach der körperlichen Arbeit oft erschöpfter als mancher Akademiker, Redakteur oder Börsenmakler es heute vorgibt zu sein. Und nein, hier schreibt kein Rentner sondern ein Student des Jahrgangs 1983.

Meine Großmutter hatte zwei Kinder zu erziehen, sich um zwei kranke Angehörige zu kümmern und zog ihr Gemüse von etwa 1950 bis 1990 überwiegend selbst und im eigenen Garten. Gedüngt wurde mit Pferdemist, das Saatgut kam aus einem kleinen Laden der noch heute existiert (trotz Monsanto). Mein Großvater, Industriearbeiter und in vielfältiger Weise sozial und gewerkschaftlich engagiert, hat ihr dabei vor und nach der Arbeit geholfen. Die Freizeit musste nicht mühsam mit Feng-Shui, Veganismus, Kabbala oder Extremsportarten gefüllt werden - das eigene Leben, der Garten und das unmittelbare soziale Umfeld sowie die Familie waren Daseinsgrund genug. Meine beiden Großeltern sind sicher nich t in dem Bewußtsein gestorben, irgendetwas in ihrem Leben verpasst zu haben.

Das eigentliche Problem der heutigen Ernährung liegt in einem gravierenden Kompetenzverlust hinsichtlich der Beurteilung von Nahrungsmitteln und in fehlenden Kenntnissen über deren Herkunft. Die Möhren meiner Großmutter beispielsweise, schrumplig, tieforange und im Vergleich zur bösen holländischen Wassermöhre winzig, hatten nur wenig mit dem designten Bio-Produkt von heute im Supermarkt zu tun.
Sie waren aber definitiv ein Produkt eigener Arbeit und des eigenen Gartens: Mehr als säen, ab und zu gießen und anschließend ernten war nicht nötig (und auch nicht besonders zeitaufwendig). Und: Sie schmeckten - nach Möhre.

Ein bisschen mehr Bescheidenheit und zurückschalten, ein kleiner Schuss Bewunderung für die Natur und für die "sozialen Netze der kleinen Leute" von früher kann das eigene Leben ein bisschen besser und stressfreier machen. Biodogmatik, Selbstvermarktung und schlechtes Gewissen führen jedenfalls nicht weiter.

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Zeugma 13.07.2009, 17:01
45. Nicht so eng sehen

Zitat von imagine
Und ich passe in keine dieser Schubladen. Ich achte auf unser aller Lebensraum, auf Wasserverbrauch, Heizung, und produziere so wenig wie möglich Müll. Seit vielen Jahren fliege ich nicht mehr. Ich benutze ein sehr altes ....
Das mit den Schubladen dürfen Sie nicht so eng sehen, denn was Sie als Schubladen bezeichnen sind sog. Milieus, die die Soziologen definiert haben, um eine praktikable Einteilung der Bevölkerung zu erreichen. Finde die Sinusmilieus ganz brauchbar, wobei man selbstverständlich nie reine Formen eines Milieus vorfindet.

Zu Ihrem Lebensstil: Das klingt richtig gut. Bemühe mich auch darum. Wenn das alle täten, wäre viel gewonnen. Leider ist unser Wirtschaftssystem fehlkonstruiert, weil es leidet, wenn Sie Ihr Handy nicht alle 24 Monate wegwerfen ... traurig, aber wahr.

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Zeugma 13.07.2009, 17:10
46. Systemfehler

Zitat von Schelm-77
... ZU viel Umweltbewußtsein würde allerdings die Industrie zusammenbrechen lassen weil... - niemand mehr Fernreisen per Flugzeug unternimmt - Kleider, Schuhe usw. mehrmals repariert und geflickt werden vor der Ausmusterung - Neuanschaffungen bei Elektrogeräten ......
Dann stimmt das Wirtschaftssystem aber nicht und es liegt nicht am Konsumverhalten, wenn da was zusammenbricht. Jedem Siebtklässler kann man anhand der Sage mit dem Schachbrett und den Weizenkörnern, die auf jedem Feld ggenüber dem vorhergehenden verdoppelt werden, verdeutlichen, wohin das führt.

Wir haben endliche Ressourcen und so kann ein System wie unseres, das vom quantitativen Wachstum abhängig ist, niemals funktionieren. Ganz simpel diese Erkenntnis und doch so schwer umzusetzen. Oder sagen wir so: das System korrigiert sich eh selbst von Zeit zu Zeit, das tut dann weh, warum also nicht gleich klug aktiv gegensteuern? Gegen die große Korrektur, die der Ressourcen- und Umweltverbrauch fordern wird, ist die Wirtschaftskrise jetzt ein laues Lüftchen.

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chillman113 13.07.2009, 17:18
47. jaja

auf kosten der umwelt wird doch nur wachstum möglich.
das Bio teuer...wie ich den satz liebe... vlt sind unser lebensmittel einfach zubillig - aber dank subventionen

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rosiweissnix 13.07.2009, 17:26
48. Schubladen

Zitat von Zeugma
Das mit den Schubladen dürfen Sie nicht so eng sehen, denn was Sie als Schubladen bezeichnen sind sog. Milieus, die die Soziologen definiert haben, um eine praktikable Einteilung der Bevölkerung zu erreichen.
Vermutlich ist das auch der einzige Sinn des Artikels ...

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Schelm-77 13.07.2009, 17:28
49. Ältere Generation

Zitat von esmitleeremkopfzutun
Die ältere Generation musste früher sechs Tage die Woche arbeiten, hatte Früh- und Spätschicht und war nach der körperlichen Arbeit oft erschöpfter als mancher Akademiker, Redakteur oder Börsenmakler es heute vorgibt zu sein. Und nein, hier schreibt kein Rentner sondern ein Student des Jahrgangs.....
Die Anforderungen waren in früheren Jahren anderer Art. Die Arbeit war körperlich in vielen Fällen körperlich anstrengender, die Arbietszeiten wurden vom Arbeitgeber früher allerdings auch nicht so flxibel ausgelegt wie es heute der Fall ist. Unbezahlte Überstunden gehören heute vielerorts zum täglichen Geschäft und der körperliches Verschleiß ist einem psychische Verschleiß gewichen. Schichtarbeit gibt es im übrgen auch heute noch.

Wenn man es nicht anders kennt und ohne zeitintensive Medienvielfalt aufgewachsen ist bzw. gelebt hat verfügt natürlich über mehr Zeit für andere Betätigungsfelder wie soziale Netzwerke oder auch den eigenen Garten.
Die Interessengebiete und Anforderungen (u.a hohe Standort- und Arbeitszeiflexibilität bei Arbeitnehmern) haben sich im Laufe der Jahrzenhnte verschoben. Das ist nicht gleichbedeutend mit einem weniger erfüllten Leben in früheren Zeiten, nur ist es auf die heutigen Verhältnisse nicht mehr ohne weiteres übertragbar.

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