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Milieu-Studie: Deutsche schieben Öko-Frust

Öko ist nur für Reiche - und Umwelt steht für die Enttäuschung, dass man eh nichts bewegen kann: Das ist das Fazit einer Studie, für die Bürger aller Schichten nach ihrer Einstellung zum Umweltschutz befragt wurden. Nicht wenigen ist es sogar hochnotpeinlich, beim "Bio"-Einkauf ertappt zu werden.

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Kai Frederking 13.07.2009, 17:35
50. Umschreibung

Zitat von Schelm-77
Wenn man es nicht anders kennt und ohne zeitintensive Medienvielfalt aufgewachsen ist bzw. gelebt hat verfügt natürlich über mehr Zeit für andere Betätigungsfelder wie soziale Netzwerke oder auch den eigenen Garten.
Das ist der netteste Euphemismus für
"Wenn man nicht vor Glotze oder PC 'rumhängt, dann hat man auch Zeit für Freunde und Hobby"

den ich seit langem gesehen habe :)
Gratulation!

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Crytash 13.07.2009, 17:37
51. Einen moment!

Zitat von Schelm-77
Das gerade die ältere Generatuion sich vorbildlich verhält kann auch mit der reichlich vorhandenen Freizeit zusammenhängen. Wer sich in allen Punkten umweltgerecht verhalten möchte, seine Bio Ware vom persönlich bekannten Landwirt bezieht und frisch zubereitet, kann keiner gereglten Arbeit mehr nachgehen. Dazu ist das Leben zu komplex geworden, die Anforderung an den Arbeitnehmer zu hoch und der Tag mit 24 Stunden zu kurz.
Tja, dann hätten wir ja eine neue Berufsgruppe die Rentner ausfüllen könnten, sie kaufen einfach alle für uns ein -.-

Genau das Problem der Zeit, wäre durch eine nachvollziehbare und 100% valide Etikettierung gelöst! Warum gibt es den bei Stiftung Warentest (denen wir seltsamer Weise vollstes Vertrauen entgegen bringen) immer wieder gerade Bio Produkte, die durchfallen bzw. unglaublich schlechte Noten bekommen?

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Schelm-77 13.07.2009, 17:49
52. Wirtschaftssystem

Zitat von Zeugma
Dann stimmt das Wirtschaftssystem aber nicht und es liegt nicht am Konsumverhalten, wenn da was zusammenbricht. Jedem Siebtklässler kann man anhand der Sage mit dem Schachbrett und den Weizenkörnern, die auf jedem Feld ggenüber dem vorhergehenden verdoppelt werden, verdeutlichen, wohin das führt. Wir haben endliche Ressourcen und so kann ein System wie unseres, das vom quantitativen Wachstum abhängig ist, niemals funktionieren. Ganz simpel diese Erkenntnis und doch so schwer umzusetzen. Oder sagen wir so: das System korrigiert sich eh selbst von Zeit zu Zeit, das tut dann weh, warum also nicht gleich klug aktiv gegensteuern? Gegen die große Korrektur, die der Ressourcen- und Umweltverbrauch fordern wird, ist die Wirtschaftskrise jetzt ein laues Lüftchen.
Das jetztige System kann nur so funktionieren, ansonsten stehen massive Arbeitsplatzverluste bevor.
So weitergehen kann es allerdings auch nicht endlos...

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GM64 13.07.2009, 17:52
53. Fehler des BUND und der Grünen

Der BUND macht den selben Fehler wie die beiden Kirchen. Sie wollen nur das Geld der Leute, und alle haben dann das Problem, dass sie in der Bevölkerung keinen Rückhalt haben.
Man sollte jedem eine kleine Aufgabe zuordnen, dann kann sich jeder mit dem Verein identifizieren.
Aber da denkt man, man kann alles besser als die Leute und will nur Geld, vor allem will man sich auch nicht hineinreden lassen.

Die Grünen haben sich zu viele Themen auf die Fahne geschrieben. Sie haben zu sehr polarisiert. Und Herrn Fischer hat man überhaupt nichts abgenommen. Oder meinen sie, dass der Müll trennt.

Auch war es extrem dumm, dass sie am Anfang der Regierungszeit sich doch eher damit gebrüstet haben zu regieren. "Regieren macht Spaß". Da haben die meisten gleich gemerkt, da ist etwas nicht in Ordnung, die haben uns nur missbraucht. Weil regieren ja anstrengend sein sollte.

Auch haben sie sich sehr etabliert. Frau Kühnast könnte auch mit einem Lupo umher fahren.
Vor allem soziale Aussagen kann ich nicht sehen. Vielleicht könnte so manch einer auf den Fahrer verzichten. Warum sind sie nicht solidarisch mit den Arbeitslosen und laden mal Leute zum Essen ein.
Das Geld dass sie in die grünen Bälle beim Parteitag investiert haben, hätten sie in ein Fest investiere können, bei dem Leute Öko Kost hätten testen können.


Politiker sollten mal zeigen, dass sie ökologisch kochen. Oder dass sie auf den Urlaubsflug verzichten können. Man kann ja auch in Deutschland schön Urlaub machen. Die Grünen Politiker machen ja immer nicht in Deutschland Urlaub. Der Kohl war immer am Wolfgangsee. Warum kann nicht auch einer mal Urlaub auf Balkonien machen, viele Bürger die dank der großartigen Politiker kein Geld haben, müssen es tun, also warum kann nicht auch ein Politiker mal zu Hause bleiben?
Oder noch besser ein Manager.

Bei uns im Supermarkt wird die Öko Abteilung zwar auch immer kleiner, und ich habe mich gefragt warum das so ist, aber jetzt habe ich es ja erfahren.

Denke es ist der Geiz der Leute, der bewirkt dass sie nicht Öko wollen.

Und wenn die Leute meinen sie würden bei Bio betrogen, dann kann ich nur sagen, wie der Schelm denkt, so ist er auch.
Meinen sie die Anderen nicht Öko Hersteller betrügen weniger?

Vielleicht ist es auch psychologische Rationalisierung. Wenn die Trauben zu hoch sind, redet sich der Fuchs ein sie seien sauer.

Wenn einem Geizkragen, die gesunden Lebensmittel zu teuer sind, redet er sich ein, sie seien aus betrügerischen Gründen teuer.

Allerdings, wäre es schon gut, wenn jemand Bio Produkte herstellt, dass er auch gesunde Produkte herstellt. D.h. wenig Kalorien und so weiter.

Eine Bio Zigarette ist ein Unding. Leider sind viele Bio Produkte nicht gesund, weil sie zu viele Kalorien haben.

Denke jeder kann sich Bio leisten, weil es gut ist wenn man weniger isst, und wenn man Bio kauft, kann man weniger einkaufen.

Also ich schäme mich nicht BIO zu kaufen, mir ist die Meinung der Anderen Wurst. Wer mein Auto sieht, erkennt, dass ich nicht reich bin, also kann auch keiner meinen ich sei ein Schnösel.

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Hercules Rockefeller 13.07.2009, 17:53
54. Unterschicht ist Bio pur!

Am umweltfreundlichsten und klimaneutralsten lebt mit Abstand die Unterschicht. Da kann der Wohlstandsrentner noch so oft mit dem Toyota Prius zum Reformhaus fahren, der Unterschichtler hat kein Auto und kann sich den teuren Krams mit den 12 Umverpackungen aus dem Supermarkt nicht leisten.
Er kauft im Discounter, wo die Produkte am wenigsten Umverpackungen haben und geht da auch noch zu Fuss hin, denn Bus fahren ist zu teuer.

Unterschichtlers fliegen auch nicht mit dem Billigflieger zum shoppen durch Europa und verbrauchen auch weniger Energie-wo Mittel- und Oberschichtler derart viele Deckenstrahler zur Beleuchtung haben, dass es schon die Statik bedroht, haben Unterschichtlers oft nur eine Glühbirne.

Und so weiter...Umweltschutz bedeutet zu aller Erst Konsumverzicht. Das ist nämlich der ganze Trick beim Biohoax, die Wohlstandverwahrlosten haben ihren modernen Ablasshandel bekommen.
Die Bio-Ananas ist nicht bio, denn sie wächst hier nicht. Die wird eingeflogen. Ebenso die Waschnuss, die bringt ja auch nicht der Storch.

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leser1307 13.07.2009, 17:55
55. Bio als Statussymbol

[QUOTE=natürlich Hamburg;4025985]
Das diese selbstverständlichen Handlungen Hohn und Spott von Dritten hervorrufen ist - zumindest mir - noch nicht passiert.

Da muss ich beipflichten, ich finde geradezu ein Statussymbol für viele moderne Konsumenten, dass zeigen wollen: "Ich leiste mir Bio". Und an Themen wie Hybrid, Mode und Handwerk sieht man ja wohl, dass es geradezu ein Trendthema ist. Und zwar ein Trend, der nicht entwickelt, sondern gefordert wurde. Oder warum sollten Discounter reagieren und die Bio-Regale erweitern? Wohl kaum, weil dort Gutmenschen den Einkauf planen oder ihre Kunden verspotten.

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Schelm-77 13.07.2009, 17:56
56. Durchblick

Zitat von Crytash
Tja, dann hätten wir ja eine neue Berufsgruppe die Rentner ausfüllen könnten, sie kaufen einfach alle für uns ein -.- Genau das Problem der Zeit, wäre durch eine nachvollziehbare und 100% valide Etikettierung gelöst! Warum gibt es den bei Stiftung Warentest (denen wir seltsamer Weise vollstes Vertrauen entgegen bringen) immer wieder gerade Bio Produkte, die durchfallen bzw. unglaublich schlechte Noten bekommen?
In der Dienstleistung soll ja die Zukunft liegen;-)

Wie auch immer, gegen einfache Lösungen (valide Etikettierung) hat die Industrie noch immer eine komplexe Alternative gestellt.
ZU viel Durchblick vernebelt die Gewinne...

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Skarrin 13.07.2009, 18:06
57. Strommärchen

Zitat von necropoll
Das natürlich mit Ökostrom betreiben wird, der dann doppelt so teuer eingekauft wird, wie normaler Strom?
Das ist auch so ein Märchen aus den ungebildeten Unterschichten.

Wer sich die Mühe macht, aktuelle Strompreisaufstellungen zu lesen und sie dann auch noch verstehen kann, der findet Ökostrom eher im Mittelfeld wieder.
Wobei man natürlich noch unterscheiden muß zwischen echtem Ökostrom und den Pseudoprodukten der Stromkonzerne, die einfach nur ihre alten Wasserkraftwerke herausrechnen.
Aber das ist wieder ein anderes Thema.

Gruß Skarrin

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Zeugma 13.07.2009, 18:17
58. Stimmt

Zitat von Hercules Rockefeller
Am umweltfreundlichsten und klimaneutralsten lebt mit Abstand die Unterschicht. Da kann der Wohlstandsrentner noch so oft mit dem Toyota Prius zum Reformhaus fahren, der Unterschichtler hat kein Auto und kann sich den teuren Krams mit den 12 Umverpackungen aus dem Supermarkt nicht leisten. Er kauft im Discounter, wo die Produkte am wenigsten Umverpackungen haben und geht da auch noch zu Fuss hin, denn Bus fahren ist zu teuer. Unterschichtlers fliegen auch nicht mit dem Billigflieger zum shoppen durch Europa und verbrauchen auch weniger Energie-wo Mittel- und Oberschichtler derart viele Deckenstrahler zur Beleuchtung haben, dass es schon die Statik bedroht, haben Unterschichtlers oft nur eine Glühbirne. Und so weiter...Umweltschutz bedeutet zu aller Erst Konsumverzicht. Das ist nämlich der ganze Trick beim Biohoax, die Wohlstandverwahrlosten haben ihren modernen Ablasshandel bekommen. Die Bio-Ananas ist nicht bio, denn sie wächst hier nicht. Die wird eingeflogen. Ebenso die Waschnuss, die bringt ja auch nicht der Storch.
Stimmt, Unterschicht ist öko, nur leider zwangsbeglückt. Bei den Milieus, die Bio mit Hirn einkaufen, verläuft die Grenze zwischen Pseude-Angeber-Biokäufer und Mitdenkern genau da, wo Sie sie beschrieben haben, aber nicht nur bei Ananas und Waschnuss.

Man könnte auch sagen zwischen LOHAS und LOVOS.

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mac4ever 13.07.2009, 18:17
59. Vorurteile

Zitat von necropoll
Der Kosumententyp des LOHAS , Lifestyle of Helath and sutainibility , wird ja gerade so geschätzt weil er sich das "Preispremium" leisten kann. Er fliegt auch im Vergleich zum normalen Menschen öfter und ist bei Umwelt aktiv. Sprich die Umweltakktivisten mit Rasterlocken fliegen ebene gern in Urlaub und weit weg. Das damit die Umwelt verdreckt wird ist egal, man isst ja Bio und fährt Elektroauto. ... Das so ein 20 Jahre altes Auto auch ne gute CO2 Bilanz haben kann, weil es eben 20 Jahre alt ist und nicht Unmengen von Co2 freigesetzt werden bei der Herstellung eines Neuwagens? Who cares..
I care! Es ist doch nichts so angenehm wie ein gepflegtes Vorurteil, gelle? Auch Lohas fahren alte Autos, z.B. einen 12 Jahre alten V70 Diesel mit 5,7 l auf 100 statt der angegebenen 7,3. Nur von der Politik werden sie genötigt, neuere Autos zu KAUFENKAUFEN, weil man damit z.B. nicht in die Innenstädte kommt (grüne Plakette auch mit Filter nicht nachrüstbar), obwohl dies so ungefähr urchschnittlich 1,73 mal im Jahr vorkommt,wenn man am äußersten Rand des Speckgürtels wohnt.

Und da sind leider auch die Bioläden noch weiter als der nächste normale Lebensmittelmarkt, der 6,5 oder 9 kmentfernt ist.

Überzeugung? Vor allem lebenslang praktizierte Sparsamkeit. Das gilt für alle Ressourcen und hat mit "Geiz ist geil" - Mentalität nichts zu tun. Aus DDR-Zeiten weiß man: Ressourcen sind wertvoll und hält sich daran - egal, was sie gerade aktuell kosten.

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