Forum: Politik
Militäreinsätze als Entwicklungshilfe?

Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?

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Marineiro 30.10.2008, 18:24
1.

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?
Grundgesetz Artikel 87a Abs. 2
,Außer zur Verteidigung dürfen die Streitkräfte nur eingesetzt werden, soweit dieses Grundgesetz es ausdrücklich zuläßt'

Und dabei wird es hoffentlich auch bleiben,
mfG
Marineiro

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flötrolf 30.10.2008, 18:50
2. Tropfstrukturen

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?
Es gibt fähige Köpfe in den Entwicklungsländern, u.a. einen Wirtschaftswissenschaftler in Kenia, die behaupten, dass die gelegten Tropfstrukturen aus den Entwicklungshilfen in den Entwicklungsländern jedwede Eigeninitiative untergräbt, die Politik korrumpiert und Mittelverschwendung vorprogrammiert. Entwicklungshilfe um der Entwicklungshilfe willen, nicht um der Entwicklung von Binnenstrukturen willen.

Wir müssen uns nach 64 Jahren Bretton Woods (Weltbank und Internationaler Währungsfonds) als Politiker selbst fragen und auch von den Steuerzahlern sowie auch aus den Entwicklungsländern fragen lassen, was haben wir effektiv erreicht mit Entwicklungshilfe über mehr als ein halbes Jahrhundert?

Ein Gedanke schießt mir zumindest spontan in den Kopf: Überbevölkerung hat per saldo bis heute noch jeden Entwicklungsfortschritt aufgezehrt, und den geplanten Effekt ins Gegenteil umgekehrt.

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hansmaus 30.10.2008, 18:51
3. China

Wird eigentlich China immer noch Entwicklungshilfe gezahlt oder berappen die ihre paar euro für Raumfahrt und Firmenübernahmen in Deutschland mittlerweile selbst ?

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Rainer Daeschler 30.10.2008, 18:56
4.

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?
Buchhalterich raffiniert aber auch Bestandteil des normalen militärischen Prozedere, wie in Afghanistan: Als ISAF (Aufbauhilfe) anschleichen und als OEF (Kampftruppe) dann den Abzug bedienen. Diese Vorgehensweise integriert sich nahtlos in die aktuelle Chamäleonstrategie der militärischen Auslandseinsätze deutscher Politik.

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ddorfer 30.10.2008, 19:01
5.

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen.
Dann braucht sie wenigstens den ungeliebten Begriff "Krieg" nicht zu benutzen.

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Peter Uhlemann 30.10.2008, 19:30
6.

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?
Das ist nicht nur ein buchhalterischer sondern auch ein psychologischer Trick. Man nennt das ganze dann nicht mehr "Krieg" oder verharmlosender "militärischer Einsatz" sondern ganz einfach "Entwicklungshilfe". Da fällt es dem Volk dann schwer, dagegen zu meckern, gegen Entwicklungshilfe haben wohl nur wenige was einzuwenden.

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dunlop5 30.10.2008, 19:36
7. Effektive Auswirkungen von Entwicklungshilfe

Ich denke es ist ein Buchhalterischer Trick der allerdings wenig Auswirkungen hat. Was seit Jahrzehnten vernachlässigt wird ist doch ein Punkt. Wie sinnvoll ist es, sich über die Höhe von Entwicklungshilfe zu streiten,, wenn nichteinmal geklärt ist, ob diese hilft oder schadet? Das Bundesministerium für Entwicklungshilfe ist gerade dabei Monitoringsysteme zu entwickeln, welche die Auswirkungen bestimmter Projekte messen soll, kurz-, mittel- und langfristig. Das impliziert auch, das es jene Systeme bis dato nicht gab. Es gibt genügend Beispiele in denen Entwicklungshilfe geschadet hat, auf einer Makroebene betrachtet, mittelfristig. Ich muss mich hier meinem Vorredner anschließen, der von Klugen kenianischen Wissenschaftlern redet und damit wohl James Shikwati meint. nMan muss nicht alle Thesen teilen, aber man sollte anfangen sich darüber Gedanken zu machen.

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wudi 30.10.2008, 20:02
8.

Zitat von sysop
Die Bundesregierung plant, Militäreinsätze unter Uno-Mandat als Entwicklungshilfe zu verbuchen. Damit würde die Hilfe für arme Länder drastisch steigen, obwohl die Entwicklungshilfe nach bisheriger Berechnung immer weiter sinkt. Ist das ein buchhalterischer Trick oder ein sinnvoller Plan?
Erst die Diskussion ueber Einsatz der BW im innern, jetzt
fuer "Entwicklungshilfe".
Bald sind unsere Gesetze fuer Militaereinaetze ganz aufgeweicht.

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Hercules Rockefeller 30.10.2008, 20:15
9. Militär ist die einzige Entwicklungshilfe, die funktioniert!

Es mag zynisch klingen und man darf es wohl öffentlich so nicht sagen, aber alleine die militärische "Entwicklungshilfe" scheint zu funktionieren.

So zynisch das klingt, aber solange bestimmte Bereiche der Welt kolonialisiert waren, ging es dort stetig bergauf. Sobald man abzog, entwickelte es sich in der Regel deutlich zum schlechteren.

Man hat drei Optionen:
Erstens militärisch was bewirken.
Zweitens finanziell nur negatives bewirken (Korruption etc.).
Drittens die betreffenden Regionen ignorieren und sich selbst überlassen.

Methode 1 hat die besten Erfolgsaussichten, Methode 3 eine 50 zu 50 Chance, immerhin.

Methode 2 verursacht nur Leid und Stagnation des Greuels.

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