Forum: Politik
Militäroperation im Jemen: Arabische Liga plant gemeinsame Streitmacht
REUTERS

Die arabische Liga zieht Konsequenzen aus dem Konflikt im Jemen - und plant eine gemeinsame militärische Eingreiftruppe. Im Kampf gegen die Rebellen zerstörte die Allianz den Flughafen von Sanaa.

Seite 3 von 6
kernbohrer 29.03.2015, 12:35
20. Ja, es ist ein Krieg Schiiten gegen Sunniten...

...und vor allem ein Krieg um die Vormachtstellung in nahen Osten. Der Iran ist eine durch die Sanktionen geschwächte Regionalmacht, der seine Interessen durch Stellvertreterkriege gewahrt sehen will. Die andere Regionalmacht ist Saudi Arabien. Und die beiden -und aus historischen Gründen auch die anderen Golfstaaten- sind sich spinnefeind.

Und wieder stehen wir am Anfang einer Entwicklung, die zu weiteren Kriegen und zur weiteren Destabilisierung der Region führt. Dass der Konfikt gefährlich ist, auch für (letztlich) die Ölversorgung des Westens, sollte jedem klar sein. Sowohl Saudi Arabien als auch die Golfmonarchien stehen auf mehr oder weniger tönernen Füßen. Auch hier gibt es, aber darüber wird nicht öffentlich gesprochen und schon gar nicht berichtet, viel Sympathie für den fundamentalistischen Islam. Was jetzt gerade beginnt, kann gewaltige weltpolitische Auswirkungen haben.

Auch wenn es so manchem nicht gefallen sollte: der Westen sollte sich da m.E. heraushalten. Das ist ein Konflikt, der nichts, gar nichts mit dem Westen zu tun hat und auch die (von mir durchaus kritische gesehenen) Amis haben den zumindest diesmal nicht vom Zaun gebrochen.

So traurig es auch ist, die Ethnien/Stämme/Clans wollen nur seit Jahrhunderten und auch heute: Für sich Vorteile erkämpfen, die Konkurrenten ausschalten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
humorrid 29.03.2015, 12:37
21. Bin sehr gespannt

wo die deutschen Waffen demnächst einen Einsatz finden. Gabriel wollte ja die Rüstungsexporte genau prüfen (s.a. "es wird mit mir keine Maut geben" von Merkel), doch wie es aussieht hat der Gute nichts zu melden. Abgesehen von deutschen Kleinwaffen, die schon länger in falschen Händen sind, werden sich auch bald die schweren Geschütze dazu gesellen. Schade, dass es im Artikel nichts darüber steht. Auch, und das anlässlich des schreklichen Jubiläums des WWI, dass die Deutsch-Arabische Allianz eine traurige Tradition ist.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Palmstroem 29.03.2015, 12:38
22. Perser gegen Araber

Zitat von sanhe
Man anhand der im Artikel dargestellten militärischen Pläne und Erklärungen schön und exemplarisch erkennen, wo die wahren Absichten und Prioritäten der sunnitischen arabischen Staaten liegen: Nicht bei der Bekämpfung der (sunnitischen) Terrororganisation IS, sondern bei der Bekämpfung von Schiiten. Das sollte westlichen Ländern sehr zu denken geben und einmal mehr klar machen, dass die arabischen Staaten nicht wirklich nachdrücklich gewillt sind, das Problem IS zu beseitigen.
Es ist der Iran, der seit der Revolution der Ajatollahs versucht, seinen Einfluss auf arabische Länder auszuweiten. Die von Iran unterstützten Milizen wie die Huthisie kämpfen nicht nur im Jemen. So ist die Mahdi-Armee Iraks stärkste Schiiten-Miliz. Die Hisbollah und die Abu Fadl al-Abbas-Brigaden kämpfen in Syrien an der Seite Assads. Die Amal-Miliz im Libanon und die Hamas im Gaza-Streifen hören ebenfalls auf Teheran.
Die IS(IS) ist die Reaktion der radikalen Sunniten in Syrien und im Irak auf die Unterdrückung durch die Schiiten.
Wer die Konflikte lösen will, darf nicht nur Saudi-Arabien im Blick haben, sondern muss auch die Expansionsbestrebungen des Iran stoppen, zumal die Schiiten nur 20% der Muslime ausmachen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
säkularist 29.03.2015, 12:40
23.

Zitat von erasmus89
Es ist bezeichnend wie der SPIEGEL im Bezug auf diese Terror/Diktatoren-Allianz so wertfrei berichten kann. Selten lese ich so wertfreie Artikel auf dieser Seite. Der Kameltreiber aus Saudi Arabien lässt Menschen wie am Fließband köpfen und zu Tode auspeitschen und zahlt Terroristen ihr Gehalt. Der General in Ägyoten hat an einem Tag 1000 Demonstranten niedergemäht und terrorisiert nun die Demokraten in Kairo usw. Arme parteiische Presse.
Dem muss ich zustimmen.
Ansonsten bringt doch der Spiegel(Redakteur) gerade bei weltpolitischen Themen immer gerne und sehr ausgiebig seine Meinung/Wertung in die Berichterstattung mit ein.
Hier scheint der Spiegel keine Meinung zu haben bzw will sie nicht zeigen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
equamicus 29.03.2015, 12:44
24.

Zitat von erasmus89
wie der SPIEGEL im Bezug auf diese Terror/Diktatoren-Allianz so wertfrei berichten kann. Selten lese ich so wertfreie Artikel auf dieser Seite.[...] Arme parteiische Presse.
Was denn jetzt? Tendenziöse, "parteiische" Lügenpresse oder wertfrei??? Man ist das kompliziert als überzeugter Verschwörungstheoretiker :D

Aber zum Thema: Der schwelende Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten sollte schon zu denken geben und erinnert leider tatsächlich an die (europäische) Frühe Neuzeit...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dschungelmann 29.03.2015, 12:48
25. Es ist eine Luege....

das die HOUTHI rein Schiitisch sind. Diese Gruppe ist laut eigenen Auskuenften(die wir leider einfach vorenthalten kriegen) saekulaer und will Jemen endlich von Femdherrschaft befreien und vereinen. Darauf weist auch der schnelle , fast unblutig Vormarsch hin und das Ueberlaufen fast der kompletten Armee. Was wir hier lesen ist nichts anderes als die Propaganda der "Willigen" Islamfaschistenstaaten unter dem Kommando Saudi Arabiens incl. GB Und USA. Nicht ein einziges Wort zu den Zielen der Houthis. Nicht ein Wort. Das der Iran diese unterstuetzt ist MOEGLICH , aber bewiesen ist da gar nichts. fazit: Uebelste Propaganda , die Massenmoerder wie Sisi das Wort reden. Es ist einfach nicht zu fassen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
säkularist 29.03.2015, 12:51
26.

Zitat von iasi
Irgendwann kommt einer der Führer der Huthis auf die Idee, sich als arabischer Napoleon zu bezeichnen ... und was kann man ihm dann entgegnen? Der Westen versucht mal wieder zu Stabiliseren und Veränderungen zu vermeiden - und übersieht dabei die tieferen Gründe der Umstürze und Unruhen. Eine sehr schlechte Politik. Denn gerade die Arabische Liga und die Staatsführungen dieser Allianz sind doch Teil des Problems. Radikalisierung ist die Folge von ausbleibenden und verhinderten Verbesserungen für große Bevölkerungteile.
Ich denke, dass man davon ausgehen darf, dass die Politiker des Westens nicht aus Vollidioten bestehen. Die wissen sehr genau wen sie da mit den Golfstaaten unterstützen.
Offenbar erhofft man sich finanzielle / strategische Vorteile durch das Einnehmen dieser Haltung bzw Nachteile wenn man eine andere Haltung einnimmt.

Generell müssen Sie immer davon ausgehen dass in internationaler Politik niemals Menschenrechte und dergleichen irgendeine Rolle spielen außer als Feigenblatt oder vorgeschobener Grund. Das zu begreifen ist ein langwieriger Lernprozess. Als ich noch jung war habe ich entsprechende Erklärungen von Politikern tatsächlich noch geglaubt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
kernbohrer 29.03.2015, 13:01
27. Die Betrachtung ist fast richtig...

Zitat von Palmstroem
Es ist der Iran, der seit der Revolution der Ajatollahs versucht, seinen Einfluss auf arabische Länder auszuweiten. Die von Iran unterstützten Milizen wie die Huthisie kämpfen nicht nur im Jemen. So ist die Mahdi-Armee Iraks stärkste Schiiten-Miliz. Die Hisbollah und die Abu Fadl al-Abbas-Brigaden kämpfen in Syrien an der Seite Assads. Die Amal-Miliz im Libanon und die Hamas im Gaza-Streifen hören ebenfalls auf Teheran. Die IS(IS) ist die Reaktion der radikalen Sunniten in Syrien und im Irak auf die Unterdrückung durch die Schiiten. Wer die Konflikte lösen will, darf nicht nur Saudi-Arabien im Blick haben, sondern muss auch die Expansionsbestrebungen des Iran stoppen, zumal die Schiiten nur 20% der Muslime ausmachen.
... nur sollte man dazu wissen, dass vorher die Schiiten brachial von den Sunniten (Saddam) unterdrückt wurden. Maliki hat es versäumt, den Sunniten die Hand zu reichen.
"Nur 20% Schiiten" ist zwar global gesehen richtig, nicht jedoch in der Region, um die es geht. Es gibt in Saudi Arabien eine große Minderheit an Schiiten, um die 25% rum (sie werden unterdrückt) Bahrain ist überwiegend schiitisch, in Katar und den VAE gibt es eine große Anzahl von Schiiten (alleine in Dubai sollen es mehr als 400.000 sein). Die siedeln also alle rum um den Persischen, oder wie man hier sagt, um den Arabischen Golf. Diese Schiiten sehen im Iran ihre Schutzmacht. Wenn man also nur die Region einschl. dem Iran nimmt, dürfte der Bevölkerungsanteil an Schiiten deutlich über 50% sein.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dschungelmann 29.03.2015, 13:04
28. Ich fordere die umgehende Aufloesung der UN

Begruendung: Die UNO mit Moon an der Spitze hat ihr wahres Gesicht bereits in Libyen gezeigt. Sie hat damals dem Bruch einer KLAREN Resolution(Flugverbotszone ONLY) einfach zugesehen und weggeschaut. Damals wurde klar auf WESSEN Seite diese Organisation steht. Als neutral und friedensstiftend hat sie vollkommen versagt. Daher ist sie , wie auch im Fall von Jemen(da besitz die UNO doch die Unverschaemtheit einen abgelaufenen Uebergangspraesidenten anzuerkennen, der schon Januar mit sammt dem Parlament zuruecktrat!). Die UNO hat sich als Machtinstrument der immer gleichen "Willigen" geoutet und somit ihre eigenes Todesurteil unterschrieben. Ihre Beschluesse sind wertlos geworden. Daher WEG MIT DER UNO, oder wie es Gaddafi forderte : Gleiches Stimmrecht fuer ALLE! In allen Fragen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
säkularist 29.03.2015, 13:04
29.

Zitat von Palmstroem
Es ist der Iran, der seit der Revolution der Ajatollahs versucht, seinen Einfluss auf arabische Länder auszuweiten. Die von Iran unterstützten Milizen wie die Huthisie kämpfen nicht nur im Jemen. So ist die Mahdi-Armee Iraks stärkste Schiiten-Miliz. Die Hisbollah und die Abu Fadl al-Abbas-Brigaden kämpfen in Syrien an der Seite Assads. Die Amal-Miliz im Libanon und die Hamas im Gaza-Streifen hören ebenfalls auf Teheran. Die IS(IS) ist die Reaktion der radikalen Sunniten in Syrien und im Irak auf die Unterdrückung durch die Schiiten. Wer die Konflikte lösen will, darf nicht nur Saudi-Arabien im Blick haben, sondern muss auch die Expansionsbestrebungen des Iran stoppen, zumal die Schiiten nur 20% der Muslime ausmachen.
Der radikale Islam ist fast überall ausschließlich wahabitischen Ursprungs.
In ganz Nordafrika gibt es Islam Terror aber fast keine Schiiten, in Afghanistan gibt es fast keine Schiiten. In Pakistan gibt es ein paar Schiiten die allerdings massiv unterdrückt und regelmäßig allein aus religiösem Hass weggebombt werden.

In Irak wurde die Schiiten-Mehrheit jahrzehntelang von den Sunniten als Untermenschen unterdrückt. Klar, dass sie nun Milizen bilden.
In Syrien gab es unter Schiitisch/Alawitischer Herrschaft absolute Religionsfreiheit. Wenn Assad etwas fürchtetet, dann religiöse Unruhen.

Libanon ist ein Sonderfall und hat sehr viel mit Israel zu tun. Übrigens fanden die sunnitischen Staaten die Hisbollah und ihre Aktivitäten bis vor wenigen Jahren ziemlich prima (solange es gegen Israel ging).

Können Sie mal ein paar Beispiele nennen, in denen Schiiten irgendwo mit Allahu Akbar Rufen sich und unbeteiligte in die Luft sprengen?
Ich kann ihnen tausende Beispiel nennen in denen verblendete Sunniten sowas tun.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 6