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Milliarden für die Bundeswehr: Merkel bekennt sich zu höheren Militärausgaben
DPA

Die Bundeswehr soll deutlich mehr Mittel bekommen, das hat Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Videobotschaft bekräftigt. Zugleich soll die Entwicklungshilfe steigen - doch nicht so stark wie versprochen.

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Thomas Kossatz 07.07.2018, 16:33
50.

Die Bundeswehr-Kritiker, die sich hier lauthals äußern, tun so, als ob es ein Geheimnis wäre, wofür das Geld gebraucht wird. Die Bundeswehr braucht Ersatzteile, und zwar lagerhaltig, Bei allen Fällen von fehlendem Klarstand kommt man immer wieder an einem Punkt an: Die Industrie ist nicht bereit, die Lagerhaltung zu bezahlen, weil das schlicht nicht vereinbart wurde.

Sie dürfen dreimal raten, wie lange Boeing und Airbus ihre Zivil-Flugzeuge in der Luft halten könnten, wenn sie eine solche Materialwirtschaft hätten wie die Bundeswehr.

Die Mehrausgaben sind richt, notwendig und unabweisbar.

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achso...machtsinn 07.07.2018, 16:37
51. Gezielt investieren

Ich wäre dafür das Geld gezielt in einzelne Projekte zu investieren, statt in die Breite. Zum Beispiel: das Heer beauftragt Unternehmen xy (ZB Rheinmetall) mit der Entwicklung eines Neuen Panzers oder Jets. Damit wäre der Gorilla in Washington ruhig gestellt und das Geld würde zurück in die deutsche Wirtschaft fließen(und somit auch zum Steuerzahler).

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HeisseLuft 07.07.2018, 16:44
52.

Zitat von print1939
Zugegeben, mit dem Rüstungsausgaben der USA ist Deutschland nicht zu vergleichen. Aber die USA wird auch von allen Seiten bedroht. Jetzt soll die Krim als Bedrohungsszenario für mehr Rüstung in Europa sorgen, Und Merkel springt über dieses Stöckchen, das Trump ihr hinhält und verspricht paar Milliarden. Das ist wieder typisch Merkel: weder Fisch noch Fleisch. Wenn es eine Bedrohung gibt, dann Aufrüsten einschließlich Atom. Deutschland wäre dazu innerhalb kurzer Zeit in der Lage. Und wenn nicht, oder die ganze Rüstung nur dem Machtanspruch der USA dienen soll, dann sofort raus aus der NATO und Investition der freiwerdenden Gelder in friedenfördernde Aufbau- und Entwicklungsprojekte.
Nein. Wenn sie jahrelang die Rüstung vernachlässigen sind sie ganz und gar nicht in der Lage das in einer konkreten Bedrohungssituation nachzuholen.
Sorry, aber die Leute brauchen Ausbildung, die Ausbilder brauchen Ausbildung und alle brauchen das Material dafür.

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acitapple 07.07.2018, 16:45
53.

Zitat von schall_und_rausch
Ich freue mich, hier zu lesen, dass ich nicht der einzige bin, der keinerlei realistisches Bedrohungsszenario für Deutschland erkennt, das eine Aufrüstung der Bundeswehr oder auch nur deren Beibehaltung in aktueller Größe rechtfertigt. Die Krim und das Baltikum sind nun wirklich kein passender Vergleich. Es gibt in Deutschland keine Regionen mit russischer Bevölkerungsmehrheit. Deutschland war auch nie Teil der Sowjetunion. Ich will damit Russlands Vorgehen nicht beschönigen, nur darauf hinweisen, dass Deutschland eben nicht von Russland bedroht wird und auch sicherlich nicht bedroht würde, wenn die Bundeswehr nur noch mit Wasserpistolen ausgestattet wäre. Wenn sich Deutschland Feinde macht, dann vor allem durch Komplizenschaft mit und Unterstützung der USA. Durch Einmischung in Konflikte überall auf der Welt, sei es durch Kriegseinsätze (Afghanistan, Kosovo), logistische Unterstützung von Kriegseinsätzen (Irak, Libyen, ...) oder Waffenlieferungen (Jemen, Syrien, Mexiko, nun ja, fast überall...).
Nur weil Sie persönlich keine Phantasie für ein solches Szenario haben, ist es nicht ausgeschlossen. Wann war denn sowas mal lange im Voraus abzusehen ? Hätten Sie z.B. als Pole oder Franzose 1930 damit gerechnet, in einigen Jahren überrannt zu werden ? Oder hätten Sie sich als Ukrainer im Jahre 2007 vorstellen könne, die Krim zu verlieren ? DIe Ukraine wurde von Russland auch überhaupt nicht bedroht vorher, das waren langjährige Partner mit vielfältigen Beziehungen. Man rüstet sich für die Zukunft, die man nicht kennt.

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acitapple 07.07.2018, 16:48
54.

Zitat von kommentador
Verstehe nicht warum so viele Kriegs- und Armeegegner ihr Heil bei SPD und Grünen suchen. Wie schnell die Leute doch vergessen, dass unter deren Führung der erste deutsche Angriffskrieg, der Nachkriegsgeschichte geführt wurde.
Also hätten Sie eher dafür plädiert weiterhin dem Völkermord auf dem Balkan zuzuschauen ? Dieser sog. Angriffskrieg hat sehr vielen Zivilisten das Leben gerettet. Daher war jener Einsatz richtig und wichtig. Nur weil Sie sich nicht beteiligen heißt das nicht, dass Sie später ihre Hände in Unschuld waschen können. Die Tatenlosigkeit ist ein ebenso schlimmes Verbrechen.

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acitapple 07.07.2018, 16:56
55.

Bezüglich der Unsummen, die irgendwo versickern und ganz offenbar nicht bei der Truppe ankommen, kann ich nur jedem raten sich mal mit der Situation des Eurofighters in Österreich auseinander zu setzen. Dort wurden für ganz normale Erstatzteile wie Schrauben o.ä. zigfach überteuerte Preise aufgerufen seitens des Herstellers. Ich will gar nicht wissen wie das bei der Bundeswehr läuft und welche Preise da aufgerufen werden. M.E. gehört das gesamte Beschaffungswesen reformiert. ich meine damit, wir haben 2017 satte 37 Mrd. Euro für die Bundeswehr ausgegeben, trotzdem ist wohl über die Hälfte der schweren Waffensysteme nicht einsaztbereit.

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acitapple 07.07.2018, 16:57
56.

Zitat von achso...machtsinn
Ich wäre dafür das Geld gezielt in einzelne Projekte zu investieren, statt in die Breite. Zum Beispiel: das Heer beauftragt Unternehmen xy (ZB Rheinmetall) mit der Entwicklung eines Neuen Panzers oder Jets. Damit wäre der Gorilla in Washington ruhig gestellt und das Geld würde zurück in die deutsche Wirtschaft fließen(und somit auch zum Steuerzahler).
So wird das ja gehandhabt. Ein neues Waffensystem wird ausgeschrieben und der "beste" Vorschlag erhält den Zuschlag. Offenbar ist das größte Problem derweil eher die Wartung.

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spon-1299090993322 07.07.2018, 18:13
57.

Zitat von acitapple
So wird das ja gehandhabt. Ein neues Waffensystem wird ausgeschrieben und der "beste" Vorschlag erhält den Zuschlag. Offenbar ist das größte Problem derweil eher die Wartung.
Erstens das. Und zweitens will der Gorilla , daß wir "seine" Flugzeuge kaufen, also gerade nicht bei Rheinmetall, Airbus und co. Das braucht dannwieder Personal wie Mechaniker und Trainer, extra Ersatzteile usw. Ich war immer dafür 2 Staffeln F-18 zu kaufen um Washington ruhig zu stellen, zumal die sogar ernsthaft gebraucht würden.

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nixkapital 07.07.2018, 18:27
58. ...

Zitat von sargeantangua
Mehr Geld, schön ... Blos wofür? Wie schauen die Szenarios aus? Müssen wir uns gegen einen Angriff Russlands verteidigen? Das glaube ich nun nicht wirklich. Russland ist doch ein Scheinriese. Militärisch vielleicht stark, aber sonst? Wirtschaftlich ist es ziemlich abhängig vom Westen. Der neue Ziviljet enthält soviele ausländische Teile, dass man schon kaum mehr von einem russischen Produkt reden kann. Die Automobilindustrie ist - ähnlich wie die von GB - fest in ausländischer Hand, sowohl bei PKWs wie auch LKWs. Die russische Regierung bittet ausländische Pharmafirmen um Investitionen. Zum Ausbeuten der Bodenschätze braucht es westliches Know-How. Die russischen Fluggesellschaften fliegen Boeing und Airbus. Die Abnehmer für russisches Erdgas sitzen im Westen. Was passiert nach einem Krieg mit alldem? Russische Flugzeuge am Boden, weil sie nicht mehr gewartet werden können? Keine Devisen mehr fürs Erdgas? Was passiert mit den Milliarden auf Auslandskonten? Den Jachten und Villen der russischen Milliardäre? Der Automobilindustrie, wenn die Zulieferungen fehlen? Putin wird keinen Krieg führen. Und ich wäre eher bereit, Putin zu bezahlen, damit er Ruhe gibt, als mehr Milliarden für unsinnige Waffensystem auszugeben. Springen vielleicht auch Aufträge für deutsche Firmen raus.
Darum geht es doch nicht: Sondern darum, eine Industrie mit unproduktiven, todbringenden Produkten über die Maßen mit Geld zu pampern. Im Print-Spiegel war z.B. gerade ein Artikel zu lesen, in dem beschrieben war, wie die Unions-Parteien Beschlüsse zur Rüstungsexportkontrolle trickreich umgehen. Vorneweg v. d. Leyen und Altmaier, quasi als Cheflobbyisten für Heckler & Koch und Co. It's the money, stupid....

Die Bedrohung aus Russland ist ein wiederbelebtes Relikt aus der Mottenkiste des Kalten Krieges. Was in den 80igern das Fulda-Gap war, ist heute die "Suwalki-Lücke". Wenn man sich bedroht fühlen möchte, findet man immer "Lücken", die mit größerem Geldaufwand geschlossen werden müssen.

Jetzt verlangt ja die NATO auch verbesserte Aufmarschinfrastruktur. Das wäre doch ein Jobmotor für Europa. Rollbahnen gen Osten für die NATO. Also die Spaten geschultert und los geht's. Ein gewisser österreichischer Größenwahnsinniger als deutscher Reichskanzler hatte vor etwas über 80 Jahren mit derart ähnlichem Programm auch gewisse Zeit die Leute auf seiner Seite

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saarlaender 07.07.2018, 18:45
59. Typisch deutsch

Einige der Kommentare sind typisch deutsch: Versprechungen machen, Zusagen geben und sich dann nicht dran halten. Wenn man denkt, dass Verteidigungsausgaben in Höhe von 2 % BIP zuviel sind, sollte man keine entsprechende Zusage machen. Deutschland ist ein Rosinenpicker, man sucht sich aus internationalen Abmachungen das raus was man gerne umsetzt, das Andere ignoriert man. Siehe auch Euro-Stabilitätspakt (max. 6 % Exportüberschuss) oder europäische Richtlinien zur Luftreinhaltung bzw. Nitratbelastung der Böden.

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