Forum: Politik
Ministerin von der Leyen: Imagepflege in der Kaserne von Franco A.
AFP

Mit großem Medien-Tross reist Ursula von der Leyen in die Kaserne des festgenommenen Oberleutnants Franco A., gibt sich als resolute Aufklärerin der rechten Tendenzen in der Bundeswehr. Am meisten geht es ihr dabei um sich selbst.

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detlev.matthies 03.05.2017, 21:27
1. Aus dem Gleichgewicht

Die Faktenlage ist anscheinend bisher ziemlich dünn, auch wenn verbrecherische Ziele und Waffendelikte übrigbleiben dürften. Der moralische Impetus der Bundeskampfeinsatzministerin klingt andererseits doch sehr hohl, wenn man sich vergegenwärtigt, dass sie entgegen ihrer Verpflichtung nach Art. 25 Grundgesetz mittels Tornado-Aufklärungsflügen in einem ohne UN-Mandat geführten Krieg Menschen reihenweise zerfetzen oder verstümmeln lässt, während der Beschuldigte anscheinend bisher keinem Menschen etwas zuleide getan hat - trotzdem gilt natürlich: Wehret den (rechtsradikalen) Anfängen!
Gleich die ganze Bundeswehr aus einem derartigen Anlass ins Abseits zu stellen, erscheint aber als vorurteilsbehaftet, politisch mindestens instinktlos und für eine Inhaberin der Befehls- und Kommandogewalt desavouierend.

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humble_opinion 03.05.2017, 21:40
2. Waffenaffine Klientel

VdL ist von der Pieke auf Politprofi, Vater Ernst Albrecht war sehr lange Ministerpräsident von Niedersachsen. Vor diesem Hintergrund sehe diese Inspektion. Sie will sich selbst aus der Schusslinie nehmen und wie ich die teflonbeschichtete Dame kenne, wird ihr das auch gelingen. Wenn es ihr wirklich um Aufklärung ginge, würde sie dort nicht pressewirksam mit einer halben Hunderschaft an Beratern und Journalisten aufmarschieren. Jedem, der bei der BW war, weiß doch, dass vor dem Besuch des höchsten Dienstherrn alles so vorbereitet wird, dass es keinen Anlass zur Klage gibt. Mit der Situation im Alltag hat die Show absolut nichts zu tun. Fazit: Kannste vergessen.


Zum Anderen haben wir pi mal Auge 10% Leute im Land, die man als rechts bezeichnen kann. Dass ausgerechnet die BW von denen verschont bleibt, ist bei der waffenaffinen Klientel nun wirklich nicht anzunehmen, oder?

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robertreagan 03.05.2017, 21:51
3. Die Aufklärung wird noch lange dauern

nämlich genau bis zum Wahlabend im September. Dann kann vdL aufhören, den anti-rechten Aufklärer zu geben. Die Sache wird dann schneller begraben als man gucken kann und Niemand wird dem Thema mehr weiter nachgehen. Meldung an Merkel: Ziel erfüllt, Abgrenzung nach rechts glaubhaft vermittelt, jetzt können wir hemmungslos aufrüsten, bis die zwei Prozent des BIP verprasst sind.

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rescue77 03.05.2017, 22:04
4. Überfordert

Frau V.d.L. hat als Familienministerin einen hervorragenden Job gemacht. Allein auch wegen der eigenen Vorbildwirkung. Aber das Verteidigungsministerium ist mindestens zwei, drei Nummern zu groß für sie. Ständig, zwecks Ratschlagserteilung von mehreren Generalen umzingelt, suggeriert das dem Bürger mangelhafte Fach- und Entscheidungskompetenz ihrerseits. Dann vordergründig noch die stets gepflegte Frisur und angemessenes Modedesign, während ihre Soldaten zwecks Pflichterfüllung im Dreck liegen, spiegelt nicht die Hauptaufgabe der Bundeswehr wieder.
Es ist Zeit für für Veränderung.

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780 03.05.2017, 22:24
5.

Sachlich ist dieser Aufwand, den sie da betreibt, so unklug, wie nur irgend möglich.
Wenn wirklich etwas aufzuklären ist, dann ist das mit solchen Mitteln wohl endgültig verbaut, im übrigen kommt jede Aktion um Jahre zu spät.
Wie wäre es, wenn sie zurücktreten würde.

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affenzahn 03.05.2017, 22:26
6. Peinlich

ist, dass "rechte Soldaten" nicht unerkannt bleiben dürfen. Was ist mit "linken" Soldaten? Die politische Gesinnung der Bundeswehrangehörigen ist Privatsache. Ich hoffe, dass die Abgründe, die sich hier wie in jeder Firma auftun können, bald beseitigt werden. Schade, dass vdL eine Truppe mit so vielen Altlasten übernehmen musste. Und erstaunlich, wieviele Kommentatoren hier nicht merken, dass sie überfordert sind.

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konterboxer 03.05.2017, 22:27
7. warum immer diese Miesmacherei?

Die Verteidigungsministerin klärt die rechtsextremen Tendenzen in der Bundeswehr auf und den selbsternannten Meinungsmachern fällt am Tag der Pressefreiheit nichts anderes ein, als das Schlechtreden (was sie, mit Verlaub, bestens können). Wenn das der Sinn und das Ziel der Pressefreiheit sein soll, dann ist das sehr traurig. Die Meinungsmacher sollten erstmal das Ergebnis abwarten.

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melnibone 03.05.2017, 22:29
8. Wer möchte nicht ...

glauben das jedes einzelne Ministerium hervorragend geleitet wird.
So natürlich auch das Verteidigungsministerium.
Hervorragend ... Herausragend ... einfach mit Sachverstand und Kompetenz.
Wir wissen doch unsere Politiker können alles und nichts.
Das es auch in der Bundeswehr ... ein paar recht Strömungen geben muß, liegt ja nicht nur in der ´Natur´ der Institution, sondern bildet den gesellschaftlichen Querschnitt auch irgendwie ab.
Alles halb so hoch gehängt ... ergibt ein Bild.
Weniger lächelnd kann man schon als Bundeswehrangehöriger seine oberste Dienstherrin betrachten ... die wohl ebenso wie der Amtskollege De Maiziere noch mal Wahlkampf für die eigene Reputation betreibt.
Mist im Amt ...
Und die Untergebenen tragen die Schuld.
Armseelig.

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titzck 03.05.2017, 22:46
9. Ist das nicht ein wenig tendenziös

Warum soll es Frau von der Leyen vordergründig um sich gehen. Der Ministerposten ist ein Schleudersitz, aber ihr Stuhl wankt nicht. Warum sollte er. Ein Fehlverhalten eines Einzelnen kann doch keinen Rücktritt auslösen. Natürlich wäre den Sozialdemokraten das sehr willkommen. Aber so kommt es nicht. Ich wünsche noch einen schönen Abend. Ich fahre jetzt nach Lyon.

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