Forum: Politik
Ministerpräsidenten Günther und Ramelow: "Die Zeit der Ausgrenzung ist vorbei"
HC Plambeck/ SPIEGEL ONLINE

Der eine ist in der CDU, der andere bei den Linken - trotzdem verstehen sich die Ministerpräsidenten Daniel Günther und Bodo Ramelow gut. Ein Gespräch über neue Bündnisse - und den gemeinsamen Gegner.

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bescheuert 12.06.2019, 13:16
1. längst überfällig

die zusammenarbeit mit den linken

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peterpeterweise 12.06.2019, 13:35
2. Wie sich die Aussagen gleichen

Genau so wurde vor 25 Jahren kategorisch ausgeschlossen je mit der "SED-Nachfolgepartei" über Koalitionen reden zu können. Wenn es heute um Linke und Afd geht, dann kommt die Aussage: Wir müssen mit allen reden da es gar nicht anders geht ... aber wir reden nicht mit allen, da es ja unmöglich ist mit allen zu reden. Wahrscheinlich wird in 5 Jahren die CDU die AfD für bündnisfähig halten, und in 15 Jahren gibt es die erste Landesregierung von AfD und Linkspartei.

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friedrich_eckard 12.06.2019, 13:40
3.

Ich würde die Partei des Herrn Günther und ihn selbst sicherlich nicht wählen, aber seine Haltung und sein persönlicher Mut nötigen mir unbedingten Respekt ab. Ein "bürgerlicher Demokrat", der die Bedrohung der Zivilisation von rechts her erkennt, und der, wenn es nötig ist, um diese Bedrohung abzuwehren, auch zu einer Zusammenarbeit mit der Linken bereit ist... Freunde wird er sich durch solche Aussagen in den eigenen Reihen sicherlich nicht machen, und ich bin leider überzeugt, dass seine Position innerhalb seiner Partei auch nicht mehrheitsfähig ist. Aber sei's drum - Joseph Wirth hat einen würdigen Nachfolger gefunden: "Da steht der Feind – und darüber ist kein Zweifel: dieser Feind steht rechts!“

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HerrPeterlein 12.06.2019, 13:41
4. Hoffnungsvolle Politiker

Zwei Politiker die ankommen und nicht gleich in die klassischen Reflexe zurück fallen. Weder kommt der Sozialismus und ähnliche Sachen auf wenn die Linke die Regierung stellt, noch kann die CDU keine soziale Politik betreiben wenn diese an der Regierung ist.
Durch den Einzug der AFD in den Bundestag, dem Wunsch der SPD endlich wieder in die Opposition zu gehen, muss zwangsläufig auch über Möglichkeiten von einer gemeinsam Arbeit der CDU und Linken nach gedacht werden.

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Jan_Wellem 12.06.2019, 13:44
5. Entlarvend

Irgendwie ist es ja nur konsequent und ehrlich, wenn sich die CDU nun einer Kooperation mit den Linken zuwendet. Allerdings sollte man über ein weiteres Erstarken der AfD dann nicht erschrecken, wenn man noch weiter nach links rückt.

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burlei 12.06.2019, 13:45
6. Jetzt muss sich die CDU aber mal entscheiden

Arbeitet sie mit einer Partei Die Linke zusammen, weil diese viele vernünftige Ansätze hat? Oder arbeiten nur SPD und Grüne mit der SED-Nachfolgepartei zusammen? Was ist der Unterschied zwischen der Zusammenarbeit der CDU mit den Linken und der Zusammenarbeit der SPD und Grünen mit den Linken? Gibt es zwei verschiedene "links"? Eine Grundsatzentscheidung ist unbedingt notwendig. Der bisherige Konsens lag ja darin, von den Linken immer als SED-Nachfolger zu reden. Allen, die sich in der Gesellschaft als "konservativ" bezeichnen, haben diesen Konsens ja bis ins Mark verinnerlicht. Links = SED = Kommunismus, Lieber tot als Rot. Diese Menschen kommen ja völlig aus der Spur, wenn die Konservativen plötzlich mit den Linken sprechen. Wer soll denn die ganzen Psychiater bezahlen, die die armen verzweifelten Menschen in ihrer Sinnkrise benötigen? Jungejunge, da tritt die CDU ja was los, was sie mal wieder gar nicht überblicken kann. Aber na gut, in ihrer Geschichte seit 1946 hat die CDU ja immer brav allem zugestimmt, was von der SED kam.

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rainer82 12.06.2019, 14:06
7. Im Kampf gegen die Nro-Faschisten

müssen die demokratischen Parteien nicht unbedingt koalieren und Freundschaftsbekundungen erbringen. Wichtig ist aber, dass sie wissen, wo die Feinde der Demokratie und des Rechtsstaates sitzen und sich bei der Bekämpfung der neuen/alten Nazi-Ideologie und ihrer Protagonisten gegenseitig unterstützen,- über die Parteiengrenzen hinweg. Typen wie Günther oder Ramelow sind dafür geeignete Persönlichkeiten, wie dieses Interview wieder zeigt. Persönlichkeiten, die trotz dieser grundsätzlichen Gemeinsamkeit politische Gegner sind und bleiben, aufrechte Demokraten und faire Mitspieler.

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karstendenktsichwas 12.06.2019, 14:11
8. Braucht es noch Parteien?

Vielleicht ist das ein gutes Beispiel für die Überflüssigkeit und Verkrampftheit von Parteipositionen. Heute überlegen sich die Parteien doch vor jeder Wahl, welche Positionen sie zu einzelnen Themen einnehmen wollen um Wähler zu gewinnen. In einer globalen, sich schnell verändernden Welt sind die meisten „grundsätzlichen Positionen“ überholt, ehe sie zu Ende gedacht sind. Dabei meine ich nicht die grundsätzlichen Positionen, wie sie in der Verfassung verankert sind. Pragmatismus kann wirklich sehr entspannend sein.

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Thomasvon Bröckel 12.06.2019, 14:39
9. Entlarvend

Da wächst zusammen, was nicht zusammen gehört! Herr Günther war es doch, der vor einiger Zeit Koalitionen zwischen CDU und der Linken in Ostdeutschland ins Spiel gebracht hat, sofern ohne die AfD keine demokratischen Mehrheiten mehr möglich sind. Da die CDU unter Merkel zu einer besseren SPD mutiert ist, ist sie jetzt auch nach links unbegrenzt anschlussfähig. Unwählbar, diese Partei.

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