Forum: Politik
Minutenprotokoll: Nato stellt sich auf monatelange Kämpfe in Libyen ein

Die Nato rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Militäroperation in Libyen. In der Rebellenhochburg Adschdabija tobten auch am Freitag schwere Kämpfe. In Syrien, im Jemen und in anderen arabischen Ländern demonstrierten Tausende Regimegegner. Die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.

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lupodo 25.03.2011, 20:39
1. Au weia

Zitat von sysop
Die Nato rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Militäroperation in Libyen. In der Rebellenhochburg Adschdabija tobten auch am Freitag schwere Kämpfe. In Syrien, im Jemen und in anderen arabischen Ländern demonstrierten Tausende Regimegegner. Die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.
Wenn jetzt schon vorab von Monaten gesprochen wird, wirds kritisch. In Afganistan u. Irak hatte man ja schon nach sehr kurzer Zeit den Krieg für beendet erklärt. Wir wissen heute etwas mehr. In der Zwischenzeit können beide Seiten ihren Nachschub organisieren. Den Gaddafi nicht vergessen , der zahlt besser.

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team_gleichklang_de 25.03.2011, 20:55
2. AU hat Recht, Rebellen lehnen Verhandlungen ab

Die Afrikanische Union hat Recht, dass Libyen einer Transitionsphase bedarf, in der ein Waffenstillstand besteht die Menschenrechte geachtet werden. Die Rebellen haben aber erklärt, sie lehnten jedwedige Verhandlungen ab. In dieser Position werden sie offenbar durch den Westen und den Luftkrieg, den er führt, unterstützt. Dies blockiert eine mögliche firedliche Entwicklung mag am Ende zu bei Weitem mehr Menschenrechtsverletzungen und Toten führen als derzeit absehbar. Verhanldungen zwischen Regierung und Rebellen und zivilen Kräften sind erforderlich. Sie abzulehnen, ist Wahnsinn, es sei denn es geht einem nur um die Macht, egal wie hoch der Preis an Menschenleben ist. Es sollte nicht einer gewinnen, den anderen ausschalten und Rache nehmen, sondern die Opponenten sollten sich in freien Wahlen dem Volk stellen. Dann kann und wird das Volk entscheiden, was und wen es will und was und wen nicht. Dies ist die einzig mögliche Strategie, die Druck auf beide Seiten verlangt.

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prandtner 25.03.2011, 20:58
3. Neusprech auf S.P.O.N.

"Ziel der Angriffe war es, die um die Stadt stationierten Rebellen zu entlasten, die seit Tagen der Belagerung durch Truppen des Machthabers Muammar al-Gaddafi standhalten."

Das hat etwas von Orwell's "1984". Wenn Truppen der Rebellen um die Stadt stationiert sind, belagern ja wohl die Rebellen die Stadt, die von Gaddafis Truppen gehalten wird.

Wer innen ist, wird belagert, wer draussen ist, ist der Belagerer.

Man darf das nur nicht zugeben, weil unter diesen Bedingungen natürlich keine Rede davon sein kann, dass die Luftangriffe die Zivilbevölkerung in Adschdabija schützen. Die Alliierten unterstützen eine Belagerung, die für die Zivilbevölkerung gefährlich ist.

Dazu auch n-tv:

http://www.n-tv.de/politik/NATO-erwa...le2945381.html

"Der Sprecher der Rebellen, Mustafa Gheriani, sagte, er rechne mit der Einnahme von Adschdabija entweder noch am Freitag oder am Samstag. Die Luftschläge würden die gegnerischen Kräfte schwächen, vor allem aber ihre Kampfmoral."

Wenn man die Luftwaffe der Rebellen sein will, damit die in drei Monaten Tripolis einnehmen, sollte man das vielleicht zugeben und ein anderes UN-Mandat suchen, aber nicht unter der falschen Flagge des jetzigen UN-Mandats segeln. Sonst spielt man Russland und China aussenpolitisch ein Riesenpfund in die Hände.

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prandtner 25.03.2011, 21:14
4. Misurata

Es ist heute in allen westlichen Medien so still um Misurata. Nachdem die Stadt gestern noch schwer umkämpft war, scheint mir das verdächtig.

Könnte es sein, dass Gaddafis Truppen die Stadt jetzt kontrollieren? Das wäre eine schwere Niederlage der westlichen Militäroperation, weil Misurata wegen seiner Grösse und relativen Nähe zu Tripolis von strategischer Bedeutung ist. Ausserdem würde eine solche Entwicklung die Kampfmoral von Gaddafis Truppen erheblich stärken.

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debreczen 25.03.2011, 21:19
5. ...

Zitat von sysop
Die Nato rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Militäroperation in Libyen. In der Rebellenhochburg Adschdabija tobten auch am Freitag schwere Kämpfe. In Syrien, im Jemen und in anderen arabischen Ländern demonstrierten Tausende Regimegegner. Die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.
Allmählich glaube ich, A. Merkel war beleidigt, weil sie angelogen wurde. Sie und die anderen auch. Ghaddafi hat keine Flugzeuge mehr, also hat sich die "Flugverbotszonenresolution" erledigt - oder?

Und so nach und nach erinnert die ganze Situation an die Schauspieler, die s. Zt. vor dem Sicherheitsrat Greuelgeschichten über die irakische Besatzung in Kuweit erzählten: Ergebnis der gesamten Aktion war die Sicherung des unermeßlichen Wohlstandes einer kleinen Feudalschicht an Kuweit-Scheichs und die gewünschten Konzernzugriffe aufs Öl.

Oder haben wir diesmal eher ein Wag-the-dog-Szenario, den sogenannten Druckentlastungskrieg? Sarkozy sieht seine Umfragewerte in den Keller sausen, auf den Titelseiten eine gar nicht so übel wie erhofft aussehende handfeste Blondine - und er fand in Obama einen Leidensgenossen, dem auch die eigenen Versprechungen um die Ohren fliegen?

Und dafür müssen Menschen sterben. Irgendwelche armen Schwarzafrikaner, die durch sogenannte "Rebellen" ermordet werden, irgendwelche armen Familien, die nichts wollten, als in Ruhe gelassen zu werden. Und mit ein bißchen Pech kommt am Ende ein zweites Somalia heraus.

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schwarzer Schmetterling 25.03.2011, 21:30
6. Die wirkliche Katastrphe

Zitat von sysop
Die Nato rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Militäroperation in Libyen. In der Rebellenhochburg Adschdabija tobten auch am Freitag schwere Kämpfe. In Syrien, im Jemen und in anderen arabischen Ländern demonstrierten Tausende Regimegegner. Die Ereignisse des Tages im Minutenprotokoll.
ist eine Andere. Weder die EU noch die USA haben eine Strategie für den jetzigen Umschwung in NAhost entwickelt. Schlimmer noch, sie bewegen sich immer noch in den alten Gleisen der vergangenen Zeiten. Damit wird weder den Völkern in Nahost noch uns geholfen. Die derzeitige Selbsterniedrigung als Luftwerkzeug einer Bürgerkriegspartei demonstriert eigentlich nur die Hilflosigkeit und das lächerliche Machtgehabe der westlichen Welt.

Das Strickmuster Libyien hat nun einmal funktioniert, nochmal wird es nicht klappen. In Syrien kann man bei der aktuellen SMS-Schlacht von direkter ausländischer Einmischung ausgehen. Nur werden gerade dort die Russen den Finger drauf haben - ist dort doch der einzige Hafen im Mittelmeer für ihre Kriegsflotte.

Die EU sollte endlich begreifen, dass ihr die Fehler auf die Füsse fallen, die im Namen der USA gemacht werden, denn Nahost liegt vor unserer Haustür.

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Baikal 25.03.2011, 21:36
7. Dann sind sie zwar..

Zitat von debreczen
Und dafür müssen Menschen sterben. Irgendwelche armen Schwarzafrikaner, die durch sogenannte "Rebellen" ermordet werden, irgendwelche armen Familien, die nichts wollten, als in Ruhe gelassen zu werden. Und mit ein bißchen Pech kommt am Ende ein zweites Somalia heraus.
.. arm und auch bißchen tot, aber sie können voller Stolz auf ihre neuen Menschenrechte sein und notfalls sogar in Den Haag klagen. Das ist doch was, das ist doch Fortschritt und Bewegung.

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quimbes 25.03.2011, 21:40
8. Selbstbestimmungsrecht der Libyer?

Zum Zitat von sysop: Die Nato rechnet nicht mit einem schnellen Ende der Militäroperation in Libyen. In der Rebellenhochburg Adschdabija tobten auch am Freitag schwere Kämpfe. In Syrien, im Jemen und in anderen arabischen Ländern demonstrierten Tausende Regimegegner.

Es ist ein SKANDAL! Die NATO,gegründet zur Verteidigung ihrer Mitgliedsstaaten, im Falle eines Angriffes,zeigt erneut ihre kriegslüsterne Visage.
Unterm UN-Mäntelchen, genäht von einem Friedensnobelpreisträger aus gotteseigenem Land,zerbombt und beschießt die US-Militärmaschinerie samt willfährigen Lakaien,ein Land in dem Bürgerkrieg herrscht.
Wann "reiten" die Kreuzritter des 21. Jahrhunderts in Syrien,Jemen,Jordanien und anderen Staaten ein?
Globalisierung des militärisch-industriellen Komplexes weltweit? Ist's der Anfang? Wann kommt das Ende?

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prandtner 25.03.2011, 22:33
9. Ueberdehnt

Zitat von quimbes
Wann "reiten" die Kreuzritter des 21. Jahrhunderts in Syrien,Jemen,Jordanien und anderen Staaten ein?
Ob Kreuzritter oder nicht, die NATO oder auch der Westen insgesamt haben nicht die militärischen Ressourcen, alle destabilisierten Länder des Nahen Ostens zu kontrollieren. Der Westen ist militärisch bereits überdehnt.

Schon deshalb ist es, selbst im Sinne ganz nackter Interessenpolitik, strategisch grundfalsch was man gerade versucht. Das führt zur weiteren Destabilisierung der Region und das ist weder für die Menschen in diesen Ländern gut, noch für Europa.

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