Forum: Politik
Misslungener Test: Französische Atomrakete zerstört
AFP Photo/ Marine Nationale / Pascal Dagois

Bei einem misslungenen Testflug ist eine französische Rakete über dem Nordatlantik zerstört worden. Trümmerteile stürzten vor der bretonischen Küste ins Meer. Die Rakete vom Typ M51, die sechs Atomsprengköpfe tragen kann, war von einem U-Boot aus gestartet worden.

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Hermes75 05.05.2013, 15:57
20.

Zitat von oneeurocent
was hat Frankreich und Europa vor? in einem U-Boot 16 Raketen mit je 6 Atomsprengköpfen??? Wieviel U-Boote gibt es davon?
Soweit man nachlesen kann, hat Frankreich 4 Boote dieser Klasse.
Triomphant-Klasse

Die Bewaffnung mit 16 ICBM ist typisch für strategische Atom-U-Boote.
England, die USA und Russland haben ähnliche U-Boottypen in Gebrauch.
Man kann davon ausgehen, dass üblicherweise eines dieser U-Boote auf See ist.

Sinn und Zweck dieser Waffensysteme ist es die Zweitschlagsfähigkeit zu garantieren für den Fall, dass landbasierte strategische Raketen durch einen Überraschungsangriff ausgeschaltet werden.

6 Gefechtsköpfe pro Rakete ist übrigens eher wenig. Die USA und Russland haben sich auf eine Obergrenze von 10 geeinigt. Einige Modelle könnten sogar noch mehr tragen.
Allerdings sind die Raketen nicht immer voll bestückt. Es können auch z.T. Täuschkörper eingebaut sein.

Auch wenn es nicht schön ist: Strategische Atom-U-Boote sichern den Frieden, weil sie dafür sorgen, dass kein Agressor damit rechnen kann mit einem atomaren Erstschlag erfolgreich zu sein.

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EinsteinOnTheBeach80 05.05.2013, 15:59
21. Frankreicht hat vier

dieser strategischen Unterseeboote, die den Kern der französischen nuklearen Abschreckung bilden. Auch wenn ich für nukleare Abrüstung bin, denke ich, dass es in einer Zeit in der neben dem Krisenstaat Pakistan und auch Nordkorea und vielleicht auch bald Iran Autombomben besitzen (und andere Staaten dies anstreben), nicht schlecht ist, wenn wir erstmal auch in Europa noch eine funktionierende atomare Abschreckung haben. Und konsequenterweise muss diese dann eben auch erneuert werden.

Der Test ist der sechste diese neuen Raketentyps durch die franz. Marine und der erste der fehlschlägt. Die U-Boote haben bisher auch noch die vorherige Generation von Raketen an Bord, d.h. das System an sich funktioniert schon.

Was die Kosten und die Wirtschaft angeht, so sind erstere in der Tat hoch, jedoch sichern diese Investitionen nicht nur und Frankreich sondern auch in Deutschland Arbeitsplätze, denn die Rakte wird von EADS Astrium hergestellt.

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m a x l i 05.05.2013, 16:35
22. Gesperrt

Zitat von
"Die Rakete wurde kurz nach dem Start über dem Meer in einem Gebiet zerstört, das wegen der Umstände für den See- und Luftverkehr gesperrt war", erklärte das Verteidigungsministerium.
Na, das ist ja wirklich rücksichtsvoll. Und ich bin sicher, wenn mal eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt ist, auf einem bestimmten Gebiet niedergehen soll, dann sagt man ganz freundschaftlich rechtzeitig bescheid, damit die Gegend abgesperrt werden kann.

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vgo 05.05.2013, 16:51
23. Komisch …

… ist diese Diskussion allemal: es interessiert kaum, mit wie vielen Raketen die Boote bestückt sind oder wie lang oder wie schwer derartige Raketen nun sind. Das ist etwas so interessant wie der umfallende Sack mit Reis in Peking.

Was verwunderlich ist, dass kaum jemand vorschlägt die nationalen Armeen der EU-Mitglieder abzuschaffen und stattdessen ein europäisches Berufsheer aufzubauen.
Das würde so manchen nationalen Haushalt schonen und uns mehrere Schritte in Richtung eines politisch vereinten Europas bringen. Aber so etwas fällt weder den etablierten politischen Parteien ein – da steht schon die Waffen-Lobby davor – aber auch den Piraten, die ja dringend ein politisches Programm nötig hätten, – denn mit Transparenz alleine kann man nicht wirklich punkten –, auch diesen Schlafmützen kommt so etwas in den Sinn.

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andrea.stoerk 05.05.2013, 16:53
24. Uiiiiiiiiiiiiiiii, da geht wieder Geld verloren - egal!

16x 6 x 4
Das scheint mir doch ne ganze Menge - auch wenn ich gerne in einer Welt ohne Atomwaffen leben würde, bin ich mir bewußt, daß die Realität vieler Staaten anders aussieht.
Der kaöte Krieg mag vorbei sein - das Szenario der Abschreckung ist es deshalb noch lange nicht.
Trotzdem: Zu über-ambitioniert das ganze für meinen Geschmack - weniger würde doch auch "abschrecken.

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Zereus 05.05.2013, 17:50
25. ...

Zitat von vgo
… ist diese Diskussion allemal: es interessiert kaum, mit wie vielen Raketen die Boote bestückt sind oder wie lang oder wie schwer derartige Raketen nun sind. Das ist etwas so interessant wie der umfallende Sack mit Reis in Peking. Was verwunderlich ist, dass kaum jemand vorschlägt die nationalen Armeen der EU-Mitglieder abzuschaffen und stattdessen ein europäisches Berufsheer aufzubauen. Das würde so manchen nationalen Haushalt schonen und uns mehrere Schritte in Richtung eines politisch vereinten Europas bringen. Aber so etwas fällt weder den etablierten politischen Parteien ein – da steht schon die Waffen-Lobby davor – aber auch den Piraten, die ja dringend ein politisches Programm nötig hätten, – denn mit Transparenz alleine kann man nicht wirklich punkten –, auch diesen Schlafmützen kommt so etwas in den Sinn.
Nein, finanziell würde es überhaupt nichts bringen. Geht man davon aus, dass eine ordentlich finanzierte Berufsarmee nach amerikanischem Vorbild etwa 400.000€ pro Soldat ausgeben sollte um den Anforderungen auf modernen Schlachtfeldern zu genügen, kommt man zu dem Schluß, dass eine europäische Armee auch nicht billiger sein würde als die nationalen Armeen. Man könnte sicherlich eine Miniarmee von 500.000 Soldaten aufstellen, die würde dann aber auch schon 200 Milliarden kosten und wäre damit sogar schon etwas teurer, als die derzeitigen Armeen.

Eine solche Armee wäre also entweder groß, aber unterfinanziert wie die aktuellen Armeen oder aber winzig und daher auch nicht wirklich schlagkräftig - und trotzdem sehr teuer. Das Unterfinanzierungsproblem der europäischen Armeen kann man nur mit mehr Geld lösen, daran ändern auch keine gemeinsamen Streitkräfte was.

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marcel2101 05.05.2013, 18:38
26. Wie jetzt?

Ich frage mich gerade, wie ich Kommentare ala "Atomwaffen sind doof, aber für den Frieden ganz toll" zu werten habe. Seit Erfindung dieser Waffen müsste es ja demzufolge immer friedlicher auf der Erde geworden sein. Subjektiv empfunden mag das hier im Westen möglicherweise sogar zutreffen, aber ausserhalb unserer westlichen Hemisphere bleibt von diesem Wunschdenken nicht viel übrig. In einigen Landstrichen der Erde, insbesondere dem Nahen Osten, würde sich vielleicht sogar langfristig ein echter Frieden entwickeln können, wenn man bestimmten Staaten diese Atomwaffen wieder wegnehmen würde und ihnen damit vielleicht endlich bewusst werden würde, dass sie nicht unantastbar sind und besser endlich dementsprechend agieren sollten, statt ständig nur aggressiv-überhebliche Kriegsrhetorik als Eigenbeitrag zum Friedensprozess beizusteuern und sich dann noch verständnislos zu wundern, warum man eigentlich so unbeliebt bei seinen Nachbarn ist.

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multi_io 05.05.2013, 21:44
27.

Zitat von m a x l i
Na, das ist ja wirklich rücksichtsvoll. Und ich bin sicher, wenn mal eine Rakete, die mit Atomsprengköpfen bestückt ist, auf einem bestimmten Gebiet niedergehen soll, dann sagt man ganz freundschaftlich rechtzeitig bescheid, damit die Gegend abgesperrt werden kann.
Die Rakete war nicht mit Atomsprengköpfen bestückt.

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