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Mit Migranten reden: Wie man Menschen verrückt macht
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Vor 50 Jahren hat der Anthropologe Gregory Bateson darüber geforscht, was paradoxe Kommunikation bei Menschen anrichtet. Angesichts der Dauerklage von Deutschen mit ausländischem Hintergrund sind seine Thesen hochaktuell.

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tromsø 02.05.2019, 18:08
60. Macht es euch doch einfach

Zumindest in der Schweiz hört man bei fast allen raus, von wo sie herkommen. Bei Radius 50km vom genannten Ort hat man wohl eine Trefferquote von 90%+.
Ich frage also nicht, von wo sie herkommen, sondern sage es ihnen. Lustig sind die Reaktionen, vor allem bei Menschen mit erkennbarem Migrationshintergrund, sei es der Namen oder das Aussehen. Die eine Hälfte reagiert verwirrt, Weil es ihnen so noch nie gesagt wurde, bzw. indirekt gefragt. Also eher ein Punkt für Frau Ataman. Die andere Hälfte gibt das Herkunftsland bekannt. Punkt für Herrn Fleischhauer. Wenn ich dann anmerke: komisch, ich hätte auf Grund des Dialektes schwören können, .... Ja dann, sagen sie schon noch, dass sie dort aufgewachsen sind oder leben, aber als was sie sich fühlen, ist dann halt auch schon klar.

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mwroer 02.05.2019, 18:09
61.

Zitat von Horst Scharrn
Als Deutscher versteht Herr Fleischhauer die Migrationsthematik gar nicht, da er selber nicht betroffen ist. Insofern ist der Artikel nichts als das Geschreibsel eines Apologeten, welches den eigenen latenten Rassismus überdecken soll und die Schuld wieder mal auf die Migranten verlagert.
Also: Deutsche haben nicht mitzureden wenn es um das Thema geht weil sie keine Ahnung davon haben, sondern sollen gefälligst machen was ihnen jemand mit Migrationshintergrund sagt?

Cool. Gleich der erste Kommentar trifft voll was Herr Fleischhauer kritisiert.

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schnabelnase 02.05.2019, 18:09
62. Zunächst einmal richtig.

Zitat von sh.stefan.heitmann
Wenn ich jemanden Frage wo er herkommt und ihm das nicht passt, ist das zu 100% sein Problem und ganz bestimmt nicht meins. Wenn er mich dann Rassistisch nennt ist das auch nicht mein Problem sondern seins.
Aber leider ist es damit meistens nicht erledigt. Was wahrscheinlich folgt, ist das Gerede, Sie hätten sich rassistisch verhalten, bzw. seien ein Rassist. Dann spricht sich womöglich herum, dass Sie ein Nazi seien und rechte Parteien wählen würden. Das alles lässt Sie dann beim nächsten Aufeinandertreffen - mit wem auch immer - vollständig verstummen. Und weil Sie dann vorsichtshalber in Gegenwart von Menschen mit Migrationshintergrund auffällig viel schweigen, hält man Sie für rassistisch.

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Schartin Mulz 02.05.2019, 18:13
63. Dass

gleich der erste Kommentar Herrn Fleischhauer Rassismus vorwirft, lässt schon tief blicken.
Offenbar kann man nicht sachlich disklutiereen, sobald es um Migranten geht.
Dabei hat Fleischhauer hier in vielen Dingen Recht. Wie die einfache interessierte Frage, wo jemand herkommt, gleich zum Rassismus gemacht wird, ist schon abenteuerlich.
Die Frage kann nerven, ohne Frage, aber mit Rassismus hat sie nun nichts zu tun. Viele der Migranten, selbst in zweiter oder dritter Generation, sind doch stolz auf ihre Herkunft. Warum sollte die Frage danach rassistisch sein?
Allerdings halte ich die Schlussfolgerung für übertrieben. Ich glaube nicht, dass jemand, dadurch, dass sein wohlgemeinte Frage nach der Herkunft schlecht aufgenommen wird, dadurch zum Ausländerfeind wird. Dei meisten Ausländerfeinde haben sowieso überhaupt keinen Kontakt zu Ausländern.

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mwroer 02.05.2019, 18:13
64.

Zitat von tyll.spiegel
Herr Fleischhauers krude Erklärung für Fremdenfeindlichkeit dürfte bei Fremdenfeinden gut ankommen, denn die Fremden wären dann ja selbst schuld, dass man sie nicht mag. Und offensichtlich trifft seine seltsamt These auch nicht zu, denn bekanntlich ist die Fremdenfeindlichkeit in Regionen besonders groß, wo mangels Fremden gar keine Kommunikation (und deshalb auch keine paradoxe) mit ihnen stattfinden kann. Auf solche Logik-Lücken könnte man als studierter Journalist (?) aber auch selber kommen ...
Ja oder man könnte als gelernter Leser wissen dass selbst in diesen Flecken mittlerweile Nachrichten, Zeitungen und das Internet präsent sind.

Oder sagen wir mal so: Ich bin sicher Sie sind der Meinung das Krieg eine Scheißidee ist - und ich bin genau so sicher das Sie noch keinen erlebt haben.

Also - warum halten Sie Krieg für eine so schlechte Idee? Das gleiche gilt für Obdachlosigkeit und Autounfälle.

Kommunikation ist eben nicht nur das 1:1 Gespräch sondern findet, gerade jetzt, auch zwischen uns beiden statt. Oh übrigens - ich bin Ausländer! Nur falls Sie das interessiert :)

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fletcherfahrer 02.05.2019, 18:18
65. Lieber Curiosus,

Zitat von curiosus_
Her Fleischhauer, ich bin (auch) staatlich geprüfter (und vorab kirchlich ausführlich geschulter) Kriegsdienstverweigerer. Aber eben Kriegsdienstverweigerer, kein Wehrdienstverweigerer. Es gibt nämlich keinen Grund den Wehrdienst zu verweigern, was sollte da das Gewissen belasten? Nur macht es für einen anerkannten Kriegsdienstverweigerer keinen Sinn Wehrdienst zu leisten, deshalb mussten die das auch nicht. Und das Krankenhausbeispiel stimmt so auch nicht. Weder ist einem anerkannten Kriegsdienstverweigerer Nothilfe (Frauen und Kindern in einem Krankenhaus plus Russe plus Gewehr) noch Notwehr verboten. Beides steht der Anerkennung nicht im Wege, was einzig und allein zählt ist, dass man nicht ohne seelisch zu zerbrechen am organisierten Töten teilnehmen kann. Sie hätten also durchaus im Krankenhaus zur Waffe greifen dürfen, allerdings hätten Sie glaubhaft zum Ausdruck bringen müssen, dass Sie dieser für Sie unvorhersehbaren Situation nicht gewachsen gewesen wären.
das nützt Herrn Fleischhauer jetzt auch nichts mehr. Und übrigens: Es wurden so viele in den Wehrsatzdienst geschickt wie man gerade brauchte. Falls jemand auf die Idee kommt diejenigen als feige zu beschimpfen die ihren Wehrdienst geleistet haben.

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freidenker49 02.05.2019, 18:26
66. Wann ist die Kommunikation paradox?

Es gibt Menschen, die stehen Migranten positiv gegenüber, die werden sich entsprechend positiv in ihrer Kommunikation verhalten. Andere dagegen sehen Migranten negativ, die werden sich entsprechend negativ verhalten. Wann spricht man dann von paradoxer Kommunikation? Da ist nichts paradoxes vorhanden.
Und wenn jemand nach der Herkunft gefragt wird, dann kann das entweder ehrliches Interesse sein oder Neugier oder bei Leuten die kritisch Migranten gegenüberstehen Ablehnung. Da ist auch nichts Paradoxes.

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bwk 02.05.2019, 18:26
67. Früher und Heute

Früher war es normal jemanden zu fragen woher er kommt. Das war oft der Beginn einer Konversation und zeugte von Interesse am Gegenüber. Heute wird das von "wohlmeinenden" Menschen als Rassismus bezeichnet.

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ftesarek 02.05.2019, 18:26
68. Nun, so befindlich bin ich ja nicht

Man fragt oft, woher ich käme. Na und? Man ist halt neugierig. Ich frage andere auch! Und da ich behindert bin (aber nicht deswegen), habe ich auch keine Scheu einen Behinderten nach seiner Behinderung zu fragen. Man wird beleidigt durch Mitleid, nicht durch eine freundliche Frage. Ich will ja dazu stehen, was ich bin und wie ich bin.

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wortgewalt87 02.05.2019, 18:27
69. Lieber schallend lachen

Bin Biodeutsche, habe aber lange Jahre als Migrantin in verschiedenen Ländern gelebt. Und jedes Mal, wenn ich mich zum ersten Mal mit Einheimischen traf, haben diese gefragt, woher ich komme. Und anschließend meine guten Sprachkenntnisse gelobt. Ich habe das fast immer als freundliche Anteilnahme, gelegentlich als penetrante Neugier und niemals als Feindseligkeit oder Rassismus wahrgenommen. Hätte ich in der Ferne ob dieser Fragen geschmollt, hätten sich die Einheimischen totgelacht. Das ist die einzig vernünftige Reaktion auf so ein Verhalten, aber ich fürchte, dafür ist es in Deutschland dafür zu spät. Oder etwa doch nicht?

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