Forum: Politik
Mit Migranten reden: Wie man Menschen verrückt macht
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Vor 50 Jahren hat der Anthropologe Gregory Bateson darüber geforscht, was paradoxe Kommunikation bei Menschen anrichtet. Angesichts der Dauerklage von Deutschen mit ausländischem Hintergrund sind seine Thesen hochaktuell.

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siryanow 02.05.2019, 18:28
70. Posttraumatische Bewaeltigung

Ich liebe es zu reisen . Wenn ich gefragt werde woher ich komme , antworte ich gern und komme nie auf die Idee dass sich dahinter Rassismus verbirgt. Welch Perversion .Als Hobbytherapeut frage ich: kann dass sein dass Einige dazu neigen posttraumatischen Nazi-Vergangenheit bewältigen zu muessen/wollen ?

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jonath2010 02.05.2019, 18:38
71. Ihr müsst euch beleidigt fühlen

"Paradoxe Kommunikation funktioniert als Falle: Was man tut oder sagt, ist falsch", schreibt Fleischhauer. Recht hat er, aber mit der Einschränkung, dass die Vorwürfe weniger von Seiten der Migranten kommen als vielmehr von den so genannten Tugendwächtern (ohne Migrationshintergrund), die uns unablässig beobachten. Sie sorgen dafür, dass "der Bio-Deutsche" ständig mit schlechtem Gewissen agiert und kommuniziert, wenn es um Zugewanderte geht. Und wenn sich Menschen mit Migrationshintergrund im Einzelfall tatsächlich beleidigt fühlen, dann in aller Regel deshalb, weil ihnen von den Tugendwächtern gesagt worden ist, dass sie sich beleidigt fühlen müssen.

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Europa! 02.05.2019, 18:41
72. Bäumchen wechsle dich

Das Problem sind nicht die Deutschen und nicht die Migranten. Das Problem sind die deutschen Migrantenversteher, die den Deutschen und den Migranten einreden, dass die Deutschen Migranten nicht richtig behandeln. Insofern ist Frau Ataman eine echte Deutsche, die vortäuscht, dass sie Migrantin sei (oder umgekehrt, je nachdem, was gerade am besten passt). Echte Migranten haben gar nichts dagegen, Migranten zu sein. Im Gegenteil, sie sind stolz darauf, was sie geschafft haben.

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PHein 02.05.2019, 18:42
73. Danke

Herr Fleischhauer

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ruhepuls 02.05.2019, 18:43
74. Methusalix lässt grüßen

In einem Asterix-Band gibt es eine nette Szene über "Fremde". Methusalix: "Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber DIESE Fremden sind nicht von hier..."

Ich lebe seit gut 30 Jahren in einem kleinen Ort. Ich bin nur ein paar Kilometer weiter in einer Stadt geboren. Aber so mancher Einheimischer fragt mich immer noch, woher ich komme. Denn, man kennt ja seine Leute - und ich bin eben "nicht von hier". Ja, und?

Da dunkle Hautfarben oder bestimmte Namen eben nicht "von hier" sind - was nun mal nicht zu leugnen ist - ist die Frage, nach dem woher nicht "rassistisch", sondern nur "ganz normal neugierig".

Wer dies unterdrücken will verursacht Heuchelei - oder eben den bewussten "double bind". Da hat Herr Fleischhauer schon recht. Vielleicht wird Deutschland eines Tages so durchmischt mit Hautfarben und Namen sein, dass niemand mehr auf die Idee kommt, zu fragen: "Und woher kommen Sie ursprünglich..." (oder man fragt nicht mehr, weil man dann weiß, dass "Michalson" vormutlich schwedische Wurzeln hat und Storowski aus Polen stammt..)

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vera gehlkiel 02.05.2019, 18:43
75. @Gelber Rabe

Wer viele Filme von Ingmar Bergman kennt, wird leicht drauf kommen, mich mit meinem Haar und Teint für mittelbar schwedischstaemmig anzusehen. Wenn gerade "was ist" mit Schweden, etwa Laenderspiel, kommt eine Anfrage auch vor. Allerdings mehr so: "Hast du irgendwas mit Schweden zu tun?!" Und nicht so: "Ist deine Ursprungsheimat eigentlich Schweden?!" Auf Frage eins kann man eine Menge locker antworten ("na klar, besser nicht, hin und wieder, natürlich") - also kein Double-Bind- Verdacht. Antwort zwei führt einen Kontext von weiterführenden Beurteilungskriterien als Subtext mit ein ("Heimat, wo fühlt die sich wohl verwurzelt, wie haelt sie es an sich mit der Geschichte?") die meine möglichen Antworten alle zu potentiell paradoxen Antworten machen. Das liegt dann allein in der Hand des Fragenden. Voraussetzung für "pathologisch wirksame" Doublebinds ist das Machtgefaelle, das sie implementieren oder vorantreiben. Es ist, nimmt man die Theorie als wahr im Bezug auf die Entstehung von Schizophrenie an, somit kein Wunder, dass ein Kern-Leitsymptom der Schizophrenie das Gefühl einer totalen Exposition alles Privaten ist.

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conrath 02.05.2019, 18:44
76. Herr Fleischhauer hat es richtig getroffen.

Wir krempeln uns in uns selbst zurück. Bei den üblichen LGBT oder Migration oder, oder... Schön, wenn jemand über so ein diagnostische Fähigkeit verfügt, sich des eigenen Double Bind durch eindeutige Zuschreibung von so schlagkräftigen Charaktereigenschaften wie "rassistisch", "rechtsgerichtet" usw. beruhigend zu entledigen. Das ist in der Psychiatrie auch so. Nichts ist beunruhigender, als nicht zu wissen was es ist, woran der Mensch mit dem man es zu tun hat wohl leidet. Schnell ein Label drauf und schon weiss er, sie, es, wir, ihr, sie wieder: Alles klar! - Ein Rassist!Auch ein seit langem bekanntes psychologisches Geschehen. Herr Fleischhauer hat es gut und zutreffend beschrieben. So, und nun dürfen die üblichen Diagnostiker bei mir auch gern draufschlagen. Macht nix.

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ekel-alfred 02.05.2019, 18:47
77. 100% Zustimmung

Hallo Herr Fleischhauer,
Ihr Beitrag ist zu 100% gut und richtig! Ich fürchte nur, die meisten hier im Forum werden es wieder einmal nicht verstehen.
Bringen Sie am besten den Gegenentwurf zu Ferda Atamans Buch heraus. Anhand der Verkaufszahlen kann man dann leicht ermitteln, wie recht Sie haben.

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siegfried mehnert 02.05.2019, 18:48
78. Richtig

Die Kommentare von Jan Fleischhauer sind ausgewogener als früher. In diesem Fall gebe ich ihm recht. Mir erscheint es ganz natürlich, einen dunkelhäutigen Menschen mit gekräuseltem Haar und fließendem Deutsch zu fragen, woher seine Vorfahren kommen. Das Gezeter gegen solche Fragen schafft in der Tat nur "Trotz" - und schafft vielleicht sogar die Stimmung, die politische Rechte zu stärken.

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inecht 02.05.2019, 19:01
79. Inlandsflug ??? wie anti-öko sind Sie denn drauf ???

wer solche Beispiele wählt, wie „Kaffee oder Tee“ auf einem Inlandsflug (!),
hat seine Glaubwürdigkeit sofort total verspielt.

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