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Mit Migranten reden: Wie man Menschen verrückt macht
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Vor 50 Jahren hat der Anthropologe Gregory Bateson darüber geforscht, was paradoxe Kommunikation bei Menschen anrichtet. Angesichts der Dauerklage von Deutschen mit ausländischem Hintergrund sind seine Thesen hochaktuell.

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EricS 02.05.2019, 19:02
80. Einfach richtig gut...

Die Leute, die Ihnen hier schon wieder (latenten oder gar direkten) Rassismus unterstellen, werde ich wohl nie verstehen können und will es auch gar nicht. Ich glaube, Heidegger nannte derlei umumsichtiges Nurhinsehen.

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Besa 02.05.2019, 19:06
81. Und was nu?

Tja, und was macht da jetzt nur? Einfach Leuten die nach Migrationshintergrund aussehen aus dem Weg gehen ?♂️
Soviel zum Thema kulturelles Miteinander...

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Abongui 02.05.2019, 19:10
82. Daran kann man nur verlieren...

Denn wir sprechen hier von Gefühle von Menschen!!! Allein der Begriff geht mir auf die Nerven. Hat man denn Migrationshintergrund weil man nicht dunkelhäutig ist? Wer ist „reine“ Deutscher? Ich nenne mich (nicht in Deutschland geborenen Deutschen) als Deutsche erste Generation. Ob jemand vom 10te Generation stammt und besser spricht und schreibt als ich ist mir völlig egal!!! Wichtig für mich ist, dass ich mich wohl fühle. Leider wird für meine Kinder mental nicht zwangsläufig nicht der Fall sein. Denn Schüler, Lehrer und Professoren, die manchmal sehr ignorant sein können, tragen alle dazu bei, dass Kinder nicht mehr daran glauben, was deren Eltern versucht haben, beizubringen. Es gibt einfach keinen Verhaltensregeln, wie der Autor beschrieben hat. Rassismus ist ein bisschen wie die Religion: ob man an einem Gott tatsächlich glaubt oder nicht, weiß nur jeder für sich.

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EricS 02.05.2019, 19:11
83.

Zitat von Horst Scharrn
Als Deutscher versteht Herr Fleischhauer die Migrationsthematik gar nicht, da er selber nicht betroffen ist. Insofern ist der Artikel nichts als das Geschreibsel eines Apologeten, welches den eigenen latenten Rassismus überdecken soll und die Schuld wieder mal auf die Migranten verlagert.
Hier latenten Rassismus zu unterstellen ist a rechter Schmarrn, Herr Scharrn.

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isar56 02.05.2019, 19:11
84.

Zitat von martinm_de
Wenn ich gefragt werde woher ich komme (Biodeutscher) bin ich auch nicht sauer sondern sage "Niedersachse" oder "Osnabrücker" . Z.Zt. wohne ich bei Stuttgart. Die Herrschaften die erwarten daß ich Gedanken lesen kann und einen Menschen mit z.B. dunkelst-brauner Gesichtsfarbe in Herne oder Frankfurt verorte und nicht in Kamerun oder Nigeria: die sollen sich mal locker machen, so auch Frau Ataman. Die Annahme daß eine Person "von hier ist" ist nur in 50% aller Fälle richtig, auf jeden Menschen mit migrantischem Hintergrund UND deutschem Pass kommt ein Mensch mit migrantischem Hintergrund OHNE deutschen Pass. Statistik rules.
Mir geht es genau so. Bereits vor über 30 Jahren wurde ich während meines Studiums in München ständig gefragt woher im komme. Wegen meines Dialekts. Na und?
Und wenn mir ein dunkelhäutiger Mensch antwortet er komme aus Hamburg bin ich zufrieden.
Hier wird dauernd ein Fass aufgemacht. Würde gar nicht gefragt, wäre auch das ein Problem mit der Ignoranz der Deutschen.
Hätten wir keine schwerwiegenderen Probleme...... und würden wir mit Behinderten so besorgt umgehen......
Warum lese ich aus der Betroffenheitsfraktion nie Kritik, wenn der Begriff behindert abwertend eingesetzt wird, wenn einem Blinden zugerufen oder einem Tauben < der hört gar nicht hin> vorgeworfen wird.

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r.pflanz 02.05.2019, 19:12
85. Eine schöne Kolumne Herr Fleischhauer

zentrale Inhalte von Batesons "Ökologie des Geistes" mit einem Augenzwinkern sehr gut erklärt und an einem praktischen Anwendungsbeispiel der Gegenwart illustriert. Dass Sie dabei Ihre Kollegin Frau Ataman respektvoll nicht verschonen wirft ein gutes Licht auf die Spiegelredaktion, dessen Foyer ich in der letzten Woche bewundern durfte. Sagen was ist, ja machen nicht nur Sie das bitte - es ist eine super Medizin gegen Auflagenschwund.

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MOMA 02.05.2019, 19:21
86. Die Liebe zum Paradoxon

Was mir immer wiede auffällt, dieses dauerhafte sich selbst auf die Schulter geklopfe, dieser für viele rationale Menschen fast schon unerträgliche Idealismus, wirklich unblaublich fernab der Realität.
Man möchte fast schon meinen, viele Autoren (nicht nur auf SPON) sitzen in einer Blase, in einer Sphäre über dem alltäglichen Leben.
Leider ist dieses idealistische, paradoxe, irrationale auch tief verwurzelt in der (heutigen??) Mentalität der Menschen hierzulande. Man muss sich nur einmal die Politik anschauen, oder eben nicht wenige Artikel deutscher Medien.
Wer auch ausländische Medien liest, weiß, dass dieses Phänomen tatsächlich besonders in der deutschen Medienwelt vertreten ist (Nicht, dass es im Ausland nicht auch solche Autoren/Tendenzen gibt, jedoch ist die Konzentration und Aufmerksamkeit hier unvergleichlich).
Man liebt eben das Extreme, egal ob früher oder heute, irgendwas findet sich immer, es ins Unerträgliche zu strapazieren, besonders das, was gerade in (politischer) Mode ist.
Und alle haben nicht nur das Extremistische gemeinsam, sondern auch das über einen Kamm scheren.
Aber wie eh und je, Rationalität und Objektivität unerwünscht - leider.



LG, ein Deutscher mit Migrationshintergrund (und Doppelpass)

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vormaerz 02.05.2019, 19:21
87. Das lässt sich genauso gut umdrehen

Da ist was dran, genauso gut gilt aber auch: Man sagt Menschen, sie sollen sich „integrieren“, begegnet ihnen aber ablehnend, hindert sie an Schul-, Ausbildung und Arbeit und regt sich darüber auf, dass Hilfestellungen beim „Integrieren“ dann auch etwas kosten. Von den speziellen Fallstricken interkultureller Kommunikation hat man noch nie gehört, und wenn, begreift man sie als Begründung für das eigene Verhalten, nicht als Ansporn, zu lernen, wie man selbst es besser machen könnte. Und das Beste: jeder, dem man begegnet, hat seine eigene unumstößliche Vorstellung davon, was „integrieren“ eigentlich bedeuten soll, ganz wie beim einzig richtigen Weg, Fenster zu putzen. Dem sichtbar Anderen glaubt man ganz ungefiltert seine individuelle Meinung zum Thema als Zielvorgabe aufdrücken zu dürfen. Was dabei alles so an gesellschaftlichen double bind-Situationen entsteht, war nicht Thema Herrn Fleischhauers Befindlichkeits-Kolumne, deshalb isti diese kleine Ergänzung eines Biodeutschen mit Familienmitgliedern mit verschiedensten Migrationshintergründen sicher gestattet.

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Oliver Sprenger de Montes 02.05.2019, 19:28
88.

"Man muss ja nur einmal in München, Frankfurt oder Hamburg U-Bahn fahren, um zu erkennen, dass der typisch deutsch aussehende Mitbürger die Minderheit bildet." Ja, das ist gut beobachtet. Als ich in der Unter-, Mittel- und Oberstufe war, vor über 25 Jahren, gab es genau einen Türken, der besser deutsch sprach und schrieb als viele andere Mitschüler. Heutzutage gibt es viele Kindergärten und Schulen, in denen Deutsche die Minderheit und Ausländer die Mehrheit darstellen, zu großen Teilen nicht mal die deutsche Sprache beherrschen. Ja, das ist ein Problem. Und das löst man nicht mit Doppeldenk und Neusprech wie "Migrationshintergrund" und "schon länger hier lebend". Warten wir mal noch 25 Jahre ab.

https://www.spiegel.de/spiegel/integration-an-manchen-schulen-bleiben-migrantenkinder-fast-unter-sich-a-1200736.html
https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/rekord-an-kreuzberger-schule-fuenf-deutsche-und-334-auslaendische-schueler-a-342504.html

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ofelas 02.05.2019, 19:31
89.

Zitat von anders_denker
viele unserer Bekannten haben Migrationshintergrund, ja auch in unserer Familie ist er vorhanden. Was uns und viele Freunde nervt ist der permanente Vorwurf die Deutschen seien rassistisch.
Auch ich habe viele Freunde aus Migrationskreisen. Vor 3 Jahrzehnten haben wir uns über diverse Probleme unterhalten hinsichtlich Rassismus. Den gibt es wirklich ist aber von Deutscher Seite ehr verdeckt und nicht offen aggressiv.

Die täglichen Nickligkeiten überwiegen aber: der aggressive Ton bei XYZ, das nicht begrüßen an der Kasse wenn vorher und nachher alle Autochthonen begrüßt wurden. Das Übersehen beim Bedienen (also eben nicht)

Sowas bekommt man nur mit, wenn man mit den Migranten (die offensichtlich nicht Europäisch sind) mit geht.

Freund ist Deutsch, dunkle Haare und braune Augen, könnte Italiener sein: Bahnhofskneipe, er sass 10 Minuten und hat 3x um Bedienung gewunken. Dann hat er gefragt ob er nicht bedient wird. Antwort: Ach Sie sind gar kein Ausländer...

Das ist nicht nur eine Anekdote, sondern passiert ihm und Migranten viel öfter als es die Allgemeinheit mitbekommt. Im Gegensatz zu den 70, 80 oder 90er Jahren wird darüber gesprochen!

Von Benachteiligungen bei Bewerbungen aller Art gar nicht zu sprechen

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