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Mittelmeer und Atlantik: Russische U-Boote nahe Datenkabeln machen Nato nervös
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Am Grund des Atlantiks liegen Datenkabel, die den Internet- und Telefonverkehr zwischen Europa und Nordamerika sicherstellen. Entlang der Kabeltrassen sind immer mehr russische U-Boote unterwegs. Die Nato ist besorgt.

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yossariania 25.12.2017, 10:40
150. Wobei

Zitat von weltenbummler07
Russland zieht doch nur nach, was die USA schön länger machen. 20.06.13 - "Glasfaserkabel und Spionage-U-Boote - Wie die NSA die Nervenzentren der Internet-Kommunikation anzapft. Geheimdienste wie die amerikanische NSA nutzen viele verschiedene Technologien, um Kommunikationsverkehre abzuhören und zu speichern. Neben Kooperation mit Betreibern und dem Hacken von Systemen können sie auch die weltweiten Glasfaserleitungen direkt anzapfen. Das macht die NSA schon seit Mitte der Neunziger – ein Spionage-U-Boot nach 9-11 machte das zur Routine." https://netzpolitik.org/2013/glasfaserkabel-und-spionage-u-boote-wie-die-nsa-die-nervenzentren-der-internet-kommunikation-anzapft/ . 23.08.2013 - Der britische Geheimdienst GCHQ unterhält im Nahen Osten eine Station, die unter anderem Unterwasser-Kabel in der Region anzapfen soll. Das würde von der britischen Regierung als wichtiges Element im "Krieg gegen den Terror" und als Frühwarnsystem vor möglichen Anschlägen betrachtet. https://www.taz.de/!5060665/
mir unerklärlich ist, warum man ein Unterwasserkabel anzapfen sollte.
Das machte zu zeiten analoger Telefonie vielleicht noch Sinn, aber heute?
Eine Nachricht wird in Datenpakete zerlegt, die durchaus unterschiedlich geroutet werden können und erst beim Empfänger wieder zu einer Nachricht zusammengefügt werden. Wer also ein Unterseekabel anzapft, gewinnt pro Sekunde Millionen von Datenschnipseln, die zu hunderttausenden Nachrichten gehören, die er erst wieder zusammensetzen müsste - ohne zu wissen, ob die Schnipsel vollständig sind. Wozu dieser aufwand, wo wir doch wissen, das der Russe als fleischgewordener IT-Gott in jeden Computer eindringen kann, sogar in die des Bundestages?
In Wirklichkeit dürfte es darum gehen, im Falle eines Falles die Kommunikationslinien schnell und für einen längeren Zeitraum unterbrechen zu können.

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der_weisse_wal 25.12.2017, 11:19
151.

Am besten schnellstmöglich alle Kabel auf Sprengladungen untersuchen. Wahrscheinlicher als das Abhören ist das gezielte, gleichzeitige Kappen auf Kommando.

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yossariania 25.12.2017, 11:34
152. Und

Zitat von der_weisse_wal
Am besten schnellstmöglich alle Kabel auf Sprengladungen untersuchen. Wahrscheinlicher als das Abhören ist das gezielte, gleichzeitige Kappen auf Kommando.
eben das ist das Problem:
einzelne Knotenpunkte des Internets kann man noch ganz gut sichern, aber nicht einige zehntausend Kilometer Kabel auf dem Meeresgrund, die kann man mit vertretbaren Aufwand nicht einmal überwachen (also beispielsweise auf Sprengladungen absuchen), geschweige denn gegen mechanische Zerstörung sichern.

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rloose 25.12.2017, 13:06
153.

Zitat von egoneiermann
Wenn man hier Einige hört, dann hat man den Eindruck, die finden es gut, wenn zukünftig nicht nur der NSA sondern auch der KGB unsere Telefone abhören kann. Meist ist das, die anderen machen es doch auch, keine wirklich gute Argumentation. Wobei wohl eher dahinter steckt, dass grundsätzlich an allen Schweinereien die USA Schuld ist.
Vielleicht sagt hier keiner, ob er das gut findet oder nicht, vielleicht stellen einige nur fest, dass es nicht sehr sinnvoll ist, dass der, der am meisten Daten abgreift sich darüber beunruhigt zeigt, wenn andere das auch tun. Das scheint mir nun doch auch eine gewisse Scheinheiligkeit zu beinhalten.

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rloose 25.12.2017, 13:12
154.

Zitat von KingTut
Das trifft auch auf das Fazit des Artikels zu, dass der Luftraum von NATO-Ländern regelmäßig verletzt wird und ein gigantisches Manöver an den Grenzen zum Baltikum abgehalten wurde. Dann darf sich doch niemand fragen, weshalb diese Länder den Schutz der NATO gesucht und ihn dort auch zum Glück gefunden haben.
Die Auswahl der Artikel kann auch eine gewisse Tendenz enthalten. Und die erscheint mir in letzter Zeit doch ein wenig einseitig. Oder meinen Sie allen Ernstes, die USA würden nichts abhören und nicht anderer Staaten Lufträume verletzten? Darüber liest man aber deutlich weniger. Das mag aber auch nur bei mir als Eindruck so entstanden sein, Statistiken habe ich darüber nicht geführt.

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rloose 25.12.2017, 13:21
155.

Zitat von Sandlöscher
Ich bin definitiv kein Putin-Fan und es gibt vieles an Russland zu kritisieren aber momentan werden wir Zeuge einer Kampagne. Der Militärhaushalt Russlands beträgt im direkten Vergleich zur NATO einen verschwindend geringen Anteil. Ich hoffe, dass bald wieder ein konstruktiver Dialog beginnt anstatt im Kriegsrethorik zu verfallen.
Dafür bedürfte es aber Politiker mit Weitsicht und dem Willen zum Frieden vom Schlage eines Willy Brandts, eines Olaf Palmes oder eines Bruno Kreiskys . Die sehe ich aber weit und breit nicht. Da sind eher die auf dem Vormarsch, die Wahlen mit Feindbildern gewinnen und der Rüstungsindustrie nach dem Maul reden. Schade, aber es sind am Ende zumindest in Demokratien immer die Wähler, die für sowas verantwortlich sind. Sprich, wer Wind sät sollte sich auch nicht beschweren, wenn er Sturm erntet.

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spmc-12355639674612 25.12.2017, 13:37
156. Sie wissen eine Menge

Zitat von NauMax
Für Leute ohne Ahnung vielleicht nicht identifizierbar. Für alle, die auch nur über rudimentäre Kenntnisse bzgl. Russischer Militärtechnik verfügen wird sofort klar: Das ist ein Atom U-Boot der Projekt 941-Klasse, NATO-Codename: Typhoon. Die Russen nennen sie Akula (Hai). Das größte und schwerste jemals gebaute U-Boot mit einer Kapazität von 20 Interkontinentalraketen. Zweifelsfrei ein Boot der Russischen Marine, da nicht eine einzige Akula ihren Weg in den Dienst einer ausländischen Marine gefunden hat. Stand 2017 hat die Russische Marine davon noch genau eines im Dienst: Die Nummer 208, Taufname: Dimitri Donskoi. Und es ist schon eine Meldung wert, wenn entlang strategisch wichtiger Kommunikationsnetzwerke immer mehr Russische Einheiten gesichtet werden. In Kombination mit der Enthüllung, dass SAPAD 2017 nicht den defensiven Charakter hatte, wie die Russen beteuerten, sondern im Gegenteil eine blitzartige Besetzung der Baltischen Staaten mit Enthauptungsschlägen u.a. gegen Polen und Deutschland simulieren sollte, kann man durchaus etwas besorgt sein. Es ist in der Situation nichts verwerfliches, wenn Europa seine Verteidigungsfähigkeit wiederherstellt.
über russische Militärtechnik, haben aber gleichzeitig Angst, die Russen könnten die baltischen Staaten angreifen? Und Sie glauben ernsthaft, dass bei der NATO solche Szenarien nicht durchgespielt werden? Meine Güte! Warum sollte Russland so etwas Idiotisches tun, wie die baltischen Staaten, Polen und Deutschland anzugreifen? Was hätten sie davon?

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spmc-12355639674612 25.12.2017, 13:47
157. Die Strategie Putins

Zitat von mwern1966
Sorry, aber Putin denkt nicht strategisch. Ich kann zumindest keine klare Strategie für ein zukünftiges Russland in Putins Handlungen erkennen. Alles, was der Mann tut, dient in erster Linie seinem Machterhalt. Er taktiert und denkt in Strukturen, die ihm beim KGB vermittelt wurden. Für hochintelligent halte ich ihn nicht. Was nach Putin kommt, kann ich nicht sagen. Aber schon aus biologischen Gründen, kann er nicht ewig Präsident bleiben. Hätte Putin eine Strategie, müssten wir uns wegen seiner Nachfolge keine Sorgen machen.
Der Erfolg Putins innerhalb Russlands ist nicht von der Hand zu weisen. Schauen Sie sich nur die Wiederinbesitznahme der Krim an. Die Strategie, die dahinter steht, ist leicht zu durchschauen: Die russische Regierung will zeigen, dass Russland weiter eine Großmacht ist, wenn nicht wirtschaftlich, dann wenigstens militärisch. Hätte die US-Regierung damals, als Gelegenheit dazu war, Russland nicht so herablassend als "Regionalmacht" bezeichnet und behandelt, hätten unsere Politiker nicht ebenso herablassend, ohne mit der russischen Regierung auch nur ein Wort zu sprechen oder überhaupt länger über die Konsequenzen nachzudenken, diesen merkwürdigen Umsturz in der Ukraine begünstigt, wären uns fast alle aktuellen Probleme erspart geblieben. So aber kam es, wie es auch mit der Türkei unter Erdogan gekommen ist: Putin und Erdogan haben verstanden, dass sie von den Europäern keinerlei Freundschaft oder Entgegenkommen zu erwarten haben und haben sich gesagt, dass sie dann halt eben ihr eigenes Ding durchziehen - mit allen Konsequenzen, die jetzt deutlich zu sehen sind.

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der_weisse_wal 25.12.2017, 14:59
158.

Zitat von spmc-12355639674612
Der Erfolg Putins innerhalb Russlands ist nicht von der Hand zu weisen. Schauen Sie sich nur die Wiederinbesitznahme der Krim an. Die Strategie, die dahinter steht, ist leicht zu durchschauen: Die russische Regierung will zeigen, dass Russland weiter eine Großmacht ist, wenn nicht wirtschaftlich, dann wenigstens militärisch. Hätte die US-Regierung damals, als Gelegenheit dazu war, Russland nicht so herablassend als "Regionalmacht" bezeichnet und behandelt, hätten unsere Politiker nicht ebenso herablassend, ohne mit der russischen Regierung auch nur ein Wort zu sprechen oder überhaupt länger über die Konsequenzen nachzudenken, diesen merkwürdigen Umsturz in der Ukraine begünstigt, wären uns fast alle aktuellen Probleme erspart geblieben. So aber kam es, wie es auch mit der Türkei unter Erdogan gekommen ist: Putin und Erdogan haben verstanden, dass sie von den Europäern keinerlei Freundschaft oder Entgegenkommen zu erwarten haben und haben sich gesagt, dass sie dann halt eben ihr eigenes Ding durchziehen - mit allen Konsequenzen, die jetzt deutlich zu sehen sind.
Nun wurde die Europäische Gemeinschaft aber auch nicht gegründet, um annektierenden Staaten zur Legitimation zu verhelfen oder selbsternannten Diktatoren zu huldigen, sondern um die Wirtschaft in Europa zu unterstützen und den Frieden nach Jahrtausenden des Schädeleinschlagens durch Kooperation zu sichern. Dieser dadurch entstandene stabile Block namens EU und seiner befreundeten Nachbarn ist natürlich einigen ein Dorn im Auge. Man muss schon Teamplayer sein - das kann nicht jeder.

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spmc-12355639674612 25.12.2017, 22:28
159. Ja und?

Zitat von der_weisse_wal
Nun wurde die Europäische Gemeinschaft aber auch nicht gegründet, um annektierenden Staaten zur Legitimation zu verhelfen oder selbsternannten Diktatoren zu huldigen, sondern um die Wirtschaft in Europa zu unterstützen und den Frieden nach Jahrtausenden des Schädeleinschlagens durch Kooperation zu sichern. Dieser dadurch entstandene stabile Block namens EU und seiner befreundeten Nachbarn ist natürlich einigen ein Dorn im Auge. Man muss schon Teamplayer sein - das kann nicht jeder.
Um zu verstehen, was Putin (und auch Erdogan) antreibt, muss man sowohl ein wenig historisches Wissen (das man sich zur Not bei vorhandenem Interesse anlesen kann) und die Fähigkeit mitbringen, sich in die jeweiligen Protagonisten wenigstens ein bisschen hineinzuversetzen. Diese Fähigkeit ist zugegebener Weise nicht jedem gegeben.
Das, was letztlich zur Annexion der Krim und - wie viele noch nicht so ganz mitbekommen haben - einiger Gebiete Syriens durch die Türkei (s. SPON-Artikel von heute) geführt hat, hätte man durch weitsichtiges Handeln durch die EU durchaus verhindern können. Da man aber entweder nichts (keine valide Aussicht für die Türkei, Mitglied der EU zu werden) oder genau das Falsche (Hilfe für die ukrainischen Regierungsgegner auf nicht mit der ukrainischen Verfassung zu vereinbarende Weise) getan. Wenn man also innerhalb der EU meint, etwas für den Frieden tun zu müssen, sollte man in der Lage sein, entweder über den Tellerrand zu schauen oder sich aus den Konflikten komplett herauszuhalten.
Wie wir in der anhaltenden Identitätskrise der EU sehen (Brexit + andauernde Weigerung der osteuropäischen Länder, einen Beitrag zur Lösung der Flüchtlingskrise zu leisten), ist die EU nur so lange ein stabiler Block, so lange wir auf fähige Politiker zählen können. Leider lässt die momentane Verfasstheit es zu, dass einzelne Länder Mehrheitsbeschlüsse, die ja in einigen Dingen zulässig und bindend sind, ohne weitere Konsequenzen zu ignorieren. Wenn wir diesen Zustand nicht verbessern, wird die EU bald Geschichte sein.

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