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Mögliche Ermordung von Jamal Khashoggi: Halbes Geständnis aus Riad
AFP

Das Verhör sei "außer Kontrolle geraten": Saudi-Arabien will offenbar einräumen, dass Jamal Khashoggi getötet wurde - von Beamten, die eigenmächtig handelten. Freunde und Kollegen des Journalisten sind empört.

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gruffelo 16.10.2018, 12:09
1. Deja vue

Die USA hatten schon einmal einen engen Verbündeten mit viel Öl im Mittleren Osten, der sich später als sogenannter „Schurkenstaat“ entpuppte und zweimaliger Kriegsgegner wurde. Wiederholt sich die Geschichte mit Saudi Arabien?

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recepcik 16.10.2018, 12:14
2. So traurig es auch sein mag

Zeigt das Telefonat von Erdogan mit Salman, daß der Türkei es nicht um den Mord an einem Journalisten geht, sondern nur darum bei der Gelegenheit mit Saudi-Arabien wieder ins Gespräch zu kommen. Es ist aber auch nicht nachvollziehbar, daß ein kritischer Journalist aus Saudi-Arabien, der für die Washington Post schreibt, gerade die Türkei, das größte Gefängnis für Journalisten, als Zufluchtsort sucht. Erdogan hätte ihn für einen Deal ohne Zögern an Saudi-Arabien ausgeliefert.

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vantast64 16.10.2018, 12:18
3. Zum Verhör sind einige Dunkelmänner eingeflogen worden?

Das Verhör war vom Prinzen angeordnet, dafür brauchten sie Folterspezialisten, die uups! etwas zu weit gingen.
Dieser arme "Prinz" hatte Angst vor dem Journalisten, der Ärmste!
Kann er noch ruhig schlafen? "Tyrannen schlafen niemals!"
Ich hoffe, daß er, wie jeder staatliche Mörder, eines Tages nach DenHaag kommt.

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charlybird 16.10.2018, 12:23
4. Die Saudis

werden die Angelegenheit bei einigen empörten Staaten mit ein paar ordentlichen Geldsummen aus dem Weg schaffen und wenn Mr. Trump da bereits Vorschläge hinsichtlich eines gesichtswahrenden ''Wie'' erörtert hat, wird man mit ein paar Bestrafungen der ''Schuldigen'' bald wieder Ruhe und Einkehr im Geschäftsverkehr haben.

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Partyzant 16.10.2018, 12:27
5. Demokratie

wie soll ich an Demokratie glauben, wenn diese Demokratien Staatsterror wie von Saudi Arabien oder Israel und Türkei unterstützen? Sankrtionen wären die richtige Antwort - auch wenn sie die Demokratien Geld kostet.

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die-metapha 16.10.2018, 12:28
6.

Hätten Beamte "eigenmächtig" gehandelt, dann hätte man dies nicht zu vertuschen brauchen. Ebenso hätte man den Leichnam nicht heimlich und bei Nacht außer Landes schaffen müssen.
In einem Konsulat geschieht nichts ohne die Einwilligung oder den Auftrag des jeweiligen Leiters der dortigen Vertretung. Im Fall Khashoggi kann - es muss sogar - davon ausgegangen werden, dass dort auf direkte Weisung aus dem Königshaus gehandelt wurde.
Da würde niemals jemand ohne Anweisung irgendetwas derartiges in Eigenregie auslösen. Diese Erklärungsversuche sind völlig lächerlich.

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lathea 16.10.2018, 12:40
7. Das saudische Terrorregime.....

......ist mit Trumps eigennütziger Hilfe sehr mächtig. Schade, dass die EU die Türkei wegen Erdogan nicht näher an sich ziehen kann. Es wäre schön, wenn wir eine EU der zwei Geschwindigkeiten hätten: eine Kern-EU mit Euro und eine Rand-EU, in der auch Länder wie Türkei und England Platz hätten, um ihr eigenes Süppchen so lange zu kochen, wie sie es brauchen und bis einer ihrer betroffenen Bürger sich bis zum EuGH durchklagt, um Reformen in diesen Ländern zu erreichen. Wäre Erdogan ein Ehrenmann, dann würde er die Tonaufnahmen veröffentlichen, statt sie zur Erpressung ggü den Saudis zu nutzen.

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syracusa 16.10.2018, 12:42
8.

Zitat von Partyzant
wie soll ich an Demokratie glauben, wenn diese Demokratien Staatsterror wie von Saudi Arabien oder Israel und Türkei unterstützen? Sankrtionen wären die richtige Antwort - auch wenn sie die Demokratien Geld kostet.
Bzgl Ihrer Forderung nach Sanktionen stimme ich zwar uneingeschränkt zu, gebe aber doch zu bedenken, dass zwischen der von Ihnen vorgeworfenen "Unterstützung" von Staatsterror durch westliche Demokratien und der unterlassenen Verfolgung dieses Staatsterrors doch noch eine große Lücke klafft. Von Unterstützung des saudischen Terrors durch westliche Demokratien kann beim besten Willen keine Rede sein.

Und davon abgesehen: es gibt keine absolute Demokratie, und die ist auch gar nicht denkbar. Wir haben bei den westlichen Demokratien ein breites Spektrum von mäßig demokratischen, fast autoritären Staaten bis zu sehr aufgeklärten, liberalen und bürgerrechtlich organisierten Demokratien. Alle diese demokratischen Staaten haben auch immer Eigeninteressen, die es ihnen nicht erlauben, die Beziehungen zu jeden antidemokrfatischen Staat abzubrechen. Realpolitik ist eben auch in Demokratien was anderes als eine an idealen Grundwerten orientierte Politik.

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sahin 16.10.2018, 12:43
9. Re: Türkei ausgesucht

Zitat von recepcik
Zeigt das Telefonat von Erdogan mit Salman, daß der Türkei es nicht um den Mord an einem Journalisten geht, sondern nur darum bei der Gelegenheit mit Saudi-Arabien wieder ins Gespräch zu kommen. Es ist aber auch nicht nachvollziehbar, daß ein kritischer Journalist aus ....
Kaschoggi hat sich nicht Türkei bzw. Istanbul selbst ausgesucht. Seine Verlobte, die er heiraten wollte ist Türkin. Die Saudis haben ihn, nachdem er die für die Heirat erforderlichen Dokumente nicht in New York oder London erhalten konnte, nach Istanbul gelotst. Da Kaschoggi kein Gegner der türkischen Regierung ist, hatte er von denen auch nichts zu befürchten. Und das im etwas im Konsulat zustossen könnte, daran hatte er nicht geglaubt. Er ging davon aus, dass die Saudis nicht soweit gehen würden, ihn in einem fremden Land zu verhaften, foltern oder gar töten würden. Für so dumm hat er MbS nicht gehalten.

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